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Börsenanalyse: Kommentare zum Rentenhändler “Marc aus Luxemburg”

Last updated on 9. Februar 2022

Liebe Börsenfreunde,

ich bin überrascht, welch hohe Wogen meine Korrespondenz mit dem Luxemburger Rentenhändler schlägt. In diversen Foren wurden Ausschnitte übernommen, es findet eine Rege Diskussion statt.

Um die Diskussion auf einem sachlichen Niveau zu belassen, stelle ich die wie immer qualitativ hochwertigen Kommentare der Heibel-Ticker Leser, die mich per E-Mail kontaktierten, hier auf diese Blogseite. Vielleicht können wir auf diese Weise weitere fundierte Informationen sammeln.
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Published inBörsenbrief - Leserfragen

28 Comments

  1. Werpapierhändler Marc aus Luxemburg packt aus?? Den Heibeltext zu lesen war schon reißerisch genug. Wahres Herrschaftswissen bleibt meist Insiderwissen (sag ich als Nicht-Insider). Wenn Insiderwissen publiziert wird, also demokratisiert, dann verliert es häufig seinen Zauber – oder dient dazu, Leute entweder zu warnen oder zu manipulieren. Vieles von dem, was er schrieb, sollten aufgeklärte Leute wissen und wissen es nicht (ich auch nicht, wurde durch Freunde aufgeklärt, deren Leute in Banken arbeiten). Einiges von dem, was er schrieb, wirkt haarsträubend. Hin und wieder wirkt es, als wenn wir vor einer Katastrophe stünden und deshalb ganz schnell – auch im Heibelschen Sinne – viel Gold kaufen sollten. Sehr interessant. Panikmache oder seriöse Warnung? Nach dem Leserbrief raucht der Kopf zu sehr, ums beurteilen zu können – auch im Gespräch mit anderen. Entspanntes Wochenende mit goldenen Stunden 😉 Lars aus Frankfurt

  2. ANTWORT:
    Ich denke, dass ich schon ziemlich differenziert zu Marcs Aussagen Stellung genommen habe. Wir haben da die gleiche Ansicht und offensichtlich auch die gleichen Erwartungen. Allerdings halte ich Marcs Beitrag für wesentlich brauchbarer als eben die Panik-Mache von Weiss und Faber. Marc hat eigene Erfahrungen und gibt seinen Eindruck wieder. Da er seinen Job beschreibt ist es meiner Ansicht nach für jedermann einsichtig, dass dies auch nur ein sehr persönlicher Eindruck ist. Ich würde also diesen Schriftwechsel nicht in die Ecke der Panikmacher stellen, sondern eben also Meinung eines Brancheninsiders, der aber auch nicht die ganze Finanzwelt im Blick hat.

  3. Sehr geehrter Herr Heibel,

    danke für Ihren aufschlussreichen Börsenbrief und Ihren Briefwechsel mit Marc.

    Kommt Ihnen dies nicht etwas übertrieben vor? Die Assekuranz legt täglich etwa 1,5 Mrd. Euro Gelder an und dies sollen alles strukturierte Papiere sein, die im Rückkauf nichts mehr Wert sind?

    Und Marc setzt seit Jahren nur noch auf “totes” Gold, ist dies jetzt auch Ihre allein favorisierte Anlagestrategie? Vielleicht sollte ich mir dann eher einige Stangen Zigaretten (ich bin Nichtraucher!) in den Keller legen, diese waren nach dem 2. Weltkrieg ein besseres Tauschmittel als Gold.

    Ich denke allen Widrigkeiten zum Trotz bleibt eine Risikostreuung ein Muss und zur Altersvorsorge und Vermögensbildung gehören neben einem Anteil Gold genauso Aktien, Lebensversicherungen als professionelle Manager von Rentenpapieren mit zusätzlichen steuerlichen Vorteilen sowie Immobilien oder offene Immobilienfonds.

    Mir ist die Betrachtung genauso wie die Untergangspropheten Marc Faber und Dr. Martin Weiß zu einseitig.

    Es wäre schön, wenn Sie derartige Veröffentlichungen nicht so kritiklos übernehmen. Ich schätze Sie als Volkswirt für die Abbildung der Gesamtzusammenhänge, Zukunftsstrategien sowie kurzfristiger Trends (ich denke an Ihr Augenmerk für den Baltic Dry Shipping Index) und weniger für einzelne spekulative Trades oder Weltuntergangsszenarien.

    Ich darf Ihnen ein interessantes Buch empfehlen: “Welt mit Zukunft – Überleben im 21. Jahrhundert von Franz Josef Radermacher, Mitglied im Club of Rome.

    Sie können gern meinen Beitrag anonym veröffentlichen.

    Mit besten Grüßen

    Henrik aus Jena

  4. Sehr geehrter Herr Heibel,

    vielen Dank für die Weiterleitung Ihrer e-mail-Korrespondenz mit “Marc aus Luxemburg”! Fand ich sehr sehr interessant, diesen Bericht von “hinter den Kulissen”. Wenn er recht hat, und warum sollte er nicht recht haben, wird das der ganz große Knall, wenn die LV nur noch die Garantieverzinsung auszahlen – oder nicht einmal mehr diese. Das bedeutet für die Versicherungssparer: jahrzehnte für nix gespart. Garantieverzinsung bedeutet eine Beitragsverzinsung von ca. 0.75% p.a. = Sparbuchniveau.

    Und evtl nicht einmal mehr das, wenn ein Großteil der Anlagen der LV keinen Wert mehr hat.

