Dezember 2008



Lieber Herr Heibel,

vielen Dank einmal mehr für Ihren besonderen Börsenbrief.

Nur wenn es Sie interessiert, wiederum erwarte ich keine Antwort:

Haben Sie sich Ener1 schon einmal angeschaut?

Energy Conversion Devices, Inc. (ENER)

Beste Grüße, Tobias aus Hüttlingen

ANTWORT:

Wenn Sie keine Antwort erwarten, dann fragen Sie auch nicht ;-)

Ener1 ist ein Forschungsunternehmen, vormals Boca Research. Der Jahresumsatz von 600.000 USD wird mit einer Marktkapitalisierung von 800 Mio. USD bewertet. Da brauche ich keinen Taschenrechner um zu sehen, dass hier Phantasien eingepreist sind, die sich vielleicht in 20 Jahren verwirklichen lassen. Ob es diese Firma dann noch gibt, ist fraglich.

4 Mio. USD Schulden, nur 18 Mio. USD Bargeld und 64 Mio. USD Verlust im abgelaufenen Jahr, da macht es diese Firma nicht mehr lange.

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Sehr geehrter Herr Heibel,

wenn ich alles richtig mitbekommen habe, gibt es in den USA jetzt Geld für 0,25 % Zins. Auf meinem Tagesgeldkonto gibt es 2-3% Zins.

Das Risiko eines steigenden Dollars müsste sich doch auch irgendwie günstig absichern lassen, weil alle Welt ja eher einen schwächeren Dollar erwartet.

Die Frage ist jetzt nur, ob es irgendeine Möglichkeit für “kleine Leute” gibt, an die günstigen US-Kredite  heranzukommen.

Vielleicht sollten sich die Heibel-Plus Abonnenten zusammen tun, eine Heibel-Bank gründen und das Geld dann anfordern? Oder wissen Sie eine andere Möglichkeit?

Viele Grüße, Christoph aus Sommerhausen

ANTWORT:

Nein, da kenne ich keine andere Möglichkeit: So leicht es für die
Amerikaner ist, 10 Kreditkarten zu bekommen, so schwer ist es für
Ausländer, dort einen Kredit zu erhalten. Man braucht eine Social
Security Number, eine Drivers Licens und eine Kreditkarte, um ein
echter Amerikaner zu sein. Nach der ersten Kreditkarte werden Ihnen die
folgenden Karten und Kredite nachgeworfen ;-)

Der US-Leitzins ist auf 0% und der US-Dollar ist entsprechend
eingebrochen. Der Europäische Leitzins ist bei 2,5%, da besteht noch
Spiel für weitere Zinssenkungen … und nach jeder Zinssenkung wird der
Euro schwächer. Ich weiß also nicht, ob es eine gute Idee ist, einen
US-Dollar-Carrytrade einzugehen.

Wenn Sie aber darauf bestehen: Die meisten Banken in Deutschland bieten
US-Kredite an. Vielleicht auch Ihre Bank? Die Gebühren sind zwar etwas
höher, aber vielleicht kommt das Ihrer Idee ja schon nahe.

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Herr Heibel,

nach einigen Einkäufen verhalte ich mich zur Zeit passiv, meine Strategie ist es jetzt zu warten bis sich der Markt wieder einkriegt. Jetzt hören wir ja doch schon des öfteren, dass nun endlich ein Boden gebildet ist und die ersten positiven Anzeichen sind am Aktienmarkt erkennbar.

http://elainemeinelsupkis.typepad.com/money_matters/images/2007/04/25/miz_japan_wants_cheap_chinese_labor.jpg

Aber jetzt bin ich doch ein bisschen beunruhigt über die neuerlich heftig diskutierten, noch ausstehenden Ausfälle von den amerikanischen  Option ARMs and Alt-A Ausleihen? Wie ich das verstanden habe, wurden hier Gelder zu Hauskauf für billige Anfangszinssätze ausgegeben, doch diese werden nach einer bestimmten “Schonzeit” die Zinssätze drastisch ansteigen lassen. Wenn ich das richtig verstanden habe, dann steht mindestens noch eine Trillion USD an Mehr- Ausfällen aus? Sehen Sie das auch so und wird das noch Auswirkungen auf den Markt haben oder hat der Markt diese Ausfälle schon reflektiert?

