September 2010



Hallo Herr Heibel,

ich bin seit längerem ein treuer Leser des Heibel-Ticker Plus. Ich möchte für die Zukunft in Lithium investieren. Aktien sind mir zu spekulativ. Ich habe einen Fond entdeckt, der die größten 25 Lithium-Unternehmen beinhaltet:

Structured Solutions Lithium LU0470205575.

Wie ist Ihre Meinung zu dem Thema? Sehen Sie gute Chancen für die Branche bzw. für den Fond?

Dankeschön, mit freundlichen Grüßen, Jens aus Tettnang

6-Monatschart Structured Solutions Lithium

ANTWORT:

Ich halte nicht viel davon, Risiken dadurch zu verkleinern, indem man sich keine Meinung über die Teilnehmer eines Marktes bilden möchte. Wenn Sie von dem Lithium-Markt überzeugt sind, dann sollten Sie sich ein paar Unternehmen davon anschauen. So werden Sie sicherlich zwei oder drei Favoriten finden, die Sie sodann in Ihr Depot nehmen können. Ich bin sicher, dass Sie mit diesem Vorgehen besser fahren werden als mit dem Kauf eines solch teuren Produktes. Hier die Liste der 25 enthaltenen Unternehmen:

Unternehmen                                                    ISIN
Sociedad Quimica y Minera de Chile SA    US8336351056
FMC Corp                                                         US3024913036
Rockwood Holdings Inc                                US7744151033
Avalon Rare Metals Inc                                 CA0534701002
Galaxy Resources Ltd                                     AU000000GXY2
Reed Resources Ltd                                        AU000000RDR5
GlobeStar Mining Corp                                  CA37958J1021
American Lithium Minerals Inc                  US0272631021
Western Lithium Canada Corp                    CA9585471019
Orocobre Ltd                                                   AU000000ORE0
Canada Lithium Corp                                    CA1351201035
Lithium One Inc                                              CA5368061027
TNR Gold Corp                                               CA87260X1096
Latin American Minerals Inc                       CA51827X1015
Nortec Ventures Corp                                   CA6565511087
Linear Metals Corp                                       CA5356711013
Rodinia Minerals Inc                                   CA77487Q1028
North Arrow Minerals Inc                          CA6572801034
Channel Resources Ltd                               CA15916P1053
First Lithium Resources Inc                      CA3207281088
Etna Resources Inc                                      CA2977161025
Rock Tech Resources Inc                           CA7727381005
First Gold Exploration Inc                         CA3203771041
Solid Resources Ltd                                     CA83422D1078
Candorado Operating Company Ltd       CA13747P1053

Grundsätzlich finde ich den Markt interessant, habe mir aber noch keine fundierte Meinung zu den einzelnen Unternehmen gebildet.

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Mit Berlin und Dresden als Schwerpunkt ist Gagfah die größte deutsche börsennotierte Immobiliengesellschaft. Allerdings ist der Firmensitz in Luxemburg, wie die Rechtsform S.A. zeigt.

6-Monatschart Gagfah S.A.

In den nächsten drei Jahren müssen 6 Mrd. Euro an Krediten refinanziert werden. Das Unternehmen gab bekannt, die Dividende um 0,20 auf 0,60 Euro zu kürzen, um sich für neue Kreditverträge in eine bessere Verhandlungsposition zu bringen. Dieser sicher sinnvolle Schritt war von Analysten schon lange eingefordert worden, denn die Dividende wurde in der Vergangenheit nicht aus dem freien Cashflow gezahlt, sondern aus Reserven, die nun aufgebraucht sind.

Logische Folge der angespannten Finanzsituation ist der Verkauf einer Reihe von Immobilien. Dadurch sinken die Mieteinnahmen, dennoch konnte der Gewinn  recht stabil gehalten werden. Für das laufende Jahr wird ein KGV von 14 erwartet, ein stolzes Kursniveau, wie ich angesichts des rückläufigen Umsatzes und der schrumpfenden Dividende finde. Dennoch sprechen wir noch immer von einer Dividendenrendite von über 10%. Dies spiegelt zwar die Ambitionen des Unternehmens wieder, als Cashcow eine hohe Dividende auszuschütten. Doch durch die jüngste Dividendenkürzung dürfte das Vertrauen der Anleger zunächst einmal gestört sein. Ich würde also sagen: Attraktiver Dividendentitel mit hohem Risiko.