    …spannende Zeiten, in denen wir leben

    Mit besten Grüßen und vielen Dank für Ihre nüchterne und unabhängige Einschätzung in den wöchentlichen Mails,

    Tobias aus Pfullingen

  5. Hallo Herr Heibel,

    der letzte Heibel-Ticker war für mich wieder einmal die Bestätigung, dass das ganze mehr Wert ist als die Summe der Einzelteile. Ich kenne die Zusammensetzung ihrer Leserschaft nicht, aber
    offensichtlich schaffen sie es, dass selbst Börsenhändler ihren Brief lesen.

    Für mich ein unschätzbarer Fundus an Einblick hinter die Kulissen. Ich selbst kenne nicht sehr viele Leute, die wirklich mit “am Drücker” sitzen, aber die paar die ich kenne haben mir eines versichert und das deckt sich mit der Aussage von “Marc aus Luxemburg”. Ein Banker oder Manager wird alles tun um noch das letzte Quäntchen Rendite zu finden und der der es schafft dies zu verkaufen wird immer entsprechend belohnt werden. Alle wollen auf der größten Welle mitreiten und hoffen, dass sie nicht zu den letzten gehören, denen die Welle unter den Füßen weg bricht. Daher werden wir Finanzkrisen nie verhindern können, schon garnicht durch Kontrolle.

    Das schöne an der Marktwirtschaft ist doch, dass sie es schafft ein scheinbar so komplexes System mit unsichtbarer Hand zu balancieren. Jetzt denken sie wahrscheinlich, aber die Realität zeigt doch gerade
    das Gegenteil, und auch ich habe mir diese Frage gestellt. Aber meine Erkenntnis sagt mir, nein. Weil:
    In der idealen Marktsituation, besteht das Verhältnis zwischen Anbietendem und Nachfragendem im Einklang. Wenn ich jetzt mehr verkaufen wil, kümmere ich mich darum, dass der Kunde ein besseres
    Bild von mir bekommt. Ich versuche ihm mehr schmackhaft zu machen und auch auf meine stärken hinzuweisen im Vergleich zu den schwächen der Konkurrenz. Wenn ich jetzt aber anfange in dieses Ideale Verhältnis eine 3. Komponente einzubauen, welche mir “Kontrolle” und “Schutz” bringt, verzerrt sich meiner Ansicht nach dieses Ideale Verhältnis.

    Nun macht der Kunde nicht mehr den Produzenten, dafür verantwortlich (im Sinne von nicht mehr kaufen) sondern den Kontrolleur, da er ja nicht ausreichend aufgepasst hat. Der Produzent tut das gleiche, er versucht den Kontrolleur zu “bescheissen” wo es nur geht, damit man besser dasteht als die Konkurrenz, weil man muss ja davon ausgehen, dass die das gleiche tut. Nur hier kommt die, meiner Meinung nach fatale Verschiebung.

    Aus Sicht des Produzenten:
    Es ist nicht mehr der Kunde im Fokus, sondern der Kontrolleur. Er ist das neue Ziel. Ein Katz und Maus Spiel zwischen Regulierer und Reguliertem.

    Dem Kunden:
    wird hinterher erklärt, wie bei den Lebensversicherungen, der Staat sorgt dafür, dass die Dinger sicher sind. Der Kunde sagt, na dann muss es stimmen und kauft blind, weil selber versteht er es ja nicht, oder
    wer glaubt ernsthaft, dass eine Oma mit 60, Knock-out Produkte oder die Berechnung ihrer Lebensversicherung versteht?

    Hiermit wird ein Ringelspielchen gestartet, wer das meiste Geld in Lobbyismus pumpen kann, zu seinem Vorteil. Gucken sie sich die Regelsätze für Versicherungsmakler und “Finanzberater” an, die sollen
    dem Kunden helfen und Sicherheit bringen!???? Ich finde das ist eine ganz klare Wettbewerbsverzerrung, wo die Marktkräfte nicht mehr wirken können. Es findet eine gigantische
    Innovation statt um Lücken beim Kontrolleur, zum Nachteil der Kunden zu finden, und das in einer Geschwindigkeit die dieser (der Staat und damit indirekt Politiker) nicht bewältigen kann. Dieses
    Ringelspielchen können wir uns seit Jahren mit Steuerhinterziehung ansehen. Lücken finden, Lücken stopfen, Lücken finden, Lücken stopfen…

    Aber halt, es gibt ja noch den Kunden. Der soll mit seiner Kaufentscheidung, ja gut von schlecht unterscheiden. Aber der steht nicht mehr im Fokus, die Aufgabe zu entscheiden, was gut oder schlecht ist wurde an Vater Staat ausgelagert. So sind wir aber abhängig und im höchsten Maße auf das “können” der Kontrolleure und vor allem deren Unbestechlichkeit angewiesen.

    Das allerschlimmste dabei ist aber die Verzerrung. Der Wettbewerb findet nicht mehr zwischen den Konkurrenten um den Kunden statt. Damit einhergehend, die Aufklärung des Kunden, den bewussten Käufer, welcher die Stärken der eigenen Produkte über die Schwächen der Konkurrenzprodukte wählt. Sondern, der krasse Gegensatz. Man möchte die Kunden “dumm” halten, damit diese nicht verstehen, wie hintenrum der Kontrolleur, zu ihrem Nachteil “beschissen” wird. Dazu verbünden sich die eigentlichen Konkurrenten auch noch, wenn ein Vorteil für beide dabei herauskommt, also genau das, was wir nicht wollen.

    Nun diese Ansicht kann man noch ewig diskutieren, und es gibt auch noch hunderte “ja aber wenn’s”. Auf alle Fragen habe ich auch noch keine Antwort und müsste auf zig Bücher verweisen. Eines ist mir aber dennoch klar, mehr Staat in der jetzigen Zeit ist falsch, falscher geht es nicht mehr. Gier und Betrug hat uns hierher gebracht, nur der Staat bestraft es nicht. Ist eigentlich staatliche Subvention Insolvenzverschleppung?

