Mai 2010



Aufgrund mehrerer Leserfragen hier nochmals meine Vorgehensweise auch bei kleineren Anlagebeträgen:

1. Ich gebe Hintergrundinformationen und Denkanstöße, die zum eigenverantwortlichen Investieren anregen sollen. Auch ich kenne nicht den einen Tipp, der uns alle reich macht. Sie müssen schon selbst entscheiden, welche Investmentidee Ihnen am besten gefällt.

2. Es ist nicht damit getan, einmalig sein Geld in eine Aktie anzulegen und dann abzuwarten. Vielmehr beginnt die Arbeit erst mit dem Kauf einer Aktie, denn Sie müssen permanent auf dem Laufenden bleiben, wie sich das Unternehmen entwickelt um zu gegebener Zeit den günstigen Verkaufszeitpunkt nicht zu verpassen.

3. Auch mit 8.000 Euro können Sie schon eine sinnvolle Risikostreuung in Ihrem Portfolio umsetzen. Ich würde also mindestens fünf verschiedene Aktien kaufen, damit nicht mein ganzes Geld von nur einem Unternehmen bzw. nur von der Goldentwicklung abhängig ist.

4. Der Kurseinbruch dieser Tage zeigt, dass man günstige Aktien häufig zu einem anderen Zeitpunkt “noch günstiger” bekommen kann. Da würde es einen ärgern, wenn man schon sein ganzes Geld in einem Schritt investiert hätte. So pflege ich stets in mehreren Schritten einzusteigen. Ich würde die 8.000 Euro also nicht an einem Tag einsetzen, sondern über mehrere Wochen verteilt schrittweise verschiedene Aktien kaufen.

Ich weiß nicht, ob Sie sich so intensiv mit der Geldanlage beschäftigen wollen. wenn Sie die notwendige Zeit nicht aufbringen wollen (ich würde mal 5 Stunden pro Woche veranschlagen), dann ist vielleicht wirklich ein Fonds die bessere Alternative für Sie. Dort zahlen Sie zwar Fondsgebühren, dafür machen aber Fondsmanager die Arbeit, die ich hier beschrieben habe, für Sie. Manche besser, manche schlechter – die Auswahl des Fonds ist eine andere Wissenschaft, der ich mich nicht verschrieben habe.

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Die Graphik zeigt die Entwicklung der Immobilienpreise im Verhältnis zu ihren jeweiligen Buchwerten an.

Sicher haben Sie das in den letzten Wochen ebenfalls gehört: China hat restriktive geldpolitische Maßnahmen ergriffen und nun fürchtet man, dass dies zu einem Crash im Immobilienmarkt Chinas führt. Schauen wir uns die Vorgänge einmal näher an:

Seit April 2009 ist sich die chinesische Regierung der ansteigenden Immobilienpreise bewusst. Es wurden bereits mehrere Versuche unternommen, das Wachstum im Immobiliensektor einzugrenzen, doch bislang nur mit mäßigem Erfolg. Nun wurde vor wenigen Wochen die Mindestreserve für Banken auf 17% angehoben, nirgends sonst ist sie so hoch. Zusätzlich wurde eine Reihe von individuellen Programmen aufgelegt, die in die Kreditvergabe an Häuslebauer eingreifen. Insbesondere wurden detaillierte Programme für private und selbst genutzte Immobilien eingeführt. Wer zum ersten Mal ein Haus kauft kann nach wie vor auf günstige Finanzierungskonditionen zugreifen. Für Spekulanten, für Immobilienkäufer, die nicht selbst in die Immobilie einziehen sowie für diejenigen, die bereits mindestens zwei Immobilien besitzen, sind die Finanzierungsbedingungen jedoch schlechter geworden.

Die Folge insbesondere in Städten ist dramatisch: Berichten zufolge kam der Immobilienmarkt zum Stillstand. Getätigte Käufe mussten storniert werden, weil die Finanzierung nicht mehr gesichert werden konnte. Das Umsatzvolumen des Immobilienmarktes sank um bis zu 70% (je nach Region, in ländlichen Regionen jedoch nicht so stark).

Dem Volumeneinbruch wird nun auch ein Preiseinbruch folgen. So rechnet man mit einem Preisrückgang vorübergehend um bis zu 35%, bis zum Jahresende dürfte sich die Reaktion jedoch wieder teilweise ausgleichen und der Preisrückgang nur noch 20% betragen.

