ich wünsche Ihnen eine glückliche und erfüllte Ehe. Dies kommt ja nicht zuletzt auch uns Abonnenten zu Gute. Glückliche Menschen arbeiten effizienter!
Ich habe analog Ihrer Antwort auf mein Mail betreffend GE eine erste Position zu 26.69 gekauft und harre mal den Dingen die da kommen werden.
Eine kurze Frage zu Ihrem letzen Beitrag in Heibel Unplugged. Verraten Sie mir den Link zum Chart: Börsenanalyse: Smart Money / Dumb Money: Institutionelle Anleger setzen auf Rallye?
Im Weiteren würde mich Ihre Meinung zu Philips interessieren? Ich habe seit einigen Jahren ein Auge auf den LED Markt gerichtet. Da liegt ein riesiges Potential in Sachen Energiesparen im Bereich des Möglichen. Denken wir nur an all die weltweiten Leuchtreklamen oder Straßenbeleuchtungen. Meiner Informationen nach war die Firma Cree (US Kürzel Cree) führend, aber familiäre Unstimmigkeiten werfen die Firma immer wieder zurück.
Philips, Valor 1106818, ist mit Ihrer LED Sparte recht gut dabei und auch sonst nicht schlecht aufgestellt. Im Moment befindet sich die Aktie nahe einem 3 Jahrestief, was in der heutigen Zeit allerdings nicht viel bedeutet. Meine Frage aus der Sicht von einem Anlagehorizont von 5 Jahren.
Mit freundlichen Grüßen, Jürg aus Basel
ANTWORT:
Besten Dank für die Wünsche.
Ich denke, da haben Sie bei GE das Tief erwischt, herzlichen Glückwunsch.
Hier der Link zum Smart / Dumb Money:
http://www.sentimentrader.com/
Philips hat ein KGV von 13 und eine ordentliche Dividendenrendite von 3,4%. Ich finde diese Bewertung vor dem Hintergrund des mäßigen Umsatzwachstums in Ordnung. Allerdings kenne ich Philips nun schon seit vielen Jahrzehnten und wenn es Dinge gibt, die sich bei Philips immer wieder wiederholt, dann sind das innovative Produkte mit rosigen Marktaussichten und anschließend Umstrukturierungen, weil die Erwartungen sich nicht erfüllt haben.
Ja, den LEDs gebe auch ich eine rosige Zukunft. Doch ob Philips davon wird profitieren können, ist fraglich. Bislang hat Philips immer wieder enttäuscht und ich halte mich daher von diesem Unternehmen fern.
ich habe eine grössere Position von Hypo Real Estate.
Tiefststand Mitte Mai 13 €, sollten 13 € noch mal getestet werden, würde ich nachkaufen. Meine Position ist derzeit 24% im Minus.
Was würden sie mir raten ?
Vielen Dank für die Antwort.
Schönen Tag, Anton aus Österreich
ANTWORT:
Der Tiefstand von Hypo Ral Estate war schon Mitte März, gefolgt von einer Rallye auf 24,31 Euro Anfang Mai. Vor zwei Wochen stand der Kurs jedoch wieder bei 14,36 Euro.
Das KGV steht derzeit bei 7, die Dividendenrendite ist mit 3,66% nicht gefährlich. Die Dividende für das kommende Jahr 2009 kommt mir jedoch sehr hoch vor, die Hypo Real Estate hat die Erhöhung von 0,65 Euro auf 1 Euro in Aussicht gestellt.
Am 13. August wird das nächste Quartalsergebnis veröffentlich werden, nach dem richtungsweisenden Schritt von Merrill Lynch, die ihre Immobilienderivate zu 77% abgeschrieben haben, ist nun auch für die anderen Banken und Broker eine Messlatte aufgelegt worden. Ich erwarte, dass die Hypo Real Estate nochmals kräftige Abschreibungen vornehmen wird, was den Kurs nochmals belasten könnte.
Inzwischen hält JC Flowers 24,9% der Anteile und sieht sein Engagement als strategisch und mittelfristig. Nach dieser Transaktion war der Kurs nochmals eingebrochen, ich denke aber, dass sich mittelfristig ein Boden bilden wird.
