Versuche gerade zu deuten, ob heute Abend Ihr Szenario 3 oder 4 eingetreten ist… (Leider sind die mir zur Verfügung stehenden Informationsquellen nicht die schnellsten…). So wie die Börse aktuell reagiert tippe ich auf Szenario 3.
Ihr heutiges update hat mich allerdings etwas irritiert und verunsichert: kaufen JA, Technologie NEIN? Gilt dies nach der Senkung der rates durch die FED nach wie vor?
Viele Grüße?
Uwe
ANTWORT:
Szenario 4 ist eingetreten: 0,5% Senkung und die Fed ist offen für weitere Senkungen. Bullischer geht es kaum.
Quelle: www.leitzinsen.info
Der Ausverkauf zum Börsenschluss sind nur Gewinnmitnahmen. Ein Geschenk des Himmels für mich, der ich noch kaufen möchte
Der Technologiesektor war in den vergangenen Wochen enttäuschend. Ich werde ihn morgen genauer analysieren. Die gestrige Meldung sollte Sie erst einmal vorab darüber informieren, dass dort etwas nicht stimmt
zunächst ein großes Kompliment für Ihren Börsenbrief, der einen guten Überblick über die Gesamtwirtschaftslage vermittelt. Und danke auch für die aktuellen Meldungen in dieser Woche, in der sich doch einige Fragen aufwarfen.
Ich bin über das Ausmaß der Subprime-Krise sehr überrascht. M.E. ist diese Krise völlig überzogen und sollte sich bald wieder legen. Diese Meinung basiert auf folgender Berechnung:
Einwohner USA: 300 Mio. = ca. 100 Mio. Familien
Davon haben angenommen 10% in den letzten Jahren
ein Haus / eine Wohnung für durchschnittlich 300.000 $ gekauft:
10 Mio. x 300.000 $ = 3.000.000.000.000 $ Darlehen (= 3.000 Milliarden $)
(falls alle Darlehen ohne Eigenkapital gewährt wurden)
Ca. 10% dieser Darlehen können nicht mehr bedient werden: 300 Milliarden $
Dies führt zur Zwangsversteigerung, bei der ca. 30% weniger als der Kaufpreis erlöst werden:
Erlös aus Zwangsversteigerungen: 200 Milliarden $
Ergibt einen Verlust für die (US-, Schweizer, deutschen etc.) Banken und Versicherungen von 100 Milliarden $.
Dieser Betrag ist doch längst abgeschrieben! Die jetzigen weiteren Abschreibungen sind m.E. lediglich Wertberichtigungen, da es z.Zt. keinen Markt für die guten Darlehen gibt und diese nicht zum tatsächlichen Wert weiterverkauft werden können.
Sobald die Darlehen wieder zum tatsächlichen Wert in den Bilanzen aufgeführt sind, müssten die Aktienwerte der Banken und Versicherungen explodieren. Oder sehe ich da etwas falsch?
Nun schreiben Sie sogar, dass diese Subprime-Krise vor allem in Florida und in Kalifornien besteht, im Rest der USA aber kaum. Dies bestätigt meine Meinung umso mehr, dass es sich eine völlig überzogene Reaktion handelt.
Hab soeben den von Ihnen empfohlenen Dax-Call zu 1,04 Euro gekauft.
Mit freundlichen Grüßen
Hans-Peter aus Freiburg
ANTWORT:
herzlichen Dank für das Kompliment.
Mir gefällt Ihre Berechnung, ich habe ein paar Verbesserungen anzubringen:
Es waren 14 Mio. Amerikaner, die in den Jahren 2004 bis 2006 Kredite aufgenommen haben. Mit dem durchschnittlichen Preis liegen Sie richtig: http://investmenttools.com/median_and_average_sales_prices_of_houses_sold_in_the_us.htm
14 Mio. x 300.000 USD = 4,2 Billionen USD
Derzeit betragen die Ausfallquoten 2,5 bis 4%. Nehmen wir einmal an, diese Quote steigt in den nächsten Monaten auf 10% an, dann werden also 4,2 Bio. USD x 10% = 420 Mrd. USD notleidend.
