was würden Sie mir für meine eigene Vermögensverwaltung in der heutigen
ratlosen Zeit empfehlen, wie ein Portfolio (verschiedener Risikoklassen)
momentan aussehen könnte? Ich bin nicht mehr optimistisch mit der
Weiterentwicklung der Finanzen und der Wirtschaft global. Also bin ich heute risikoscheu.
Vielen Dank für Ihre weitsichtige Empfehlung.
Ich habe immer Lesespaß bei der Lektüre Ihrer kritischen Börsenbriefe.
Freundliche Grüsse, Sabyasachi aus der Schweiz
ANTWORT:
Vielen Dank für Ihr Lob. Auch ich kann noch nicht ausschließen, dass wir nochmals turbulente Börsenzeiten erleben. Sie sollten sich dagegen durch eine intelligente Diversifizierung absichern. Dazu gehört auch eine Position in Goldbarren bzw. -münzen. Ich würde derzeit bis zu 30% in Gold halten. Auch Immobilienbesitz hilft für eine Vermögensstreuung.
Ich würde mich aber nicht völlig aus der Börse zurückziehen, auch wenn ich den Weltuntergang erwarte. Denn an der Börse werden Wirtschaftsunternehmen gehandelt, die teilweise auch in den schlimmsten Krisen ihr Geschäft machen werden und somit eine variable, den wirtschaftlichen Entwicklungen Ihres Landes angepasste Aktienkursentwicklung haben werden.
Im Heibel-Ticker PLUS gehe ich immer wieder auf Aktien ein, die in ein solches Portfolio passen. Kürzlich habe ich aus den 30 DAX Aktien die in meinen Augen 5 besten Aktien herausgefiltert, mit denen Sie durch die nächsten Monate / Jahre fahren können.
Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass ich Ihnen keine Aktien nenne. Das wäre den zahlenden Kunden gegenüber ungerecht. Sie können gerne ein Probeabo oder die DAX-30 Studie unter
http://www.heibel-ticker.de/bestellung.php beziehen.
gerne lese ich Ihre wöchentlichen Beiträge. Diesmal bin ich aber mit einem Teil ihres Beitrags nicht einverstanden. Sie schießen sich wie ich meine hier völlig zu Unrecht auf den neuen Finanzminister Timothy Geithner ein. Zu allererst ist anzumerken, dass Geithner eben nicht aus der Finanzbranche kommt (so wie die meisten seiner letzten Vorgänger unter Bush). Er kommt aus dem akademischen Kreis und hat in seiner jungen Karriere schon überall gearbeitet (zum Glück aber nie bei einer Wall Street Bank). All die inkompetenten Vorgänger von Geithner (O’Neill, Snow, Paulson) waren alle der Großindustrie oder Finanzindustrie verhaftet und konnten gar nicht anders als die Bush-Doktrin “Take it from the poor, give it to the rich” zu befolgen.
Ich meine, Geithner ist endlich die langersehnte Abwechslung. Seine Beliebtheit in der Finanzbranche hat einen Grund: Der Kerl ist eloquent, lebte auf der ganzen Welt und hat Finanzwissen wie kein zweiter auf der Welt. Alleine seine jüngsten Bemühungen den CDS-Markt endlich zu regulieren, war längst überfällig und wäre unter einem Hank Paulson nie passiert. Die einzig bessere Wahl wäre wohl Paul Volcker gewesen, aber der Knecht ist halt schon etwas zu alt für den Stressjob.
Es ist leicht auf Bernanke und Geithner als FED-Chiefs hinzuhauen und mit guten Ratschlägen im Nachhinein zu brillieren. Bernanke ist ein armer Hund: Er hat von Greenspan einen Trümmerhaufen geerbt, den er jetzt mit allen Mitteln am Laufen erhalten muss. Ich denke, nur den Aktionen von Bernanke und Geithner ist es zu verdanken, dass die Welt noch nicht in eine langanhaltende Depression und die Aktienmärkte völlig verfallen sind. Man kann über seine Aktionen diskutieren. Im Angesicht des Ausmaßes der Krise wäre Bernanke aber dumm, die Leitwährung USD nicht zu nutzen um Amerika auf Kosten der restlichen Welt zu sanieren. Die USA können sich praktisch zum Nulltarif in der ganzen Welt verschulden und Bernanke nutzt dieses Instrument meiner Ansicht nach perfekt.
