Mai 2009



In der aktuellen Ausgabe meines Heibel-Ticker habe ich dargelegt, warum es in den nächsten zwei Jahren nicht zu einer Inflation kommen kann. Nun ist es natürlich im Umkehrschluss interessant zu überlegen, wie die Gefahr einer Deflation aussieht:

In den vergangenen zwei Jahren haben wir meiner Einschätzung nach eine Deflation gehabt. Auch wenn die offiziellen Statistiken dies nicht widerspiegeln, so sind doch einige wesentliche Preise deutlich gefallen (Kleidung, Möbel und Spielsachen aus China, aber auch Autos, etc.). Insbesondere China wird die niedrigen Produktionskosten nicht mehr lange halten können, so dass von dort steigende Preise zu erwarten sind. Bei den Autos werden die Bürger bald bereit sein, viel höhere Preise für Elektroautos zu zahlen, nur um das Umweltproblem in den Griff zu bekommen.

Nein, die Gefahr der Deflation ist seit der weltweit konzertierten Helikopter-Aktion (Geld über das Volk streuen, Konjunkturprogramm, etc.) nicht mehr so groß.

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Na, wenn schon der Bund und das Land Niedersachsen, wenn auch VW Vorstände und Aufsichtsräte, Gewerkschaftsbosse und Belegschaft Porsches Übernahmefeldzug von VW nicht stoppen können, dann gibt es ja noch immer Familienstreitigkeiten: Ferdinand Piech, Enkel von Ferdinand Porsche, wurde zu VW abgeschoben und musste mit ansehen, wie Porsche ohne sein Dazutun VW übernimmt. Doch jetzt hat Piech zum Gegenschlag ausgeholt: Mit der Bemerkung, Porsche habe Probleme, einen Milliardenkredit in den nächsten vierzehn Tagen zu verlängern, stürzt er Porsche in die Krise. Der Aufsichtsratssitzung am heutigen Montag, wo diese Krise besprochen werden soll, bleibt er fern – denn ihm ist derzeit an einer Lösung nicht gelegen, er will Unruhe stiften.

Es hat mich gewundert, wie sang und klanglos Piech das Zepter bei Porsche aus der Hand genommen wurde. Das ist nicht seine Art. Und nun schlägt er zurück mit, in meinen Augen, nicht ganz fairen Mitteln. Er stellt offensichtlich sein Machtstreben über das Wohl der Familie. Nun, wer glaubt, Manager und Millionäre seien anders, der hat sich geirrt. Auch dort gibt es jede Menge (und noch mehr) Eitelkeit und Profilierungswahn.

Bleibt zu hoffen, dass die familiären Zwistigkeiten nicht zu Lasten der beiden Unternehmen VW und Porsche gehen. Doch es sieht mir so aus, als tragen die Familien Porsche und Piech ihre Probleme in die Unternehmen. Schade. Ich bleibe bei meiner Empfehlung, die Finger von Porsche- als auch VW-Aktien zu lassen. Beide Aktien sind für die derzeitige Situation völlig überbewertet.

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Wo sind all die Kritiker, die Bären, die Pessimisten und Weltuntergangspropheten, die bis vor wenigen Tagen Anleger davon abhielten, an der Kursrallye teilzuhaben? Wer zieht diejenigen zur Verantwortung, die vor wenigen Wochen noch das Ende des Finanzsystems, so wie wir es heute kennen, propagierten? Ich höre nichts …

…es ist seltsam still geworden, als ob nun endlich auch der letzte Bär verstanden hat, dass unser Finanzsystem nicht kollabieren wird und dass wir keine zweite Weltwirtschaftskrise erhalten werden. Inzwischen werden jegliche Meldungen positiv aufgenommen, ein kräftiger Stimmungswandel noch zur letzten Woche.

Wir sollten also vorsichtig sein und vorerst keine Käufe mehr tätigen. Warten wir einmal das Quartalsergebnis von Cisco am heutigen Tage ab und schauen, ob es den Bären gelingen wird, es zu zerreißen. Der Markt zeigt eine Stärke wie seit zwei Jahren nicht mehr. Ich werde das heutige Quartalsergebnis von Cisco als Test nehmen, ob die Bären kapituliert haben und wir somit reif sind für eine kräftigere Korrektur, oder ob die Bären noch immer ihr Muster fahren, das Quartalsergebnis schlecht machen und dadurch lediglich den Aktienkurs von Cisco ein wenig zurück holen.

