Die von mir vor zwei Wochen an dieser Stelle vorgestellte Tabelle über die Neuverschuldung (linke Achse) und die Gesamtverschuldung (untere Achse) im Verhältnis zum jeweiligen Bruttosozialprodukte des Landes wurde inzwischen in eine sehr schöne Graphik gefasst. Länder, deren Gesamtverschuldung höher als 60% ist und deren Neuverschuldung über 3% beträgt, können als gefährdet angesehen werden.
Eine Untersuchung hat ergeben, dass eine Gesmatverschuldung von 90% allein durch die Zinslast dazu führt, dass das Konjunkturwachstum um 1% gedrosselt wird. Hohe Steuern sowie nicht-investive Staatsausgaben sind eben unproduktiv.
In dieser Graphik nicht enthalten sind die Länder China, Indien und Brasilien, deren Neu- und Gesamtverschuldung jedoch sehr gering sind. Sie entwickeln sich aus dem “Schwellenland” heraus zu ernstzunehmenden Wirtschaftsnationen. Das Wachstum der Industrieländer kann aufgrund der hohen Verschuldung nicht mithalten.
Deutschland steht einmal mehr als Musterknabe da. Doch wie weit wir dies für unser Wirtschaftswachstum nutzen können, bleibt abzuwarten: Griechenland und Portugal werden um Hilfe rufen und es wird an Deutschland sein zu entscheiden, ob wir unsere nationalen Finanzen retten wollen, jedoch den Euro weltweit in Frage stellen lassen, oder ob wir einmal mehr in unseren tiefen Staatssäckel greifen um Griechenland zu retten – zu Lasten unseres Binnenwachstums.
Für den im August letzten Jahres verstorbenen US-Senator Ted Kennedy wurde gestern in Massachusetts ein Nachfolger gewählt. Seit 1972 ist Massachusetts eine Domäne der Demokraten und so war es eine Überraschung als der republikanische Kandidat kurz vor den Wahlen am gestrigen Dienstag plötzlich die Nase vorn hatte. Mit einem unverhältnismäßig hohen Kampagnenbudget hat er sich durch Dauerwerbesendungen an die Spitze katapultiert. Seit heute Nacht ist die Befürchtung Obamas nun zur Gewissheit geworden: Der Senatorensitz Kennedys geht nun an einen Republikaner.
Der US-Senat besteht aus 100 Senatoren und für wichtige Entscheidungen ist eine Mehrheit von 60 zu 40 erforderlich. Bis gestern hatten die Demokraten 60, die Republikaner 40 Stimmen. Nun hat sich das Verhältnis auf 59 zu 41 verändert und die Republikaner können Obamas Reformstreben blockieren.
Dies wird sich insbesondere auf die Gesundheitsreform auswirken. Als Obama vor einem Jahr das Präsidialamt übernahm wurde ein ehrgeiziger Plan für die Gesundheitsreform geschmiedet, dessen Umsetzung bis zu den nächsten Kongresswahlen im November dieses Jahres vorgesehen war. Der Tod Kennedys war in diesem Plan nicht enthalten und noch weniger hatte man damit gerechnet, einen republikanischen Nachfolger im Senat begrüßen zu müssen. Die Gesundheitsreform, die schon in den vergangenen Monaten immer weiter zusammengestrichen wurde, dürfte damit zum Scheitern verurteilt sein.
Obama hatte vorgesehen teure (patentrechtlich geschützte) Medikamente für die Allgemeinheit erschwinglich zu machen. Dies hätte Generika-Herstellern geholfen, der Pharmabranche war dies jedoch ein Dorn im Auge. Die Pharmabranche hat hohe Entwicklungs- und Zulassungskosten getragen, um neue Medikamente auf den Markt zu bringen. Die Patentrechte schützen sodann die Einnahmen, damit die Anfangsinvestitionen sich auch gelohnt haben. Nur so können Pharmaunternehmen das notwendige Kapital beschaffen, um weiter zu forschen und auch in Zukunft wieder lukrative und hoffentlich auch gute Medikamente zu haben.
Durch den überraschenden Wahlsieg der Republikaner wird Obama seine Gesundheitsreform weiter zusammenstreichen müssen und am Ende wird nicht mehr viel von seinen Wahlversprechen übrig bleiben. Pharmaunternehmen jedoch werden von dieser Niederlage profitieren. Deswegen werden heute im Dow Jones Johnson und Johnson sowie Merck und Pfizer die Nase vorn haben, genau wie im DAX heute früh schon Merck, Fresenius und FMC die Liste der Tagesgewinner anführen.
