Juli 2009



Ein Kunde schrieb mir diese Einschätzung zu QSC:

QSC hat ein eigenes, modernes DSL-Netzwerk aufgebaut und könnte meiner Erwartung nach in den nächsten Quartalen überproportionales Gewinnwachstum ausweisen. Hier die Gründe:

Die Bewertung im Vergleich zur Peer-Group ist günstig
Die Phantasie für das Unternehmen stimmt (Übernahme, Netzpartner, …)

Laut QSC ist das Netz fitt fuer die nächsten 10 Jahre. Man ist mit ihrer hochmodernen NGN sehr gut aufgestellt und das fängt an sich aus zu zahlen: Ab Anfang April wurden drei Neukunden bekanntgegeben: ADAC, ARAG, The Clud.

Der EBITDA Gewinn ist in den letzten Jahren rasant angewachsen, aber aufgrund hoher Investitionen (Netzerweiterung und Modernisierung zu SDHSL in 2007/2008) haben allerdings auch die Abschreibungen zugelegt. Interessant dabei ist, dass ein Grossteil der Investitionen rein kundenbezogen war: 2007 54 (44%) von insgesamt 112,9 Mio Euro, 2008 56,7 (62%) von insgesamt 91,4 Mio Euro.

Die kundenbezogen Investitionen werden in nur 2 Jahre abgeschrieben. Wenn man davon ausgeht, dass in 2009 die kundenbezogen Investitionen etwa 32 Mio Euro sein werden (also 4x Q1 2009), dann wird es 2010 ggü 2009 (54 -32 ) / 2 = 11 Mio Euro weniger an kundenbezogen Abschreibungen geben. 2011 würden diese dann weitere (56 – 32) / 2 = 12 Mio Euro ausmachen. Insgesamt werden in 2011 alleine die kundenbezogen Abschreibungen etwa 23 Mio Euro niedriger sein als in diesem Jahr, die ich insgesamt auf 66 Mio Euro schätze.

Die fallende Abschreibungen aus kundenbezogen Investitionen werden im Zukunft eine große Auswirkung auf das Ergebnis haben:

2010
EBITDA 95 Mio Euro, Abschreibungen 55 Mio Euro, Steuern + Zinsaufwand 5 bis max 10 Mio Euro, Reingewinn etwa 30 bis 35 mio Euro.

2011
EBITDA 110 Mio Euro, Abschreibungen 43 Mio Euro, Steuern + Zinsaufwand 5 bis max 10 Mio Euro, Reingewinn etwa 57 bis 62 mio Euro.

Bei ein KGV 2011 von 15 wäre das mit etwa 900 Mio Euro, oder 6,50 je Aktie zu bewerten. Wegen des Wachstums ist ein KGV von 15 allerdings eher niedrig.

Also ich bin davon überzeugt, dass dieses Unternehmen gewaltiges Potenzial hat, bzw. gewaltig unfair bewertet ist (das geht übrigens auch aus den Peer Groeup Vergelich vor).
Stand alone wie Sie sehen hat QSC ein enormes Gewinnpotenzial, und bei ein eventeuller Übernahme von QSC m.E. zusätzliche jährliche Synergieen von 10% oder mehr vom Umsatz.

Meine Einschätzung dazu:
Der Kurs ist seit Ihrer Einschätzung bereits kräftig angestiegen. Auf dem nunmehr neuen Kursniveau knapp unter 2 Euro erscheint mir die Aktie nun fair bewertet zu sein. Das KGV 10e ist dort mit 19 recht hoch, wenn Sie bedenken, dass der Umsatz nur mit 6% wächst. Aber die Übernahmefantasie, die Sie ansprechen, kann ich nachvollziehen. Es wird in den nächsten Monaten der Bedarf an modernen Netzen steigen, so dass die QSC-Infrastruktur und die Kunden attraktiv für einige andere Anbieter sein dürften. Leider hat QSC keinen Mobilfunkdienst :-)

Es bleibt in meinen Augen die gute Kundenstruktur, das moderne Netzwerk und die Übernahmefantasie. Die Unterbewertung ist leider aufgehoben, aber ich kann mir gut vorstellen, dass QSC in den nächsten Quartalen überproportionales Gewinnwachstum ausweist, wie Sie sehr schön anhand der Abschreibungen aufgezeigt haben und dass daraus ein weiterer Kursanstieg folgt.

