Heibel-Ticker Leserfrage: Goldanteil als Absicherung erhöhen?

Die zweite Leserfrage, die ich letzte Woche in meiner Börsenbrief Ausgabe veröffentlicht habe, beschäftigt sich mit einer Frage, die ich vielfach höre: Sollten wir uns vor dem Hintergrund der auf uns zu rollenden Geldentwertung nicht viel mehr Gold ins Depot holen?

Mo, 31. August um 18:35 Uhr

Sehr geehrter Herr Heibel,

im letzten Heibel Ticker haben Sie zum Thema Gold keinen Beitrag gebracht. Ihre Analysen sind nach wie vor ausgezeichnet. Deshalb meine Frage. Die Geldentwertung weltweit nimmt durch das Verhalten der Zentralbanken mehr und mehr zu.

Eine Aufstockung des Goldanteils im Depot scheint mir angeraten, auch mit höherem Anteil als von Ihnen bisher empfohlen. Ich würde dazu gern meinen Goldbarrenanteil erhöhen, das Gold aber nicht zu Hause haben wollen, sondern jederzeit zukaufen und verkaufen können.

Ist dazu Xetra-Gold oder z.B. Hereus-Gold mit Depot eine zu empfehlende Lösung und wenn, wer von Beiden?

Oder haben Sie eine bessere Empfehlung dazu? Wäre Ihnen dankbar für einen Hinweis, auch ob diese Depots sicher vor dem Zugriff durch den Staat sind.

Vielen Dank und herzliche Grüße vom Tegernsee nach Hamburg / Jürgen

Warum wir meiner Meinung nach im Heibel-Ticker bereits gut aufgestellt sind (Ausgabe 20/36 vom 4.9.2020)

Wir haben derzeit 8,4% unseres Portfolios in Gold und 7,3% in Wheaton Precious Metals, also insgesamt über 15%. Keine einzelne Anlageklasse sollte jemals über 20% eines Portfolios ausmachen, auch nicht Gold. Daher sind wir nach der Goldpreisrallye der vergangenen Monaten in meinen Augen recht gut positioniert: Wir haben noch ein wenig Luft zum Aufstocken, falls der Goldpreis korrigieren sollte. Andererseits steht Wheaton so hoch, dass ich dort aktuell Gewinnmitnahmen erwäge.

Ja, Gold ist in meinen Augen die beste Versicherung gegen Finanzmarktturbulenzen inkl. Geldflutung und Inflation. Aber die Geldflutung könnte auch noch viele Jahre weitergehen, bevor Inflation folgt. Wenn Sie da zu viel Gold im Portfolio haben, hinkt Ihr vermögen der Gesamtmarktentwicklung zu stark hinterher.

Sollten Sie denken, dass genau jetzt der Zeitpunkt gekommen ist, um einen viel größeren Teil Ihres Vermögens in Gold umzuwandeln, dann hat das nichts mehr mit Vermögensabsicherung zu tun, sondern Sie werden zum Spekulanten. Wir spekulieren nur mit einem sehr kleinen Anteil des Portfolios. Wer das mit einem größeren Teil macht, der sollte das beruflich tun, oder aber die Finger davon lassen. Denn in meinen Augen wäre das dann schon eine Zockermentalität.

Wir bauen auf Diversifikation in unserem Portfolio, weil wir anerkennen, dass wir nicht in die Zukunft schauen können. Daher bleibt es bei den max. 20%.

Xetra Gold finde ich noch immer die beste Alternative, obwohl die Deutsche Börse (Herausgeber von Xetra Gold) inzwischen eine Verwahrgebühr erhebt,. Die ist jedoch gering.

Am besten sind natürlich Goldbarren oder Goldmünzen verbuddelt im eigenen Garten, vielleicht haben Sie ja einen Safe oder aber mieten ein Schließfach. Es ist heute egal, ob Sie Heraus Barren nehmen oder von einem anderen Anbieter. Orientieren Sie sich einfach am Goldpreis und schauen Sie, dass der Aufpreis möglichst gering ist.

Zugriff vom Staat: Nun, Xetra Gold wird in Ihr Depot gebucht, dort hat der Staat im Fall eines Falles Zugriff, denn Banken unterliegen Meldepflichten. Das gilt sogar für Schließfächer: Im Fall eines Falles könnte der Staat das Öffnen Ihres Schließfachs erwirken. Heute sind wir noch weit von solchen Szenarien entfernt, doch wenn Geschichte geschrieben wird, passieren die unglaublichsten Dinge. Xetra Gold könnten Sie sich zwar ausliefern lassen, doch wenn Geschichte geschrieben wird, könnten solche Prozesse ins Stocken geraten.

Sie sehen: Einen Königsweg gibt es nicht, nur viele Fallstricke. Sie müssen sich einen Weg aussiuchen, der am besten zu Ihren Prioritäten passt 🙂

Mein neues Update zu Wheaton Precious Metals (08.09.2020) finden Sie im Heibel-Ticker PLUS-Bereich unter www.heibel-ticker.de/wheaton


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