Was Sie tun sollten, hängt von Ihrem Anlagehorizont ab: Wenn Sie die Aktie länger als 18 Monate behalten können, dann können Sie meiner Ansicht nach diese Baisse aussitzen. Kurzfristig gebe ich keine Einschätzung mehr ab, denn niemand kennt den wirklichen Abschreibungsbedarf des Unternehmens.
Hier ein aktueller Stand der Preiskorrekturen auf dem US-Immobilienmarkt:
Die Immobilienpreise der USA sind von 2003 bis 2007 um 70% angestiegen, bisher korrigierten die Preise jedoch nur um 30%.
Noch deutlicher wird der noch immer bestehende Korrekturbedarf anhand der realen Preisentwicklung, der Preise also bereinigt um die Inflationsrate: Um auf die ursprünglichen 100% gemessen in realen US-Dollar zurückzukommen, fehlen dem US-Immobilienmarkt noch Preiskorrekturen um weitere 35%.
Die Börse wird 9-12 Monate vor der Bodenbildung bei den Immobilienpreisen ihren Boden finden. Doch ob die Immobilienpreise schon in 9-12 Monaten ihren Boden finden, ist noch fraglich.
seit geraumer Zeit bin ich bezahlender Leser Ihres Heibel-Tickers. Nun
allerdings muss ich mich einfach mit ein paar Einlassungen an Sie
wenden, ohne Ihnen wirklich nahe treten zu wollen. Z.B. in Bezug auf
genveränderte Getreide, Mais, Soja, etc. und deren Wirkung auf die
entsprechenden Verzehrer, empfehle ich Ihnen DRINGEND das Buch: „Saat
der Zerstörung“ von F. William Engdahl, Kopp Verlag.
Zu diesem Thema vielleicht ein markanter Satz des uns allseits bekannten Henry Kissinger, der da lautet:
„Wer das Öl beherrscht, beherrscht das Land.
Wer aber die Nahrung beherrscht, beherrscht den Menschen.“
Wert, darüber nachzudenken – oder? Oder gar erstrebenswert??
Und noch ein paar Worte zur EU und zur Gesinnung so mancher dort Tätigen, natürlich derer mit dem entsprechendem Einfluss.
Sollten Sie sich wirklich ein verhältnismäßig unverfälschtes Bild über
U N S E R E EU und die Richtung, wohin alles zu laufen hat, machen
wollen, so empfehle ich Ihnen ebenso DRINGEND ein Abonnement der
Zeitung: „Neue Solidarität“ von Lyndon LaRouche, ehemals amerikanischer
Präsidentschaftskandidat, jedoch der Welt und dem Leben sehr zugetan
und mit entsprechend entwickeltem Verantwortlichkeitsgefühl.
Auch Internet: www.solidaritaet.com (Jahrespreis: Euro 78,00). Dort
können Sie Fundamentales bzw. Beeindruckendes nicht nur über das
Welternährungsproblem sondern auch über die Lissabonner Verträge bzw.
die EU Verfassung, die de facto nicht nur unser Grundgesetz komplett
außer Kraft setzen soll, etc.etc. nachlesen.
Siehe dazu auch dementsprechende Einlassungen des Prof. Schachtschneider.
Wäre sicherlich dringendst erforderlich, da Sie, wie im „Betreff“
bezeichnet, diesbezüglich wohl einer genau aus diesem Tal sind und
daher Ihre Leser zwangsläufig mit so manchen Ansichten der
absonderlichsten Art, wenn auch kindlich gut gemeint, versorgen.
Über eine Antwort von Ihnen würde ich mich freuen
und verbleibe bis dahin
mit besten Grüßen, Wilhelm aus München
ANTWORT:
Ich kenne all die Literatur- und Webseitenhinweise, die Sie mir gegeben
haben. Das geht stark in Richtung Verschwörungstheorie und ich kann
diesen Theorien in ihrer letzten Konsequenz nicht folgen.
Verschwörungstheorien zeigen offensichtliche Missstände in der Welt auf
und gehen lang und breit auf die schlimmen Auswirkungen dieser
Missstände ein, um dann am Schluss eine verheerende Schlussfolgerung zu
ziehen – meistens wird ein paar wenigen Einflussreichen eine Absicht
unterstellt.
Das ist falsch.