Sollten über eine Zwangsversteigerung nur 70% des Wertes eingeholt werden, so beträgt der Zahlungsausfall 20 Mrd. USD x 30% = 126 Mrd. USD.
Ja, Sie haben Recht, dieser Betrag ist weitgehend abgeschrieben. UNd ja, ich werde in den nächsten Tagen eine Empfehlung ausgeben, eine Hypothekenbank zu kaufen. Der Zeitpunkt ist meiner Ansicht nach richtig, das Erholungspotential für einige Hypothekenbanken ist enorm.
der US-Dollar ist jetzt schon nicht mehr viel wert, was halten Sie von einer längerfristigen Anlage in selbigen?
6-Monatschart Euro/USD
Comdirect bietet ein Währungsanlagekonto für verschiedene Währungen, u.a. auch den Dollar. Wann meinen Sie wäre eine Long – Anlage auf den US-Dollar sinnvoll? Oder sollte man den jap. Yen bevorzugen?
Danke für eine Antwort
Ihr Leser Rüdiger aus Bad Marienberg
ANTWORT:
Ich halte derzeit den japanischen Yen für aussichtsreicher. Die Auflösung der Carry-Trades führt bereits zu einem steigenden Yen. Ich denke, dies wird noch eine Weile anhalten.
Der US-Dollar und der Euro sind für meine Begriffe derzeit unberechenbar, da vieles von den Aktionen der Notenbanken abhängt, und insbesondere Bernanke ist für mich unberechenbar.
Aber ich will nicht ausschließen, dass ich in ein paar Wochen den US-Dollar empfehle, denn, wie Sie richtig bemerken, ist das Bewertungsniveau sehr günstig. Irgendwann (nur wann?) muss er einmal wieder steigen.
ich habe den Eindruck, dass entweder ein Verständnisproblem meinerseits vorliegt, oder Ihre Argumentation unlogisch ist:
Sie schreiben etwa sinngemäß, dass Gelder aufgrund des sich stärkenden Yen nun zur weiteren Auflösung von Carrytrades genutzt werden und deshalb Gelder zur Rückzahlung von YenKrediten aus dem Japanischen Aktienmarkt (wie auch aus dem Ausland) abgezogen werden.
6-Monatschart Euro/Yen
Das ergibt aber ja keinen Sinn, denn CarryGelder sind ja maßgeblich in anderen Märkten angelegt, um sowohl vom höheren Ertragsniveau wie auch Währungsstärken des anderen Marktes zu profitieren. Wenn also der Yen sich weiter stärken sollte und den Boden gebildet hat, spricht das im Gegenteil für die Anlage in Japanischen Aktien bzw für den Verkauf von US/EU-Aktien und Bonds.
Auch schreiben Sie (wahrscheinlich zutreffend), dass Kapital nach Japan strömt. Inwiefern also sehen Sie einen Zusammenhang zwischen Carryauflösung und dem nachgebenden Japanischen Aktienmarkt?
Bitte begründen Sie vielleicht auch noch mal Ihre Annahme von nun aber doch wieder steigenden Japanischen Aktien, wenn Sie doch von einem weiter sich stärkenden Yen ausgehen (was dann nach Ihrer Darstellung doch für weitere Abzüge aus dem Japanmarkt führen müsste).
Ich nehme an, dass Sie mehrere Zuschriften wie die meine erhalten, und bitte ggf. um die Beantwortung im nächsten Ticker.
Mit freundlichem Gruß, Andreas aus Irland
ANTWORT:
Vielen Dank für Ihr Schreiben.
Bei dem Währungseffekt ist es meiner Ansicht nach eindeutig, bei dem Aktienmarkt müssen wir jedoch unterschiedliche Zeithorizonte
berücksichtigen:
Währungseffekt: Wenn Anleger ihre Yen-Kredite zurückzahlen, dann strömt Geld aus dem Ausland zurück nach Japan, der Yen steigt. Wir haben dies in den vergangenen Wochen gesehen. Und bei steigendem Yen wird der Carry-Trade immer unattraktiver, es sollte also ein sich verstärkender Prozess der Rückführung der Yen-Carrytrades erfolgen.
