Wirecard in den letzten 7 Tage – Heibel-Ticker Update Verlauf

Seit letzter Woche geht es wieder hoch her bei Wirecard. Meine spekulative Position wurde bei 85 EUR ausgestoppt. Wer möchte, kann weiterhin investiert bleiben oder eine Spekulation eingehen. Ich werde das Theaterstück weiter von der Seitenlinie anschauen und immer wieder Updates dazu veröffentlichen.

In meinem Heibel-Ticker habe ich 4 Updates in den letzten 7 Tagen zu Wirecard veröffentlicht. Hier gebe ich jetzt kurze Einblicke in die Updates. Die kompletten Updates gibt es im Heibel-Ticker PLUS Bereich.

„Stopp Loss hat gezogen, Aktie verkauft“ + 07.05.2020, 08:24

Inzwischen haben zwei institutionelle Großaktionäre (Fonds) offen Kritik am Verhalten von CEO Markus Braun geübt und seine Position an der Spitze des von ihm gegründeten Unternehmens in Frage gestellt.

Meine Lehre daraus: Mag sein, dass das Geschäftsmodell in Wirklichkeit 200 Euro je Aktie wert ist, doch mit einem CEO, der sich der Kritik nicht stellt, kann der Wert nicht gehoben werden.

„Wirecard: Es bleibt spannend“ + 05.05.2020, 11:49

Kaum eine andere Aktie ist mit so viel Spannung beladen, wie Wirecard: Nachdem der KPMG-Bericht ein Freispruch lediglich mangels Beweise ergabt, sammeln die Kritiker Ungereimtheiten. So ist heute ein weiterer Artikel in der Financial Times erschienen, in dem nochmals auf die Probleme hingewiesen wird: für knapp 1 Mrd. Euro Um Satz hat Wirecard nicht die entsprechenden Kunden nachweisen können, was jedoch im Sinne des Geldwäschegesetzes geboten sei. Zudem habe der Treuhänder, der diese Summe vorübergehend durch seine Konten laufen ließ, zeitgleich mit der Aufnahme der Sonderprüfung durch KPMG den Dienst quittiert und stehe auch nicht mehr für Rückfragen zu Verfügung. Und, und, und…

… Somit sind wir nun doch wieder in einem Dilemma: Auf der einen Seite hält der Analyst der HSBC, genau wie ich, an dem hohen Wert des Geschäftsmodells von Wirecard fest. Auf der anderen Seite gibt es jedoch derzeit noch immer eine Menge Ungemach, das den Kurs daran hindert, sich von den 85 Euro zu lösen. Und leider kann ich es nicht ausschließen, dass der Kurs bei der nächsten Hiobsbotschaft oder auch im Rahmen einer allgemeinen Marktschwäche die 85 Euro noch nach unten durchbricht.

Bitte also weiterhin den Stopp Loss bei 85 Euro belassen. Es bleibt eine kurzfristige Spekulation.

„Wirecard: Stopp Loss auf 85 EUR setzen“ + 29.04.2020, 09:56

Der Kurs ist heute früh weiter stark eingebrochen, erholt sich aber derzeit ein wenig. Ich würde unsere Spekulation mit einem Stopp Loss bei 85 Euro absichern. Wer an dieser hochspekulativen Geschichte Interesse hat, kann auch heute noch einsteigen. Doch es sei nochmals gesagt: Es ist eine Spekulation! Ich habe keine Ahnung, wie sich die Sache in den kommenden Tagen entwickeln wird.

… Fakt ist: Wir wissen nicht, was los ist und Ungewissheit wird an der Börse tödlich. Die Bilanzpressekonferenz, die für morgen angesetzt war, wird verschoben. Der Wirtschaftsprüfer Ernest & Young (EY) muss die Zahlen für 2019 mit einem Bestätigungsvermerk versehen und wird diese Bestätigung nun sehr genau überprüfen hinsichtlich der im KPMG-Bericht aufgeworfenen Fragen.

Die nächste Frage ist nun: Wie werden sich institutionelle Anleger verhalten? Halten Sie Wirecard die Stange oder liquidieren sie ihre Position? Institutionelle Anleger müssen die ESG-Standards befolgen: Die Unternehmen, in die sie investieren, müssen ökologisch und sozial verantwortungsvoll handeln. Ist das für Wirecard der Fall, wenn über das Geldwäschegesetz diskutiert wird? Gegebenenfalls müssen institutionelle Anleger ihre Wirecard-Position liquidieren. In diesem Fall gibt es keinen fundamental auszurechnenden fairen Kurswert mehr.

„Wirecard: Kaufen, Spekulation auf Überlebensfähigkeit des Geschäftsmodells“ + 28.04.2020 – 16:30

Ich würde diesen Ausverkauf nutzen und eine spekulative Position in Wirecard aufbauen. Dafür habe ich die folgenden Gründe:

  1. Wirecard macht auch 2018 und 2019 gute Geschäfte,
  2. die japanische Softbank hat Wirecard als Partner ausgewählt und dürfte dadurch aus dem Softbank-Netzwerk weitere Neukunden zuführen,
  3. Es gibt niemanden, der aus dem Geschäft heraus „geschädigt“ ist. Zumindest klagt niemand, dass ihm Geld fehle.
  4. Es geht letztlich nur um Aktionäre, die sich hier bis aufs Messer bekriegen.

Unter 100 Euro, wie aktuell, ist die Aktie also ein Schnäppchen, bei dem ich nun zuschlagen würde.


Weitere Updates gibt es wie gewohnt freitags zusammengefasst in jeder neuen Ausgabe und während der Woche per Mail und SMS: www.heibel-ticker.de


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