Okay, nun ist es raus: Das einzige Instrument, mit dem Banken überhaupt noch frisches Kapital organisieren konnten, ist nun auch zerstört: Vorzugsaktien, denen Dividenden bevorzugt und auch nachträglich ausgeschüttet werden, wurden nun bei der Citigroup den normalen Aktien gleich gestellt. Gleichzeitig wurde die Dividende gestrichen. Alle, die also noch vor wenigen Wochen den Versprechungen des Unternehmens folgten und Kapital investierten, haben nun erfahren, dass die Regierung (US-Finanzminstier Timothy Geithner) solche Versprechungen streichen kann.
Damit dürfen Sie nun zuschauen, wie sämtliche US-Bankaktien zu Pfennig-Aktien niedergeprügelt werden. Tut mir leid, aber so heftig ist es.
Streichung der Uptick-Rule war Geschenk für Bären!
Nachdem die Bushadministration im Herbst 2007 die Updtick-Rule storniert hatte, waren die Finanzmärkte, insbesondere der Bankensektor, in der Hand von Shortsellern. Durch schnell hintereinander abgeschickte Leerverkäufe konnten Kurse extrem schnell in den Keller gedrückt werden, so dass anschließend in den Meldungen der entsprechenden Banken nach einer negativen Schlagzeile geforscht wurde und diese dann als Ursache für den Ausverkauf herangezgen wurde. Ja, hier folgten also die Meldungen den Kursen.
Aus der Weltwirtschaftskrise 1929 bis 1932 hatte man gelernt, einige Jahre später führte man die Uptick-Regel ein: Leerverkäufe durften anschließend nur dann getätigt werden, wenn der letzte Kurs höher war (Uptick), als der vorletzte. Dadurch wurde über viele Jahrzehnte verhindert, dass Spekulanten den Aktienkurs eines Unternehmens in kurzer Zeit so stark in den Keller prügeln konnten, dass allein daraus die Refinanzierungsmöglichkeiten für das entsprechende Unternehmen zunichte gemacht wurden.
Ich hatte dies im vergangenen Jahr häufig kritisiert. Leser meines Börsenbriefes Heibel-Ticker wurden zeitnah darüber informiert und Sie werden sich sicherlich daran erinnern, wie sehr mich die Streichung der Uptick-Rule aufgeregt hat.
Mit Obama scheint, wenn auch sehr langsam, die Vernunft wieder zurück zu kehren: Sheila Bair, die Chefin der FDIC (US-Einlagensicherungsfonds) sowie Ben Bernanke, Chef der US-Notenbank Fed, haben gestern eine Wieder-Einführung der Uptick-rule angesprochen und nicht ausgeschlossen! Endlich wird zugegeben, dass die Abschaffung falsch war. Und endlich wird überlegt, sie wieder einzusetzen.
Also: Leider musste ich ein Jahr auf diesen Moment warten. Meine damalige Beschreibung finden Sie hier in der Mitte von Kapitel 02. <!– /* Style Definitions */ p.MsoNormal, li.MsoNormal, div.MsoNormal {mso-style-parent:”"; margin:0cm; margin-bottom:.0001pt; mso-pagination:widow-orphan; font-size:12.0pt; font-family:”Times New Roman”; mso-fareast-font-family:”Times New Roman”;} @page Section1 {size:612.0pt 792.0pt; margin:70.85pt 70.85pt 2.0cm 70.85pt; mso-header-margin:36.0pt; mso-footer-margin:36.0pt; mso-paper-source:0;} div.Section1 {page:Section1;} –>
leider bin ich zu spät Ihr Abo Kunde geworden. Damit meine ich mein Aktiendepot habe ich viel früher angelegt und muss heute aussitzen.
Ich habe allein 200K IQP ( A0DQVL ) Aktien zum Durchschnitt von 1,70 € . Da kann mir keiner helfen und ich hoffe auf einen Rebound.
Da ich Sie sehr schätze, würde ich mich natürlich sehr freuen, wenn Sie sich mal mit diesem Wert beschäftigen würden . Die Hoffnung stirbt zu letzt!!!!!!!!!!!!!!!!!. Wir IQP Aktionäre haben eine eigene IQPower Community ( geschlossenes Portal mit Legitimation ) gegründet und ich denke, wir bringen es zusammen auf 5-8 Millionen Aktien ( 160 Mitglieder )
Einige Mitglieder habe ich auch für sharewise werben können.
Würde mich freuen von Ihnen zu hören.
Im Anhang noch eine Veröffentlichung einer Stellungnahme von J.Bradford Delong
Mit freundlichen Grüßen, Ulrich aus Frankfurt
ANTWORT:
Das Unternehmen hat im Jahr 2007 insgesamt 2.000 Euro Umsatz gemacht, bei 2.000 Euro Umsatzkosten. Das ergibt einen Gewinn von 2.000 Euro. Bitte beachten Sie, dass ich keine Nullen weggelassen habe und dass auch kein “Mio.” fehlt. Die Verwaltungskosten belaufen sich auf 2.700.000 Euro. Da haben Sie in ein Unternehmen ohne Umsatz investiert. Eigentlich ist das Unternehmen zu klein, um von mir analysiert werden zu können, denn über so kleine Unternehmen gibt es selten ausreichend Informationen. Bei IQ Power fällt diesbezüglich insbesondere noch negativ auf, dass es keinen Quartalsbericht gibt, sondern nur eine Quartalsmeldung. In eine Meldung kann man nur das hinein schreiben, was man veröffentlichen möchte. Die vorgeschriebene und aussagekräftige Kapitalflussrechnung, die Gewinn und Verlust Rechnung etc. braucht man da nicht veröffentlichen.
