Ihren Börsenbrief habe ich abonniert, weil er den Eindruck erweckt, ehrlich zu sein und auf markante Sprüche verzichtet. Ich folge Ihren Ausführungen mit Interesse und erhoffe mir dadurch, die Börse besser zu verstehen.
Auch wenn Genußscheine nicht Ihr Fokus sind, will ich Sie doch auf einen wie ich meine interessanten Fall hinweisen: WKN 801065.
Meine Frau hat vor fast 10 Jahren damit über 25000 Euro angelegt, nun ist sein aktueller Kurs bei 62%, Restlaufzeit 18 Monate. Entweder müssen wir uns Sorgen um diese Anlage machen, oder da winkt eine quasi sichere Rendite von über 40% p.a. (steuerfrei). Liquidität ist niedrig und wenn man den Briefkurs ansieht, sieht die Rendite nicht ganz so gut aus, aber immerhin. Ausschüttung 2008 hat stattgefunden (6,35%).
Wie denken Sie über einen Anlagehorizont bis Ende des Jahres?
Hier meine laienhaften Überlegungen: Traditionell steigen Kurse zu Ende des Jahres fast immer an, außerdem sind da dieses Jahr noch Wahlen in den USA und in Deutschland ändert sich die Besteuerungsgrundlage für Aktien. Im August / September geht es häufig bergab, aber der Absturz dieses Jahr im Juni war ziemlich atypisch.
Man könnte also auf die Idee kommen, jetzt aussichtsreiche Titel zu kaufen, wenn der Kurs richtig niedrig aussieht und dann das Jahresende abwarten. Anfang nächsten Jahres könnte dann aber wieder die abflauende Konjunktur in den Vordergrund rücken und wie dieses Jahr auch einen Kursabsturz zur Folge haben. Da wäre es vielleicht sinnvoll, sich vorher von den meisten Papieren zu trennen und auf einen fallenden Markt zu setzen.
Noch eine Frage / Anmerkung zu Ihrem Musterdepot. Da ich Ihren Börsenbrief erst seit kurzem lese, habe ich natürlich Ihr Depot nicht berücksichtigt. Da fragt man sich z.B. bei Salzgitter, das jetzt deutlich unter dem von Ihnen genannten Einstiegskurs liegt, ob ein Einstieg noch sinnvoll ist, oder wann ein sinnvoller Einstiegskurs sein könnte.
Aus persönlichen Gründen (ein Verwandter arbeitet bei Qimonda) beobachte ich den Infineon-Kurs und mir fällt auf, dass der höchst volatil ist, es finden sich natürlich immer wieder Nachrichten, die das rechtfertigen. Bei günstig gewählten Einstiegs-/Ausstiegszeiten bleibt ein satter Gewinn.
Meine Mutter hatte aus historischen Gründen (Landwirtschaft) Anteile an der Baywa. Die Baywa hat im vergangenen Zeitraum stark zugelegt. Da sie aber 75 ist, dies etwa die Häfte ihres ganzen Vermögens ausgemacht hat, habe ich ihr geraten, die Anlage zu verkaufen, leider zu einem ungünstigen Zeitpunkt im März. Und der Banker, der das für sie veranlasst hat, hat natürlich auch nicht auf den Tageskurs geachtet. Die weitere Perspektive von Baywa ist aber vermutlich nicht so sicher, sodass ich denke, dass meine Empfehlung nicht falsch war. Bei einer Rente von monatlich 50 Euro ist spekulieren sicher nicht ratsam.
Herzliche Grüße aus Ulm, Peter
ANTWORT:
Besten Dank für Ihr Schreiben und das Lob über meinen Heibel-Ticker.
Sie haben ja gleich eine ganze Reihe von schweren Fragen an mich gerichtet:
1.: WKN 801065: DUESSELDORFER HYPOTHEKENBANK GENUSSSCHEIN von 1998
Selbst Wirtschaftsprüfer, die sich die Bilanzen und weitere Bücher unserer Hypothekenbanken anschauen können, sind nicht in der Lage, das Restrisiko von weiteren Immobilienderivaten im Bestand von Hypothekenbanken abzuschätzen. Präsident Bush hat keinen Schimmer, wie er der Finanzmarktkrise begegnen soll und in meinen Augen ist seine Administration mit verantwortlich für die Intensität der Krise.
