Februar 2008



Lieber Herr Heibel,

ich habe die Schnupperchance intensiv genutzt und möchte Ihnen ein ausdrückliches Lob für Ihren Börsenbrief aussprechen. Zwei wichtige und gute Prinzipien spiegeln sich in Ihrem Brief wieder: Das gelebte Schlichtheitsprinzip verbunden mit außergewöhnlichen Leistungen, umgesetzt auf individuellen Wegen.

Während im Banken- und Börsenbereich ansonsten jedermann bemüht ist, sich möglichst unverständlich und in wichtigtuerischem Spezialvokabular auszudrücken (da kann ich hier ein Liedchen singen!), ist Ihre Ausdrucksweise sehr gut verständlich und kommt ohne die aufgeblasene Anglizismenflut aus. Es ist bei Ihnen wie bei den englischen Lehrbüchern, die sich im Vergleich zu den deutschen bemühen, einfache wie komplexe Zusammenhänge möglichst einfach auszudrücken. Ein eindeutiges Zeichen der Stärke!

Deutschen Texten haftet hingegen leider häufig der Komplex an, bei einfachen Gedankengängen mittels möglichst vieler Fremdwörter Komplexität vortäuschen zu müssen. Ihre Schreibweise ist völlig frei von diesem Komplex und sie strahlt ein dezentes und angenehmes Selbstbewusstsein aus. Und man kann eine Menge aus Ihren Briefen lernen. Sie sind auf hohem Niveau und schulen den Leser. Man lernt über volkswirtschaftliche, betriebswirtschaftliche und analytische Zusammenhänge … und vor allem lernt man, worauf es ankommt und welche Zusammenhänge für den Investor von Bedeutung sind.

Das ist Hilfe zur Selbsthilfe! Und diese ist zudem noch ansprechend gepfeffert und witzig verpackt.

Also, ich bin wirklich begeistert und freue mich, jetzt weiter jede Woche Ihre E-Mail zu bekommen.

Herzlichen Dank und beste Grüße!

Armin aus Bergisch Gladbach

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Hallo Herr Heibel,

herzlichen Dank für Ihre Antwort. Heute hab’ ich ‘ne Position eröffnet zu 1,52 Euro. Ist schon klar, dass der DAX nicht jeden Tag die volle Achterbahn fährt. Aber in diesen volatilen Tagen kann man das auf und ab schon nutzen – kleinere spekulative Einsätze.

2 Fragen, die mich interessieren:

1. können Sie einen Nachfolger für diesen DAX call empfehlen, der ja Mitte März ausläuft?

2. können sie einen DAX put empfehlen? Man kann ja auch am “runter” verdienen, nicht nur am “rauf”.

Viele Grüße, Edgar aus Erbendorf

ANTWORT:

Das können Sie auch selber heraussuchen. Ich gehe wie folgt vor:

Optionen

“Henry, Du untergräbst die Zuversicht unseres Forschungsteams.”

1. www.comdirect.de
2. auf den DAX klicken
3. links oben auf “Übersicht” klicken
4. rechts unter “zugehörige Werte” auf “Optionsscheine” klicken
5. Call / Put selektieren (Call ist aktiviert)
6. Basispreis Spanne angeben: Ich gebe meist eine kleine Spanne an, die unter dem aktuellen Kurs liegt – also bei derzeit 6.847 Punkten im Dax würde ich nun 6.400 bis 6.700 Punkte angeben.
7. Restlaufzeit: Je nach Ihren Erwartungen würde ich eine Spanne wählen, die nicht zu kurz, sondern eher länger ist. 3-6 Monate sieht mir derzeit sympathisch aus.
8. unten auf “Prüfen” klicken, es werden Ihnen anschließend die Anzahl der Treffer angezeigt (179).
9. Das ist noch zuviel, ich verkleinere also die Spanne des Basispreises von 6500 bis 6600, anschließend wieder auf “Prüfen” klicken, es werden noch 92 Treffer angezeigt. Das ist mir noch immer zuviel.
10. Also wähle ich als Basispreis 6600 bis 6600, klicke auf Prüfen, es werden nun noch 45 Treffer angezeigt.
11. Die lasse ich mir “Anzeigen” und schaue nun auf den Spread (letzte Spalte) sowie das Aufgeld (drittletzte Spalte) und wähle mir einen Schein nach meinem Geschmack aus:
WKN GS0UFT, von Goldman Sachs, scheint vernünftig zu sein. Wenn Sie dort draufklicken, sehen Sie auf der sich öffnenden Seite die Anzahl der Kurse. Das sollte nicht Null oder nur drei sein, sondern schon mindestens 10 (je nach Tageszeit).