Ihre Ratschläge zum Immo-Markt sind schön anzuhören, aber meiner Meinung nach, muss man zu allererst einmal nachdenken, was mit den zig Tausenden Häusern passieren soll, die über die Jahre gebaut wurden und in den nächsten 20 Jahren nie mehr einen Bewohner haben werden. Abreißen wäre wohl die beste Lösung um das Angebot auf ein gesundes Maß zu reduzieren. Ökonomisch wäre das nicht, aber es wäre die Art von Systembereinigung, die man wohl braucht. Wer die Kosten dafür trägt und die Hypothekenträger entschädigt, dies führt uns dann zu ihrem Vorschlag.
Meiner Ansicht nach ist auch an den Börsen noch längst nicht alles ausgestanden. Ich rechne fest mit weiteren Einbrüchen von zumindest 30 bis 50%. Der Konsumlevel in den USA wird sich von aktuell ca. 70% auf mindestens 65% reduzieren in den nächsten beiden Jahren. Die Sparquote wird massiv ansteigen. Zudem fährt China mit voller Wucht an die Wand (inkl. Volksaufständen, die ich noch heuer erwarte). Ich frage mich, wie unter solchen Voraussetzungen solche Börseniveaus rund um die Welt zu rechtfertigen sind.
Abschließen möchte ich trotzdem mit einem dicken Lob an Sie. Ihr Brief gefällt mir gut und hebt sich wohltuend von den besserwisserischen Mitbewerbern ab. Falls sie mal Zeit haben, würde ich mich freuen, wenn Sie Rio Tinto Ihrer Analyse unterwerfen können. Machen Sie weiter so!
Mit freundlichen Grüßen, Florian aus Amstetten
ANTWORT:
Besten Dank für Ihre ausführliche E-Mail und das dicke Lob . In vielen Punkten haben Sie Recht. In einem muss ich Ihnen jedoch widersprechen: Ich kritisiere Bernanke & Geithner nicht im Nachhinein, sondern ich habe schon zu Zeiten Greenspans zu heftigen Zinssenkungen aufgerufen, um das Szenario, in dem wir uns heute befinden, zu vermeiden. Ich würde mich nicht so weit aus dem Fenster lehnen, wenn ich meine Meinung jüngst hätte revidieren müssen.
Sie haben Recht: Geithner hat nicht an der Wallstreet gearbeitet. Aber dennoch würde ich ihn als ehemaligen Chef der New York Federal Reserve der Finanzbranche zuordnen.
Das Szenario, welches Sie für die nächsten zwei Jahre beschreiben, will ich nicht ausschließen. Ich denke, das kann vermieden werden, wenn Geithner sich auf den Immobilienmarkt konzentrieren würde. Derzeit ist dies jedoch leider nicht der Fall, so dass auch ich ein weiteres Abrutschen der Börsenindizes nicht ausschließen möchte.
Beinahe täglich werden derzeit von Geithner und Obama weitere Schritte an den Finanzmärkten verkündet: Regulierungen, Vorschriften, … alles für die Finanzbranche. All das sind wichtige und richtige Schritte zu diesem Zeitpunkt in meinen Augen. Doch noch immer finde ich nichts, was dem Immobilienpreisverfall entgegenwirken könnte. Aber gut, vielleicht ist es wirklich noch zu früh für eine Verurteilung Geithners: Ich werde meine Meinung revidieren, sollte er noch zur Einsicht kommen.
im Moment sind Sie sicher voll mit der akutellen Ausgabe beschäftigt, aber vielleicht haben Sie 5 Minuten …
In der letzten Ausgabe haben Sie indirekt gefragt, ob jemand einen weißen Ritter in der Bankkrise kennt. Da fällt mir Raiffeinsen International ein, die Sie ja bei meinem Depotcheck letzten September verrissen haben. Aber lesen die unten stehende Mail der investor relation-Abteilung.
Die weisen im Gegensatz zur Deutschen Bank für 2008 einen Rekordgewinn von ca. 850 Mio raus und sind in ca. 15 Ostblockländern diversiviziert. Ist das langsam nicht wirklich eine antizyklische Investition ?
Natürlich sagt das Analystenlehrbuch in diesem Fall, Vorsicht, Kreditausfälle wg. der Rezession (aber dafür sollen schon im 3. Quartal 2008 Rückstellungen gebildet worden sein) in Osteuropa besonders kritisch, aber sind das nicht nur Vorurteile bzw. Klischees?. Immerhin scheint RI unter den Banken eine beachtenswerte Ausnahme zu sein, bis jetzt zumindest !