Im Vergleich zur Finanzkrise 2007 bis 2009 ist die nun zu erwartende Immobilienmarktkorrektur sehr gering. Von einer Gefahr für die Weltwirtschaft würde ich aufgrund dieser Zahlen nicht sprechen.

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Sehr geehrter Herr Heibel,

ich bin hin und weg über Ihre “Schleusen-Gedanken” im letzten Ticker, die sich wohl zu öffnen hätten und die prompt zur Realitaet wurden !
Ob Frau Merkel und die anderen massgeblichen Herren wohl den Heibel-Ticker lesen?

Auch finde ich Ihre Internet-Benachrichtigungen einfach spitze!
Vielen Dank dafuer, Petra aus München

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In Deutschland hat das Unternehmen in jeder namhaften Einkaufspassage ein Geschäft, Wachstum erfolgt durch Expansion im Ausland. Derzeit insbesondere in Osteuropa. Doch derzeit weist das Unternehmen Wachstumsraten von nur 3% aus. Wenn man die bestehenden Ladenflächen betrachtet, ist der Umsatz sogar um 2% zurückgegangen (Zahlen wurden diese Woche veröffentlicht).

6-Monats-Chart Bijou Brigitte

Damit ist Bijou Brigitte kein Wachstumsunternehmen, es eröffnet neue Filialen, um das Niveau zu halten. Für das laufende Jahr wird ein Umsatzanstieg von 4% angestrebt, es wird schwer, dieses Ziel zu erreichen.

Auf der anderen Seite sitzt das Unternehmen auf 160 Mio. Euro Cash, die Dividendenausschüttung lässt eine Rendite von 5,9% erhoffen.

War Bijou Brigitte bis vor kurzem also noch ein Wachstumsunternehmen, so wird die Aktie nun zu einem “langweiligen” Dividendentitel. Der Kurs gerät durch die Änderung der Aktionärsstruktur (weniger Zocker, mehr Rentner) kurzfristig unter Druck, ich würde mir mittelfristig allerdings aufgrund der Dividendenrendite keine Sorgen machen.

Dennoch: Das Kurswachstum wird bescheiden bleiben. Es ist nun ein Dividendentitel.

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Sehr geehrter Herr Heibel,

an dieser Stelle möchte ich Ihnen einmal ganz herzlich danken für Ihre
vielen nützlichen, kompetenten, individuellen Tipps, Einschätzungen und  Analysen, die mir geholfen haben, die Börse etwas besser zu verstehen bzw. einzuschätzen und manchen Gewinn ermöglicht und aber auch Verluste eingeschränkt haben.

Liebe Grüße aus Hennef, Sigurd

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Sehr geehrter Herr Heibel,

Ihre Art zu schreiben gefällt mir total gut!

Ich empfinde Sie als sehr vertrauenerweckend, offen und klar, nüchtern und humorvoll. Bin froh, daß ich Sie auf einer der vielen Seiten gefunden habe. Meine Orientierungsversuche in diesem Dschungel waren nicht immer so befriedigend und haben mich auch einiges gekostet.

Vielen Dank! Mechthild aus Bonn

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In unserer Beobachtungsliste befinden sich viele US-Werte. Deren Aktienkurs wird in den USA in US-Dollar bestimmt. Anschließend wird dieser Kurs zum jeweiligen Kurs in Euro umgerechnet. Je weiter der Euro fallen sollte, desto höher würden die US-Aktien in Euro gemessen steigen, selbst wenn deren Kurs in US-Dollar gemessen konstant bleibt. Somit haben wir über unsere US-Aktien schon in meinen Augen eine ausreichende Absicherung gegen einen eventuellen Euro-Verfall.

Ob der Euro weiter fallen wird? Eines ist klar: Die Zeiten des festen Euros sind vorbei, eine schnelle Rückkehr unter die Maastricht-Kriterien ist nicht machbar. Daher erwarte ich weiterhin einen eher schwachen Euro. Mein Ziel ist 1,18 EUR/USD. Das ist aber keine Katastrophe, für die in Deutschland lebende Bevölkerung, denn sie lebt in Deutschland, bezieht ihr Einkommen in Euro und gibt es auch in Deutschland wieder aus. Dadurch wird der Euro-Verfall spät im Inland spürbar und mit eher moderaten Auswirkungen. (Inflation von vielleicht 4% statt 2%).

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