Ich hoffe, ich konnte Ihnen helfen. Viel Erfolg. Im Moment ist es mir aber zu unsicher, denn eine falsche Meldung kann den DAX in beide Richtungen schießen lassen. Nach den starken Anstiegen der vergangenen Tage ist ein Put derzeit vielleicht die bessere Wahl.

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Sehr geehrter Herr Heibel,

ich lese den Heibel-Ticker schon von Anfang an und möchte Ihnen ein Kompliment machen für Ihr Engagement und für die Ernsthaftigkeit mit der Sie sich für uns Leser ins Zeug legen. Sie sind immer professioneller geworden!

Ich bin 56 Jahre alt, Arzt, beschäftige mich seit etwa 6 Jahren mit Aktien. Habe in meinem Depot so bei die 100 verschiedene Aktien : Halten Sie das für total verrückt?

Ich möchte Sie fragen, was Sie von DEAG, 3U Telecom, D Logistics und Alcatel-Lucent halten.

Vielen Dank für Ihre Mühe und schöne Grüße aus Südtirol, Fritz aus Terlan

ANTWORT:

Herzlichen Dank für Ihr Kompliment.

Ja, ich halte es für unsinnig (total verrückt haben Sie gesagt ;-) ), 100 verschiedene Positionen im Depot zu haben. Es gibt eine Reihe von wissenschaftlichen Arbeiten die nachweisen, dass mehr als 25 verschiedene Positionen keinen zusätzlichen Nutzen bringen – und da werden Immobilien, Kunstwerke, Patente, Anleihen, Aktien, Fonds, usw. berücksichtigt. Sie haben ja gar nicht die Möglichkeit, bei 100 verschiedenen Aktienunternehmen auf dem Laufenden zu bleiben. Ich habe mit meinen über 20 Positionen bereits meine Kapazitätsgrenze überschritten: Ich versuche, die Anzahl weiter zu verkleinern… und ich mache das hauptberuflich.

So kann ich auch nicht mal eben schnell Ihre vier Aktien analysieren. Sie können mich gerne auf eine Aktie ansprechen, oder aber einen Depotcheck zu 5 Aktien anfordern. Das mache ich stets gerne. Aber wenn mir jeder meiner Kunden eine Reihe von Positionen zuschickt, dann komme ich nicht mehr nach. Ich bitte um Verständnis.

Zu Alcatel-Lucent habe ich eine Meinung: Dort sitzen sehr fähige Entwickler und Techniker, die mich mit ihren Lösungen immer wieder in Staunen versetzen. Aber inkompetentes Management hüben wie drüben kann die guten Technologien sowie den historisch gewachsenen Kundenstamm nicht in ein ordentliches Geschäft umwandeln. Die damalige Fusion dieser beiden Graupen hat eine Supergraupe geschaffen. Cisco hat sich gefreut, denn so gibt es einen gewichtigen Wettbewerber, der jedoch keine ernst zunehmende Konkurrenz darstellt.

Über 3U Telekom schrieb ich vor einem Jahr (26.1.07):

3U TELEKOM

Das Telekomunternehmen spezialisiert sich auf das Anbieten von billigen Auslandsgesprächen. In Deutschland werden über die Call by Call Nummer 01078 günstige Tarife vermarktet, gleichzeitig ist das Unternehmen noch in Österreich, der Schweiz, den Niederlanden, Italien und Frankreich aktiv. Auch die USA werden derzeit bearbeitet.

