Aktien Investoren Sentiment: Auf dem falschen Fuß erwischt

Die Anleger haben waren letzten Freitag verschreckt und sind es jetzt nicht mehr. Es bleibt trotzdem bei meiner Aussage, dass das nicht ausreicht, um die Korrektur zu beenden (ich glaube, da kommt noch was).

Die Anlegerstimmung war eingebrochen. Doch der Privatanleger war überzeugt, dass diese Geschichte schon bald wieder im Griff ist. Welche Signale die Anlegerstimmung für die aktuelle Woche ausgesendet haben, lesen Sie in Kapitel 03.

Der DAX notierte auf Wochensicht (Freitag Nachmittag) bei -2,1%, die internationalen Aktienmärkte sahen ähnlich aus. War es nun das Deleveraging, also das Zurückfahren des Aktienengagements in Folge der Marktturbulenzen um Gamestop in letzterWoche, das die Kurse gedrückt hat? Oder war es die Aussicht auf einen verlängerten Lockdown und das Impfstoffchaos in Europa?

Sicherlich eine Kombination aus diesen Ereignissen, sowie einer Reihe von weiteren Entwicklungen, die zu diesem Zeitpunkt einige Anleger dazu veranlasst hat, Gewinne zu realisieren. Immerhin sind die Aktienmärkte seit November nochmals kräftig in die Höhe gesprungen.

Anleger reagieren überrascht: Unser Anlegersentiment war von +1,7 auf -2,0 eingebrochen. Knallten zum Jahreswechsel noch die Champagnerkorken, so machte sich nun Angst breit. Von einer Panik (ab -4) waren wir zwar noch ein wenig entfernt. Aber der heftige Stimmungseinbruch war schon ein Zeichen für die Überraschung, mit der Anleger letzte Woche durchlebt haben.

Nicht nur die Betrachtung der Profis im Unterschied zu den Privatanlegern führte mich dazu, das aktuelle Anlegersentiment dahingehend zu interpretieren, dass die Korrektur noch nicht beendet ist. Auch die Geschwindigkeit, mit der wir hier einen Stimmungswechsel erlebten, stimmt mich vorsichtig. Insbesondere unser 5-Wochendurchschnitt gibt da einen guten Hinweis.

Die Impfstoffrallye, die im November losgetreten wurde, ist in meinen Augen mit der kurzen und seichten Korrektur der vergangenen zwei Wochen noch nicht verarbeitet. Immerhin waren wir vor kurzem noch auf einem Niveau, dass absolute Euphorie signalisiert. In diesem etwas trägeren Indikator kommt das nicht so häufig vor. Und wenn dann einmal eine Korrektur begonnen hat, dann müssen eine Reihe von Anlegern erst aus dem Markt geschüttelt werden, bevor es wieder nach oben gehen kann. Und das dauert.

Eine Korrektur, die sich noch die eine oder andere Woche hinzieht, würde auch in den erwarteten Jahresablauf passen: Ein fulminanter Jahresauftakt, gefolgt von einer Verschnaufpause bis in den Februar. Sodann ist der Weg frei für eine Fortsetzung der Rallye bis zum Sommer 🙂

Die nächste Sentiment-Auswertung erscheint morgen (Freitag) Abend in meinem Heibel-Ticker Börsenbrief. Sie können sie dann auf meiner Webseite lesen oder sich in Ihr Mailfach schicken lassen: heibel-ticker.de