    Ich kann es nicht belegen, aber mein Stückchen Hoffnung sagt mir, es wäre besser kurz und heftig, als wie jetzt verzögert und ein bisschen weniger heftig. Ist es nicht sinnvoller, das ganze Geld in den Wiederaufbau zu stecken, also in die Firmen, die berechtigterweise überlebt haben, anstatt denen die es nicht verdient haben hinterher zu schmeißen und am Ende muss man beiden helfen, weil sie die Krise
    dahingerafft hat? Ich würde eine Firma die insolvent gegangen ist, sofort mit Belegschaft und Kundschaft günstig aufkaufen um deren Marktanteil zu bekommen.

    Wovor haben wir hier Angst?

    Arbeitslosigkeit? Die kommt doch sowieso. Hunger und Obdachlosigkeit? Wie lange kann man Deutschlands Ärmste mit 100Mrd, ernähren? Wie lange ein paar Mieten/Kredite abzahlen bis die Krise vorbei ist?

    Dieser ganze Moloch muss doch, wie es Marc aus Luxemburg gesagt hat, “ausgeräuchert” werden. Ansonsten verschieben wir die Probleme nur, anstatt sie zu lösen. Ich glaube fest daran es würde besser, schneller und mit mehr Eifer wieder aufwärts gehen, weil man ein gutes Gefühl dabei hätte. Die schlechten haben verloren, die Guten haben überwiegend gewonnen. Es könnte ein 2. Wirtschaftswunder werden. Aber wird es nicht, wir haben uns für den unsauberen, langwierigen und meiner Meinung nach ungerechten Weg entschieden. Ich hätte als geborener Ossi niemals gedacht, das Wort Verstaatlichung, sorry Enteignung, in einer Marktwirtschaft nochmals zu hören. Doch leider scheint es zur Gewohnheit zu werden. Frau Merkel hält dieses System sogar für einen Exportschlager für die ganze Welt, ist das noch naiv oder einfach nur dumm? Ich hoffe inständig, dass es in dieser Welt noch ein “land-of-the-free” gibt, welches sich anders entscheidet. Ansonsten weiß ich nicht, wohin ich noch auswandern soll. Die Schwellenländer haben ja recht gute Chancen, da noch keine staatlichen Sozialsysteme.

    Wahrscheinlich fallen wir dann wieder in das alte Kontinuum zurück: Krieg, totale Zerstörung, Wiederaufbau, Neuanfang, Überdenken des bisherigen, überlegen was brauchen wir davon wirklich, was war gut, was war schlecht. Das wir bis heute nur neue Gesetze gemacht und keine gestrichen haben, spricht dafür.

    Ich fand den Film recht bescheiden (The Day the Earth Stood Still), aber ein weiser Satz kam vor. “Der Mensch ändert sich oder sein Handeln immer nur am Rande des Abgrunds”.

    Wie auch immer, ich erwarte keine Antwort auf diese Email, ich musste einfach meine Gedanken loswerden und naja, sie sind mein Opfer.

    Was ich eigentlich sagen wollte, bitte schreiben sie doch mehr in der Form von “Marc aus Luxemburg”, auch wenn es ein Großteil ihrer Leser vielleicht garnicht versteht. Es lässt tief blicken und interessiert mich brennend.

    Danke.

    Lg aus München, Alexander

  6. Moin Moin Herr Heibel,
    vielen Dank für Ihre zusätzlichen Informationen und wahrscheinlich haben Sie recht bezüglich der “käuflichen” WPs. Wenn die WPs allerdings streng nach Sarbanes Oxley (oder HGB …) Standards verfahren dann müssten sie die entsprechenden Bewertungsansätze streng unter die Lupe nehmen und auf eventuelle weitere Abschläge bestehen (eine Enron Pleite darf es nie wieder geben).
    Ich bin sehr gespannt auf die weiteren Entwicklungen und wer schlussendlich die Federführung übernehmen wird um entsprechende neue Standards aufzustellen (IAS, USGAAP, HGB ……..) !!??

    Nochmals vielen Dank!

    Bernd aus Stade

    Ps: Sie erinnern sich sicherlich noch an die Enron Pleite in 2000!? Als Folge von Bilanz/Gewinn Manipulationen musste anschließend auch die WP Arthur Andersen das “Zeitliche segnen” da sie nicht ihren Pflichten nachgekommen war.

  7. ANTWORT:
    Herzlichen Dank für das Vertrauen, das Sie mir mit Ihrem Schreiben entgegen bringen. Ich bin leider nicht berechtigt, Ihnen in Sachen Vermögensaufteilung Ratschläge zu geben. Ich kann Ihnen lediglich die mir zur Verfügung stehenden Informationen aufbereiten und meine Schlüsse daraus ziehen.

    Grundsätzlich sehe ich in Ihrem Portfolio jedoch vieles von dem, was ich für richtig halte: Eine breite Streuung in verschiedenen Assetklassen. Ob Sie nun Ihre LV kündigen sollten? Ich zahle meine weiter, denn ich will nicht, wenn doch alles gut geht, ohne eine solche LV in Pension gehen. Aber ich verteile meine Altersvorsorge auf verschiedene Häufchen. Gold, Immobilien, Anleihen und Aktien gehören allesamt dazu.

  8. Hallo Herr Heibel,

    ich bin Abonnent Ihres Börsenbriefes, beschäftige mich schon längere Zeit mit der Finanz- und Wirtschaftskrise und habe immer Ihren Optimismus bewundert, da ich selbst aufgrund meiner Einblicke – vor allem in die Finanzwelt – diesen nicht wirklich teilen konnte.

