Aktienanalyse: IPO von General Motors falsch und zu früh

So, nun haben wir den Salat: General Motors geht zurück an die Börse. Ein 500-seitiger Zulassungsprospekt informiert umfassend über die Vergangenheit und die Zukunftspläne des einstigen Giganten. Was Sie darin allerdings nicht finden, ist die Erklärung für den in meinen Augen viel zu frühen Zeitpunkt. Außerdem verwundert es, dass der IPO durch die allzu verhassten Banken durchgeführt wird, anstatt dem Beispiel Googles zu folgen und eine holländische Auktion, in der die Aktien meistbietend versteigert werden, abzuhalten. Ich denke, Obama hat von dieser Möglichkeit wohl noch nie was gehört, denn ansonsten würde er dieses lukrative Geschäft an den Emmissionsbanken vorbeiführen.

Auch sehe ich den Grund für den frühen IPO in Obamas Situation: Er steht zeitlich unter Druck und möchte noch vor den Novemberwahlen die Rettung von GM als persönlichen Erfolg verbuchen, bei dem die Banken zudem noch sehr gut verdient haben. GM allerdings hat gerade erstmals wieder gute Ergebnisse veröffentlicht. Den richtigen Zeitpunkt für einen Börsengang sehe ich aber erst nach mindestens vier profitablen Quartalsergebnissen. Nun steht uns mit einem zweistelligen Milliardenvolumen einer der größten IPOs in der Geschichte bevor.

Ich gehe davon aus, dass die Emmissionsbanken an der Wallstreet den Löwenanteil einstreichen und die Kleinanleger leer ausgehen werden. Ich fürchte, dass die US-Regierung, die derzeit 6% der GM-Anteile hält, einen kräftigen Kursabschlag für den viel zu frühen IPO akzeptieren muss.

Wenn ich also auf den GM-Börsengang angesprochen werde, sage ich, dass er aus politischen Gründen (Novemberwahlen) zu früh stattfindet (noch keine nachhaltigen Gewinne) und eine Beurteilung der strategischen Neuausrichtung (Elektroautos) noch nicht erfolgen kann. {weiter[40|9]}

Hi I'am Stephan Heibel

Herausgeber des Heibel-Ticker Börsenbriefs

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