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Lesermeinungen zur Atom-Katastrophe in Japan

Last updated on 9. Februar 2022

Nach meinem Update kurz nach den schrecklichen Ereignissen in Japan erhielt ich viele Kommentare meiner Leser, die ich Ihnen nicht vorenthalten möchte. Zunächst hier nochmals das Update vom 15.3.2011:

Die Situation in Japan bleibt kritisch. Es erreichen mich immer
mehr besorgte Anfragen von Ihnen hinsichtlich möglicher
Auswirkungen auf unsere offenen Positionen. Ich will daher
einen kurzen Überblick über meine Einschätzung der möglichen
Folgen geben.

Der Nikkei ist heute um 10,5% eingebrochen. Die japanische
Wirtschaft liegt brach, immer mehr Industrien stellen die
Produktion mangels Strom (Toyota) und zugelieferter
Produktionsteile (Honda: just in time!) ein. Angela Merkel hat
angekündigt, die Atompolitik Deutschlands zu überdenken, und
vor dem Hintergrund der alarmierenden Entwicklungen in
Fukushima finden die Bürgerkriege in der arabischen Welt kaum
noch Aufmerksamkeit.

Es herrscht Chaos und Anleger stürzen sich auf Titel, die von
den aktuellen Entwicklungen profitieren könnten. Die seit
Jahren mit der Pleite kämpfende Conergy hat gestern 70% und
heute nochmals 60% zugelegt. Man könnte meinen, die
Atomkraftwerke unserer Welt werden morgen abgeschaltet und
durch Solarenergie ersetzt.

Auf der anderen Seite werden Atomkraftbetreiber wie RWE oder
E.On ausverkauft. Heute früh trifft es nun plötzlich auch die
deutschen Autobauer Daimler, BMW und VW, die am unteren DAX-
Ende zu finden sind. Warum nun auch unsere Autobauer getroffen
werden, die kaum nach Japan exportieren, kann ich mir
allerdings nicht mehr erklären.

Ich könnte nun schreiben: ?Ich erwarte eine Pilzwolke über
Fukushima und Japan wird viele Jahre ohne ausreichend Strom
sein. Die Informationspolitik des AKW-Betreibers Tepco ist
nicht ehrlich, Japan täuscht falsche Fakten vor und einer der
Reaktoren wird jeden Augenblick in die Luft fliegen…?

Mit einem solchen Artikel würde ich mich über die
Wissenschaftler stellen, die fieberhaft an Lösungsmöglichkeiten
arbeiten und würde, mit einer reißerischen Schlagzeile
versehen, viel Aufmerksamkeit erhalten. Die verunsicherten
Menschen würden mir das sogar abnehmen, wenn ich es nur
überzeugt genug schriebe. Wenn nun wirklich ein Reaktor in
Fukushima explodiert, wäre ich ein Held, der das Drama
rechtzeitig erkannt hat und seine Kunden warnte. Und wenn die
Situation unter Kontrolle gebracht werden kann?

Dann wäre man noch nicht einmal böse auf mich, denn ich habe ja
nur die nötige Vorsicht walten lassen und meine Kunden auf das
Schlimmste vorbereitet, oder?

Aber mit einer solchen Panikmache würden Sie kein Geld
verdienen, denn die Kurse sind bereits im Keller.

Stattdessen wollen wir die Situation analysieren und uns auf
die jetzigen Gegebenheiten einstellen. Im Betonmantel eines
Reaktors gibt es bereits Löcher oder Risse und Radioaktivität
ist ausgetreten. Zudem ist die Informationspolitik tatsächlich
nicht befriedigend, der japanische Ministerpräsident hat Tepco
deswegen bereits heftig angegriffen.

Ja, es handelt sich um einen Atomunfall. Aber Wissenschaftler,
die sich bislang zu Wort melden, stellen heraus, dass dieses
Unglück nicht die Auswirkung von Tschernobyl erreichen wird,
weil es einen weitgehend intakten Betonmantel um die Reaktoren
gibt.