    Nun haben Sie einen hochinteressanten Leserbrief des Hr. Marc aus Luxemburg veröffentlicht, der mein Bild von der Finanz- und Wirtschaftslage einerseits bestätigt aber sogar noch mehr erschüttert als es bereits war.

    Ich frage mich nun, wie Sie darüber denken – schließlich spricht hier einer, der es wissen muss -, wie die zukünftige Wirtschaftsentwicklung sein wird und wo die Finanzwirtschaft eines Tages enden wird (an den Baum fahren wird). Das System wird zweifelsohne versucht so lange es geht zu halten auf Kosten einer gigantischen Aufschuldung zu Lasten der Staaten und führt damit letztendlich zu einer
    Sozialisierung des verlorenen Zockerkapitals. Und wie man dem Leserbrief entnehmen kann hat die Finanzbranche nichts dazu gelernt, sie zocken alle mit toten Papieren munter weiter.

    Ich frage mich insbesondere, ob ich meine Vorsorge für den Krisenfall (Hyperinflation, Wirtschaftskollaps etc.) noch intensivieren soll oder es bei der jetztigen Asset Allocation belassen soll. Bei Gott, erhoffe ich immer noch, dass ein solches Horrorszenario nie Realität wird, aber wenn man die Augen aufmacht …… Man sollte jedenfalls vorbereitet und in gewisser Weise “abgesichert” sein. Aber wieweit?

    Vielleicht sage ich Ihnen, wie ich derzeit diversifiziert bin:

    Mein ausstehendes Darlehen für die Eigentumswohnung (gefördertes Darlehen des Landes) habe ich vor zwei Wochen gekündigt und zahle ich nächste Woche zur Gänze zurück um keine Schulden zu haben. Es bestehen keine weiteren Verpflichtungen, im gemeinsamen Haushalt lebe ich mit meiner Gattin (beide wenige Jahre unter 50), Kinder sind keine mehr zu versorgen. Das verbleibende liquide Vermögen (etwas über € 200.000) haben wir derzeit wie folgt gesplittet:

    Lebensversicherungen: ca. 19,5% (konservative LV mit Garantieverzinsung lt. österr. Recht – dzt. 3,5% netto p.a.;
    nicht fondsgebunden, ich denke max. 10% Aktien, wenn überhaupt)
    Cash (täglich fällig): ca. 46% Täglich fälliges Bankkonto; ab morgen mit 2,5% brutto verzinst (bis heute 4,5%)
    Goldmünzen: ca. 23,5% (Philharmoniker, einfache Dukaten)
    Aktiensparplan: ca. 2,5% dzt. ca. 40% Verlust – daher nur 2%, Sparplan geplant (€ 600/Monat) bis mind. 2024
    (keine Bindung oder sonstigen vertragliche Verpflichtungen, kann ich
    jederzeit ändern/auflösen/aufstocken wie ich will ohne Folgen – außer Kursverluste –
    oder Spesen)
    Cash (Bargeldreserve) ca. 2,5% Für den Fall, dass es Geldversorgungsprobleme oder so geben sollte (Währung: €)
    Cash WP-Depot ca. 6% Für den Fall einer günstigen Gelegenheit (nur sehr kurzfristig und spekulativ)

    Hinsichtlich der Lebensversicherung denke ich mir, ob es nicht doch sinnvoller wäre angesichts auch dieses Leserbriefes diese nicht doch (trotz Spesen etc.) raschest zu kündigen um nicht bei den Letzten zu sein, die dann “gebissen” werden (oder zumindest die Prämienzahlung zu stoppen).

    Was würden Sie ändern/aufstocken/reduzieren, welche Assets würden Sie darüber hinaus andenken, welche Ideen hätten Sie?

    (z.B.: so mancher kauft sich einen “günstigen” Bauernhof zur Selbstversorgung; ich bezweifle aber den Sinn, wenn man von der Landwirtschaft keine Ahnung hat)

    Vielen Dank für Ihre Antwort und Ihre Empfehlung!

    Liebe Grüße, Wolfgang aus Wien

  9. ANTWORT:
    Ja, wenn Sie die Argumente von Marc 1:1 in die Zukunft projezieren, dann sollte es ab 2026 brenzlig werden. Es gibt aber auch viele kürzer laufende Anleihen, die also schon zuvor in die Binsen gehen könnten. Und es gibt auch noch die Kreativität des Menschen, der Auswege aus einem solchen Szenario finden kann. Ich würde die Geschichte also als Hinweis auf eine tickende Zeitbombe sehen, die es noch zu entschärfen gilt. Gleichzeitig ist die Beschreibung eine Erinnerung daran, nicht alles auf eine Karte zu setzen, schon gar nicht bei der Altersvorsorge.

  10. Hallo Herr Heibel,

    danke für die Einblicke und das sie den Mut haben diese Mail aus Luxemburg zu veröffentlichen.

    Dank gebührt auch ” Herrn Marc aus Luxemburg ” zum Schreiben.

    Seine Gedanken gehören in mein Umfeld und wurden teilweise bei Grund und Boden umgesetzt. Beim Gold wird nachgezogen. Wie lange zählt die Zeit der 30 Jahre noch? Seit 1996 sind schon 12 vergangen?

    Gruß ihr Klaus aus Berlin

  11. ANTWORT:
    Oh, das tut mir leid. Die Reaktion auf diesen Leserbrief ist recht heftig ausgefallen und ich werde in der morgigen Ausgabe des Heibel-Tickers nochmals darauf eingehen. Aber soviel vorweg: Betrachten Sie seine Ausführungen als Worst Case Szenario. Es ist immer gut, auch für solche Fälle gewappnet zu sein. Aber man muss nicht alles auf das Eintreten solcher Katastrophen ausrichten. Und Ihre Pferde werden unabhängig von Finanzmarktturbulenzen weiterhin mit einem Stall und einer Koppel zufrieden sein, wenn sie ab und zu geritten werden 🙂

    Also: Den Schlaf würde ich mir wegen solcher Szenarien, die immer mal wieder diskutiert werden, nicht rauben lassen. Man wird sich nur der Risiken bewußt uns geht mit der Finanzierung eines solchen Hofes nicht an die Grenzen des Machbaren, sondern behält sich ein wenig Puffer. Das sollte man aber auch tun, wenn man nicht permanent mit Horrorszenarien konfrontiert wird.