Viele Grüße, Franz aus Magdeburg
ANTWORT:
Die Eigenkapitalquote der Raiffeisen International beträgt auch nach diesem Kurssturz noch immer nur 7,8%. In Deutschland werden inzwischen 10% als Minimum seitens der Bundesbank vorgeschrieben. Wir haben in diesen Tagen gesehen, dass selbst Ackermann seine eigene Bank nicht gut genug kannte, denn er war von dem Verlust ebenso getroffen wie alle anderen. Er brach am Abend nach der Vermeldung des Verlustes dehydriert zusammen und wurde ins Krankenhaus gebracht. Wenn nicht einmal Ackermann über die Situation und Zukunft seiner Bank bescheid weiß, dann weiß auch die RI-Investors Relations Abteilung nicht, ob ein Investment in die Aktie auf dem aktuellen Niveau schon sinnvoll ist.
Ich bleibe also dabei, den Bankensektor bis auf weiteres, bis auf eine Bodenbildung auf dem US-Immobilienmarkt, zu meiden.
wie versprochen, melde ich mich nun zum Anfang des Jahres mit meinen Ideen für die Zukunft. Ehrlich gesagt glaube ich nicht, dass meine Anregungen für Sie neu sind. Wäre sogar hilfreich, denn dann können Sie mir vielleicht schneller eine Antwort geben
Doch bevor ich zu meinen Anregungen komme, wünsche ich Ihnen und Ihrer Familie natürlich noch alles erdenklich Gute für’s neue Jahr. Ich hoffe, Sie sind gut reingerutscht und konnten mal etwas von dieser ganzen Sch… (Entschuldigung!) Abstand nehmen, um jetzt voller Tatendrang zurück zu kehren. Denn genau das brauchen die Abonnenten des Heibel-Ticker Plus wie ich
Sie sehen, ich bin recht gut drauf heute. Liegt vielleicht an der Meldung, dass “Poldi” zurück zum 1.FC Köln (mein Lieblingsverein) geht. Das interessiert Sie jetzt vielleicht nicht, weil Sie kein Fußball-Fan sind, aber Sie verlangen ja “Nähe” zu Ihren Lesern und das haben Sie nun davon
Nein, zurück zum Geschäft. Ich bin auch etwas besser drauf, weil ich das vergangene Jahr (finanziell gesehen) endlich hinter mir lassen und nach vorne schauen möchte. Ist wohl das einzig Vernünftige, wobei wenn ich mir den DAX von heute (19.01.) so ansehe, scheinen wir immer noch nicht aus dem Tal der Tränen zu sein. Ich überlege sogar schon, zu “Schnäppchenpreisen” erste Käufe zu tätigen. Doch sind es wirklich Schnäppchenpreise oder würde ich mich ärgern, wenn ich jetzt kaufe und in einem Monat könnte ich noch weniger für meine Lieblingsaktien bezahlen!?!?! Ich könnte nachlaufen, mögen Sie jetzt sicher sagen, aber meine Vorsicht ist groß geworden.
Nun gut, jetzt aber mal wirklich zu meinen Ideen. Als erstes suche ich eine Aktie, die sich mit Autozubehör beschäftigt. Vielmehr einen Zulieferer, der Akkus für Elektroautos herstellt oder vertreibt. Quasi “Centrotherm“ für Autos
Der Weg geht ja eindeutig weg von Sprit fressenden Karossen und hin zu sparsamen Autos und da werden in Zukunft Akkus für Elektroautos gefragt sein wie ich finde. Oder sehen Sie das anders?
Die andere Idee beschäftigt sich ebenfalls mit einer „Technologieaktie“. Wie unlängst bekannt ist, lösen LED-Lampen auf längere Sicht herkömmliche Glühbirnen ab, weil diese zunehmend verboten werden. Also wäre auch in diesem Bereich eine Investition unschädlich. Nur ist es schon zu spät, sprich gibt es Aktien, wo sich ein Einstieg überhaupt lohnt oder sind mittlerweile schon zu viele auf dieses Pferd aufgesprungen? Bitte entschuldigen Sie die Frage, aber mir ist es zeitlich leider unmöglich, meine Ideen so intensiv zu verfolgen wie Sie. Was halten Sie von den Ideen? Vielleicht ist ja sogar was für Sie (oder auch Ihre Kunden) dabei!?
