Erleichterung nach kurzem Rücksetzer, aber Rücksetzer für viele Anleger zu schnell vorbei

Die Stimmung unter den Anlegern hat sich beruhigt, nachdem der überfällige Rücksetzer den einen Anleger in den Markt gelassen hat und anderen ermöglichte, Shortpositionen zu schließen. Derzeit besteht kein Ungleichgewicht mehr, so dass aus dem Sentiment letzter Woche keine künftige Richtung abgeleitet werden kann.

Übers vorletzte Wochenende war der DAX kräftig zurückgekommen: am Montag 15. Juni startete der DAX bei 11.625 Punkten, Pessimisten hatten die Gelegenheit, ihre Leerverkäufe einzudecken. Und diejenigen, die auf einen Rücksetzer zum Kaufen warteten, kamen ebenfalls zum Zuge. Es ging natürlich sehr schnell, so dass nicht alle Kaufwünsche schnell genug umgesetzt wurden. Doch immerhin.

So hat der DAX im Wochenvergleich 4% zulegen können. Im Vergleich zum Wochentief liegt die Erholung sogar bei 7%. Die Weltuntergangsstimmung, die wir Ende der vorletzten Woche noch unter den Anlegern gemessen haben, ist verflogen. Die Korrektur war zu kurz, um alle Anleger mitzunehmen, doch ein Teil konnte die Korrektur nutzen, um sich neu zu positionieren.

Die Profis hingegen, die sich über die Eurex absichern, haben ihre Long-Positionen geschlossen und kauften große Absicherungspositionen. Das Put/Call-Verhältnis ist binnen weniger Tage von extrem niedrigem auf ein extrem hohes Niveau gesprungen. Institutionelle Anleger haben Angst!

Details zu den Ergebnissen gibt es in Kapitel 03 meiner aktuellen Ausgabe. Nachfolgend gebe ich einen Einblick in meine Interpretation der neuen Ergebnisse. Die komplette Interpretation finden Sie ebenfalls im frei zugänglichen Kapitel 03: https://heibel-ticker.de/heibel_tickers/1764#ch03

Der Rücksetzer an den Aktienmärkten hat bei vielen Anlegern ein wenig für Erleichterung gesorgt. Das ist deutlich in unserer Stimmungsumfrage ablesbar. Doch alles ging viel zu schnell, als dass alle Anleger ihre Vorstellungen umsetzen konnten. Somit bleibt ein kleiner Schiefstand, wenngleich der Schiefstand nunmehr deutlich kleiner ist.

Nachdem wir aus den Sentimentdaten in den Vorwochen die Gefahr eines Rücksetzers abgeleitet haben, lässt sich dies nunmehr nicht mehr so eindeutig sagen. Die Stimmung ist neutral, die Erwartung moderat bärisch und die Positionierung nicht mehr so schief wie noch vor zwei Wochen. Die Sonne scheint, Ferien stehen vor der Tür – mein Sohn hatte coronabedingt vorzeitig bereits seinen letzten Schultag und vielleicht nehmen auch die Aktienmärkte in den nächsten Wochen mal den Gang raus, laufen vielleicht einfach nur seitwärts mit moderaten Ausschlägen nach oben und unten.

Wie immer kann ich diese Aussage natürlich leider nicht so stehen lassen: Die Sentimentanalyse liefert uns manchmal Hinweise, in welche Richtung der größere Druck auf dem Markt lastet. Die heutige Aussage lautet: Derzeit kein besonderer Druck. Das schließt natürlich nicht aus, dass die Aktienmärkte bei guten Konjunkturdaten weiter nach oben laufen.

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