Über den AutorStephan Heibel ist Herausgeber des Börsenbriefes Heibel-Ticker, den Sie hier kostenfrei abonnieren können.

Kategorie(n) Börsenbrief - Leserfragen
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Liebe Börsenfreunde,

so, der Juni ist vorbei und es ist an der Zeit, dass wir eine vorläufige Bilanz über unsere Tradingideen ziehen. Vorläufig, weil einige Positionen noch offen sind und erst in den nächsten Wochen geschlossen werden sollen. Neue Tradingideen wird es also nicht mehr geben, hinsichtlich der noch offenen Positionen habe ich heute Ziele und Stopp-Kurse ausgearbeitet. Sollte es Neuigkeiten zu den offenen Positionen geben, werde ich mich natürlich bei Ihnen melden.

Unterm Strich haben wir pro Position im Schnitt 0,5% Gewinn gemacht. In einem Monat, in dem der DAX um 2,7% gefallen ist, ist das okay. Gut ist es jedoch in meinen Augen nicht, insbesondere die drei Optionsscheine (2x DAX sowie 1x Commerzbank) sind kräftig nach hinten losgegangen und haben mit Verlusten von jeweils rund 20% die Performance der anderen Positionen nach unten gezogen.

Daher ist mein erstes Résumé aus den Erfahrungen, beim nächsten Mal nicht ohne Twitter, SMS oder ähnlichem zu arbeiten, damit auch auf überraschende Entwicklungen Ihrerseits schneller reagiert werden kann. Sollten Sie Verbesserungsvorschläge haben, so lassen Sie mich das wissen – doch zuvor schauen wir uns die einzelnen Tradingideen im Detail an.

KIZOO
Diese Position notiert aktuell nahezu unverändert. Kursschwankungen bei United Internet haben im Monatsverlauf auch die Aktien von Kizoo bewegt. Unsere Spekulation auf den Verkauf des Fir-mengebäudes läuft jedoch langfristiger. Ich würde diese Position daher nach wie vor erst bei 7,50 Euro verkaufen oder gegebenenfalls bis in den Herbst halten. Ein Stopp Loss würde ich bei 5,10 Euro vorsehen.

ALLGEIER
Da hat uns ein Großanleger mit Liquiditätsproblemen einen Strich durch die Rechnung gemacht. Binnen weniger Stunden wurden große Verkauforders in den Markt gegeben, mangels Kaufinteresse brach der Kurs ein. Das Unternehmen reagierte inzwischen mit einem Aktienrückkaufprogramm und ich erwarte, dass der Kurs in den nächsten Wochen deutlich besser laufen wird als der Markt.

Da es sich um eine Dividendenspekulation handelte, die durch die Liquidationsverkäufe leider zunichte gemacht wurde, habe ich die Position unter Berücksichtigung der Dividende von 0,60 Euro gestern mit kleinem Minus aufgelöst. Allgeier ist in meinen Augen jedoch ein solides Unternehmen und wer von Ihnen ausreichend Geduld hat, der kann diese Position in meinen Augen halten.