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Der kanadische Flugzeug- und Eisenbahnbauer verzeichnet im laufenden Jahr einen Umsatz- und Gewinnrückgang. Daher ist das KGV 10e von 12 recht ambitioniert. Jedoch wird bereits für das kommende Jahr ein Umsatzwachstum von 5% erwartet, der Gewinn soll nach Analystenmeinung um 20% anwachsen. So würde das KGV 11e bei 10 landen. Bei 19 Mrd. Euro Jahresumsatz sind die Nettoschulden in Höhe von 1 Mrd. Euro sehr gering. Die Dividendenrendite von 2% ist jedoch auch nicht besonders appetitanregend. So würde ich Bombardier als fair bewertet bezeichnen.

6-Monatschart Bombardier

Die Flugzeugbranche zieht meiner Erwartung nach an. In den vergangenen Jahren fand ein Konsolidierungsprozess statt. Gleichzeitig steigt das durchschnittliche Einkommen in den Schwellenländern und immer mehr Menschen können sich Flüge leisten. Ich erwarte für die Flugzeugbranche einen mehrjährigen Aufschwung, Boeing und EADS sind bereits bestens für diesen Aufschwung positioniert. Der weltweit drittgrößte Flugzeugbauer Bombardier wird ebenfalls ein Scheibchen von dem Aufschwung abbekommen.

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Seit Jahren tobte der Streit zwischen dem staatlichen Lotto/Toto Monopol und den privaten Wettspielanbietern. Stoisch behauptete der deutsche Staat, Wettspiele machen süchtig und gehörten daher unter staatliche Kontrolle. Mit dieser „Kontrolle“ verstand der Staat aber leider lediglich das Verbot jedes privaten Anbieters.

Im Heibel-Ticker konnten Sie lesen, wie Tipp24 daher nach England ausgewandert war und von dort aus über das Internet Glücksspiele anbot. Mit diesem rechtlich sehr komplizierten Konstrukt konnte Tipp24 auch kaum Werbung machen, so dass nach wie vor der Löwenanteil der Wetteinnahmen über die staatlichen Betreiber generiert wurde.

6-Monatschart Tipp24

Nun hat sich der Europäische Gerichtshof mit dem Thema befasst und entschieden, dass in Deutschland das staatliche Monopol nicht gerechtfertigt sei. Der deutsche Staat mache Werbung für Glücksspiele, was einer Suchtvermeindung nicht gerade förderlich ist. Somit wird er auch dem Auftrag der Suchtvermeidung nicht gerecht. Bis zu einer Neuregelung dürfen nun also auch private Anbieter in Deutschland Wettspiele anbieten und bewerben.

Nun ist das Gejammer der Politik groß, denn über die Einnahmen werde der Breitensport finanziert. Dies Argument wurde plötzlich in Folge der Entscheidung aus dem Hut gezaubert. Das Argument ist mir völlig neu und darüber hinaus auch nicht unbedingt stichhaltig: Die Einnahmen des Staates sind nicht zweckgebunden, es handelt sich um eine von vielen Einnahmequellen, die nun angegriffen wird. Darüber, wie viel davon in die Förderung des Breitensports (insbesondere kleine Sportvereine mit unpopulären Sportarten) fliest, sind mir keine Zahlen bekannt.

Davon abgesehen steht es unserer Regierung nun frei, den privaten Betreibern von Glücksspielen und Wetten aufzuerlegen, einen bestimmten Anteil der Einnahmen in die Förderung des Breitensports zu stecken. Das wäre dann in meinen Augen eine sinnvolle und faire Organisation einer solchen Förderung. In Frankreich wird dies bereits erfolgreich praktiziert.

Näheres über den Profiteur der EuGH-Entscheidung lesen Sie im Heibel-Ticker Börsenbrief.

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