Zum Inhalt springen

Aktienanalyse: Deutsche Bank, AMD, Gazprom

Hallo Herr Heibel

ich lese seit einiger Zeit aufmerksam jede Ausgabe Ihres Heibel-Ticker STANDARD.

Ihre Erklärungen und Einschätzungen der teils sehr komplizierten Ereignisse an den Finanzmärkten sind meiner Meinung nach hervorragend. Viele Themen, wie z.B. im aktuellen Ticker über die Spekulationen an den Rohstoffmärkten, werden sachlich und sehr schlüssig erklärt.

Nun zu meinem Anliegen: Ich bin 21 Jahre alt und studiere momentan im 2. Semester – da ist Geld natürlich eher knapp 😉 Wäre es denn möglich, aufgrund dieser Umstände, den Heibel-Ticker PLUS zu einem vergünstigten Preis zu bekommen? Gerne kann ich Ihnen dazu auch eine Kopie von meinem Studentenausweis schicken.

Mein bescheidenes Vermögen (ca. 4000 Euro) ist gleichmäßig auf Aktien von RWE, Deutsche Bank und im World Energy Fund (632995) investiert. Glücklicher Weise habe ich mit einer kurzfristigen Spekulation auf Klöckner & Co vor etwa einem Jahr gute Gewinne gemacht und kann den massiven Verlust bei der Deutschen Bank damit etwas ausgleichen. Ich überlege einen Ausstieg bei der Deutschen Bank und eine Investition in Gazprom oder AMD. Vielleicht könnten Sie mir dazu eine kleine Einschätzung geben?

Mit freundlichen Grüßen, Daniel

ANTWORT:

Vielen Dank für Ihr Schreiben. Meine Studentenzeit ist mir nur zu gut in Erinnerung, wie auch die Wichtigkeit, immer noch Geld für ein Bier übrig zu haben 😉

DEUTSCHE BANK
Ja, das KGV von 9 ist günstig und die Dividendenrendite von 6,55% sollte weiteres Abwärtsrisiko der Aktie beschränken. Doch ich erwarte noch weitere Runden der Abschreibungen, die an den Gewinnen zehren werden. Dadurch wird das KGV automatisch steigen und die versprochene Dividendenausschüttung ist bei der Deutschen Bank gefährdet.

Selbst wenn sich nun alles in Wohlgefallen auflöst, hat die Deutsche Bank nicht mehr die Struktur, um gut Geld zu verdienen. Ein Großteil der Einnahmen stammt aus dem Geschäft mit Derivaten, auch Immobilienderivaten. Und dieses Geschäft ist nun einmal mit dem Ruf der Immobilienkatastrophe behaftet. Daher muss sich die Deutsche Bank erst umstrukturieren, um wieder neue lukrative Geschäftsfelder zu erschließen.

Ich würde mich also von den Aktien trennen.

AMD
Ewiger Zweiter hinter Intel. Intel hat 13 Mrd. USD in der Barkasse liegen, AMD setzt gerade einmal 6 Mrd. USD p.a. um, wird mit 4 Mrd. USD Marktkapitalisierung bewertet. AMD ist ein Spielball Intels. Intel kann es sich aus Wettbewerbsgründen nicht leisten, AMD endgültig zu besiegen, also wird es immer wieder ein vermeintliches Auferstehen von AMD geben. Aber wenn es dann ernst wird, dann kann Intel mit seiner Finanzkraft ganz neue Produkte auf den Markt bringen und AMD wieder abhängen.

GAZPROM
Ich traue dem russischen System nicht. Dort wird verstaatlicht und enteignet aufgrund von strategischen Beweggründen, die ich nicht nachvollziehen kann. Ich halte mich daher aus Einzelaktien vom russischen Markt fern.

Wenn Sie an Russland partizipieren wollen, dann kaufen Sie sich doch lieber ein endlos Russland Zertifikat (bspw. das RDX Russland Open End Zertifikat der ABN Amro, http://www.abnamrozertifikate.de/DE/Showpage.aspx?pageID=35&ISIN=DE0008526708){weiter[40|9]}

Published inBörsenbrief - Leserfragen