Börsen Investoren Sentiment – Angst vor zweiter Welle belastet

Die Stimmung ist eingebrochen, gleichzeitig macht sich aber Optimismus breit. Vor der zweiten Coronawelle scheinen Anleger wenig Angst zu haben, wie die Sentimentanalyse in Kapitel 03 meiner neuen Ausgabe zeigt. Ich gebe hier einen Einblick in die Auswertung der Umfrage Wertung und meine Interpretation dazu. Details finden Sie im vollständig frei zugänglichen Kapitel 03: https://heibel-ticker.de/heibel_tickers/1775#ch03

Letztlich dreht sich derzeit alles um die Gefahr einer zweiten Welle: In Deutschland sind wir ziemlich gut aufgestellt, doch auf dem amerikanischen Kontinent sind die Corona-Zahlen noch immer erschreckend hoch. So erklärt sich auch der Anstieg des DAX sowie des Euro-Wechselkurses gegenüber dem US-Dollar aus den vergangenen Wochen: Internationale Anleger treiben den DAX in die Höhe, weil Deutschland die Corona-Pandemie im Griff zu haben scheint.

Doch diese Überzeugung erhielt in der nun abgelaufenen Woche erste Kratzer: Auch in Deutschland werden wieder steigende Corona-Fallzahlen berichtet – wenngleich auf niedrigem Niveau. Und die BIP-Zahl aus unserem zweiten Quartal zeigt, dass der gute Umgang mit der Corona-Pandemie ihren Preis hat. Diese Erkenntnis hat nun den DAX in der abgelaufenen Woche um 4% korrigieren lassen. Waren vor einer Woche noch neue Allzeithochs im Gespräch, so sind die Augen nun gen Süden gerichtet, ein Boden wird gesucht.

Es ist nicht verwunderlich, dass sich die Stimmung unter den Anlegern vor dem Hintergrund dieser Entwicklungen deutlich eingetrübt hat. Die wenigen Anleger, die vor einer Woche noch ausgelassen das hohe Kursniveau feierten, klagen nun über ihren Kater: Das Sentiment unserer Umfrageteilnehmer ist von neutral auf -3,1 gefallen. Ab Werten von -4 spreche ich von Extremwerten, die für eine Bodenbildung hilfreich sind. Wir sind also nicht mehr weit davon entfernt.

Die Konsolidierung der vergangenen Tage ist gesund und macht den Weg frei für eine Fortsetzung der Rallye. Die Investitionsbereitschaft ist mit ordentlichem Optimismus hinterlegt.

Nicht nur der Umgang mit den Kontaktbeschränkungen ist in den USA anders als in Deutschland, auch die Wahrnehmung der Corona-Gefahr scheint sich zu unterscheiden. Die USA vermelden täglich neue Schreckenszahlen in Sachen Corona und so ist die Bevölkerung verunsichert, wie wir an der Stimmung der Privatanleger ablesen können, doch Profis setzen bereits darauf, dass Besserung in Sicht ist und die Aktienmärkte dann weiter stützen wird.

In Deutschland haben wir einen schönen Sommer gehabt, in dem viele Vorsichtsmaßnahmen abgelegt werden konnten, doch nun schaut man ängstlich auf die Entwicklung der kommenden Wochen. Nach der Feier des Zwischenerfolgs über die erste Welle kommt nun Angst vor einer zweiten Welle auf. Profis ziehen sich daher frühzeitig aus dem Markt zurück, während Privatanleger nach der aktuellen Konsolidierung schon beherzt zugreifen.

Vor einer Woche schrieb ich, dass Privatanleger meistens die letzten sind, die zur Party, bei uns also in die Rallye einsteigen. Genau das könnte nun geschehen. Der letzte stürmische Kursanstieg unserer Rallye steht noch aus und es ist noch offen, ob Profis derzeit zu früh verkaufen, oder aber ob die Vorsicht angemessen ist. Denn selbst wenn nach der Konsolidierung die Rallye wieder an Fahrt gewinnt, ist noch lange nicht erwiesen, dass es diesmal gelingen wird, neue Allzeithochs zu erklimmen.

Um 10 % ist das BIP im abgelaufenen Quartal coronabedingt geschrumpft. Uns wurde dieser Tage vor Augen geführt, wie stark der Lockdown die Wirtschaft schädigen kann. entsprechend sensibel werden derzeit die Entwicklungen der Corona-Infektionen beobachtet. Corona ist an der Börse das wichtigste Thema. Der US-Präsidentschaftswahlkampf, Quartalszahlen, US-chinesischer Auseinandersetzung und US-Truppenabzug in Deutschland und viele andere Themen werden zu Nebensachen.


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