  12. Ja,Herr Heibel, mir hat der Leserbriefaustausch mit dem Rentenhändler ein schlafloses Wochenende bereitet, denn da ich erst vor ca.3 Jahren mir einen kl.ehemal.,Bauernhof gekauft habe, habe ich noch für längere Zeit eine wenn auch bis 2015 festverzinste Hypothek, aber bei dem genannten schlimmsten Szenario wäre es schlecht um mich und meine Pferde bestellt…..!!

    Nun inzwischen habe ich mich wieder ein wenig beruhigt.Habe aber vorsichtshalber bei meiner chweizerischen LV angefragt, wie hoch der Betrag aussehen würde, wenn ich die in 3 Jahren frei werdende Rentenversicherung kündigen würde. Mal schauen, wie die Antwort ausfällt.

    Dennoch (trotz der Beunruhigung) danke ich Ihnen für die Veröffentlichung des Leserbriefes.Denn es ist immer gut, sich auch über eine mögliche schwierige Zukunft Gedanken zu machen.

    Mit freundlichen Grüßen
    Karin

  13. ANTWORT:
    Herzlichen Dank für Ihr Schreiben. Ich habe extra die Ausführungen des Luxemburger Rentenhändlers als seine Ansicht stehen lassen. Es beschreibt erst einmal was passieren könnte, wenn alles kollabiert. Ich glaube nicht, das alles kollabieren kann und somit alle Pensionäre in Deutschland ihre Altersvorsorge verlieren. Es könnte deutlich weniger übrig bleiben, als wir uns heute wünschen. Aber alles wird nicht verloren gehen.

    Ich würde nicht so konsequent sein wollen und das komplette Finanzsystem Deutschlands verlassen, sondern ich würde eben dafür sorgen, dass ich nicht alles auf eine Karte setze. eine Lebensversicherung oder ähnliches sind eine Komponente der Altersvorsorge, ein Haus ist eine weitere Komponente, Goldbarren, Festgeld oder Staatsanleihen sind weitere Komponenten.

  14. Hallo Herr Heibel,

    gestern habe ich Ihren kostenlosen Newsletter gelesen und bin jetzt
    noch fassungslos u. sprachlos über die Missstände bei den Versicherungsunternehmen ( Bericht v. Rentenhändler ). Gottseidank habe ich keine Lebens- noch Rentenversicherung aber mein Mann hatte 2003 eine Direktversicherung abgeschlossen wegen Altersabsicherung. Meine Frage ist, ist solch eine Versicherung nun auch wertlos? Was meinen Sie dazu?

    Ich lese sehr gerne Ihre Marktberichte, da diese sehr informativ sind, machen Sie weiter so. Vielen Dank.

    Mit freundlichem Gruß
    Alexandra aus München

  15. ANTWORT:
    ja, ich weiß, ich gehe nicht mehr sehr nett mit WPs um. Das liegt daran, dass ich einen bereit vor die Wirtschaftsprüferkammer in Berlin gezerrt habe und dort bestätigt bekam, dass er “käuflich” war. Es liegt vermutlich auch daran, dass einige Studienfreude von mir inzwischen WPs sind und in Gesprächen über Bewertungsfragen überhaupt keine “Meinung” haben, lediglich Fachwissen über die korrekte Anwendung der einzelnen Bewertungsansätze ist vorhanden.

    Der Markt für Immobilienderivate ist unreguliert, intransparent und derzeit sind Marktpreise nicht vorhanden. Für eine “faire” Bewertung müssen Annahmen gemacht werden. Diese können nur von intimen Marktkennern gemacht werden – und das gehört nicht zum Aufgabenbereich eines WPs. Ich höre soeben die Pressekonferenz der Deutschen Bank. Ackermann sagt, er habe so viel abgeschrieben, wie möglich war, ohne die Eigenkapitalquote unter 10% zu drücken. Damit sagt er auf der einen Seite, dass er Einfluss darauf hatte, wieviel nun letztlich abgeschrieben wird (man hat dann eben einen Ansatz gewählt, der den gewünschten Betrag lieferte). Es bleibt nun uns überlasse zu beurteilen, ob das mehr war als nötig, oder ob noch weitere Abschreibungen zu fürchten sind.

    Nun möchte ich den WP sehen der zur DB geht und sagt, da hätte man aber eine Mrd. mehr oder weniger abschreiben müssen, aus diesem oder jenem Grund. Nein, so weit geht deren Einfluss leider nicht. Sie würden dann in die Geschäftspolitik der DB hineinfunken, und da ergeben sich dann ganz andere Probleme.

    Also ja: WPs sind in meinen Augen nicht viel mehr als gut ausgebildete und höher zertifizierte Buchhalter.

  16. Hallo Herr Heibel,

    damit degradieren Sie die WPs zu Buchhaltern bzw Erbsenzählern!? Ich meine deren Verantwortungsbereich geht darüber hinaus: WPs testieren die Richtigkeit einer Bilanz basierend auf fairen Marktpreisen!