Alles Gute für eine stürmische Börsenzeit

Thomas aus Guangzhou

ANTWORT:

Das von Ihnen angesprochene Thema war der Grund für die Immobilienkrise in diesem Frühjahr: Es gab Hypothekenkredite, die auf 30 Jahre ausgelegt waren, deren Tilgung jedoch erst nach 2 Jahren begann. Diese Kredite wurden 2005 und 2006 ausgegeben. Also folgten 2007 und 2008 die ersten Tilgungsraten, daher hatten wir dieses Jahr so hohe Ausfallquoten.

Die US-Immobilienpreise sind inzwischen stark gefallen. Unter http://www.markt-daten.de/charts/eco/immobilien.htm können Sie sich gut ein Bild über den Stand machen.

Die befürchteten stürmischen Zeiten kommen nun daher, dass die Wirtschaft bislang noch kaum etwas von der Finanzkrise gemerkt hat: Die Gewinne sind hoch, es kommen jetzt erst langsam die ersten Warnungen und Prognosesenkungen. Grund: Banken, die durch die Immobilienkrise kaum mehr Liquidität haben, verleihen kein Geld mehr, vergeben also keine Kredite. Dadurch werden nun viele Wirtschaftsbereiche illiquide und das Geschäft kommt zum Stillstand. Schauen Sie sich die Raten an, die für den Transport von Containern per Schiff zu zahlen sind:

http://www.investmenttools.com/futures/bdi_baltic_dry_index.htm

Der Finanzsektor ist durch weitreichende Staatsgarantien mehr oder weniger gerettet. Er funktioniert jedoch noch nicht und nun wird nach Konjunkturprogrammen gerufen, um ein Ausufern auf die Wirtschaft zu verhindern. China hat ja schon kräftige Konjunkturprogramme verkündet. Das ist für China wichtiger als für andere Staaten, da es dort noch kaum ein soziales Netz gibt und eine Krise dort meiner Ansicht nach sofort zu Massenarbeitlosigkeit und schnell zu sozialen Unruhen führen würde.

Wenn China also mehr Brücken und Autobahnen baut, dann in erster Linie um Unruhen zu vermeiden. Vielleicht reicht das ja, um zumindest die Rohstoffpreise zu stabilisieren.

Aber Sie haben Recht: Vor diesem Hintergrund ist ein Aufschwung im Jahr 2009 alles andere als gegeben. Es liegt in meinen Augen derzeit daran, ob und wie sinnvoll Konjunkturprogramme der einzelnen Staaten aufgelegt werden. Aus eigener Kraft schafft es die Wirtschaft derzeit mangels funktionierendem Finanzmarkt leider nicht.

Freundliche Grüße nach China, ich hoffe, Sie haben dort ein paar schöne Weihnachtstage.

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Hallo Herr Heibel,

ich bin aufmerksamer Leser Ihres Ticker-PLUS. Meine Hochachtung!

Der Heibel-Ticker ist in diesen Zeiten eine Bestätigung des teils erlernten, das GPS auf hoher stürmischer See und der Kompass im Nebel. Aufregend wie ein Roman und angenehm wie ein heißes Bad nach harter Arbeit. Gut, dass es den Heibel-Ticker gibt.

Was halten sie von einem Goldzertifikat von Goldman Sachs GS7B6V?  Im Vergleich zu Ihrem empfohlenen ETC A0N62G – Ihre Meinung würde mich sehr interessieren.

Besten Dank, Wolfgang aus Bad Reichenhall

ANTWORT:

Na, das sind ja mal nette Worte :-) Vielen Dank.

