Veröffentlicht von Stephan Heibel am 01.07.2008 um 07:11 Uhr

Aktienanalyse: Archer-Daniels-Midland reif für eine Spekulation

Guten Tag Herr Heibel, habe schon länger nichts von mir hören lassen, was zum einen daran liegt, dass derzeit wieder Hochkonjunktur bei meinen Bauprojekten ist, zum anderen aber leider auch daran, dass ich momentan eine scheinbar grotten schlechte Mischung im Depot habe. Bei vielen Aktien habe ich den Ausstieg im Zuge der Aprilralley verpasst (da haben die meisten kurz meine Einstandskurse gesehen). Seither ist das Depot wieder unter Wasser, fürchterlich... Vielleicht bitte ich Sie demnächst doch auch um einen Depotcheck... Aber ich habe noch ein wenig Spielkapital (bin eindeutig zu hoch investiert) und sehe den brutalen Absturz bei ADM: Die Kursgewinne eines ganzen Jahres sind nahezu futsch - wäre das nun einen Einstieg wert? Nur zum Traden oder auf länger? Der hohe Maispreis rechtfertigt doch keinen Kurseinbruch von 30% - oder ist ADMs Geschäft davon derart abhängig? Ich weiß, dass Freitag ein schlechter Tag für Leserfragen ist, doch vielleicht finden Sie fünf Minuten ;-) Mit freundlichen Grüßen, Harald aus Wien ANTWORT: ADM habe ich nochmals eingehender angesehen. Für eine langfristige Anlage traue ich dem Unternehmen nicht genug. Ich hatte ADM schon einmal auf meiner Empfehlungsliste und habe damals festgestellt, dass das Management gerne übertreibt, also junge Entwicklungen als festen Trend ausgibt. Später kommt dann die Enttäuschung bei der Veröffentlichung der Ergebnisse. So profitiert ADM sicherlich von der Ethanolbeimischung und den gestiegenen Agrarpreisen. Die größte positive Überraschung fand aber in den vergangenen Monaten statt und nun wird das vorrübrgehend sprunghaft angestiegene Umsatzwachstum von 64% wieder in Richtung 10% Wachstum zurückfallen. Zusätzlich wird nun noch die Flut in Iowa einen Teil der Ernte vernichten, so dass ADM von den hohen Agrarpreisen kaum profitieren wird. Also: Nach mehreren Abstufungen von Analysten ist die Aktie nun im Keller angekommen. Ich kann mir gut vorstellen, dass eine Gegenreaktion den Kurs von derzeit 32,61 USD in Richtung 36 USD hebelt. Aber um auf den anhaltenden Boom im Agrarsektor zu setzen, würde ich mir eine andere Aktie aussuchen.{weiter[40|9]}

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Stephan Heibel

Seit 1998 verfolge ich mit Begeisterung die US- und europäischen Aktienmärkte. Ich schreibe nun wöchentlich für mehr als 25.000 Leser über die Hintergründe des Aktienmarktes und die Ursachen von Kursbewegungen. Meine Leser schätzen meinen neutralen, simplen und unterhaltsamen Stil. Als Privatanleger nutzen sie meine Einschätzungen und Anlageideen, um ihr Portfolio unabhängig zu optimieren.

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