HEIDELBERGCEMENT
Unsere Erwartung über eine erfolgreiche Refinanzierung des aus dem Merckle-Imperium stammenden Unternehmens hat sich erfüllt, der Kurs war anschließend um 15% angesprungen. Ich hatte einen größeren Kursanstieg erwartet und gab daher noch keine Verkaufsempfehlung aus. Inzwischen ist die Aktie im Rahmen der schlechten Marktentwicklung wieder unter 30 Euro zurück gekommen und Ihre Position befindet sich nur noch (je nach Einstiegskurs) mit 2,2% bis 8,4% im Plus.
Ich würde auch bei HeidelbergCement mit dem Verkauf noch ein paar Wochen warten, da ich da-von ausgehe, dass diese Aktie weiterhin deutlich besser laufen wird als der Markt. Mein ursprüng-liches Kursziel von 40 Euro ist nach der Marktkonsolidierung für dieses Jahr wohl zu optimistisch, ich würde ab 35 Euro verkaufen.
Die Anleihe von HeidelbergCement notiert bei 82,75%, also 6,1% im Plus. Auch dieses Papier würde ich halten. Die Finanzierung ist, wie erwartet, nunmehr gesichert und der Risikoabschlag für dieses Papier ist in meinen Augen noch immer viel zu hoch.

DAX Call
Mit unserer ersten Empfehlung, den DAX zu Shorten, haben wir 16,3% Minus gemacht. Beim zweiten Mal waren es weitere 23,8% Minus. Optionsscheine unterliegen dem Zeitwertverlust und darüber hinaus spielt die Volatilität eine große Rolle. Der Zeitwertverlust setzt den Trader stark unter Druck, denn jeden Tag, den die erwartete Entwicklung nicht eintritt, verliert der Options-schein an Wert. Darüber hinaus ist nach den turbulenten vergangenen Monaten die Volatilität auf dem Rückzug, sie wird geringer. Das wirkt sich ebenfalls negativ auf die Entwicklung des Optionsscheinpreises aus.
Aufgrund dieser beiden Faktoren hat der zwischenzeitliche Kursanstieg kaum zu einem Anstieg des Optionsscheins geführt und der anschließende Kursrutsch im Dax stets zu überproportionalen Ver-lusten. Wie bereits eingangs erwähnt, das Spekulieren mit Optionsscheinen ist wohl in dieser Form kaum möglich, da ich Sie nicht schnell genug über neue Entwicklungen informieren kann.

SOLON Short
Wie erwartet wurde das ganze Ausmaß der Tragödie erst bei der Hauptversammlung ersichtlich und die Aktie brach im Anschluss heftig ein. Da Solon auf der Liste der Unternehmen steht, die nicht leerverkauft werden dürfen – was wir vorher nicht wussten und wo ich bis heute noch keine Aussage erhalten habe, wo man dies verlässlich nachschlagen kann – konnten nur einige wenige von Ihnen diese Tradingidee umsetzen: Sie verwendeten andere Derivate, die ich normalerweise nicht berücksichtige. Der Kurs war um 12,2% eingebrochen.

SIXT VORZÜGE
Am heutigen 1. Juli ist der ex-Dividenden-Tag und der Kurs ist entsprechend um 0,82 Euro zurück gegangen. Ich erwarte, dass der Kurs morgen ansteigt und würde daher für morgen den Verkauf der Position vorsehen.

TAG IMMOBILIEN
Bei dieser Tradingidee ging unsere Spekulation voll auf: Der Vorstand gab am Wochenende ein Interview und bestätigte meine  Erwartung, dass er das Geschäftsmodell des Unternehmens grundlegend ändern und dadurch die Bilanz auf solidere Füße stellen werde. Der Kurs sprang um-gehend um 23% an, wir haben diese „erwartete positive Überraschung“ zum Realisieren der Position genutzt.

ASIAN BAMBOO
Bei diesem Wert warten wir noch darauf, dass die Quartalsprognose im Laufe des Monats Juli nach oben angehoben wird. Doch schon heute ist der Kurs mit 10% im Plus. Beachten Sie den Stopp Loss bei 8,30 Euro.

