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Weltweite Inflation, Corona in China und Krieg in der Ukraine versetzen Anleger in Schockstarre

Anleger sind niedergeschlagen aufgrund der Ausverkaufs ihrer Lieblinge, sehen dabei aber nicht die hoffnungsvoll stimmenden Keimlinge. Man ist verunsichert und jegliche Form des Optimismus scheint sich zu verbieten. Es hat den Anschein, dass es keine Hoffnung mehr gibt.

“Die Hoffnung stirbt zuletzt” bedeutet, dass der Boden für eine Erholung an den Aktienmärkten bereitet ist. Man kann es keinem verübeln: Die völlige Ignoranz der EZB hinsichtlich inflationärer Gefahren (siehe unten), die drohende Großoffensive Russlands im Osten der Ukraine und der Lockdown in China lassen nicht viel Spielraum für Hoffnung. Und so gibt es kaum Käufer am Aktienmarkt.

Aber auch Verkäufer gibt es kaum, denn die Entwicklungen sind nicht wirklich überraschend. Inzwischen haben die meisten Anleger ihr Portfolio bis zu einem gewissen Grad auf diese Entwicklungen angepasst. Man harrt der Dinge, die da kommen.

Aus Sicht der Sentimentanalyse können wir feststellen, dass negative Entwicklungen weitgehend im aktuellen Kursniveau berücksichtigt sind. Es kann natürlich jederzeit bei negativen Meldungen zu einem Ausverkauf kommen. Dieser dürfte jedoch nur von kurzer Dauer sein, sofern die oben beschriebenen Entwicklungen nicht eine grundlegend andere Richtung einschlagen. Positive Entwicklungen, oder allein schon das Ausbleiben weiterer Negativmeldungen, könnten für steigende Kurse sorgen.

Nachfolgend geht es um die Dinge, die derzeit schief laufen: Inflation, Lockdown in China und Krieg in der Ukraine. Wenn man sich die Ereignisse vor Augen führt, wundert man sich, dass die Aktienmärkte noch nicht viel stärker eingebrochen sind.

Weltweite Inflation

Inflationssorgen nehmen zu, insbesondere in Europa. Ich habe die Pressekonferenz der EZB-Chefin Christine Lagarde gesehen und würde wie folgt zusammenfassen:

  • “Wir beobachten inflationäre Tendenzen an den Rohstoffmärkten, wir sind selber überrascht, aber glauben nicht, dass wir heute schon etwas dagegen tun müssen.
  • Wir beobachten den Verfall des Euros und sind selber überrascht, aber wir glauben nicht, dass wir heute schon etwas dagegen tun müssen.
  • Unser Fahrplan basiert auf unseren Prognosen vom vergangenen Dezember. Die Prognosen waren falsch, wie wir heute wissen, aber das haben Prognosen so an sich. Wir glauben aber nicht, dass wir heute schon unseren Fahrplan überdenken müssen.
  • Wir haben alle juristisch erlaubten Maßnahmen der EZB im Blick und arbeiten ständig daran, unsere Möglichkeiten zu erweitern. Wir werden aktiv, sobald erforderlich … aber derzeit sehen wir keine Veranlassung, unseren Fahrplan zu überarbeiten…”

Wenn es um Geldflutung geht, um den kreativen Einsatz unkonventioneller Maßnahmen zur Lockerung der Geldpolitik, dann ist die EZB unter der Führung der französischen Juristin schnell. Jetzt, wo die Normalisierung der Geldpolitik ansteht und ebenfalls konsequentes, frühzeitiges Handeln schnellere Effekte verspricht als zögerliches, graduelles Handeln, da bleibt die EZB trotz aller Kritik bei ihrer zögerlichen Vorgehensweise.

Grundsätzlich gilt: Eine tendenziell zu lockere Geldpolitik mit hohen Inflationsraten hilft der Politik und enteignet den Kleinsparer. Mein seit vielen Jahren formulierter Vorwurf, die EZB sei politisiert worden, bestätigt sich leider eins ums andere.

Corona in China

Shanghai, die größte Metropole Chinas und Teile von Shenzen, dem größten Wirtschaftszentrum Chinas, befinden sich weiterhin im Lockdown. Zwar wird der Hafenbetrieb weitgehend aufrecht erhalten, die Produktion wird ebenfalls mit Sonderrechten am Laufen gehalten. Doch das Leben in diesen Regionen ist eingefroren, die wirtschaftlichen Folgen sind bislang noch schwer absehbar.

Volkswagen hat ein Rekordergebnis für das Q1 2022 vermeldet, doch ein Großteil des Erfolgs ist auf die Auflösung von Rückstellungen aus der Dieselaffäre sowie durch clevere Rohstoffabsicherungsgeschäfte zurückzuführen. Der Absatz von Fahrzeugen ging um 21% zurück, in China um 24%. Fehlende Chips reduzieren zwar den Output, dafür sind die Preise angesprungen. Hier haben wir den direkten Bezug zwischen Corona (Verfügbarkeit) und Inflation (Preisanstieg).

Krieg in der Ukraine

Es gilt als unvermeidbar, dass Putin seine Offensive in der Ostregion der Ukraine verstärkt fortsetzen wird. Prognosen über den weiteren Verlauf des Krieges gehen von … bis. Für Investoren bedeutet das, dass weiterhin mit einer sehr hohen Volatilität am Aktienmarkt zu rechnen ist.

Wenn man die Themen zusammenfasst, überrascht es, dass die Aktienmärkte nicht noch stärker unter Druck sind: Die Inflation wird in den USA mit heftigsten Maßnahmen bekämpft, die sicherlich die Konjunktur belasten werden, wenn nicht sogar zu einer Rezession führen. In Europa scheint man die Inflationsgefahr nicht ernst zu nehmen. Corona-Lockdowns beeinträchtigen erneut die globalen Lieferketten, derzeit erstmals und insbesondere China. Und der Ukrainekrieg droht sich in den kommenden Tagen und Wochen nochmals zu verschärfen.

Ich habe den Eindruck, dass sich derzeit nur noch sehr wenige Anleger zutrauen, eine Anlageentscheidung zu treffen. Warum auch nicht: Mit einem ordentlichen Cashpolster ist es vielleicht das Beste, erst einmal die kommenden Entwicklungen abzuwarten, bevor man sich neu positioniert.

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