Was wäre also, wenn es nicht zu einem Pilz über Fukushima
kommt? Was wäre, wenn die Situation in den nächsten Tagen
langsam in den Griff bekommen wird? Was wäre, wenn Studien
zeigen, dass gerade die AKWs das Erdbeben mit anschließender
Flutwelle besser überstanden haben, als es ein Gaskraftwerk
beispielsweise getan hätte?

Es wird Länder geben, Deutschland und die USA beispielsweise,
die werden nach diesem Erlebnis nie wieder ein neues
Atomkraftwerk zulassen. Das ist ja schon seit Tschernobyl 1986
nicht mehr der Fall. Es gibt aber auch Länder, die werden
weiterhin auf Atomkraft setzen, China hat beispielsweise
gestern erst seine entsprechenden Pläne bekräftigt ? trotz
Fukushima.

Und in Japan wird man irgendwann auch mit dem Aufbau der
zerstörten Regionen beginnen. Man wird dort dann viel Zement
(HeidelbergCement) und Stahl (Klöckner, Salzgitter,
ThyssenKrupp) benötigen, um die Infrastruktur wieder
aufzubauen. Ich könnte mir vorstellen, dass Stromgeneratoren
weltweit ausverkauft werden (Deutz, siehe Wunschanalyse vor 10
Tagen).

Deutz gehört zu den Aktien, die mit am stärksten ausverkauft
werden. Ich kann mir das nicht erklären. Das Unternehmen hat
direkt in Japan überhaupt keinen Standort und liefert nach
Auskunft der IR-Abteilung jährlich nur etwas 200-300 Motoren
über Singapur nach Japan. Ich kann den Ausverkauf in Deutz also
nur damit erklären, dass Anleger unkontrolliert einfach alles
auf den Markt werfen und in Panik verfallen.

Doch zurück zu dem Anti-Chaos-Szenario: Die Welt würde nicht
vollständig auf Solarenergie umschwenken, sondern AKWs würden
weiterhin einen maßgeblichen Anteil an der Energiegewinnung
behalten, auch in Deutschland, und die Aktien von Solarworld,
Conergy, Q-Cells, Centrotherm etc. würden wieder auf ihr
ursprüngliches Niveau zurückfallen.

Der Ölpreis dürfte meiner Ansicht nach fallen, egal wie
Fukushima sich entwickelt. Lassen Sie sich nicht von den
Bildern wartender Autos vor japanischen Tankstellen täuschen:
Öl ist nicht gleich Benzin. Aus Öl wird in Raffinerien Benzin
gemacht. Viele Raffinerien sind an der Küste gelegen, um das
von Tankern gelieferte Öl gleich vor Ort zu verarbeiten. Und in
Japan sind nun viele dieser Raffinerien außer Betrieb, sei es
durch Schäden oder auch durch fehlenden Strom. Japan nimmt
derzeit also weniger Öl von den Weltmärkten ab, der Ölpreis
dürfte also fallen.

Dennoch gibt es nicht genug Benzin für die Autos der Japaner,
der Preis an der Tankstelle steigt, das Benzin ist bereits
genau wie der Strom vielerorts rationiert.

In die Ölpreisentwicklung spielt natürlich auch der Bürgerkrieg
in Libyen hinein, sowie auch die Entwicklung in Bahrain. Saudi
Arabien hat 1.000 Soldaten in den Nachbarstaat geschickt, um
das dortige Regime gegen die Aufständischen zu unterstützen. In
den USA werden Stimmen laut, der Iran sei die neue Sowjetunion
und wiegele alle US-verbündeten arabischen Länder gegen das US-
freundliche eigene Regime auf. Während also die Entwicklung in
Japan für einen fallenden Ölpreis spricht, gibt es in der
arabischen Welt ausreichend Gründe für einen anhaltenden
Ölpreisanstieg.

Während ein rückläufiger Ölpreis wie ein Konjunkturprogramm
wirkt, könnte ein weiter ansteigender Ölpreis die Konjunktur
abwürgen.