In diesem Zusammenhang beschäftigt mich noch etwas. So wie ich das sehe, steuern wir auch im Heibel-Ticker darauf hin, mehr zu traden. Derzeit ordere ich beim sBroker, zahle dort pro ausgeführte Order über 10 Euro. Im Fernsehen wird jetzt schon für Orders um die 5 Euro geworben. Frage: Macht es Sinn zu wechseln? Wo haben Sie Ihr Depot? Und falls ein Wechsel Sinn macht, reicht es, wenn ich ein Konto eröffne und der Broker macht den Rest (sprich mein sBroker-Depot übertragen) oder werden da auch irgendwelche Zahlungen fällig? Ich hoffe, Sie können mir auch hier Licht ins Dunkel bringen! Und nochmals die Entschuldigung für solche Kleinigkeiten. Mir ist bewusst, dass Sie anderes zu tun haben, aber ich denke, dass es für Sie nur wenige Minuten in Anspruch nimmt, mir dazu was zu sagen.
Ein letzter Punkt, der mir gerade einfällt, ist Gold. Bei proaurum gibt es (wie Sie schon oft geschrieben haben) keine Münzen mehr. Halte seit Wochen nach Krügerrand- oder Kaiser-Wilhelm-Münzen Ausschau. Doch ohne Erfolg. Gibt es noch eine Möglichkeit, die woanders zu kaufen (außer ebay!)? Da fällt mir ein. Sie haben doch ein paar. Deal or no Deal? Spaß
So, jetzt ist der Brief wieder eindeutig länger geworden als er werden sollte. Deshalb höre ich an dieser Stelle erstmal auf. Alles, was ich loswerden wollte, steht drin. Und da wir ja fast schon eine Brief-Beziehung führen und ich wie eingangs erwähnt heute gute Laune habe, biete ich Ihnen heute das „Du“ an
Nein, um ehrlich zu sein, mag ich es nicht „gesietzt“ zu werden. Da komme ich mir immer so alt vor und bin es doch noch gar nicht. Sie werden mich bestimmt wissen lassen, wie wir uns demnächst begrüßen
Also halten Sie die Ohren steif und bis zum nächsten Mal. Beste Grüße aus dem schmuddeligen Leipzig, Torsten
ANTWORT:
Nehmen Sie es mir bitte nicht übel, aber ich habe irgendwann einmal die Entscheidung getroffen, den Börsenbrief konsequent in der “Sie”-Form durchzuhalten. Da ich ab und zu Schreiben veröffentliche käme es andernfalls nicht so gut, wenn dann plötzlich das “Du” dort häufiger auftaucht.
Vielen Dank für die Ideen, ich finde sie sehr interessant. Hinsichtlich der Batterie-Zulieferer für die Autoindustrie: Ich kenne Ballard Power, die an einer Brennstoffzelle arbeiten. Das ist aber noch Zukunftsmusik. Ansonsten ist Panasonic tatsächlich einer der weltweit größten Batterie-Hersteller (vormals Matsushita), und die hatten wir ja lange Zeit im Portfolio. Aber so richtig ist diese Aktie nicht vom Fleck gekommen.
Für die LEDs gibt es Philips, die dort Marktführer sind, aber auch Philips ist in meinen Augen nicht interessant genug, denn der Konzern hat so viele Produkte, dass der Boom einer Sparte kaum ausreichen würde, den Kurs maßgeblich zu bewegen.
Bei beiden Bereichen gibt es also meines Wissens keine kleinen Unternehmen, die voll auf diesen Trend setzen und dadurch überproportional profitieren könnten.
Bei Proaurum in Berlin habe ich gehört, dass es immer wieder “Ware”, also alle möglichen Münzen gibt. Vielleicht probieren Sie es mal per Telephon dort.