Ich persönlich mag es nicht, wenn mir eine Bank oder ein Broker “garantiert”, dass ein vom Goldpreis abhängiges Zertifikat mindestens zu 100% zurück gezahlt wird. Diese Garantie muss das Unternehmen irgendwie sicherstellen, und das kostet Geld. Dieses Geld geht vom möglichen Gewinn beim Goldpreisanstieg ab. Zusätzlich läuft das Zertifikat nur bis 2013, ich habe aufgrund des Zeitwertverlustes solcher Produkte grundsätzlich nur noch endlos-Zertifikate betrachtet.

Ich bleibe daher bei den 1:1 Zertifikaten.

Ich wünsche eine schöne Weihnachtszeit.

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Sehr geehrte Damen und Herren,

ich bin ein Kleinanleger, d.h., meine Frau und ich haben ein Portfolio von nur noch etwa 30.000 € retten können. Wir wollen hier nicht klagen, da wir uns der Risiken der Börse bewusst waren und sind.
http://s.wsj.net/media/jail_CV_20081215142347.jpg
Aus Ihren Notizen – die wir im Internet gefunden haben – gehen Sie hauptsächlich auf die Märkte in Deutschland und USA ein. Wie sieht es in Spanien aus (wir leben hier als Ruheständler seit 20 Jahren). Können wir es wagen in spanische Banken zu investieren, die bis zu 60% verloren haben und nun wieder im Aufwärtsschwung sind?

Mit freundlichen Grüssen, Günther aus Madrid

ANTWORT:

Bis vor wenigen Tagen hätte ich Ihnen die Banco de Santander als grundsolide Bank vorgeschlagen, doch nun ist auch diese Bank von der Finanzmarktkrise eingeholt worden: Santander hatte 3,5 Mrd. USD bei Bernard Madoff investiert :-(

Sie erinnern sich: Madoff ist der Hedgefondsmanager, der vergangenen Donnerstag in New York mit Handschellen abgeführt wurde. Er hat eigenen Aussagen zufolge 50 Mrd. USD verspielt. Santander war sein zweitgrößter Kunde. Das Geld ist weg. Teilweise handelt es sich um Kundengelder, die Santander dort angelegt hat und ich erwarte, dass diese Kunden Santander verklagen werden. Madoff betrieb ein Schneeballsystem, Branchenkenner ließen die Finger von Madoffs Hedgefonds. Santander kann man ruhig als Branchenkenner bezeichnen, dennoch hat die Bank ihre Kunden dort hinein getrieben. Ich würde das als grob fahrlässig bezeichnen und gebe Klagen vor Gericht eine gute Chance.

Somit bleibe ich bei meiner grundsätzlichen Einschätzung: Der Bankensektor ist noch nicht bereinigt, Leichen schlummern noch überall und ich halte es für zu früh, um dort zu investieren.

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Hallo Herr Heibel,

leider habe ich in diesem Jahr mit Ihren Empfehlungen fette Verluste eingefahren.

Daher habe ich mich entschlossen auf Grund der hohen Volatilität der Märkte nur noch ganz kurzfristig mit DAX Optionsscheinen ( Put u. Call ) mit dem Restwert meines Depot zu spekulieren. Die Auswahl an diesen Produkten ist allerdings riesig und ich hatte auch schon öfter den Eindruck nicht gerade einen seriösen OP ausgewählt zu haben.

Deshalb möchte ich Sie bitten, mir doch einmal jeweils einen Put und einen Call auf den DAX zu empfehlen, welcher bis Ende 2009 läuft und wo man nicht das Gefühl hat vom Emittenten balbiert zu werden.

Mit freundlichem Gruß, Holger aus Kogel

ANTWORT:

Tut mir leid, dass es in diesem Jahr nicht so gut gelaufen ist an der Börse. Auch ich schaue mir derzeit die Möglichkeiten des kurzfristigen Spekulierens an, da ich in dieser Marktphase darin gute Chancen sehe.

