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US-Finanzmärkte: Uptick-Rule wieder in Diskussion

Last updated on 9. Februar 2022

Streichung der Uptick-Rule war Geschenk für Bären!
Streichung der Uptick-Rule war Geschenk für Bären!

Nachdem die Bushadministration im Herbst 2007 die Updtick-Rule storniert hatte, waren die Finanzmärkte, insbesondere der Bankensektor, in der Hand von Shortsellern. Durch schnell hintereinander abgeschickte Leerverkäufe konnten Kurse extrem schnell in den Keller gedrückt werden, so dass anschließend in den Meldungen der entsprechenden Banken nach einer negativen Schlagzeile geforscht wurde und diese dann als Ursache für den Ausverkauf herangezgen wurde. Ja, hier folgten also die Meldungen den Kursen.

Aus der Weltwirtschaftskrise 1929 bis 1932 hatte man gelernt, einige Jahre später führte man die Uptick-Regel ein: Leerverkäufe durften anschließend nur dann getätigt werden, wenn der letzte Kurs höher war (Uptick), als der vorletzte. Dadurch wurde über viele Jahrzehnte verhindert, dass Spekulanten den Aktienkurs eines Unternehmens in kurzer Zeit so stark in den Keller prügeln konnten, dass allein daraus die Refinanzierungsmöglichkeiten für das entsprechende Unternehmen zunichte gemacht wurden.

Ich hatte dies im vergangenen Jahr häufig kritisiert. Leser meines Börsenbriefes Heibel-Ticker wurden zeitnah darüber informiert und Sie werden sich sicherlich daran erinnern, wie sehr mich die Streichung der Uptick-Rule aufgeregt hat.

Mit Obama scheint, wenn auch sehr langsam, die Vernunft wieder zurück zu kehren: Sheila Bair, die Chefin der FDIC (US-Einlagensicherungsfonds) sowie Ben Bernanke, Chef der US-Notenbank Fed, haben gestern eine Wieder-Einführung der Uptick-rule angesprochen und nicht ausgeschlossen! Endlich wird zugegeben, dass die Abschaffung falsch war. Und endlich wird überlegt, sie wieder einzusetzen.

Also: Leider musste ich ein Jahr auf diesen Moment warten. Meine damalige Beschreibung finden Sie hier in der Mitte von Kapitel 02. <!– /* Style Definitions */ p.MsoNormal, li.MsoNormal, div.MsoNormal {mso-style-parent:””; margin:0cm; margin-bottom:.0001pt; mso-pagination:widow-orphan; font-size:12.0pt; font-family:”Times New Roman”; mso-fareast-font-family:”Times New Roman”;} @page Section1 {size:612.0pt 792.0pt; margin:70.85pt 70.85pt 2.0cm 70.85pt; mso-header-margin:36.0pt; mso-footer-margin:36.0pt; mso-paper-source:0;} div.Section1 {page:Section1;} –> {weiter[40|9]}

Published inBörsenbrief - Leserfragen

2 Comments

  1. Hallo Wilhelm,

    bei den “naked shorts”, also den ungedeckten Leerverkäufen, gibt es bereits ein generelles Verbot, jedoch gibt es Ausnahmen für bestimmte institutionelle Händler, die damit Sicherungsgeschäfte betreiben und schnell agieren müssen und bei denen davon auszugehen ist (oder vielleicht “war”), dass sie ausreichend Zugriff auf entsprechende Longpositionen haben. An dieser Stelle ist das Problem die Überwachung dieser Regel: Es gibt keine Überwachung und somit wird der inzwischen vom Volumen viel zu grpß gewordene Anteil von naked Shorts indirekt geduldet.

    Eine Downtick-Rule braucht man nicht weil der Aufwärtstrend Kapital aufsaugt und damit irgendwann ein natürliches Ende findet. Beim Abwärtstrend erhält der Leerverkäufer den Verkaufssbetrag auf sein Konto, muss eine gewisse Sicherheit hinterlegen und kann mit dem Rest und den jeweiligen Kursgewinnen überproportional neue Leerverkäufe füttern. Je heftiger und schneller leerverkauft wirde, um so finanziell mächtiger wird der Leerverkäufer und er kann neue Leerverkäufe nachschieben. Um diesen Effekt aufzuheben braucht man die Uptick-Rule: Um den Prozess zu verlangsamen und um den potentiellen Käufern die Chance zu geben zu kaufen, um einen Gegentrend zu starten.

  2. wk wk

    Hallo Herr Heibel, ich sehe nicht so richtig den Sinn der Uptick-Rule. Konsequenterweise muesste es dann eine Downtick-Rule geben, und diese existiert schliesslich auch nicht.

    Etwas anderes sind natürlich die “naked shorts”. Die sind richtig albern, warum das “erlaubt” wurde versteht auch keiner. Und vor allem nicht, warum man es jetzt nicht durchsetzt.

    Gruss aus Muggensturm

    Wilhelm

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