Am Verhalten der CEOs von Lehman und AIG sehe ich, dass selbst die Unternehmenschefs keinen Schimmer über die Details hinter den Immobilienderivaten haben.
Es wäre also ein Lotteriespiel, jetzt den Genußschein der Düsseldorfer Hypo zu kaufen, ohne Gewissheit darüber zu haben, dass keine weiteren Immobilienderivate mehr im Bestand sind. Verlockend ist es, wenn man sich die Rendite anschaut. Doch auch höchst riskant.
Der Präsidentenwechsel wird vielleicht für einen zwischenzeitlichen Aufschwung sorgen, aber die Probleme sind damit auch nicht gelöst und wer schwach auf der Brust ist, der geht auch in einem solchen Aufschwung pleite.
Mir wäre das zu riskant, so verlockend es auch klingen mag.
2.: Salzgitter ist in meinen Augen derzeit zum Nachkaufen geeignet. Ich werde es später im Kundenbereich ergänzen.
3.: Infineon werden die 3G-Empfangsprobleme des Apple iPhone zugeschrieben und das Unternehmen arbeitet fieberhaft an einer Lösung. Es ist nicht gerade ein Aushängeschild für Infineon, wenn es diesen Chip nicht sauber hinbekommen hat. Ohnehin verliere ich so langsam die Geduld bei Infineon, da gibt es bessere Tech-Aktien.
4.: Baywa: Na, da haben Sie doch gar nicht so falsch gelegen: In den vergangenen Tagen ist der Kurs wieder auf das Niveau von März zurück gefallen. Es gibt einen neuen CEO bei der Baywa, er hat als erstes einmal grundlegende Umstrukturierungen in Aussicht gestellt. Das ist natürlich stets eine Belastung für das Unternehmen, so dass ich auf absehbare Zeit erst einmal mit keiner Kurserholung rechne.
hinter meiner Bild-Zeitungs-Überschrift verbergen sich ernsthafte Gedanken, die ich als Fragen stellen möchte.
Die Gerüchte um Steve Jobs’ abgemagerte Erscheinung führen für mich zu den Fragen:
a) Gibt es aufgrund SEC- oder sonstiger Vorschriften eine Verpflichtung, dass Apple eine mögliche Krankheit seines CEOs angeben muss? Denkbar wäre für mich als Laie, dass eine Verpflichtung besteht, wenn der Krankheitsgrund kursrelevant sein könnte. Das führt zur nächsten Frage:
b) Gibt es einen Nachfolger à la Ballmer? Mir ist laienhaft niemand in der 2. Reihe bekannt.
Apple hat ja während der Finanzkrise – ähnlich wie RIMM oder GOOG zunächst eine gute und vergleichsweise schnelle Kurserholung hingelegt, doch die kürzlich veröffentlichten Geschäftsaussichten ließen den Kurs erheblich einbrechen. Diesen Absturz vor Augen könnte ich mir vorstellen, dass eine ernsthafte Krankheitsnachricht den Kurs um mind. 20% einbrechen lassen könnte.
Demnach c) Wie ist bitte Ihre Meinung dazu?
Nachdem nun auch die FTD darüber berichtet hat, dass Daimler nicht erst nach dem jüngsten Kurssturz ein guter Übernahmekandidat ist, würde mich Ihre Meinung dazu ebenfalls interessieren. Realistischerweise denke ich weniger an Übernahme als vielmehr an Einverleibung eines erheblichen Aktienpaketes, welches schwerer wiegt als das von Kuweit. Ich weiß nicht, ob Schrempps Todfeind Kerkorian das stemmen kann; aber warum nicht ein asiatischer Staatsfonds oder Toyota, die Quandt-Familie oder die um Porsche. Wenn man unterstellt, dass der Stern eine Marke von 1st-class-image in der Automobilwelt darstellt, sollte es doch wohl Interessenten geben – vielleicht auch an Freightliner, oder diese spaltet man ab. Vielleicht möchten auch russische Oligarchen mitspielen oder Indien flanscht sich zum Premiumgeschäft mit Jaguar/Land Rover noch eine große Daimler-Beteiligung an.