Bis 2008 werden noch Verluste in Aussicht gestellt, erst ab 2009 sollen wieder Gewinne eingefahren werden. Die Barreserven werden zwar ausreichen, um diese Investitionsphase zu überbrücken. Allerdings ist der Telekommarkt so wechselhaft wie kaum ein anderer. Voice-over-IP, Flat-Telephontarife und ähnliches fressen die Margen der Festnetzanbieter auf. Für pure Kommunikation wird immer weniger gezahlt, es müssen schon gebündelte Angebote wie Internet, Telephon und TV oder ähnliches sein, um die Preise etwas anheben zu können.

Das Unternehmen erwirtschaftet einen Umsatz von 123 Mio. Euro, ist aber nur 30 Mio. Euro groß. Der Aktienkurs notiert bei 62 Eurocents. Meistens gibt es einen Grund dafür, dass eine Aktie zur Pfennig-Aktie wird. Ich habe eine ganze Liste von möglichen Gründen für 3 U Telekom und würde mich daher von dieser Aktie fern halten.
_____________________zu dieser Ansicht stehe ich auch heute noch.

DEAG ist zu klein, darüber finde ich kaum Informationen.

D-Logistics Kurs fällt ins Bodenlose, da der Verpackungsspezialist vor dem Hintergrund einer drohenden Rezession sowie dadurch ggfls. sinkender Exporte weniger verpackt. Die Gewinnsituation ist bereits sehr schwach, da scheint diese Konjunkturschwäche fast schon die Gefahr eines Todesstoßes zu beinhalten.

Ich glaube jedoch, dass die Rezessionsängste derzeit übertrieben sind und würde D-Logistics noch eine Chance geben.

Soweit ein kleiner Überblick. Künftig also bitte nur zu einer Aktie fragen, danke.

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Hallo Herr Heibel,

angesichts der Kursrückgänge der vergangenen Wochen überlege ich mein Depot mit einigen Werten aus dem Bereich Emerging Markets aufzufrischen.

Ich dachte an Keppel, China Life und Cemex, ggf. noch Embraer. Gibt es von Ihrer Seite Meinungen zu diesen Titeln?

Noch eine Frage: Der Goldpreis steigt, aber meine Aktien laufen nicht mit (Royal Gold, Newmont M.). Woran liegt das?

Viele Grüße, Diedrich aus Haltern

ANTWORT:

Ja, ich halte das für eine gute Idee. Es gibt jedoch keinen Grund zur Eile.

Zu Keppel finde ich weder im deutschsprachigen, noch im englischsprachigen Internet Informationen. Die unternehmenseigenen Informationen (Bilanzen, Präsentationen) sind zwar recht gut aufbereitet, aber ich finde dort keine näheren Beschreibungen des Geschäfts, insbesondere der Gründe für die stark schwankenden Umsätze des Unternehmens. Daher kann ich mir dazu kein Urteil erlauben.

China Life konnte einige außerordentliche Gewinne verbuchen und notiert daher auf einem günstigen KGV von 8. Doch schon für das laufende Jahr wird der Gewinn wesentlich geringer ausfallen, das KGV 08e beträgt 26. Der chinesische Versicherer wächst zwar aktuell mit 39% p.a. und möchte in den nächsten fünf Jahren den Umsatz jährlich verdoppeln, doch mir scheint das Ganze nicht schlüssig: Wo soll die plötzliche Umsatzverdoppelung herkommen?

In den vergangenen Wochen hat sich der Kurs von 106 auf 57 USD fast halbiert. Aus Tradingsicht könnten Sie hier eine spekulative Position eingehen. Grundsätzlich stehe ich dem Unternehmen jedoch skeptisch gegenüber, nicht zuletzt aufgrund des sehr fragwürdig verlaufenen IPOs. Ich würde anstelle von diesem Unternehmen lieber ein Emerging Markets Zertifikat bevorzugen (bspw. WKN A0HGZT)

CEMEX ist der größte Zementmischer Amerikas. Die Zementmischer des Unternehmens sehen Sie überall auf den Straßen von Süd- und Nordamerika. Auch in Europa habe ich schon viele Fahrzeuge gesehen.