Also, um es kurz zu machen, das Unternehmen gehört in meinen Augen umgehend geschlossen. Bei solchen Zahlen kann man auch nicht mit Entwicklungsarbeit argumentieren, denn so neu sind deren Produkte nun auch nicht. Es gibt andere Unternehmen, die damit schon gut Geld verdienen.
Tut mir leid das ich keine bessere Nachricht für Sie habe.
nun, zu meiner Überschriftszeile. Mich würde interessieren, ob es Anzeichen gibt, dass die Liquidität, ich meine das gegenseitige Leihen von Geld unter den Banken, wieder zunimmt, damit also das Vertrauen zwischen den Geldinstituten. Vorstellen kann ich es mir nicht. Doch Ihre Beobachtungen zum langsamen Anstieg von Frachtraten durch die Wirtschaftsaktivitäten in China fand ich ebenfalls überraschend.
Sie haben sehr nachvollziehbar betont, dass in meinem Worten die Relation zwischen Mengen- und Wertgerüst bei Immobilien sich stabilisieren müsse, da von dort die Wirtschaftskrise ausgegangen sei und eine Besserung dieses „Krankheitsherdes“ auch für den Gesamtzustand des Patienten nur hilfreich sein kann. Wie sieht es denn diesbzgl. mit den Aktivitäten von Obama und Geithner aus?
Vielleicht haben Sie die Möglichkeit, in einer Ihrer nächsten Ausgaben auf diesen Themenkomplex einzugehen.
Freundliche Grüße
von der milden Bergstrasse (Weinheim) in meine Heimatstadt (Hamburg),
Christoph
ANTWORT:
Die Notenbanken weltweit haben ihre Tore geöffnet, so auch die EZB. Es ist für Banken nicht mehr ein Problem, sich zu refinanzieren. Daher ist es kaum noch notwendig, sich untereinander zu refinanzieren und in Folge dessen ist der EONIA-Interbankenzins drastisch gefallen. Doch nun kommt das nächste Problem: Die Banken refinanzieren sich, um ihre maroden Bilanzen aufzufrischen. Von einer großzügigen Kreditvergabe, egal ob zu anderen Banken oder zur Industrie, kann noch nicht die Rede sein.
Hinsichtlich des Baltic Dry Indexes versuche ich gerade zu unterscheiden, ob es sich lediglich um eine Gegenreaktion zum langfristig sinnvollen Frachtratenkurs handelte, oder ob bereits tatsächlich die Nachfrage stark anzieht. Aktuell hat die Dynamik des Anstiegs etwas nachgelassen. Soweit ist es also der Hinweis, dass die Welt nicht stillsteht.
Bei den Immobilienpreisen gibt es noch immer keine wirklich positiven Meldungen, die negativen Meldungen werden jedoch seltener Ich schaue gerne auf die folgende Seite, um die Immobilienmarktentwicklung der USA zu beurteilen: http://markt-daten.de/charts/eco/immobilien.htm. Alle Indikatoren zeigen aber noch immer strikt gen Süden. Die Diskussion über den Ansatz Geithners ist ziemlich konfus, ich habe den Eindruck, dass Geithner eher eine Desinformationspolitik betreibt. Er streut Gerüchte und schaut, wie diese vom Markt aufgenommen werden.
In der Ausgabe des Heibel-Tickers vom vergangenen Freitag habe ich offen gefragt, was genau an der HypoRealEstate (HRE) so wichtig zu retten ist, dass sie nicht in die Insolvenz geschickt werden kann. Ich habe bei meiner Recherche nichts gefunden, was einen Vergleich mit Lehman Brothers rechtfertigen würde.
Insbesondere der von der HRE organsierte Pfandbriefhandel würde auch ohne die HRE ohne Probleme weiter laufen.
Ich habe meine Leser um Kommentare gebeten, hier die Antworten.
Sie sollten sich mal die Aktie “byd”, die in Hongkong notiert ist (1211), anschauen. Warren Buffett hat sich vor einigen Monaten an dem Unternehmen beteiligt. Ich halte diese Aktie für ein langfristig vernünftiges Investment.
Mit herzlichem Gruß,
Till aus Münster
ANTWORT:
Warren Buffett hat auch zu 130 USD je Aktie Goldman Sachs gekauft (Stand heute: 84 USD). Er hat auch zu 22,50 USD General Electric Aktien gekauft (Stand heute: 10,86 USD).
Boyd Gaming Corp mit Sitz in Las Vegas ist ein Kasino-Betreiber mit 1,8 Mrd. USD Jahresumsatz, für den an der Börse 350 Mio. USD geboten werden. Das ist eine günstige Bewertung, zumal das KGV 09e nur bei 7,5 steht. Aber Vorsicht: Umsatz und Gewinn sind rückläufig, ja sogar eingebrochen. Und das Unternehmen hat 1,6 Mrd. USD langfristige Schulden. Mehr als der Jahresumsatz! Der freie Cashflow ist negativ. Also, da hat Buffett investiert, weil er vielleicht glaubte, mit seinen Barreserven einen günstigen Deal aushandeln zu können. Doch inzwischen sieht das ganz anders aus Buffett kann auf absehbare Zeit nicht damit rechnen, sein Geld zurück zu bekommen. Ich halte das Unternehmen bei den derzeit nicht funktionierenden Kreditmärkten für insolvenzgefährdet.