Glaubenskrieg an der Börse: Inflation versus Planwirtschaft

Glaubenskrieg an der Börse - Inflation versus Planwirtschaft

Die Modern Monetary Theory (MMT) führt meiner Einschätzung nach in die Planwirtschaft, aber sie kann Inflation verhindern. Ich habe mir in meiner neuen Ausgabe den Wettstreit angeschaut, der zwischen Vertretern der alten Volkswirtschaftslehre und der MMT besteht. Nicht schön, ich würde fast schon sagen desillusioniert, aber realistisch und aussichtsreich.

Sie sehen aus Platzgründen hier nachfolgend Auszüge und können die komplette Version frei zugänglich unter https://www.heibel-ticker.de/heibel_tickers/1872#ch02 finden.

Gelingt es, eine nachhaltige Inflation in der westlichen Welt zu vermeiden? Bis an die Zähne bewaffnet liefern sich die Protagonisten einen Kampf mit ihren Gegnern. Die Auseinandersetzung könnte kaum spannender sein und ehrlich gesagt: Fragen Sie mich bitte nicht, wie der Kampf ausgehen wird.

Der Bund-Future sprang im Rahmen des Corona-Crashs bis 180 EUR, der Zins rutschte bis auf -0,64%. Seither befindet sich der Bund-Future auf Richtungssuche und schickte sich vor wenigen Wochen an, unter die rote Linie bei 167,5 EUR zu rutschen.

Ein Unterschreiten würde, um es in der Sprache der Charttechniker zu sagen, den Weg frei machen bis 158. Ein Ende der negativen Zinsen wäre dann also in greifbarer Nähe. In unserer auf Pump basierenden Wirtschaft müssten viele Akteure plötzlich wieder Zinsen auf ihre Kredite zahlen, oh Schreck.

Derzeit schlägt das Pendel zu Gunsten der Planwirtschaft aus. Anhänger der volkswirtschaftlichen Idee der Modern Monetary Theory (MMT) betrachten die Notenbanken als überflüssiges Übel, die Politik könne die Wirtschaft viel besser steuern. Und das geschieht in der MMT-Welt durch die Erhebung von Steuern.

Der Staat hat – nachdem die Notenbank wie beispielsweise die EZB in Europa obsolet ist – die Möglichkeit, exzessive Defizite zu fahren, um die Wirtschaft gezielt (Planwirtschaft) am Laufen zu halten. Sollten sich inflationäre Tendenzen zeigen, kann erneut gezielt (Planwirtschaft) durch die Erhebung von Steuern die Inflation ausgebremst werden.

Sollte also der Bund-Future nachhaltig nach oben drehen und das Zinsniveau weiterhin im negativen Bereich verharren, dann können die Protagonisten der MMT diese Schlacht für sich als Sieg verbuchen.

Derweil irren die Anhänger einer unabhängigen Notenbank orientierungslos umher: ist die exzessive Geldmengenausweitung nicht ein Vorläufer inflationärer Tendenzen? Immerhin hat sich die Geldmenge seit der großen Finanzkrise 2008/2009 mehr als versiebenfacht.

Hat sich Ihr Gehalt in den vergangenen 7 Jahren ebenfalls versiebenfacht? Ich wünsche es Ihnen. Doch die meisten von Ihnen werden diese Frage wohl mit einem Nein beantworten müssen. Wo ist also das Geld, das in den Markt gepumpt wurde?

Versickert. Ein großer Teil war notwendig, um die schwarzen Löcher im Finanzsektor zu stopfen. Viel wurde für konsumptive Zwecke ausgegeben, also für Waren, die im Ausland produziert wurden und somit im Inland nicht zu Wachstum führten. Und sehr viel ging in Vermögenswerte, Immobilienpreise sind explodiert und auch der Aktienmarkt läuft seither rund.

Auf Ihrem Gehaltszettel kam sehr wenig an. Gleichzeitig wurden die weltweiten Logistik-Ketten optimiert und die Versorgung unserer Wirtschaft mit Rohstoffen wurde immer günstiger. Es gab zeitweilig also deflationäre Tendenzen. Oder, um es kurz zu machen: Die EZB-Geldpolitik war unwirksam.

Wohin Planwirtschaft führt, haben wir in der DDR gesehen. Inflationisten kämpfen, um ihre Macht zurück zu gewinnen, doch derzeit ohne Erfolg.

Zusätzlich finden Sie im Kapitel 02 meine aktuellen Kommentare zu Gold, Öl, Kupfer, Transport sowie Bitcoin und der Wochenperformance der wichtigsten Indizes, Währungen und Rohstoffe.


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