Zement ist nun nicht ein Baustoff, der besonders rar ist, aber es gibt offensichtlich bei Cemex ein besonderes Know-How bei der pünktlichen Belieferung von Baustellen mit dem richtigen Zement. Und da in vielen Regionen der Erde (Schwellenländer) derzeit ein wahrer Bauboom ausgebrochen ist, erfreut sich das mexikanische Unternehmen guter Umsätze.

Die Umsätze wachsen mit 26%, allerdings zu Lasten der Gewinne, die zuletzt um 12% zurück gegangen sind. Das KGV ist dementsprechend niedrig bei 8. Es ist mit nicht bekannt, was an diesem Geschäft so kapitalintensiv ist, dass 16 Mrd. USD an Schulden vor dem Unternehmen hergeschoben werden müssen. Darin sehe ich den Grund für die schlechte Gewinnmarge: Die Kreditzinsen fressen die Gewinne auf.

Für die nächsten Jahre rechnet Cemex mit Wachstumsraten von 4% p.a., das ist nicht gerade viel, erklärt aber das günstige Bewertungsniveau. Die Immobilienkrise der USA hat auch beim Aktienkurs von Cemex Spuren hinterlassen, denn die USA sind ein wichtiger Abnehmer.

Auch wenn die Bilanz des Unternehmens sehr schwach aussieht, kann ich mir gut vorstellen, dass Cemex-Aktien in den kommenden Monaten ansteigen werden, wenn die Rezessionsängste langsam in den Hintergrund treten.

EMBRAER EMPRESA ist ein brasilianischer Flugzeugbauer, der sich auf kleine Luxusjets für Privatpersonen und Unternehmen spezialisiert hat. Das Unternehmen will mit 12% p.a. im Umsatz wachsen und notiert auf einem KGV von 22. Das ist in Ordnung. Für das Schwellenland Brasilien besteht natürlich die Phantasie, dass dort der Reichtum zunimmt und mehr Jets gekauft werden. Aber ich kenne die Flugzeugbranche als eine sehr diffizile Branche, bei der viele Risiken lauern und immer wieder ungeahnte Probleme auftreten. Nicht umsonst sind sowohl Boeing, als auch Airbus ohne staatliche Aufträge bzw. Hilfen nicht überlebensfähig. Und gegen solche Konzerne will Embraer antreten? Da kann sich das Unternehmen höchstens eine Nische sichern, aber dort wachsen die Bäume nicht in den Himmel.

Royal Gold ist doch inzwischen angestiegen. Newmont Mining ist zu groß. Die Goldnachfrage steigt und Newmont produziert, was das Zeug hält. Aber die Reserven werden aufgebraucht und es gelingt dem Unternehmen nicht, neue Reserven zu günstigen Preisen zuzukaufen. Mit anderen Worten: Die Produktionskosten bei Newmont steigen stark an, die Gewinnmarge macht also den Goldpreisanstieg nicht voll mit.

Ich würde eher direkt auf ein Goldzertifikat setzen.

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Sehr geehrter Herr Heibel,

ich bitte sie um ihre Einschätzung zur folgenden Aktie:
Rosenbauer Int.Akt.O.N. AT0000922554

Vielen Dank, Toni aus Eschenau

ANTWORT:

Am 2.11.07 schrieb ich im Heibel-Ticker:

ROSENBAUER INTERNATIONAL AG

“Alles was unsere Helden brauchen: Feuerwehrfahrzeuge und Feuerwehrausrüstung bietet Rosenbauer an. Damit war vor kurzem kein Blumentopf zu gewinnen, seither hat das Unternehmen einige gute Verträge mit dem Wiener Flughafen abgeschlossen und den Export verstärkt. Nun wachsen die Umsätze mit 6 % p.a., der Gewinn ist ordentlich angesprungen. Das KGV von 17 ist inzwischen ambitioniert.