Ich selbst bin bei der DAB und bin dort sehr zufrieden. Aber ob 10 oder 7 Euro je Trade, so groß ist der Unterschied nun wieder auch nicht und ich würde nicht wechseln, wenn ich nicht vom Service enttäuscht wäre. Wenn Sie also ansonsten zufrieden sind, würde ich nicht wechseln. Andernfalls ist die DAB eine gute Adresse.
vor Forsys Metals hatten Sie etwa Frühjahr 2008 schon mal gewarnt: Ein Unternehmen, das um die Minenlizenz für Produktion im Valenciatal und woanders kämpft. Sie hatten das Warten auf die Minenlizenz als Lotteriespiel bezeichnet. Die Minenlizenz wurde im Sommer 08 vergeben, und für Februar steht die Zahlung einer Übernahme an, die die Aktie ca. 7 Dollar wert ist, also ca. 4,4 Euro. Es stimmt zwar leider, dass schon wieder altbekannte Aktienpfuscher am Werke sind – aber fundamental sieht die Situation doch besser aus?
Schmack Biogas ist ein fundamental gutes Unternehmen, das mit Verlusten, Managementwirrwarr und einem kleinen Skandal zu kämpfen hatte, wenn ich mich recht entsinne. Es ist von ca. 70 auf ca. 30 Euro und dann im Laufe des Börsenkrisenjahres 2008 auf bis zu 3Euro gefallen. Kann man Schmack nicht auch Positives abgewinnen?
Lars aus Frankfurt
ANTWORT:
Auf der Webseite von George Forrest International S.A., dem Unternehmen, das das Übernahmeangebot für Forsys abgegeben hat, ist diese Nachricht nicht mit einer Meldung hinterlegt, es wird eine Fehlermeldung ausgegeben. Wenn es sich um eine glaubhafte und “sichere” Übernahme handeln würde, dann stünde der Kurs schon längst bei 4,28 EUR. Denn ein solches “sicheres” Geschäft lässt sich kein Anleger entgehen.
Mit anderen Worten: Forsys ist bei mir einfach in der Schublade von Unternehmen, mit denen ich mich nicht gerne auseinander setze, weil dort zuviel schief gehen kann. Das muss nicht heißen, dass die Übernahme platzen wird. Es heißt aber, dass der Begriff “sicher 7 CAD” hier nicht zutrifft.
Schmack Biogas: Warum sollte selbst ein neues Management einem verbrannten Namen wieder zu Glanz verhelfen wollen? Gute Manager werden sich ein anderes Unternehmen aussuchen.
Vielleicht lasse ich bei meiner Meinungsbildung zu diesen beiden Aktien zu sehr meinen Bauch mitsprechen. Aber mein Bauch hat sich in den vergangenen 20 Jahren Börsenerfahrung meist recht gut geschlagen Ich will bei diesen beiden Unternehmen gar nicht unbedingt Recht behalten, aber ich weiß, dass ich an anderer Ecke bessere Chancen finden kann.
in der aktuellen Ausgabe 04 empfiehlt die Wirtschaftswoche ein Rohöl-Zertifikat, mit dem man ggf. an steigenden Preisen, die irgendwann wieder kommen müssen, teilhaben kann. Der Charme dieses Papiers ist, dass Rollverluste vermieden werden. Den Artikel finden Sie weiter unten.
Was halten Sie von dem Papier? So peu a peu in Öl invetieren ist vielleicht nicht verkehrt. Sollte der Ölpreis unter 30 Dollar rutschen, kann man ja nachkaufen. Dass er unter 20 Dollar rutscht, glaubt selbst ein Pessimist wie ich nicht. Im übrigen: Petrobras hat sich seit meinem Einstieg ganz nett entwickelt.
Viele Grüße, Edgar aus Erbendorf
Hier der Artikel aus der Wirtschaftswoche:
Kurs 61,80 Euro
Laufzeit unbegrenzt
Gebühr pro Jahr 1 Prozent
ISIN DE000AA1HXV8
Chance/Risiko 8/7
Besserer Schutz gegen Rollverluste
Anlagezertifikat | Rohöl » Um 70 Prozent ist der Ölpreis binnen eines halben Jahres gesunken. Vor allem die schwache Konjunktur dämpft die Nachfrage. Zugleich aber drosseln die Ölkonzerne die Produktion und legen Bohrprojekte auf Eis. Sollte sich die Nachfrage im Laufe des Jahres stabilisieren, ist eine schnelle Preiserholung möglich.
Wer mit Zertifikaten auf Öl setzte, hatte bisher ein Problem: Da der Preis an den Terminmärkten gemacht wird, beziehen sich Zertifikate auf Futures-(Zukunfts-) Kontrakte und die werden mehrmals im Jahr fällig. Wer länger investieren will, rutscht immer wieder in den neuen Future. Dieser Rollvorgang kostet Geld, da die länger laufenden Futures meist teurer sind als die kürzeren.
