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Veröffentlicht von Stephan Heibel am 13.03.2023 um 13:17 Uhr

Jetzt mit Aktien von der zu erwartenden Rallye profitieren

Ich bin wieder am Schreibtisch, hatte eine schöne Skiwoche in Kirchberg/ Kitzbühel und kann diese Woche in die Vollen gehen. Wenn Sie schon mal gehört haben, dass man eigentlich nicht jeden Tag wichtige Anlageentscheidungen treffen muss, sondern nur an ganz wenigen Tagen im Jahr, dann gehen Sie bitte davon aus, dass diese wenigen Tage in dieser Woche auf uns zukommen.

Die Panik, die wir heute früh im Markt sahen, ist nicht gerechtfertigt. Es sind Anleger, die von der Pleite erst am Wochenende erfahren haben und mit der Rettungsaktion, die in der vergangenen Nacht erst gestrickt wurde, nichts anfangen können. Ich rechne damit, dass die Kurse im Laufe dieser Woche deutlich ins Plus drehen.

Daher würde ich ein paar Käufe tätigen. Auf den ersten Blick sehen für mich Morgan Stanley, Devon Energy und Coterra Energy attraktiv aus.

Vermutlich werden die Zinserhöhungen kleiner

Am Donnerstag der vergangenen Woche noch hatte US-Notenbankpräsident Jay Powell von größeren Zinsschritten gesprochen und ein höheres Zielniveau für den US-Leitzins in Aussicht gestellt, als es vom Markt bislang erwartet wurde. Mit der überraschenden Pleite der Silicon Valley Bank (SVB) wird Powell seine Haltung nochmals überdenken müssen. Ich gehe nun davon aus, dass der nächste Zinsschritt keine Erhöhung um 0,5%, sondern lediglich um 0,25% sein wird. Oder vielleicht sogar gar keine Zinserhöhung mehr.

Denn nach der Pleite der SVB muss Powell zur Kenntnis nehmen, dass seine Zinspolitik auch unangenehme Folgen haben kann. Sicherlich ist die SVB eine Sondersituation, dennoch zeigt sie, wie schnell die gesamte US-Wirtschaft ins Ungleichgewicht geraten kann. Denn bei einer ungeordneten SVB-Pleite stand mehr auf dem Spiel als lediglich die 178 Mrd. USD an Einlagen von schwerreichen Start-Up Finanzierern.

Die US-Regierung muss die Einlagen retten

Hätte die US-Regierung die SVB pleite gehen lassen, ohne die Einlagen zu garantieren, dann würden alle Bankkunden der USA mit Einlagen von über 250.000 USD ihr Barvermögen auf andere Banken verteilen oder einfach zur JPMorgan transferieren. JPMorgan hat die große Finanzkrise 2007 bis 2009 unbeschadet überstanden und steht bis heute mit Jamie Dimon, dem gleichen CEO wie damals, als solideste Bank im System für Stabilität und Vertrauen.

Eine solche Kapitalverschiebung hätte das US-Bankensystem aus den Fugen gehoben, wir hätten diese Woche einen Crash. Die US-Regierung hat aus der Lehman-Pleite gelernt und hat dieses Szenario verhindert. Wieder einmal werden die Einlagen der Reichen, die über Jahre höhere Zinsen vereinnahmt haben, als der Markt gerechtfertigt hätte, gerettet. Moralisch ist das einmal mehr überaus fragwürdig. Doch die Alternative, Bank-Run, Kapitalverschiebung bis hin zu einer heftigen Rezession, ist leider noch schlimmer als die moralisch fragwürdige Rettungsaktion.

Mit dem heutigen Tag sieht die Finanzwelt völlig anders aus: Kundeneinlagen bei mittelgroßen US-Banken sind offensichtlich garantiert. Gleichzeitig gibt es Risiken, derer man sich zuvor nicht bewusst war. Weitere Zinserhöhungen seitens der US-Notenbank schüren dieses Risiko weiter. Das kann nicht in der Absicht von Jay Powell liegen. Daher ist über Nacht die Wahrscheinlichkeit für weitere Zinsanhebungen deutlich gesunken, die Größe der zu erwartenden Zinsschritte ist kleiner und auch das Zielniveau ist deutlich niedriger.

Jay Powell wird schon bald eine Pause einlegen müssen, um die Wirkung seiner Zinsschritte erst einmal abzuwarten. Und das kann 6-9 Monate dauern, bis sich die Auswirkungen im Wirtschaftssystem der USA zeigen.

Und wir Anleger müssen deswegen kaufen

Also: Die Rettung vergangene Nacht war sowas von bullisch, dass wir diese Woche kaufen müssen.

Wir haben in der Sentiment-Analyse gesehen, dass sehr viele Anleger für fallende Kurse positioniert sind. Diese Anleger müssen sich nun eindecken. Darunter sind jedoch viele Profis mit guten Verbindungen zu den Finanzmedien. Sie dürfen davon ausgehen, dass heute und vielleicht in den kommenden Tagen noch viele Berichte zu lesen sein werden, wie fragil unser Finanzsystem ist. Und dann wird Angst geschürt, dass noch andere Banken ähnliche Geschäftspraktiken verfolgt haben könnten wie die SVB. Und dass die Zinskurve ja weiterhin untypisch sein würde und niemand abschätzen könne, wie groß die Buchverluste sind, die in den Bankbilanzen schlummern, usw.

Ich will also nicht ausschließen, dass wir heute, vielleicht sogar ein paar Tage lang, noch kräftig unter Druck bleiben werden.

Doch die Entscheidung ist gefallen: Es wird gerettet! Ich gehe davon aus, dass wir in zwei Monaten, wie in der Sentiment-Analyse gezeigt, deutlich höher stehen werden als heute.

Ich werde den Heibel-Ticker PLUS Express-Kunden im Laufe des Tages entsprechende Updates und Investment Ideen zusenden.

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Stephan Heibel

Seit 1998 verfolge ich mit Begeisterung die US- und europäischen Aktienmärkte. Ich schreibe nun wöchentlich für mehr als 25.000 Leser über die Hintergründe des Aktienmarktes und die Ursachen von Kursbewegungen. Meine Leser schätzen meinen neutralen, simplen und unterhaltsamen Stil. Als Privatanleger nutzen sie meine Einschätzungen und Anlageideen, um ihr Portfolio unabhängig zu optimieren.

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