Die Dividendenrendite von 1,8 % ist in Ordnung, die langfristigen Schulden sind gering. Alles in allem macht das Unternehmen einen guten Eindruck auf mich. Das Umsatzwachstum ist zu gering, um das aktuelle Bewertungsniveau zu rechtfertigen. Allerdings ist die Gewinnmarge derzeit noch sehr dünn und kann noch verbessert werden. So soll der Gewinn im kommenden Jahr mit 10 % überproportional ansteigen.

Aus langfristiger Sicht eine interessante Aktie. Mittelfristig ist jedoch erst einmal nicht mehr viel Spiel für Kurssteigerungen vorhanden.”
Zitat Ende

6-Monatschart Rosenbauer
6-Monatschart Rosenbauer

Aus heutiger Sicht habe ich damit den Nagel auf den Kopf getroffen. Inzwischen ist der Kurs um 35% eingebrochen, das KGV ist auf 10 gesunken. Das Umsatzwachstum von 6% ist noch immer nicht besonders attraktiv, das Bewertungsniveau wird dem aber inzwischen gerecht.

Die Gewinne sind tatsächlich mit 15% angestiegen, das oben angesprochene Potential wurde also verwirklicht. Daher auch das überproportional gefallene KGV. Inzwischen beträgt die Dividendenrendite 3,7%, auch das ist nun attraktiv. Zu Kursen unter 25 Euro würde sich also in meinen Augen ein erster Einstieg lohnen. Ich würde mich allerdings bereit halten, um im Falle eines Ausverkaufs mit einem Abstauberlimit von 20 Euro nochmals nachzufassen.

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Hallo und einen guten Tag,

ich bin heute zum ersten mal im Kundenbereich und es erscheint mir alles sehr unübersichtlich.

Eine Seite mit einem Depot und konkreten Kaufs-und Verkaufsempfehlungen würden mir reichen, die Marktbeschreibung erfolgt ja schon im Ticker.

Wo kann man denn die amerikanischen Werte einigermaßen preiswert kaufen?

Wenn ich in Deutschland kaufe, ist das doch viel zu teuer. Ich sehe im deutschen Depot ja schon amerikanische Werte.

Deutsche Aktien kommen nach meiner Meinung bei Ihnen zu kurz, auch hier gibt es doch sicher Wachstumswerte.

Mit freundlichen Grüßen, Rudolf aus Karben

ANTWORT:

Besten Dank für Ihr Schreiben. Im Kundenbereich werden vier verschiedene Depots abgebildet. Das Deutsche Depot ist nicht Deutsch, weil dort Deutsche Aktien enthalten sind, sondern weil die dort enthaltenen Werte in ein Deutsches Depot gekauft werden können.

Wenn man seine Leser auch nach der Kaufempfehlung begleitet, dann stehen eben auch Werte im Depot, die derzeit nur mit “Halten” bewertet werden. Somit ist der Kundenbereich etwas umfangreicher, als wenn ich nur aktuelle Kaufempfehlungen darin ausgeben würde. Eine Übersicht über die aktuellsten Empfehlungen finden Sie ja immerhin – und dort sind ja aktuelle Kaufempfehlungen schnell zu finden.

Für die US-Aktien empfehle ich ein US-Depot bei E-Trade (etrade.de). E-Trade Deutschland bietet deutschsprachigen Support für ein US-Depot an. Viele meiner Leser haben damit gute Erfahrungen gemacht.

Mein Schwerpunkt und mein Wissensvorsprung habe ich bei US-Aktien. Das liegt unter anderem auch daran, dass US-Unternehmen wesentlich strengeren Veröffentlichungsvorschriften unterliegen. Deutsche Aktien behandel ich so oft, wie ich mir eine qualifizierte Meinung darüber bilden kann :-)

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Hallo Herr Heibel,

folgende Fragen zu zwei „heruntergeprügelten“ Depotwerten von mir:

1) Balda

Ist Balda nunmehr bei 4€ ein Kauf oder sollte ich mich von diesem Wert bei einer technischen Erholung trennen? Bei den Analysten gehen die Meinungen auseinander, das Vertrauen der Anleger scheint nach den Enttäuschungen der letzten Zeit verloren.