Konkrete Frage: Was spricht GEGEN eine Übernahme Ihrer Meinung nach? Für Pro-Argumente gibt es ausreichend Phantasie.
Vielleicht halten Sie es ja für eine Ihrer nächsten Ausgaben für interessant, zwischen bärischer und bullischer Marktentwicklung bis Ende des Jahres abzuwägen – ich meine vor allem vor dem Hintergrund der wohl immer noch ausstehenden zu korrigierenden Unternehmensbewertungen oder Gewinnwerwartungen, welche wohl noch in dieser Quartalsberichtsaison stattfinden könnten. Man denke wiederum an Münchner Rück oder Daimler, deren Zahlenveröffentlichung selbst bezogen auf die mittlerweile normalen Tagesvolalitäten von negativer Durchschlagskraft waren.
Vielen Dank für eine Rückmeldung
Freundliche Grüße, Christoph aus Weinheim
ANTWORT:
Besten Dank für Ihr Schreiben.
zu a: Ja, es gibt die SEC-Vorschrift, dass kursrelevante Informationen umgehend veröffentlicht werden müssen. In wie weit speziell der Gesundheitszustand Jobs unter diese Regelung fällt, wurde schon vor drei Jahren, als er seine Chemotherapie geheim hielt, diskutiert. Fest steht, wir können uns nicht darauf verlassen, dass wir alles wissen.
zu b: Mit ist kein potentieller Nachfolger bekannt.
zu c: Ich beobachte Steve Jobs intensiv und versuche, am Ball zu bleiben. Sollten mir weitere Hinweise auf einen schlechten Gesundheitszustand auffallen, würde ich umgehend verkaufen. Hierzu würde z.B. auch die Einarbeitung eines potentiellen Nachfolgers gehören.
In den vergangenen Wochen hat Jobs diese Gerüchte jedoch zerstreut, es scheint ihm nun wieder gut zu gehen. Ich bleibe noch vorsichtig und habe nicht vor, so bald wieder eine volle Position in Apple zu halten.
zu DAIMLER: Ich habe nichts, was dagegen spricht. Schlimmer noch: Ich habe gehört, dass sich bei Daimler eine Gruppe damit beschäftigt, eventuelle Übernahmen abzuwehren. Wenn es schon eine Gruppe für diesen Fall gibt, dann hört sich das so an, als sei eine Übernahme schon durchaus im Gange. Wer? Welchen Anteil? Keine Ahnung. Aber auf dem aktuellen Kursniveau ist Daimler in meinen Augen ein Kauf. Was wäre denn so schlimm an einem weiteren Großaktionär neben Kuwait? Es würde lediglich dem Kurs Beine machen, und das wäre doch gut.
In den vergangenen Wochen habe ich mich ziemlich eindeutig auf die Seite der Bullen geschlagen, bis zum Jahresende erwarte ich eine Rallye. Doch das haben Sie sicherlich in den vergangenen Ausgaben gelesen.
immer wieder fällt es mir schwer, die Börse zu verstehen. Gerade hat Thyssen-Krupp tolle Zahlen veröffentlicht, die Analysten schwärmen von der Robustheit des Stahlbooms und setzen traumhafte “Kursziele” für Stahlaktien, aber SALZGITTER kommt trotzdem nicht vom Fleck und bleibt der Problembär meines Depots. Warum ist das so, und kann ich irgendwann mal darauf hoffen, dass sich das ändert?
Mit freundlichem Gruß, Claus aus Berlin
ANTWORT:
Salzgitter kann sich zwar im aktuellen Konjunkturverlauf über immer höhere Einnahmen freuen, gleichzeitig steigen aber auch die Ausgaben exorbitant an: Die gute Absatzlage, die Bauwut Chinas und der anderen Schwellenländern ermöglichen es dem Konzern, die Verkaufspreise kräftig anzuheben. Aber da Salzgitter keine eigenen Eisenerzminen betreibt, muss es die Einsatzstoffe für die Stahlproduktion immer teurer einkaufen. Auch der gestiegene Ölpreis und die damit hohen Energiekosten sorgen dafür, dass die Gewinne von Salzgitter nicht in den Himmel steigen.