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Bei aller Kritik am Verschuldungswahn unserer Bundesregierung muss auch einmal anerkannt werden, dass wir im internationalen Vergleich gar nicht so schlecht dastehen.
Der Euro wurde als Gegengewicht zum US-Dollar eingeführt und mangels einer realen Basis, wie früher beispielsweise die Golddeckung von Währungen, hat man beim Euro eine Kombination aus disziplinarischen Grenzen für die Haushaltsführung eingeführt. So darf die Neuverschuldung pro Jahr nicht 3% des jeweiligen Bruttosozialproduktes (BSP) übersteigen. Und die Gesamtverschuldung darf nicht über 60% des BSP steigen.
Deutschland, wie auch Frankreich und Italien und inzwischen auch die meisten anderen Eu-Mitgliedsländer, haben diese Grenzen bereits mehrfach gerissen. Der Jammer war groß und meiner Ansicht nach ist der Zorn der Bevölkerung auf die Politiker berechtigt. Denn hohe Schulden heute führen zu Inflation (also Abwertung unseres Vermögens) morgen. Meist liegen etwa fünf Jahre dazwischen.
Doch wenn Sie sich die Haushaltsdisziplin anderer Länder anschauen, dann steht Deutschland recht gut da. Während Deutschland statt der vorgegebenen 3% im Jahr 2009 4,2% neue Schulden machte, haben die US-Amerikaner ohne mit der Wimper zu zucken 12,5% ihres BSPs an neuen Schulden aufgenommen. In Großbritannien waren es 11,6%, in Japan 10,5% des jeweiligen BSPs.
Lediglich China und Australien zeigen eine ähnlich gute Disziplin und verfügen insgesamt über wesentlich weniger Schulden als Deutschland. Alle anderen Länder der Übersicht, selbst die EU-Mitglieder Italien und Frankreich, können mit Deutschland bei weitem nicht mithalten. Und wenn es um die zukünftige Disziplin geht, um einen Plan, die ausufernde Neuverschuldung zurückzuführen, dann steht Deutschland als einziges Industrieland weltweit da, das einen ausgeglichenen Haushalt in absehbarer Zeit erreichen will und kann.
Fazit: Wenn Ihnen der Aktienmarkt zu turbulent wird, dann ziehen Sie Ihr Geld aus dem Finanzsystem und stecken es am besten in Gold oder, wenn es unbedingt sein muss, in Bundesanleihen. Das Zinsniveau ist derzeit sehr tief, so dass Sie nicht davon ausgehen können, damit reich zu werden. Aber immerhin haben Sie in Deutschland mit den Bundesanleihen gute Chancen, den Wert Ihres Vermögens zu erhalten.
Freenet hat sich im Jahr 2009 erfolgreich von einigen Altlasten getrennt und kann nun im neuen Jahr 2010 das Kerngeschäft ausbauen. Zum Kerngeschäft gehören insbesondere die Vertragskunden, die wesentlich mehr Geschäft bringen als die Pre-Paid Kunden. Freenet wird sich auf diesen Bereich konzentrieren und allein dadurch die Gewinnmarge des Unternehmens bereits ein Stückchen nach oben schrauben. Die EBITDA-Marge lag bislang bei ca. 8,5% und sollte meiner Einschätzung nach im laufenden Jahr auf über 10% klettern.
Da es sich bei dem Geschäft von Freenet um ein Massengeschäft handelt, ist nicht mit übermäßig großen Zahlungsausfällen zu rechnen. Darüber hinaus ist die Zahlungsmoral von Handy-Vertragskunden sehr gut, da niemand seinen Draht zur Welt gefährden möchte. Eher werden weniger neue Kleider gekauft, als dass man seinen Handy-Vertrag gefährdet.
Das Unternehmen hat sich in den vergangenen Jahren mehrmals umstrukturiert und ist heute extrem schlank. Freenet hat nicht die Probleme einer Telekom, die mit dem rückläufigen Festnetzgeschäft zu kämpfen hat, sondern kann mit aggressiven Angeboten den margenstarken Handy-Markt bearbeiten. Ich kann mir daher gut vorstellen, dass die nunmehr neu strukturierte und schlankere Freenet in den nächsten Monaten Erfolge wird vermelden können, mit denen heute noch kaum ein Analyst rechnet.