    Beste Grüße
    Bernd aus Stade

  17. ANTWORT:
    Es ist nicht die Aufgabe eines Wirtschaftsprüfers, die Logik hinter den gewählten Bewertungsansätzen zu kontrollieren. Es ist lediglich deren Aufgabe zu kontrollieren, ob der gewählte Ansatz dann korrekt angewandt wurde. So zumindest habe ich mir die Tätigkeit von WPs immer definiert: Man muss ihnen genau erklären, was man gemacht hat. Und wenn sie das verstanden haben dann sagen sie, dass man das richtig gemacht hat.

    Mit anderen Worten: WPs haben überhaupt keine Ahnung davon, welcher andere Bewertungsansatz für die aktuelle Situation angemessen sein könnte. Sie können höchstens aufzeigen, welche Bewertungsansätze es gibt. Die Entscheidung, welcher derzeit am besten passt, muss dann an anderer Stelle getroffen werden … ich fürchte, in der Politik.

  18. Hallo Herr Heibel,
    wie immer habe ich von Ihnen eine interessante Lektüre erhalten.
    Ich verstehe dass die Aufsichtsbehörden nicht in der Lage sind die strukturierten Wertpapiere der Versicherungen mit einem fairen Marktwert zu bewerten (Mark-to-Market). Auf der anderen Seite sollte jedoch die entsprechende Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, mit ihren Experten auf diesem Gebiet, sehr wohl in der Lage sein die Bilanzen angemessen zu überprüfen – selbst im Falle von Off-Balance-Sheet Produkten!!?
    Oder sind Sie bzw Ihr Herr Marc aus Luxemburg der Meinung dass die WP’s im Trüben fischen!? Das wird doch wohl hoffentlich nicht der Fall sein!!
    Mit freundlichen Grüßen
    Bernd aus Stade

  19. Hallo H.Heibl

    habe mit gemischten Gefühlen Ihren Bericht gelesen(Marc aus Luxemburg),wenn dieses Szenario eintritt,wie wird sich diese Sichtweise auf die Zinsen auswirken.

    Gruß aus Österreich Rudolf
    – ein langjähriger Leser –

  20. Sehr geehrter Herr Heibel,

    hier wieder Ihr langjähriger Leser aus der nördlichen Oberpfalz.

    Zuerst mal vielen Dank für Ihren Hinweis auf Sharewise. Habe mich dort inzwischen auf ca Platz 40 hochge”arbeitet” – obwohl ich anfangs das Wertungssystem nicht durchschaut hatte – und auch schon eine Silbermünze gewonnen. Jedenfalls eine schöne Spielwiese für mich, wo mir auch das Layout sehr gut gefällt, weil informativ und schnell.

    Nun zum Rentenhändler mit seinen ausführlichen Zeilen, die mich dazu bringen, doch auch was dazu zu schreiben.

    1. zu OBAMA:

    a) auch ich denke, er wird mehr und mehr zur Marionette der dortigen Drahtzieher, die mit ihm ihre Interessen nun noch schneller durchsetzen können. Jedenfalls ist diese Gefahr nicht gering, auch wenn er sich aktuell dagegen sträubt. Wir können hier nur hoffen, dass die Mächtigen im Hintergrund noch genug Mensch geblieben sind, so dass größeres Unheil von uns Normalsterblichen fernbleibt.

    b) Jedenfalls hat Obama meiner Meinung nach noch viel zu wenig vom riesigen Einsparpotential der Kriegsmaschinerie erwähnt. Würde man die da in riesigen Mengen verbrannten und verschossenen Berge an Rüstungsgelder in vernünftige Projekte stecken, dann gäbe es lange nicht so große Not bzw. so viel Ungerechtigkeit und Resourcenverschwendung. Hoffentlich dreht Obama die Veränderungen seiner Weltpolitik ein bisschen in diese Richtung. Konkret (Beispiel für Deutschland): Allein die ca. 250 Mann Besatzung der deutschen Fregatte, die zu Zeit im Piratengewässer offensichtlich wirkungslos rumschippert, kosten uns brutto geschätzt monatliche 5000 Euro pro Mann mal 250 Personen = 1.250.000 Euro, also weit über 1 Mio Euro monatlich; Die Sprit-, Erhaltungs-, Verwaltungs- und sonstigen Kosten des Schiffes und des Verwaltungsapparates im Hintergrund gar nicht mitgerechnet!

    c) Es kann doch nicht sooo schwer sein, mit der heutigen Technik und dem heutigen Know-How die paar Menschen auf der Welt satt zu kriegen und warm anzuziehen und medizinich und kulturell zu versorgen!!!

    So, jetzt kam mal wieder der Idealist in mir durch.

    2. Zu den Kapitalrücklagen der Versicherungen:

    a) Jetzt wäre interessant zu erfahren, wie hoch der Anteil der Rücklagen
    in diese offensichtlich wertlosen oder fast wertlosen Papieren ist im Gesamtportfolio so einer Debeka oder Allianzleben oder Pfefferminzia.

    b) Wenn der riskante Anteil sehr hoch ist, dann werden wir ssseeehhhrrr schnell davon erfahren, einfach deshalb, weil unsere Altersstruktur genau in diesen Jahren viele Auszahlungen erwarten lässt. Es sind nun mal viele Menschen aktuell im Alter von ca 60 Jahren, die gerade jetzt ihre private Altersvorsorge anfordern von den Gesellschaften. Hat unser Fachmann aus Luxemburg Recht, dann werden die Versicherungsgesellschaften sehr schnell nach Vater Staat als Helfer rufen, so wie aktuell die Banken, weil einfach Liquidität fehlt. Da dürfte noch eine große schwarze Gewitterfront sehr bald auf uns zukommen, die uns von den Insidern noch verschwiegen wird.

    c) Es besteht aber auch Hoffnung, dass die Anlagepolitik der Versicherungsgesellschaften gut genug zur gesunden Diversifizierung geführt hat, also die riskanten Anteile sehr gering sind. Wir werdens sehr bald sehen.