Nachdem nun jedoch die Rohstoffpreise im ersten Halbjahr 2008 sprunghaft angestiegen waren und viele Bilanzen verhagelten, hat man sich in den Prognosen auf die geänderte Rohstoffsituation eingestellt. Die nunmehr seit 6 Wochen rückläufigen Rohstoffpreise werden meiner Ansicht nach dazu führen, dass Salzgitter schon im nächsten Quartal einen überraschend hohen Gewinn ausweisen wird. Hinzu kommt noch der fallende Euro, der nochmals Salzgitter in die Hände spielt. Ich denke also, der nächste Kursschub steht bevor.
im Moment befinden sich die grössten Indizes weltweit weiterhin im Abwärtstrend. Genügend Zeit also, sich auf kommende, steigende Kurse vorzubereiten.
Aus dieser Sicht würde mich interessieren, ob Sie uns kurz darlegen könnten, wie sich die einzelnen Branchen in steigenden wie fallenden Märkten verhalten.
Öfters wird von Zyklikern und Nichtzyklikern gesprochen. Welche Branche ist wo einzureihen und wie verhalten sie sich entsprechend bei steigenden / fallenden Kursen?
Mit freundlichen Grüßen, Jürg aus Basel
ANTWORT:
Besten Dank für Ihre interessante Frage.
Graphik: Die verschiedenen zyklischen Branchen
Jeder Konjunkturzyklus verläuft nach einem bestimmten Muster. Zu unterschiedlichen Zeitpunkten gibt es unterschiedliche Branchen, die besonders profitieren. Obige Graphik veranschaulicht dies.
Nicht-zyklische Unternehmen verhalten sich im Gegensatz zu den dort aufgeführten Branchen unabhängig von Konjunkturzyklen. Insbesondere die Pharma- und Gesundheitsbranche wird immer wieder als “nicht-zyklisch” angesehen, denn Menschen werden krank und beanspruchen Medizin, egal, wie es der Wirtschaft geht. Auch die Branche der Grundnahrungsmittel sowie die Versorger gelten als nicht-zyklisch, denn es wird immer gegessen und getrunken und Wasser, Strom und Gas verbraucht.
So sollte man nun meinen, dass nicht-zyklische Aktien völlig unabhängig von den zyklischen Aktien laufen. Doch das ist nicht der Fall. Wenn sich Anleger aus Angst vor einer Konjunkturdelle aus den zyklischen Aktien zurückziehen, dann strömt witzigerweise stets ein wenig mehr Geld in die nicht-zyklischen Branchen. Daher steigen Pharma-Aktien in einer solchen Situation an. Nicht, weil deren Geschäft plötzlich besser würde, sondern vielmehr, weil es für Anleger kaum andere attraktive Aktien gibt.
Ich will es kurz machen, was halten Sie im Augenblick von einem langfristigen Positionsaufbau in Stada?
Das war es schon, frohes Schaffen aus dem schönen Sachsen wünsche ich, Frank.
ANTWORT:
Die Gewinnwarnung von Ende Juli hat dem erfolgsverwöhnten Unternehmen nun einen guten Teil der Aktionäre vergrault. Das KGV von 15 ist dem prognostizierten Wachstum von 8% p.a. angemessen, die Dividendenrendite von 2,7% ist mittelmäßig.
Wenn ein Wachstumsunternehmen plötzlich die Wachstumszahlen nicht mehr erreichen kann, dann findet ein Wechsel der Aktionäre statt. Dies ist nun bei Stada der Fall, ich denke, dass es einige Monate dauern wird, bis eine neue Generation von Stada-Aktionären die Kurse wieder stabilisiert. Bis dahin sollte der Kurs meiner Ansicht nach noch häufiger unter 35 Euro gedrückt werden.
ich beziehe derzeit Ihren Gratisnewsletter und hätte mal eine kurze Frage zu österr. Aktien.
In meinem Depot befinden sich Palfinger, Voest und Wienerberger – beide mit 2stelligen Kursverlusten.
Sehen Sie hier in nächster Zeit wieder eine Erholungphase oder muss ich mit diesen Kursverlusten leben?