Richtig ist vielmehr, dass es schlimme Missstände gibt und dass wir
daran arbeiten, diese Missstände zu beheben. Dagegen sprechen dann
wieder andere Interessenverbände, Besitzstandsdenken lässt Änderungen
nur schwer zu. Die sogenannten einflussreichen Politiker sind heute
vielmehr abhängig von ihren Wählerstimmen und agieren populistisch und
nicht nach einer tiefen, eigenen Moral. Daraus ist schon zu ersehen,
dass eine Absicht nicht dahinter stecken kann.
Ja, es gibt Probleme auf unserer Welt. Nein, die Probleme werden nicht
größer, sondern kleiner. Prozentual gesehen sinkt die Kriminalität,
sinken die Hungertoten, sinken die Kranken, usw. Naütrlich könnte es
schneller gehen, die Welt auf ein friedliches Wohlstandsniveau zu
hieven, aber da stehen Eigeninteressen, Eitelkeiten und anders im Weg.
Der Prozess ist lang und schwer, aber wir bewegen uns in die richtige
Richtung.
Ich weiß heute noch nicht, welche Rolle die Gentechnik in der Zukunft
spielen wird, aber sie wird sich ihre Nische suchen. Da hilft es nicht,
sie als Teufelszeug pauschal zu verbannen, es hilft eher, den
verantwortungsbewußten Umgang damit zu erlernen.
als immer interessierter Leser des Heibel-Ticker teile ich häufiger Ihre
eingängig formulierten Stellungnahmen.
Angesichts Ihrer Darlegungen zur Gentechnik und weltweiten
Versorgungssituation scheint mir aber doch der Focus etwas verengt (siehe http://heibel-ticker.de/archiv.php?standardID=143&start=0) .
Solange vor allem wir Europäer und die Nordamerikaner Überschüsse erzielen
(Milchpulver, Weizen, etc.) und diese unter Zuhilfenahme von staatlichen
Subventionen unter den Einstandspreisen der Erzeuger in Drittländern dort
vertreiben, kann meines Erachtens die Gentechnik in diesem Bereich durchaus
außen vor bleiben. Der Wegfall der Handelsbeschränkungen (Doharunde, WTO)
und der Wegfall der Erzeugersubventionen vor allem in der EU und den
Vereinigten Staaten würde ausreichen, um in weiten Teilen der Welt Flächen
andersartig nutzen zu können als für Soja oder Futtermais, der zur örtlichen
Versorgung wenig beiträgt.
Die weltweite Nahrungsmittelproduktion wäre derzeit (solange aus
Markterwägungen Produktion sogar vernichtet oder als Unterpflug verwendet
werden kann) für die Versorgung ausreichend. Es ist zwar ein anderes Thema,
bleibt aber eine universalisierbar unvertretbare Tatsache, dass angesichts
der Überproduktion kein Mensch auf der Welt verhungern dürfte, dies aber
Jahr für Jahr Millionen Menschen und gerade auch Kinder tun.
Sollte dieser Zustand weiter und verstärkt eskalieren, wird meines Erachtens
keineswegs die Gentechnik sondern eher eine Mischung aus Völkerwanderung und
Enteignungen für eine Lösung sorgen, schon um massenhaften gewaltsamen
Auseinandersetzungen vorzubeugen.
Dies wird meiner Auffassung nach aus naheliegenden Gründen für alle
Grundnahrungsmittel, insbesondere also auch Trinkwasser gelten. Eine
Investition in die Privatisierung dieser Grundnahrungsmittel ist daher nur
solange sinnvoll, wie dies nicht zu einer lebensbedrohenden Verknappung für
die Menschen führt. Dann werden Menschen diese Privatisierungen – und zwar
meines Erachtens ohne jeden staatlichen Widerstand dagegen – hinwegfegen.
Sei es über die Verstaatlichung durch die jeweiligen Regierungen selbst, sei
es nach Volksaufständen mit Ersetzung der bisherigen politischen Strukturen
zu diesem Zweck. Letztlich dürfte also nur die marktwirtschaftlich gerechte
Verteilung der Ressourcen weltweit überhaupt einen Markt garantieren.
Ihren einleuchtenden Kritikpunkten an der Gentechnik im Übrigen wären weitere
hinzuzufügen. Es gibt keine Langzeiterfahrungen mit gentechnisch veränderten
Produkten und damit auch langfristig eintretenden Schäden. Allerdings ist
die Komplexität und Interaktivität der Biosysteme ein Factum. Jeder
interessierte Leser des Spektrums an Print- und sonstigen Medien weiß, dass
gentechnisch gepflanzter Mais im Ökosystem in jedem Fall (einzig die Höhe
ist strittig) Einträge in Natursaaten verursacht. Menschlich gesetzte
Toleranzgrenzen sind daher schon angesichts vollständig fehlender
Langzeiterfahrungen über die Wechselwirkungen lachhaft.