    3. zu Bad-Banks:

    a) die braucht man doch nicht schaffen, die haben wir doch schon, und das nicht wenig! Da sieht man mal wieder, wie wir den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sehen und die Sprache der Menschen irreführend ist. Besser gesagt: Selbst wenn der Interbankenhandel wieder anlaufen sollte und damit das Worst-Caste-Szenario ausbleibt, dann haben wir immer noch überbezahlte bzw. überkassierende “Großkopferte”, deren Geldberge in Sicherheit sind und deren Fehler die Masse bezahlt. In den Köpfen der Führungsetagen muss der Wandel geschehen, bevor sich da was bessert, und sei es nur in den Köpfen der hoch bezahlten Finanzmathematiker und deren Chefs, die unser Herr Makler aus Luxemburg immer wieder erwähnt hat.

    b) ich war vor einiger Zeit mal auf einem teuren Vortrag eines Herrn Cuti (dessen Vorgehensweise ich ansonsten nicht gut finde), der in einem Punkt meine Zustimmung hat und es sehr treffend formuliert hat (ich zitiere sinngemäß): “Die Banken sind die ganze Zeit nur noch damit beschäftigt, neue Investmentraketen zu schaffen, die am Anlegerhimmel gesehen und bewundert werden und als erstrebenswert eingeschätzt werden – egal, ob diese Raketen was wert sind oder wie schnell sie verpuffen, Hauptsache sie werden gekauft.”

    c) Zum Schluss noch ein Gedanke von mir, den offensichtlich kaum einer
    auszusprechen wagt in der jetzigen Finanzwelt. Ich bin der Meinung, dass man den seriösen Banken Unrecht tut, weil einfach übersehen wird, dass es uns jetzt nur deshalb so gut geht bzw. dass wir auf hohem Niveau jammern, weil wir von den Banken immer wieder so schön Kredite bekommen haben. Deshalb wurden so viele – noch unbezahlte – Sachwerte geschaffen, sie müssen halt nur noch bezahlt werden, das tun wir Häuslebauer und Kleinunternehmer doch auch schön brav (meistens).

    Mit freundlichem Gruß
    Werner aus der Oberpfalz

  21. ANTWORT:
    nein, so schnell und einfach geht das mit dem Gold in Krisenzeiten nicht: Es wird immer wieder andere Zahlungsmittel geben oder die Zahlungsmittel (bspw. Euro) werden immer schneller abgewertet. Gleichzeitig werden die Gehälter aber nur langsamer ansteigen, so dass die Armut steigt. Man kann sich halt irgendwann keine Playstation IV mehr leisten, aber für Brot und Fleisch wird das Gehalt, werden die Einnahmen immer noch reichen.

    Das Gold ist ein “Vermögensaufbewahrungsmittel”. im Schlimmsten Fall kann man damit dann zur Bank gehen und sich eine Schubkarre voll von dem dann aktuellen Zahlungsmittel holen. Das reicht dann für einige Brote.

    Gruß, Stephan Heibel

  22. Hallo Stephan,

    sehr interessante Diskussion mit Marc aus Luxembourg, die Du da geführt hast. Kannst ihn ja mal fragen, ob er nicht Lust hat sich mit mir zum Essen zu treffen; Trier ist ja um die Ecke! 😉

    Ansonsten aber noch einen Kommentar dazu: Angenommen es kommt alles so schlimm, wie es Marc da beschreibt (was ich durchaus für möglich halte!), dann fehlt mir dabei aber immer noch eine Antwort und die kann mir nahezu keiner der “Crashpropheten” beantworten:

    Gold mag ja in einer Hyperinflation einen Schutz bieten, aber müssten nicht alle diejenigen, die da auf Gold setzen, sich zugleich einen atombombensicheren Bunker mit Lebensmittelvorräten für einige Jahre bauen? Denn mal ganz deutlich gesprochen: Wenn wegen einer Hyperinflation ein Brot mit Geld nicht mehr bezahlt werden kann, so bleibt den Hungernden ja nur noch sich das Brot entweder gewaltsam zu holen (wenn sie nicht verhungern wollen) oder aber, sofern sie “vorgesorgt” haben, dieses mit ihren Goldmünzen zu bezahlen. Und wenn ich da derjenige wäre, der Brot hat und der andere hat Goldmünzen, dann würde ich mir mein Brot in Gold aufwiegen lassen.

    Was ich damit sagen will: Was nützt mir eine Tonne Gold in der Hyperinflation, wenn ich trotzdem nix zu essen habe. Zwar kann ich mit meiner 1 Tonne Gold einige Zeit lang was zu essen kaufen, aber irgendwann ist es eben weg. Und wenn der “Anbieter” weiß, dass ich Gold habe, wird er den Preis auch in Gold immer weiter hoch setzen und da ich Gold nicht essen kann und auch nicht verhungern will, ist mein schönes Gold dann bald auch weg…

    Was meinst Du dazu? Und auch was Marc dazu meint würde mich durchaus interessieren… 😉

    Gruß, Sascha aus Trier

  23. ANTWORT:
    Der Artikel der FAZ ist hier zu finden:
    http://www.faz.net/s/Rub48D1CBFB8D984684AF5F46CE28AC585D/Doc~EDDF97876481540A29E481FE18B89A8B6~ATpl~Ecommon~Scontent.html

    Auch in diesem Artikel werden die Gefahren der Anlagepolitik der Versicherer beschrieben. Mit 1,7% sind die bekannten Anlagen in Strukturen gemeint. Ich glaube aber, dass viele “Strukturen” eben nicht als unsicher gelten und daher nicht in dieser Ziffer enthalten sind … noch nicht.

