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So tickt die Börse: Inflationsangst bis Woodstock und dem BVB-Pokalsieg

Wenngleich sich der DAX im Wochenvergleich letzte Woche nur wenig verändert hat, so betrug der Kursverlust zwischenzeitlich doch 3,7%: Inflationsängste und das Kapern einer US-Pipeline haben die Aktien auf Talfahrt geschickt. Erst die Meldung der Rücknahme der Maskenpflicht in den USA hat für eine Umkehr gesorgt. Nachfolgend bekommen Sie einen kurzen Wochen Rückblick im Überblick und die ausführlichen Details können Sie Kapitel 02 finden.

Das Inflationsgespenst geht um

Weder in den USA, noch in Europa möchte die Notenbank etwas gegen hohe Inflationsraten unternehmen. Anleger fürchten nun hohe Inflationsraten, die sich schlimmstenfalls über einen längeren Zeitraum halten als eben nur vorübergehend. Und was bedeutet eigentlich vorübergehend? Einige Monate? Einige Jahre?

Ich weiß, als Aktienanleger haben Sie so überhaupt keine Lust auf die Zinsmärkte. Doch Zinsen sind der wichtigste Einflussfaktor für Aktienbewertungen. Die steigende Inflation ist verantwortlich für den aktuellen Ausverkauf, und zwar für den Ausverkauf in genau den Aktien, die zuvor hochgejubelt wurden. Industrieaktien und Rohstoffaktien profitieren. Das hat ganz einfache, mathematische Gründe.

In einem Nullzinsumfeld sind Sie gerne bereit, Ihr Geld an ein Wachstumsunternehmen zu geben, dass Ihnen eine Wertsteigerung von 25% nach fünf Jahren verspricht. Im Vergleich dazu ist eine jährliche Dividende von 4%, die ein Industrieunternehmen verspricht, nicht attraktiv.

Im Umfeld von 3% Inflation hingegen müssen Sie die in Aussicht gestellten 25% Wachstum des Wachstumsunternehmens mit 3% pro Jahr abdiskontieren. Je länger das Unternehmen benötigt, um den versprochenen Erfolg zu erzielen, desto stärker schneidet die Inflation sich ein Stück von diesem Kuchen ab. Im Vergleich dazu ist ein Industrieunternehmen, das vielleicht gar kein Wachstum ausweisen kann, aber eine jährliche Dividende von 4% verspricht, deutlich attraktiver.

So ist es nachvollziehbar, das gerade die Highflyer, die Unternehmen mit großem Umsatzwachstum, aber gleichzeitig kleinen Gewinnen, oder gar großen Verlusten, vor dem Hintergrund der Inflationsangst verkauft werden.

Woodstock

Auf CNBC hat der Mad Money Moderator Jim Cramer den Begriff “Woodstock” ins Spiel gebracht, in Anlehnung an Aktien, die von der Star-Anlegerin Cathie Wood gehalten werden. Nun denn, Woodstock im Jahr 1969 gilt als Höhepunkt der Hippiebewegung. Woodstock im Jahr 2021 könnte im Februar den Höhepunkt der Rallye der Corona-Gewinner dargestellt haben. Die Woodstocks, siehe Kapitel 02, werden meiner Einschätzung nach in den kommenden Wochen die Marktrichtung bestimmen.

Aufhebung von Maskenpflicht und Kontaktbeschränkungen für Geimpfte

Die Euphorie reichte, um den Ausverkauf zu beenden und den DAX wieder nah an sein Allzeithoch heranzuführen. Im Sentiment Kapitel untersuche ich, ob das Anlegersentiment eine Fortsetzung dieser Rallye zulässt, oder ob es sich nur um eine kleine Erholung handelt.

Ölpreis gegenläufig

“Eigentlich” – ein schreckliches Wort – hätte der Ölpreis vor dem Hintergrund der steigenden Zinsen einbrechen müssen. Und eigentlich hätte er im Rahmen der Nach-Corona-Öffnungseuphorie wieder ansteigen müssen. Doch das Gegenteil war der Fall. Mehr dazu im vollständigen Kapitel 02.

BVB: Gratulation zum DFB-Pokalsieg

Mit der unter Terzić zurück eroberten Hoffnung auf die Qualifikation konnte sich die Aktie von den 5 EUR lösen, mit dem Pokalsieg gelang am Freitag der Sprung über 6 EUR. Wirklich abgeschlossen ist diese Schwächephase der Aktie erst mit einem Überspringen der 6,80 EUR. Ich könnte mir vorstellen, dass eine erfolgreiche Qualifikation für diesen Kurssprung sorgen wird. Und wenn dann ein Plan vorgelegt wird, wie in der kommenden Saison wieder Fans in die Stadien dürfen, dann könnte die Aktie in Richtung 9-10 Euro laufen.

Ausverkauf im Tech-Sektor, Finanzen und Logistik gefragt

Teamviewer hat den in der Vorwoche begonnenen Sturzflug fortgesetzt (-11%), Delivery Hero (-17%) leidet unter der Konkurrenz: Lieferando, Uber und Doordash kämpfen ebenfalls um die letzte Meile zum Kunden in Sachen Lebensmittellieferungen. Ein rotes Meer ist im Technologiesektor der DAX-Familie zu sehen, durchschnittlich wurden diese Woche 6% abgegeben.

Details zu allen Bereichen finden Sie frei zugänglich im kompletten Kapitel 02 meiner Ausgabe 21/19 unter https://www.heibel-ticker.de/heibel_tickers/1868#ch02

Published inMarkteinschätzung