6-Monatschart Balda

2) Garmin

Beim aktuellen Kurs liegt das KGV nunmehr im niedrigen zweistelligen Bereich und erscheint damit günstig. Sind die schwindenden Margen aufgrund des Preisverfalls bei Navis der Grund für die niedrige Bewertung?


6-Monatschart Garmin

Bitte lassen Sie mir Ihre Meinung zu beiden Werten zukommen.

Vielen Dank & viele Grüße, Edgar aus Coburg

ANTWORT:

BALDA

Balda verhandelt derzeit mit dem Finanzinvestor Aurelius über den Verkauf seiner Handyschalensparte. Das Handyschalengeschäft ist seit der Pleite von BenQ ein Verlustbringer und der potentielle Käufer verlangt weitreichende Kompensationen von Balda.

Der Bereich der Touchscreens ist der Hoffnungsschimmer des Unternehmens. Aber das ist er schon seit über einem Jahr und noch immer ist das Unternehmen am straucheln. Ich würde bei Balda so langsam die Geduld verlieren. Am 19.3. wird das Jahresergebnis veröffentlicht.

Also: Schlimmer kann’s nimmer oder rette sich wer kann? Balda gibt kaum Einblick in den Verlauf der unterschiedlichen Geschäftsbereiche, insbesondere die Handyschalensparte sowie der Touchscreenbereich würden mich interessieren. Ich kann ohne diese Informationen nicht beurteilen, ob der Ausblick des Unternehmens in Ordnung ist oder maßlos überzogen. Sollte er sich als in Ordnung herausstellen, dann ist die Aktie derzeit zu stark verkauft worden. Aber wenn noch weitere Leichen auftauchen, dann kann es noch kräftig nach unten gehen.

Aurelius als potentieller Käufer ist ein zäher Knochen, sie werden so viel rausschlagen, wie nur geht. Bei der aktuellen Marktlage kann Balda kaum darauf hoffen, weitere Bieter / Interessenten zu finden.

Vielleicht hilft Ihnen diese Idee: Einer von beiden wird gewinnen: Aurelius oder Balda. Derzeit sind beide Unternehmen niedergeprügelt: Balda aufgrund des schwebenden Verkaufs, Aurelius aufgrund der Kreditmarktkrise. Vielleicht verkaufen Sie die Hälfte Ihrer Balda-Aktien und kaufen Aurelius davon (WKN A0JK2A). Wenn der Vertrag abgeschlossen wird, sollte einer von beiden abheben – der andere sollte auf der Stelle verharren, denn abgestraft sind beide genug.

GARMIN

Ein KGV von 19 bei einem Umsatzwachstum von 78%, prognostiziert werden weiterhin mindestens 20% p.a. für die nächsten 5 Jahre. Na, da würde ich sagen: Das ist ein Schnäppchen. In zwei bis drei Jahren sollte sich diese Aktie verdoppelt haben.

Aber zuvor kann es nochmals abwärts gehen, denn die Wallstreet mag derzeit keine Wachstumsunternehmen. Wenn eine Rezession droht, werden keine Wachstumsunternehmen gekauft, denn Wachstumsunternehmen haben meist keinen angestammten, konjunkturunabhängigen Markt, sondern würden von Käuferzurückhaltung überproportional schwer getroffen.

Einen Preiskampf wird es geben, aber es wird noch einige Jahre brauchen, bis die GPS-Empfänger in Handys qualitativ überzeugen. In dieser Zeit werden die vielen Spezialgeräte von Garmin weiterhin nachgefragt werden. Vorrübergehende Zweifel können die Aktie zwar unter Druck bringen, aber ich glaube, bei 60 USD sollte der Boden halten.

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