Gilde hat ein Übernahmeangebot über 2,50€ je Aktie unterbreitet.
Das Übernahmeangebot liegt auf dem Tisch, 53% der Anteilseigner werden dem zustimmen. Wer die Aktie hält, hat Glück gehabt und sollte dieses Glück nun versilbern. Denn ob das Übernahmeangebot nun noch ein paar Cent nach oben korrigiert wird, ist sehr ungewiß und würde einen langen Zeitraum in Anspruch nehmen. Da ist jetzt ein guter Zeitpunkt zum Verkaufen.
Prof. Issing hat sich in einem überraschend offenen Artikel über die europäische Politik beschwert. Seiner Ansicht nach werde die Geldwertstabilität des Euros durch die Politik gefährdet und selbst Deutschland, als größter Verfechter einer stabilen Währung, drohe einzuknicken. Der Artikel ist sehr lang, aber absolut lesenswert:
Die Europäische Währungsunion (Euro) erfordert unbedingt eine Koordination / Kontrolle der Politik auf europäischer Ebene. Unser Verfassungsgericht hat die Währungsunion nur deshalb für verfassungskonform erklärt, weil mit der “no-bail-out” Klausel, sowie den festen Defizit-Grenzen, eine stabile Währungspolitik erfolgen kann. Doch genau diese beiden Regeln werden seit 2003 systematisch von unseren gewählten Politikern ausgehöhlt und umgangen. Eine Fortsetzung dieser Politik führe zu einer systematischen Subventionierung von Ländern, die “strikte Vorschriften” missachten.
Die einheitliche europäische Geldpolitik durch die EZB müsse durch nationale wirtschaftspolitische Änderungen ergänzt werden, um Fehlentwicklungen zu vermeiden. Dies müsse notfalls, wenn die nationale Politik dazu nicht in der Lage ist (siehe Griechenland, Portugal, Spanien, …), durch ein europäisches Kontrollgremium angeprangert werden oder durch automatisierte Strafen sanktioniert werden.
Wer nicht früh anprangert oder sanktioniert, wird in der Regel später, wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist, keine harten Strafen durchsetzen, sondern eben, wie wir dies in diesen Tagen sehen, Hilfspakete schnüren, “einmalige” Transfers verabschieden oder in anderer Art und Weise Geld in gerade die Länder senden, die Regeln gebrochen haben. Ein falscher Anreiz.
Es wird gefordert, den politischen Prozess zu unterstützen, an dessen Ende eine europäische Kontrolle oder Sanktionierung der Defizitsünder steht. Dieses europäische Gremium müsse ebenso unabhängig von der Politik sein, wie es heute schon die EZB ist.
Endlich hat Prof. Issing einmal klare Worte gefunden. Seine “Kooperation” mit Frau Merkel, das gemeinsame Lächeln und Händeschütteln vor laufender Kamera ließ teilweise vermuten, dass Prof. Issing die Linie von Angela Merkel unterstütze. Doch mit diesem Essay kritisiert er die aktuellen politischen Entwicklungen auf’s Schärfste.
Kizoo hat sich von den Anteilen der United Internet getrennt und konnte somit das günstige Kursniveau nutzen, bevor die Aktien der United Internet in den vergangenen Tagen korrigierten. Meine Spekulation von damals, wir hatten schon im Juni 2009 und April 2010 Kizoo zu € 5,80 empfohlen, ist somit aufgegangen.
6-Monatschart Kizoo
Nun müsste ich eine neue Bilanzanalyse durchführen, um das nunmehr aktuelle faire Kursniveau zu ermitteln. Ich nehme an, dass dies noch ein wenig über € 9,15 liegen könnte, andernfalls würde man kein solches Übernahmeangebot unterbreiten. Doch die Kurschance ist damit ausgespielt und alles, was über € 9,15 hinaus noch an Gewinn erzielt werden kann, ist meines Erachtens die Zeit nicht wert. Kann sein, dass in einem halben oder ganzen Jahr nochmals etwas nachgelegt wird, kann sein, dass der Kurs noch ein wenig steigt … aber in dieser Zeit können Sie in anderen Aktien deutlich größere Chancen verfolgen, als durch das Warten auf ein paar Cent im Rahmen einer Abwicklung. Ich würde das Rückkaufangebot also annehmen.
mich würde Ihre Einschätzung zu Rohstoffen (Bergbau) interessieren, hier vor allem Lundin mining.
Vielleicht lässt sich kurz mal etwas im Börsenbrief sagen.
Gruss, Martin aus Hirschau
6-Monatschart Lundin mining ANTWORT:
Gemeinsam mit Freeport McMoRan, einem Branchenriesen, wird im Kongo eine Kupfermine erschlossen. Da im Kongo derzeit keine so recht stabile Regierung vorhanden ist, werden solche Projekte oftmals neu verhandelt oder ganz in Frage gestellt. Dies geschah in den letzten drei Jahren mit dem Tenke-Projekt im Kongo. Nun wurde endlich eine Vereinbarung getroffen, die der staatseigenen Firma Gecamines einen Anteil von 20% zusichert, Freeport und Lundin mussten entsprechend Anteile abgeben.
Ohne die Zahlen zu kennen, kann ich mir gut vorstellen, dass diese Einigung der Knoten für Lundin ist, der nun endlich geplatzt ist. Die Aktie hat bereits 25% zugelegt. Der Freudensprung ist damit erfolgt, doch ich könnte mir gut vorstellen, dass sich das Unternehmen nunmehr in den nächsten Monaten weiter positiv entwickeln wird.