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Aktienanalyse: Beiersdorf leidet unter Problemen der Inhaberfamilie Tchibo

Last updated on 9. Februar 2022

Hallo Herr Heibel,

Beiersdorf scheint nun auch charttechnisch unter die Räder zu kommen. In den letzten Tagen ging es nur bergab. (Möglicherweise ist das KGV doch viel zu hoch – außer Ihnen glauben wohl nur wenige an ein anhaltendes Umsatzwachstum von 8%).

Naja, ich hatte das ja auch für möglich gehalten. Leider habe ich jetzt schon wieder 13% gegenüber meinem durchschnittlichen Einstiegskurs (40,11 Euro) eingebüßt und keinen Bock mehr, erneut zuzusehen, wie daraus ein immer größeres Minus wird.

Das habe ich letztes Jahr viel zu oft gemacht. Unter 36 Euro wollte ich eigentlich verkaufen … (und werde es wohl morgen auch tun.)

Hat sich an Ihrer Ansicht zu Beiersdorf etwas geändert?

Beste Grüße aus Dresden , Wolfgang

ANTWORT:
Umsatzwachstum und Ertragskraft ist meiner Einschätzung nach kein Problem. Auch die Bilanz von Beiersdorf ist solide und langfristig mache ich mir da keine Sorgen.

Inzwischen habe ich jedoch herausgefunden, dass der Großaktionär Tchibo (Maxingvest von Familie Herz), der mit über 50% an Beiersdorf beteiligt ist, Probleme mit Tchibo hat: Dort hat man für viel Geld eine Designersparte aufgebaut, deren Produkte sich jedoch kaum verkaufen. Diese Verluste müssen nun aufgefangen werden und dazu hat man trotz der schwierigen Wirtschaftssituation bei Beiersdorf eine Dividendenerhöhung von 70 auf 90 Cents beschlossen. Diese Dividendenerhöhung kommt natürlich allen Aktionären zugute, bei 50% Anteilen der Familie Tchibo jedoch ganz besonders. Und dieses Kapital hätte Beiersdorf andernfalls für Akquisitionen oder Investitionen nutzen können. Schade.

Vielleicht ist dies der Grund für den heftigen Ausverkauf. Wie gesagt: Langfristig sehe ich Beiersdorf als solides Unternehmen. In wie weit die Probleme der Familie Tchibo auf die Beiersdorf-Aktie durchgreifen, kann ich nicht beurteilen. Daher ist es vielleicht nicht verkehrt, die Position zumindest nicht zu groß zu lassen. {weiter[40|9]}

Published inBörsenbrief - Leserfragen

3 Comments

  1. Henkel ist bereits kräftig angestiegen und hat das Kursnivau von 2008 erreicht, Beiersdorf wurde durch die internen Probleme zurück gehalten. Wenn Sie darauf spekulieren wollen, dass die Probleme bei Beiersdorf gelöst werden können, dass ist diese Aktie besser. Andernfalls ist Henkel der Martkführer und dürfte im Zuge der Konjunkturaufhellung weiter profitieren.

    Mein Horizont übersteigt niemals 12-18 Monate, denn weiter kann kein Mensch in die Zukunft sehen. Die Zeiten des Kaufens und weglegen sind vorbei, das waren die zeiten, in denen unsere Eltern grß geworden sind. Heute müssen Sie kontinuierlich, ich denke mindestens wöchentlich, am Ball bleiben und jederzeit bereit sein, umzuschichten, wenn sich die Rahmenbedingungen ändern.

  2. Lerner17 Lerner17

    Hallo Herr Heibel,

    wenn Sie wählen müssten zwischen der Henkel und einer Beiersdorf. Welche Aktie ist Ihrer Meinung nach einen Kauf wert und wieviel an Kursgewinnen ist drin für die nächsten 3 bis 5 Jahre ?
    Glauben Sie das die hohen KGV gerechtfertigt sind ?

    Ich glaube das die steuerliche Behandlung bei Deutschen Aktien wesentlich einfacher ist wenn es um die Dividene geht. Danke für Ihre Meinung vorab.

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