Mit freundlichen Grüßen, Johann aus Österreich
ANTWORT:
Mit Ihrer E-Mail Adresse und Ihrem Passwort kommen Sie in den Kundenbereich des Heibel-Ticker. Dort können Sie das HT-PLUS-Archiv nach Ihren Titeln durchforsten:
Palfinger: Ausgabe 07/51 v. 21.12.07
Zusätzlich kann ich aktuell sagen, dass ich das KGV von inzwischen 7 und die Dividendenrendite von 4,8% als gesichert ansehe. Als Kranhersteller ist Palfinger im Rahmen der Immobilienkrise in Sippenhaft genommen worden. Das Geschäft entwickelt sich aber dennoch gut und ich würde auf Sicht von 12 Monaten deutlich höhere Kurse erwarten. Also aussitzen.
Wienerberger: Gleiche Ausgabe 07/51 v. 21.12.07
Bei diesem Ziegelsteinhersteller stellt sich die Situation ganz ähnlich dar: Auch Wienerberger ist in Sippenhaft genommen worden. Das KGV von 8 und die Dividendenrendite von 7% sind attraktiv und der Kurs sollte meiner Ansicht nach einen Boden gefunden haben. Mit Kursanstiegen kann es noch einige Monate dauern, aber ich würde auch diese Aktie aussitzen.
Voest Alpine: Ausgabe 08/24 vom 13.6.08
Auch der Stahlproduzent unterliegt den gleichen Problemen. KGV von 5,5 und eine Dividendenrendite von 5% sollten auch hier den Boden begründen. Aussitzen.
bei Morphosys stehen bald Quartalszahlen an. Vor einiger Zeit hat das Unternehmen zudem einen wirklichen \”Megadeal\” mit Novartis bekanntgegeben, der ihm über 10 Jahre mindestens 1 Mrd. US$ einbringen kann. Wenn alles perfekt liefe, wäre laut MorphoSys CEO Moroney sogar bis zu 1,6 Mrd. US$ drin. Zudem ist das Unternehmen mit den Bereichen “Therapeutische Antikörper” sowie “Forschungsantikörper” wohl bestens positioniert. Daher meine Frage: Wie sehen Sie die MorphoSys Aktie? Und welches Kurspotential nach unten oder oben sehen Sie hier?
Vielen Dank im voraus!
Mit freundlichem Gruß, Michael aus Hamburg
ANTWORT:
Im Jahr 2008 wächst der Umsatz von Morphosys mit 22%. Im kommenden Jahr werden nur noch 13% Wachstum erwartet. Damit lässt sich bestenfalls ein KGV von 26 (zweifache Wachstumsgeschwindigkeit, sofern diese langfristig gehalten werden kann) vertreten. Aktuell steht das KGV bei 35.
Nun, da muss dann einiges passieren, um in diese Bewertung hinein zu wachsen. Die Kooperation mit Novartis ist sicherlich ein guter Schritt, aber in diesen Prognosen bereits enthalten. In der zweiten Jahreshälfte will Morphosys kräftig in die Forschung investieren. Das heißt im Umkehrschluss, dass der Gewinn geringer ausfallen wird. So wichtig die Investition für die Zukunft sein mag, es ist stets ungewiss, ob sie sich lohnt und Ungewissheit wird an der Börse mit einem Bewertungsabschlag gehandelt.
Langfristig ist Morphosys in meinen Augen ein gutes Biotech-Unternehmen, das weiterhin seinen Platz am Markt behaupten wird. Das Kostenmanagement ist gut und die Innovationskraft erfahrungsgemäß ebenfalls. Doch im Aktienkurs ist diese perfekte Unternehmensstellung bereits enthalten und es gibt wenig Raum für positive Überraschungen. Ach so, und die regelmäßig positiven Überraschungen zum Quartalsbericht, in denen Gewinn- und Umsatzprognosen stets übertroffen werden, sind auch zur Gewohnheit geworden.
Anfang 2006 stand die Aktie schon mal bei 60 Euro, inzwischen pendelt sie zwischen 40 und 50 Euro. Ich denke, es wird noch ein halbes Jahr dauern, bis diese Aktie wieder in Richtung alter Höchststände marschieren kann.