Einen Ausweg versprechen Zertifikate, bei denen in drei verschiedene Futures investiert wird: In den Kontrakt mit dem höchsten Umsatz und in die beiden Futures, bei denen die geringsten Preisaufschläge zu erwarten sind. Nach Berechnungen der Zertifikate-Banken schafft dieses Kombi-Konzept einen Vorsprung gegenüber der Preiskurve an den Spotmärkten, an denen das Öl täglich echt gehandelt wird. Auch wenn das keine Garantie für die Zukunft ist, bieten die neuen Papiere im Vergleich zu bisherigen Ölzertifikaten einen besseren Schutz gegen Rollverluste. Die Emittentin, die Royal Bank of Scotland, wird mit Preisen für Kreditversicherungen von 0,94 Prozent als relativ sicher eingestuft…..
ANTWORT:
Ich habe gerade einen enttäuschten Kunden mit folgendem Problem gehabt:
“Seltsam war, dass der Schein eine Knock-Out Schwelle von 30,xx Euro (Stopp-Los 31,xx) hatte. Vor zwei Tagen wurde plötzlich eine Knock-Out-Schwelle von 38,xx (Stopp-Los 40,xx) angezeigt. Das Anziehen dieser Marken verstehe ich nicht so recht. Nun ja, so habe ich mir eben Finger verbrannt. Trotzdem Dankeschön für Ihre Mühe der Rückantwort.”
Er hatte mit dem Light Crude Oil MiniFuture (BN2P4C) spekuliert. Meine Vermutung geht in die Richtung, dass eben genau das Rollen zu einem entsprechenden Preissprung führte.
Grundsätzlich finde ich den beschriebenen Ansatz also gut. Ich bin aber derzeit noch etwas verwirrt von der Preisfeststellung beim Öl: War der Ölpreis noch vor wenigen Tagen bei 37 USD/Fass, so ist von diesem Tiefpunkt nach dem Rollen der Kontrakte nun nichts mehr zu sehen. Laut Onvista (http://rohstoffe.onvista.de/snapshot.html?ID_NOTATION=24877952&PERIOD=1#chart) war der Ölpreis im neuen Jahr noch gar nicht unter 40 USD.
Ich kann noch nicht genau abschätzen, ob oder wie sich dieser Umstand auf ein Zertifikat auswirkt bzw. ob das von Ihnen vorgeschlagene Zertifikat tatsächlich dieses Problem gelöst hat.
Ich würde daher erst mal mit einer kleinen “Beobachtungsposition” einsteigen, um diese Zusammenhänge im Laufe der nächsten Monate besser zu verstehen.
Es ist schön, wieder von Ihnen zu lesen. Ich habe auch gleich eine Frage zu ENEL, dem Energieversorger. Ich bin letztes Jahr schrittweise eingestiegen, nachdem Sie Enel in einer Depotanalyse bewertet haben. Nun steht Enel kurz vor 4 EUR. Ich bin nicht ganz sicher, hier nachzukaufen. Sind Ihnen evtl. gewichtige Gründe bekannt, sich von Enel fernzuhalten? Ich weiß, dass Enel einen rel. hohen Verschuldungsgrad hat.
Vielen Dank!
MfG, Dirk aus Wilhelmshaven
ANTWORT:
Vielen Dank und auch Ihnen wünsche ich noch einen guten Start im neuen Jahr.
In der Bilanz schlummern noch immer 48,5 Mrd. Euro Schulden, da haben die Kraftwerksverkäufe nicht so sehr für eine Aufbesserung der Schuldenquote gereicht. Die Dividendenrendite ist nach dem Kursrutsch nun bei 11,4%, doch inzwischen gilt diese Dividende nicht mehr als gesichert. Die Finanzierung der Übernahme von 25% der Anteile an der spanischen Endesa könnte von den Banken an die Bedingung geknüpft werden, die Dividende zu kürzen. Damit ist ein großer Pluspunkt dieser Aktie in Gefahr.
Das Bewertungsniveau ist niedrig, die Umsätze von Energieversorgern gelten als gesichert und das Geschäft läuft auch in Krisenzeiten gut. Langfristig sehe ich Enel noch immer als gute Anlage, doch kurzfristig könnten Finanzierungsprobleme zu weiteren Kursabschlägen führen.