    Lieben Gruß an die ex-Komilitonen,
    Stephan Heibel

  24. Hallo Herr Heibel,

    Sie schreiben in Ihrem Börsenbrief u.a.:
    “Fast alle Lebensversicherungen haben NUR NOCH langlaufende Wetten in Ihren Beständen. Und diese Wetten sind heute nichts mehr wert……”

    In der heutigen Ausgabe der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung lese ich, in dem Artikel “Angst vor dem Brand bei den Versicherern”, dass Insiderschätzungen zu Folge die Branche in strukturierten Produkten nur zu 1,7 Prozent ihres Kapitals investiert ist.

    Könnten Sie mir bitte diese enorme Diskrepanz zwischen diesen beiden
    Artikeln erklären? Schließlich stammen sie beide aus seriösen Quellen.

    Eine eher private Frage: Fahren Sie am Dienstag nach Würzburg zu dem Vortrag von Wenger, Bofinger und Co? Sie haben übrigens 1 Semester vor mir Ihre Diplom erworben.

    Mit freundlichen Grüßen
    Alexander aus Rodewisch

  25. ANTWORT:
    Diese Frage wird auch ein Rentenhändler nicht beantworten können. Ich kämpfe mich gerade durch die Bilanz einiger Deutscher Versicherer, denn nur dort ist eventuell etwas über die Gesamtstruktur dieser Papiere im Portfolio der Versicherungen zu finden.

    Freundliche Grüße
    Stephan Heibel

  26. Sehr geehrter Herr Heibel,

    ich bin seit gut 6 Monaten Abonnent Ihres Börsenbriefes und lese ihn sehr gerne. Die Einblicke, die uns Marc gewährt hat, waren allerdings besonders faszinierend bzw. erschreckend. Wären Sie so nett und würden ihn fragen, wie hoch denn seiner Einschätzung nach der Anteil dieser “Strukturen” am Gesamtvermögen der Lebensversicherungen ist? Ich dachte, daß Lebensversicherungen überwiegend in topsicherere Anlagen investieren müssen!?

    Auf jeden Fall wäre ich Ihnen sehr dankbar, wenn Sie sich weiterhin für “Aufklärung” einsetzen würden. Immerhin haben Sie sich ja einen Namen gemacht und vielleicht können Sie ja sogar etwas dazu beitragen, daß sich die Menschen wieder mehr auf “reale” Werte besinnen und diese furchtbaren Auswüchse an den Finanzmärkten und das kurzfristige Renditedenken (oder sollte ich sagen, Provisionsdenken) zumindest in Zukunft schwieriger werden.

    Besten Dank und viele Grüße

    Rainer aus Nussloch

    P.S. Übrigens, ich habe meine Lebensversicherungen ebenfalls schon vor einigen Jahren verkauft.

  27. Sehr geehrter Herr Heibel,

    ich lese eben Ihre Korrespondenz mit einem seriösen Versicherungsmakler. Wenn Sie mehr darüber wissen wollen, wie strukturierte Produkte generiert wurden, empfehle ich Ihnen zwei Bücher von Insidern: „F.I.A.S.C.O.“ von Frank Partnoy (1997) und „Liar’s Poker“ von Michael Lewis (1989). Leider ist es wieder eine Buchempfehlung. Warum lesen wohl Warren Buffett und Charly Munger jede freie Minute? Die wussten auf jeden Fall frühzeitig Bescheid. (Die Buchempfehlungen gab Charly Munger vor vielen Jahren.)

    Beste Grüße und wenn möglich viel Genuß beim Lesen!
    Helmut aus Gersthofen

  28. Hallo Herr Heibel,

    ja, sehr schön, was der Kenner der Szene da erläutert. Nur zur Ergänzung:

    Das Problem dieser “Strukturen” besteht darin, dass sie kaum jemand effektiv nachvollziehen kann. Mir hat ein Investmentbanker (hat hauptsächlich mit Währungen zu tun) sinngemäß unlängst gesagt: “Ich verstehe das nicht, was die da machen. Das versteht eigentlich keiner aus eben diese Rechengenies selbst. Das ist zu kompliziert.” Im Prinzip haben da Mathematik-Asse und auch Physiker ein Auskommen gefunden, indem sie gewünschte Eigenschaften eines Produkts durch das Zusammenbasteln von lauter Optionen und Optionen auf Futures vom 6-Monatigen-Libor in zehn Jahren und weiß der Kuckuck was amalgamiert haben. Dabei werden Wahrscheinlichkeiten eingesetzt, die aus der Vergangenheit errechnet wurden. Nun aber lauter “unwahrscheinliche” Ereignisse und die Rechnungen stimmen nicht mehr. Speziell blass wurden offenbar im Dezember die Strukturenhändler, als in den USA sogar Negativ-Zinsen “passierten”. In dem Moment hat sich z.B. wohl auch die Deutsche Bank einen erheblichen Beitrag zum schlechten Ergebnis im 4. Quartal eingefangen.

    Auch das Investmntbanking der Dresdner ist unter anderem deshalb nicht so einfach dicht zu machen, weil da noch auf Jahre hinaus komplexe “Strukturen” verwaltet werden müssen, die oftmals niemand anders – wenigstens ungefähr – versteht, als die Person, die gerade damit zu tun hat.

    Quintessenz ist: Sie werden keinen Rentenhändler finden, der weiß, wie die Strukturen funktionieren. Selbst die Strukturenhändler in den Banken wissen es nur ungefähr. Erst in den Hinterzimmern der Banken sitzen da diese Raketentechniker und basteln diese mehrfach aneinandergeketteten Wenn-Dann-Gebilde zusammen. Das Bankgeschäft ist einfach zu intelligent geworden. Die Nerds sind schuld 😉

    Schöne Grüße, Fritz aus Berlin

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