Konsolidiert haben wir meiner Ansicht nach bereits eine Menge des Anstiegs: Allerdings nicht alle Aktien auf einmal, sondern zuerst die Bankaktien, dann die Energieaktien und nun die Technologieaktien. Parallel dazu haben jedoch die Konsumentenartikelaktien und die Pharma- und Biotechaktien kräftig zulegen können, so dass die breiten Indizes keine Konsolidierung, geschweige denn Korrektur, anzeigen.

Also: Zum Kaufen ist es mir derzeit zu gefährlich. Gewinnmitnahmen bei kurzfristigen, spekulativen Positionen haben noch niemals geschadet. Jede Korrektur wird jedoch sehr schnell vorüber sein, verkaufen sie also nur, wenn Sie auch schnell wieder einsteigen können. Denn mittelfristig wird die Rallye meines Erachtens noch weitergehen, da steht uns das Schönste noch bevor.

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Bis eine Meldung umformuliert, gedruckt und beim Kunden ist, ist das bereits Schnee von gestern. In Zeiten des Internets ist das Flagschiff vom Springer-Verlag, die Bild-Zeitung, nicht mehr zur Verbreitung von Neuigkeiten geeignet.

Gefragt sind Fachzeitschriften, Inhalte also, wo sich Experten mit aktuellen Themen im Detail beschäftigen. Das Thema kann da auch schon mal ein paar Tage alt sein. Auto-Bild ist da ein gutes Beispiel. Doch selbst für solche Themen besteht der Trend, dass immer mehr Informationen, auch fachlich fundierte, im Internet recherchiert werden.

Wir Menschen wandeln uns langsam von einer Masse, die über Themen informiert wurde, zu Individuen, die sich gezielt über spezielle Themen selber Informationen zusammen suchen. Weder eine Zeitung, noch eine Zeitschrift entsprechen diesem Profil…

…und eben auch nicht das Programmfernsehen. Auch hier sind wir dank DVDs und Online-Videotheken immer mehr in der Lage, bestimmte Filme zum gewünschten Zeitpunkt zu sehen und vor allem ohne Werbung.

Nun legt Axel Springer viel Wert darauf, dass kräftig in das Online-Geschäft investiert wird. Doch das alte Geschäft der Informationsaufbereitung lässt sich nicht mit ähnlich lukrativem Geschäftsmodell in die Internetwelt übertragen. Da sind es eher kleine, innovative Unternehmen, die lukrative Geschäftsmodelle entwickeln.

Soweit meine Abneigung zur Verlags- und Medienbranche. Doch auch die Geschäftszahlen sind nicht viel besser. Im Gegenteil, hier ist sehr schnell sichtbar, dass Umsatz und Gewinn bei vergleichbaren Geschäften rückläufig sind. Das ausgewiesene Wachstum wird nur durch Zukäufe erzielt.

Immerhin gibt es Geld für Zukäufe. Das kommt aber nicht vom Wachstum, sondern immer wieder wird das gute Kostenmanagement angeführt. Mit anderen Worten: Es wird gespart. Und das Sparen findet natürlich auch im Bereich der Qualität der Inhalte statt. Teure Experten kann sich ein Verlag schon lange nicht mehr leisten, Redakteure werden nach geschriebenen Worten oder Zeilen bezahlt. Masse also!

Wenn dort durch tolles Kostenmanagement Geld verdient wird, das dann für den Zukauft weiterer sterbender Zweige verwendet wird, dann ist das kein Geschäftsmodell, das mich langfristig positiv stimmt.

Das KGV steht bei nur 8, die Dividendenrendite beträgt aktuell 8%! Das sind natürlich super Bewertungsziffern, doch ich habe es nun schon oft erlebt, dass eine vermeintlich sehr hohe Dividendenrendite letztlich nicht gehalten werden konnte. Es fand eine Dividendenkürzung statt und schon sieht die Aktie wieder sehr langweilig aus.

Axel Springer weist eine gesunde Bilanz aus, kaum Schulden und ein ordentliches Bewertungsniveau. Doch mittelfristig gebe ich dem Geschäftsfeld schlechte Karten und auch die Innovationsfähigkeit des Unternehmens haut mich nicht vom Hocker. Daher würde ich dieser Aktie fern bleiben. Aber entscheiden Sie selbst: Bild Dir Deine Meinung.

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