Der Nikkei brach gestern um 6% ein, heute nochmals um 10,5%.
Der DAX ging gestern um 1,7% ins Minus und am heutigen Tag
nochmals um derzeit 4,7%. Ich denke, bei 6.500 Punkten im DAX
ist das Schreckensszenario in Japan und in der arabischen Welt
ausreichend berücksichtigt, nicht berücksichtigt ist jedoch der
Fall, dass es nicht mehr schlimmer, vielleicht sogar schon bald
etwas besser werden könnte. Es ist daher in meinen Augen
ratsam, heute Aktien zu kaufen.

Mein Standardspruch für diese Situation: Niemand hat jemals
durch Panikverkäufe Geld verdient. Im Gegenteil, denn oftmals
stellt es sich später heraus, dass man gerade am Tiefpunkt der
Korrektur die Nerven verlor und somit viel zu billig verkauft
hat. Ich würde heute das Gegenteil tun: Kaufen.

Womit? Nun, falls Sie Aktien besitzen, die irgend etwas mit
Solarenergie oder anderen erneuerbaren Energien zu tun haben,
sollten Sie die geschenkten Gewinne der vergangenen zwei Tage
jetzt nutzen, um die Positionen zu verkaufen. Die Solarenergie
wird aufgrund des Vorfalls in Fukushima vielleicht langfristig
wieder einen höheren Stellenwert erhalten (hoffentlich!), doch
kurzfristig werden in Japan Diesel-Stromgeneratoren gekauft und
nicht Solarkraftwerke gebaut (Deutz).

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Published inBörsenbrief - Leserfragen

4 Comments

  1. Herzlichen Dank für Ihre Ausführungen, sie haben mir ein wenig weitergeholfen. Ja, ich betrachte die weitere Entwicklung als alles andere als positiv, auch wenn die Nachrichtenlage dies derzeit zu vermitteln scheint. Daher habe ich meine Haltung für die nächsten Wochen grundlegend überdacht und angepasst. Die spektakuläre schnelle Explosion der Radioaktivität blieb aus, dennoch erwarte ich ähnlich Ihren Ausführungen schlimme Folgen für die Bevölkerung der Region.

    Dennoch: An den Finanzmärkten sind diese schlimmen Entwicklungen am vergangenen Dienstag “eingepreist” gewesen, daher seither der Kursanstieg.

    Freundliche Grüße

    Stephan Heibel

  2. Sehr geehrter Herr Heibel,

    auch wenn ich mich nicht professionell auf diesem Gebiet
    bestätige…
    so bin ich doch Biologin mit Hauptfach Genetik, seit 25 Jahren
    beschäftige ich mich mit der Atomindustrie und habe
    Umweltgeschichte in Göttingen studiert …
    gehen sie bei der Analyse der Situation in Japan eher von diesem
    Szenario aus:
    die Kernschmelze ist seit Tagen in vollem Gang – still und
    unaufhaltsam, bisher nur vom noch haltendem Core zurückgehalten –
    aber dennoch ausser Kontrolle.
    Im Moment weiß niemand wie man diesen Vorgang stoppen kann (deshalb
    die Bitte um ausländische Experten) aber die werden wahrscheinlich
    auch keine Lösung haben – soweit ich weiß gibt es keine probate
    Lösung diese zusammengeschmolzene Masse zu beherrschen. Die Techniker
    die die Reaktoren bisher gefahren haben sind wahrscheinlich inzwischen
    verstrahlt und werden nicht mehr lange weiterarbeiten können. Wer sich
    ab jetzt den Reaktoren nähert wird mit schweren gesundheitlichen
    Folgen rechnen müssen… man könnte versuchen die Reaktoren mit Sand
    oder Beton abzudichten, aber die Kerne brennen in den Boden und
    werden weiter Gase bilden … inwieweit die Grundplatte momentan noch
    hält weiß niemand… Wenn die Techniker jetzt nicht eine völlig neue
    geniale Idee entwickeln (dafür bete ich) wird der Vorgang noch Wochen
    oder eher Monate anhalten …
    Je nach Zugang der Spaltungsprodukte zur Umwelt (die ist bisher
    gottseidank noch nicht in vollem Umfang gegeben- aber die Isotope
    entstehen im Augenblick) und der jeweiligen Wind und Regensituation
    werden die Isotope ab jetzt über Japan und den asiatischen Raum
    niederregnen. Bisher wird diese langanhaltende Exposition in den
    Medien noch nicht dargestellt. Das ist keine Geschichte von Tagen.
    Aus strahlenbiologischer Sicht wäre eine Evakuierung von mindestens
    50 km seit 3 Tagen notwendig gewesen – die bisherige Zone war
    keinesfalls ausreichend. Jetzt müssten 100 km evakuiert werden – aber
    eigentlich ist es nur noch eine Frage der jeweiligen Wetterlage.
    Die langfristigen Folgen werden bei Freisetzung der Isotope eine
    langsam ansteigende Verseuchung ganz Japans sein (und abgeschwächt
    darüber hinaus). Die Ernährung aus heimischen Böden wird
    gesundheitlich auf Jahre hinaus bedenklich werden.
    In Japan hergestellte Produkte werden auf dem Weltmarkt nicht mehr
    verkäuflich sein.
    Ein Teil der Bevölkerung wird akute gesundheitliche Probleme zeigen –
    die Krebsrate wird in den nächsten Jahrzehnten dramatisch ansteigen.
    Langfristig rechne ich mit einer Verteilung der Isotope weit über den
    pazifischen Raum hinaus.