Sie sprachen ganz zu recht die vorsichtige und örtlich bedingte bäuerliche
Veränderung von Saaten in langwierigen und kleinschrittigen Prozessen an.
Hierin findet sich allenfalls eine im Wege der natürlichen Mutation und
Selektion umkehrbare Veränderung jahrmillionenlang entstandener und an die
jeweiligen Umweltveränderungen angepasster Natursaaten als unserer
Ernährungsgrundlagen.
Angesichts offenkundiger Fehlerhaftigkeit in der
Folgeneinschätzungskompetenz durch unsere Rasse bei vermeintlich
verbessernden Umgestaltungen und Innovationen (Grünenthal und Contergan sind
für den Pharmabereich ein populäres Beispiel) wäre es daher kaum
verwunderlich, wenn sich der “Segen” der Gentechnik mittel- und langfristig
als “Fluch” für ernährungstechnisch verwertbare Grundsaaten herausstellen
würde.
Fazit:
Aus meiner Sicht ist eine Investition in Rohstoff- und
Nahrungsmittelproduktion, die auf weitere Verknappung und damit Verteuerung
von Grundnahrungsmitteln setzt, hoch riskant. Außer der Frage der ethischen
Vertretbarkeit an sich sind hier vor allem die völlige Unklarheit über die
Dynamik der Faktoren “Entzug der Lebensgrundlagen” und “Totalisierung
benachteiligter Bevölkerungen” ausschlaggebende Faktoren. In Teilen von
Afrika ist die Frage der Revolution aufgrund dieses Themas schon heute
allenfalls eine Frage ausreichender Bewaffnung. Auch die
immerwiederkehrenden Berichte über Flüchtlinge an den EU-Grenzen und die
Grenzzäune der USA nach Mittelamerika zeigen deutlich, dass das Thema schon
längst vorhanden ist. Es wird sich verstärken, jedenfalls solange, wie die
Grundversorgung mit Nahrung und Wasser keine Frage weltweiter Solidarität
und weitgehender Autarkie sondern privatisierter Partikularinteressen
bleibt.
Mit freundlichen Grüßen
Peter aus Düsseldorf
ANTWORT:
Besten Dank für Ihre kritischen Worte. Ja, die Gentechnik kann man
kritisch sehen, wie ich in meiner Analyse auch ausführte. Auch die
Subventionsproblematik und die Probleme der Umverteilung sind mir
bekannt. Meinem Eindruck nach wird an diesen Problemen gearbeitet und,
wenn ich einmal einen langen Zeithorizont nehme, ich habe den Eindruck,
dass die Welt immer ein Stückchen besser wird.
Welche Rolle die Gentechnik letztlich spielen wird und ob eine
Katastrophe wie Grünenthal für die Menschheit zum Lernen erforderlich
sein sollte, das kann ich heute noch nicht abschätzen. Ich gehe aber
davon aus, dass sich die Gentechnik ihre Nische suchen wird.
Der Smart Money / Dumb Money Indikator unterscheidet zwischen institutionellen Anlegern (smart) und Privatanlegern (dumb). Warum Privatanleger als dumm und institutionelle Anleger als intelligent bezeichnet werden ist mir schleierhaft, aber die Historie zeigt, dass da was dran ist:
Wir befinden uns wieder in einem extremen Bereich und eine Rallye ist diesem Indikator zufolge in greifbarer Nähe.
Der Ölpreis ist von 147 auf 137 USD/Fass “eingebrochen”. Nun, damit ist das Öl nicht wirklich günstig geworden, im Gegenteil: Es ist noch immer unvorstellbar teuer. Aber immerhin sorgt der kleine Rücksetzer erst einmal für eine Verschnaufpause an den Börsen und Anleger haben die Chance, ihr Portfolio umzustrukturieren.
Insbesondere die Rohstoffpreise wurden in den Keller geprügelt. Die größten Verlierer der vergangenen Woche, die Finanztitel, waren die größten Gewinner. Doch wirklich besser ist die Börsenlandschaft nicht geworden.