COMPUGROUP
Der Kurs war bereits während der Erstellung der Analyse um 15% angesprungen. Dieser Kursan-stieg war jedoch auch nicht zuletzt für uns ein Zeichen dafür, dass bei CompuGROUP eine positive Meldung zu erwarten sein könnte. Unsere Position ist mit (je nach Einstiegskurs) 4,2% bis 7,3% im Plus, doch ich erwarte einen weiteren Kursanstieg und halte die Position daher noch offen. Ver-kaufen würde ich ab 7 Euro, einen Stopp Loss würde ich bei 5,50 Euro vorsehen.

COMMERZBANK Put
Na, und falls ich aus den DAX Optionsscheinen noch nicht genug gelernt habe, so dürfte die heutige Geschichte mit dem Commerzbank Put meine Lernkurve verbessern: Wir sind bei 4,75 Euro der Commerzbank Aktie bzw. 0,84 Euro des Optionsscheins ausgestoppt worden. Die Commerzbank ist heute mit 15% im Plus (die Aktie, nicht der Optionsschein!). Eine in meinen Augen schlecht recherchierte Empfehlung durch eine US-Bank hat den Kurs heute in die Höhe getrieben.

ÜBERSICHT

Wer alle Tradingideen mitgemacht und jeweils den schlechtesten Ein- und Ausstiegskurs erwischt hat, der ist heute mit 0,6% im Minus. Gegenüber dem DAX ist das in Ordnung. Da ich häufig eine Ein- und Ausstiegsspanne angegeben habe, damit Sie auch zum Zuge kommen, wenn der Kurs sich schon bewegt, haben viele von Ihnen deutlich bessere Kurse erwischt. Im Durchschnitt liegt die Performance bei einem leichten Plus von 0,4%.

Da wir jedoch die schlecht gelaufenen Tradingideen schon realisiert haben und die Positionen, bei denen unsere Spekulation aufgeht oder aufzugehen scheint, noch offen sind, erwarte ich noch eine deutliche Verbesserung der Performance in den nächsten Wochen.

FAZIT
Für die ganz kurzfristigen Tradingideen ist der Kommunikationsweg per E-Mail noch immer zu träge. Insbesondere aufgrund Ihres Feedbacks, dass Sie teilweise erst abends, wenn Sie nach Hause kommen, Ihre E-Mails abrufen, werde ich mich für das nächste Mal um eine Kommunikationsform kümmern, die schneller läuft.

Auch die Zeit, die in Anspruch genommen wurde, um Ihnen den Hintergrund einer Tradingidee zu erläutern, ist natürlich ein Klotz am Bein. Auf der anderen Seite mache ich mich immer über die Börsendienste lustig, die einfach nur kurze Handlungsanweisungen ohne Begründung ausgeben. Lassen Sie mich wissen, wie Sie diesen Spagat zwischen Information und Schnelligkeit lösen würden.

Es gibt eine ganze Reihe von Aktiengesellschaften in Deutschland, die ein solides Geschäft betrei-ben, doch die kaum Beachtung erfahren. Mir hat es sehr viel Spaß gemacht, solche Unternehmen unter die Lupe zu nehmen und in einer Vielzahl unserer Tradingideen haben wir tatsächlich Schlussfolgerungen erarbeiten können, die zu einem Kurssprung bzw. –rutsch führten. Bei DAX Unternehmen sind solche Überraschungen seltener.

Soweit meine erste Bilanz des Tradingmonats Juni. Ich habe somit erstmalig die vielen Informatio-nen, die über meinen Schreibtisch laufen, auch für Tradingideen genutzt und denke, dass dabei eine ganze Reihe interessanter und lukrativer Ideen entstanden sind. Haben Sie Verbesserungsvorschläge oder Änderungswünsche für das nächste Mal? Wann wäre Ihrer Ansicht nach ein guter Zeitpunkt, um einen solchen Tradingmonat zu wiederholen?

Für Ihr Feedback bedanke ich mich und wünsche Ihnen noch eine schöne Woche.

Take Share,
Stephan Heibel

Über den AutorStephan Heibel ist Herausgeber des Börsenbriefes Heibel-Ticker, den Sie hier kostenfrei abonnieren können.

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