    Das ist der Gau. Der braucht keine Explosion, dieser hat
    verhältnismäßig still stattgefunden und wird noch Wochen weitergehen.
    Mit Folgen, die in Jahrzehnten gerechnet werden müssen, und dessen
    genetischen Folgen erst in 2 Generationen erkannt werden können. Und
    das in einer der bevölkerungsreichsten Zone der Erde…

    Ich bete für das Wunder, das die Isotope im Kraftwerk hält…

    Silvia aus Berlin
    während ich dieses schreibe sehe ich in den Nachrichten, das das
    Szenario fortschreitet

  3. Besten Dank für Ihre Ausführungen, die ich sehr gut nachvollziehen kann. Meine Einschätzung der Situation in Japan war nicht primär auf mögliche Entwicklungen in Fukushima gerichtet, sondern ich stellte in erster Linie fest, dass die schlimmsten Szenarien bereits an der Börse eingepreist schienen. Und wenn ich mir die Entwicklung anschaue, dann sieht es heute nicht viel besser aus: Die einzelnen Reaktoren strahlen weiter vor sich hin, das Gebiet wird für Generationen unbrauchbar, Japan hat einige Menschen in das Kraftwerk geschickt, die wohl mit schlimmen gesundheitlichen Folgen rechnen müssen, und nun dreht der Wind nach Tokyo. Alles was bislang erreicht wurde ist eine “Verlangsamung”.

    Und obwohl die Situation also objektiv betrachtet sehr schlimm ist, steigen die Börsen, als ob die Gefahr gebannt sei. Vielleicht können Sie also meine Haltung nunmehr besser nachvollziehen. Ich habe sie ja am Freitag und gestern weiter ausgeführt.

    Auch ich rate meinen Lesern, die es für moralisch bedenklich halten, am Unglück Japans zu verdienen, den Gewinn zu spenden. Ich habe mich bislang ebenso verhalten. Zur Zeit investiere ich nicht, ich habe ein Haus gekauft 🙂

    Freundliche Grüße

    Stephan Heibel

  4. Sehr geehrter Herr Heibel,

    ich bin relativ neu als Abonnent Ihres Börsenbriefes und gewohnheitsmäßig kein Leserbriefschreiber. Ich will dennoch kurz ein paar Zeilen schreiben, da ich denke, dass Sie die Situation im havarierten Reaktorkomplex Fukushima 1 deutlich unterschätzen.