Mit Optionsscheinen können Sie in solchen Marktphasen kaum Gewinne erzielen, denn die Volatilität ist viel zu hoch. Der Optionspreis ist eine Funktion aus Kurs des zugrunde liegenden Instruments (Aktie oder DAX-Index) sowie aus Laufzeit und Volatilität. Derzeit ist die Volatilität so hoch, dass viele Kursanstiege beispielsweise bei Call-Optionsscheinen kaum zu Preisanstiegen führen, weil die gleichzeitig fallende Volatilität die Preissteigerung ausradiert. Ich habe daher vor einigen Monaten davon abgeraten, mit Optionsscheinen in dieser Marktphase zu spekulieren.

Derzeit schaue ich mir CFDs an, das sind in meinen Augen besser kalkulierbare Instrumente. Ich werde in den nächsten Ausgaben des Heibel-Tickers darauf näher eingehen.

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Guten Tag Herr Heibel,

ich lese nun seit etwas über einem Jahr Ihren Heibel Ticker und freue mich jede Woche auf die neueste Ausgabe. Auf diesem Wege vielen Dank für Ihren Service!

Da ich mein Kapital seit ca. einem halben Jahr komplett aus Aktien abgezogen habe, bin ich gerade dabei, mir Unternehmen für ein langfristiges Investment (>10 Jahre) zu suchen.

Meine Favoriten sind hier momentan Daimler, Solarworld, Rio Tinto, Morphosys und Google.

Bei Rio Tinto bin ich mir noch nicht so ganz sicher, ob man hier nicht besser in BHP Billiton investieren sollte, angesichts des hohen Schuldenberges von Rio. Wie schätzen Sie hier die Situation ein? Auf einen verschuldeten Berbaugiganten setzen (mit niedrigem KGV) oder doch lieber auf BHP Billiton?

So wie ich das bisher mitbekommen habe, sind Ihnen alle Unternehmen relativ gut bekannt. Könnten Sie mir vielleicht freundlicherweise ein Statement zu meiner Auswahl geben? (Vielleicht auch mit Alternativvorschlägen?).

Vielen Dank für Ihre Arbeit!!!

Beste Grüße, Steffen aus Landau

ANTWORT:

Besten Dank für Ihr freundliches Schreiben. Auf den ersten Blick sieht Ihre Auswahl sehr gut aus. Doch im Detail habe ich ein paar Anmerkungen:

DAIMLER

Ist bestens positioniert, um weiterhin eine technologische Führung inne zu haben. Doch die Investitionen in Elektromotor, die nunmehr absehbare staatliche Stützung von GM und Chrysler und der politische Schlingerkurs in Sachen Autosteuern sind nur einige Probleme, mit denen Daimler fertig werden muss. Ich glaube, dass daher die Gewinnchancen im Unternehmen nicht übermäßig gut sind. Eine bessere Alternative? Nein, Daimler ist schon super, aber es kann einige Zeit dauern, bis der Kurs ansteigt.

SOLARWORLD

Solaranlagen sind derzeit nur mit einer sehr geringen Lebensdauer versehen, so dass die staatlichen Förderungen zwar üppig aussehen, doch die Anlagen schneller Instandhaltungskosten verursachen, als erwartet. Diese Zeitbombe tickt im Solarmarkt. Ich habe mich daher für Centrotherm als Anlagenbauer in diesem Bereich entschieden.

RIO TINTO

Ja, das Unternehmen ist in Ordnung, denn das Unternehmen wurde aufgrund seiner hohen Verschuldung ausverkauft. Nun, wo die Liquidität langsam in die Märkte zurück kehrt, könnte Rio Tinto eine Aufholjagd hinlegen.

MORPHOSYS

Habe ich letzten Freitag im Heibel-Ticker analysiert.
Hier der Link:

http://heibel-ticker.de/kundenmenu_archiv.php?proID=197&start=0&keyword=Morphosys

GOOGLE

Ist noch immer ein Favorit von mir, das Unternehmen wird bei einer anziehenden Konjunktur eine Kursverdopplung hinlegen :-)

Ich wünsche eine schöne Weihnachtszeit.

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