Globale Tech-Monopolisten – The Winner Takes It All

Apple, Alphabet, Amazon und Microsoft sind jeweils über eine Billionen USD wert. Diese vier globalen Technik-Monopolisten-Monopolisten befeuern die Aktienmarktrallye und saugen den Großteil der Anlegergelder auf. In Kapitel 02 schaue ich mir die Situation ein wenig näher an.

02.So tickt die Börse: The Winner Takes It All

Die Mega-Konzerne unserer Zeit sind um die 300 Mrd. USD wert und heißen Nestlé, Roche, Visa, Johnson & Johnson und Walmart, oder sind etwas kleiner mit rund 200 Mrd. Euro wie LVMH, Moet, Hennessy, Luis Vuitton oder SAP.

Es gibt aber noch andere Unternehmen: Globale Monopolisten.

Facebook ist 600 Mrd. USD wert und damit der kleinste globale Monopolist.

Alphabet (Google) hat die Billionen-Marke übersprungen, genau wie Amazon und Microsoft (je 1,4 Bio. USD) und Apple (1,5 Bio. USD). Vier globale Technik-Monopolisten, von denen jedes einzelne Unternehmen mehr wert ist als alle 30 DAX-Unternehmen gemeinsam. Jedes dieser vier Unternehmen ist viermal so viel wert wie (wenn wir Facebook mal herausnehmen) das sechstgrößte Unternehmen VISA mit 366 Mrd. USD.

Gigantische Investitionen waren erforderlich, um eine globale Cloud-Infrastruktur aufzubauen. Apple, Google, Amazon und Microsoft sind die dominierenden Anbieter in dieser Welt.

Gigantische Investitionen sind erforderlich, um Tonnen von Daten mit künstlicher Intelligenz in Echtzeit auszuwerten. Diese vier Unternehmen sind die dominanten Investoren in diesem Bereich. Es ist davon auszugehen, dass sie auch den Bereich der künstlichen Intelligenz dominieren werden.

Drei dieser vier globalen Technik-Monopolisten hat seinen Aktienkurs seit der Coronakrise um mehr als 50% gesteigert (lediglich Alphabet hinkt mit +40% knapp hinterher). Sie können also davon ausgehen, dass diese vier Unternehmen den Löwenanteil der Anlegergelder eingesogen haben, der nach der Coronakrise in den Markt gegeben wurde: The Winner Takes It All.

Der „Anlagenotstand“ ist inzwischen bekannt: Zinsen unter Null, explodierende Immobilienpreise in Bestlagen, Gold auf 9-Jahreshoch, … es ist zu viel Geld im System und dennoch nicht gerecht verteilt. Noch immer werden neue Konjunktur- und Stimulationspakete benötigt, um die Wirtschaft von dem Crash zu bewahren, um prekäre Armutsverhältnisse zu vermeiden.

Diese Woche feiern wir den Einstand in die europäische Schuldenunion: Angela Merkel ist auf die letzten Tage ihrer Kanzlerschaft schwach geworden und hat sowohl das Prinzip „keine gemeinschaftliche Haftungsunion“ als auch die Rechtsstaatlichkeit über Bord geworfen, damit das europäische Spiel weitergehen kann. Apple, Google, Amazon und Microsoft werden ihre globale Dominanz ausbauen, während wir in Europa verkrustete Strukturen mit Hilfsgeschenken bewahren.

„Da ist doch ein Schwerpunkt auf Investitionen gelegt“, werden mir jetzt einige Leser schreiben. Klar, irgendwie muss man die Geschenke ja als „sinnvoll“ verkaufen. Doch wie viel Geld können Sie in Innovationen stecken, wenn die hellsten Köpfe des Landes noch immer den Verbrennungsmotor optimieren? Nur Unternehmenspleiten setzen neue, kreative Kräfte frei, nicht gesteuerte Subventionen.

Und so werden die Aktien der vier globalen Technik-Monopolisten weiterlaufen – mangels Alternative. Das irre daran: deren Bewertungsniveaus sind nicht einmal zu hoch:

Apple führt ein KGV 2021e von 26 bei einem erwarteten Gewinnwachstum von 20% p.a. für das kommende Jahr.

Amazon führt ein KGV 2021e von 140 bei einem erwarteten Gewinnwachstum von 100% p.a. für das kommende Jahr.

Alphabet führt ein KGV 2021e von 37 bei einem erwarteten Gewinnwachstum von 31% für das kommende Jahr.

Microsoft führt ein KGV 2021e von 32 bei einem erwarteten Gewinnwachstum von 10% für das kommende Jahr.

Der Vollständigkeit halber: Facebook führt ein KGV 2021e von 33 bei einem erwarteten Gewinnwachstum von 34% für das kommende Jahr.

Das sind alles Bewertungsniveaus, die sich gut rechtfertigen lassen. Kein Vergleich zur Internetblase des Jahrtausendwechsels, als Yahoo! mit dem 10-fachen Umsatz bewertet wurde, oder Infospace gar mit dem 60-fachen Umsatz. Umsatz, nicht Gewinn! Unsere vier globalen Monopolisten haben erprobte Geschäftsmodelle, hohe Markteintrittsbarrieren und neben gigantischen Cash-Reserven auch jährlich hohe Gewinne. Wenn’s nach dem Finanzmarkt geht, kann diese Rallye noch eine Weile weiterlaufen.

Einzig China hat derzeit die Möglichkeit, nennenswerte Marktanteile in den Bereichen dieser vier globalen Monopolisten zu erobern: Alphabet hat das China-Geschäft vor vielen Jahren eingestellt, Baidu ist dort Platzhirsch. Das Amazon von China heißt Alibaba. Apples Konkurrenz kommt zwar aus Südkorea und heißt Samsung, doch auch Huawei aus China schickte sich an, große Bereiche der IT-Hardware zu erobern. Microsoft hingegen ist inzwischen in der Business-Welt unangefochten.

Und so kocht der Zwist zwischen China und den USA in diesen Tagen wieder hoch: Hongkong ist ein leichtes Ziel für die USA, um China einen Denkzettel zu verpassen. Doch das reicht US-Präsident Donald Trump nicht, nun hat der die Schließung einer Botschaft in Texas verfügt, weil einige Chinesen vermeintlich US-Forschungsdaten über Covid-19 gestohlen haben. Das UK als treuer Partner der USA fährt ebenfalls eine harte Linie gegen China.

Wir laufen auf die US-Präsidentschaftswahlen zu und Trump ist in Sachen Corona angreifbar. Ich gehe davon aus, dass er sein altes Lieblingsthema, China, wieder stärker bearbeiten wird. Das könnte durchaus zu Spannungen nicht nur in der Politik, sondern auch an den Finanzmärkten führen.

Meine komplette neue Ausgabe finden Sie unter https://heibel-ticker.de/heibel_tickers/1772


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