    Ich habe mit Interesse Ihren obigen Börsenbrief heute gelesen; grundsätzlich teile ich Ihre Auffassungen zum aktuellen Geschehen an den Börsen, weise aber darauf hin, dass die Situation in den Reaktorblöcken von Fukushima 1 eventuell kritischer und vor allem unkalkulierbarer ist, als Sie in Rechnung stellen.
    Das wahrscheinlichste Szenario ist ein weiterer Anstieg von Radioaktivität mit dem Ergebnis, dass keine Arbeiten an den havarierten Blöcken mehr durchgeführt werden können. Die Folgen davon ergeben sich von selbst. Während die Versuche, die Reaktorkerne mit Meerwasser und Borsäure passiv (also von außen) zu kühlen, bereits als Verzweiflungstaten angesehen werden konnten, sind selbst diese Maßnahmen dann nicht mehr möglich. Die Wahrscheinlichkeit, dass damit in kurzer Folge vollständige Kernschmelzen in zumindest den Blöcken 1 – 3 eintreten werden, ist evident. Es besteht aus Expertensicht Konsens darüber, dass kein Containment auf Dauer diese Schmelze auffangen kann. Damit würden ungeheure Mengen an Radioaktivität in die Umgebung gelangen, was ein Betreten des Werksgeländes dann unmöglich macht. Der weitere Verlauf der Geschichte der Blöcke 4 – 6 ist damit auch vorgezeichnet, es sei denn, die Japaner griffen 1. zu Methoden wie 1986 die Russen, nämlich dem Verheizen von Menschen, und hätten 2. mit viel Glück Erfolg, den sie bis jetzt nicht hatten.

    Im Worst-Case-Szenario steht also das gesamte radioaktive Inventar von max. 6 Reaktorblöcken zur Disposition + auf dem Gelände gelagerte abgebrannte Brennstäbe. Ich habe – trotz intensivster Beschäftigung mit beschriebenem Phänomen – noch nicht 1 Argument oder zumindest schlüssige Indizien gefunden, was diesen Prozess noch aufhalten oder zumindest abschwächen könnte.

    In der weiteren Betrachtung ist es vorstellbar, dass wesentliche Teile der japanischen Hauptinsel Honshu und auch der Großraum Tokyo radioaktiv kontaminiert werden, da der Wind wohl nicht verläßlich und auf Dauer Richtung West und damit auf den offenen Pazifik wehen wird. Welche Qualität das annimmt, kann niemand sagen, da es kein vergleichbares Szenario jemals gab. Gleichzeitig muß in Rechnung gestellt werden, dass die Masse der Radionuklide relativ ortsnah verbleiben wird, da kein Graphitfeuer wie in Tschernobyl zumindest einen Teil davon kaminartig mit in die Stratosphäre nimmt und damit großflächig verteilt.

    Ich kann nicht abschätzen, welches Maß an Verzahnung es in den verschiedenen Branchen weltweit gibt, z.Bsp. wie relevant Ausfälle in der Chipproduktion seien usw. Ich kann auch nicht beurteilen, welchen Einfluß längerfristige Produktionsausfälle im Kerngebiet der japanischen Wirtschaft haben könnten, sei es aus Engpässen in der Energieversorgung, sei es wegen Einschränkung der Bewegungsmöglichkeiten, wegen evtl. aufkommender Panik vor Ort, wegen Versorgungsengpässen mit Wasser und Nahrung usw. Auch die Konsequenzen der finanzpolitischen Maßnahmen Japans sind für mich nicht analysierbar, da ich darüber zu wenig weiß.

    Wenn aber im Börsenhandel der Grundsatz gilt, Kapitalerhalt geht vor Gewinnerzielung, dann wäre es vielleicht wichtig, Börsianer darauf hinzuweisen, dass es hier eine nicht kalkulierbare, aber sehr reale Gefahr gibt. Sinnvollerweise sollte man dann nicht auf der Käuferseite agieren, solange, bis Klarheit herrscht.

    Als Mensch – also jenseits des Wertpapierhandels – hätte ich es begrüßt, wenn Börsen in diesen dramatischen und tragischen Tagen geschlossen geblieben wären. Es wäre eine Frage des Anstandes, aber leider nicht möglich, wie mir scheint.

    Es war gestern und heute ein leichtes, mit Shortpositionen viel Geld zu verdienen. Aber diesmal ist es “schmutziges” Geld, welches ich wohl spenden werde. Ich will es nicht haben.

    Mit besten Grüßen, Thomas aus Homberg

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