Aktienmarkt in Japan: Da auch viele Carry-Trader von dem günstigen Kreditzins profitieren wollten, indem sie den Yen-Kredit in Nikkei-Aktien angelegt haben, wird die Auflösung der Carry-Trades auch einen Ausverkauf beim Nikkei nach sich ziehen. Kurzfristig führe ich die Schwäche im Nikkei also auch auf diesen Effekt zurück.
Mittelfristig wird der Export für die Japaner erschwert, wenn der Yen dann angestiegen ist. Die Exporte werden teurer, die japanischen Exportprodukte verlieren an preislicher Wettbewerbsfähigkeit. Also könnte auch dies auf den Nikkei drücken.
Dennoch ist das Bewertungsniveau des Nikkei sehr niedrig und ich kann mir, trotz dieser gegensätzlichen Effekte, gut vorstellen, dass der Nikkei in den nächsten Wochen zu steigen beginnt. Auch Sie argumentieren ja für eine steigende japanische Aktienbörse, allein weil das Kapital nach Japan zurückfliest.
Ist diese Darstellung nun verständlicher bzw. habe ich meine eigenen, teilweise miteinander konkurrierenden Ansichten geklärt?
A0M89Z – CAB-TIVE ADVERTISING INC. REGISTERED SHARES DL – machte heute 10% Kursverlust!
A0HNQ5 – BIOPETROL Industries AG Inhaber-Aktien SF 1 hat heute 2,2% Kursgewinn gemacht!
6-Monatschart Biopetrol
Fundamentalkennzahlen 2007e 2008e 2009e
Ergebnis/Aktie (in EUR) 0,24 0,61 0,97
KGV 15,15 5,94 3,74
Dividende/Aktie (in EUR) 0,00 0,00 0,25
Dividendenrendite (in %) 0,00 0,00 6,97
Die Unterbewertung für Biopetrol liegt derzeit bei ca. 300% bitte empfehlen Sie einmal einen Marktführer und nicht immer nur Zockertitel.
Mit freundlichen Grüßen, Wolfgang
ANTWORT:
Da müssen Sie mich wohl verwechseln, denn Zockerpapiere finden Sie in meinem Börsenbrief äußerst selten.
Davon abgesehen würde ich eher Biopetrol als Zockerpapier sehen: Das Unternehmen blickt auf eine absolut ungewisse Zukunft, die Gewinne sind in den vergangenen Monaten weggebrochen und die Prognosen sind, so wie sie bislang veröffentlicht sind, meiner Einschätzung nach nicht haltbar.
Die Förderung des Biodiesels ist ausgelaufen, nun müssen Steuern gezahlt werden. Eine Beimischung des Biodiesels in den normalen Diesel wird zu Verzerrungen in der Agrarindustrie führen und ist somit nicht so leicht durchsetzbar. Die ersten Auswirkungen einer solchen, überhasteten Politik sehen wir derzeit in den USA, wo Bush letztes Jahr eine Beimischung von Bioethanol gesetzlich verfügte.
BioPetrol ist von der Gesetzgebung abhängig, ohne Förderungen kann das Unternehmen nicht überleben. Und bevor ich in die Politik investiere, suche ich mir lieber ein kapitalistisches Großunternehmen, das die Politik bestimmen kann
es ist ja eigentlich schon so üblich, am Anfang einer Heibel-Ticker-Leserfrage, erstmal für Ihren lebendigen und informativen Schreibstil zu danken, dass ich es fast schon weggelassen hätte. Nun, ich habe mich um entschieden und stimme in diesen Chor ein, denn ich nehme an, Sie freuen sich auch immer noch darüber, wenn Ihnen für Ihre gute Arbeit gedankt wird. Ich lese Ihre Erörterungen nun schon viele Jahre und bin, als ich immer weniger Zeit hatte selber zu recherchieren, auch PLUS Kunde geworden. Danke also, für die vielen Stunden informatives Lesevergnügen! Und danke, dass Sie immer noch besser werden wollen!!
Meine Frage:
Ich würde gerne Ihre aktuelle Meinung zu Akamai hören. Ich bin selbst, auf Grund von ein paar Projekten, ziemlich viel im Internet unterwegs, studiere Informatik und wundere mich ein wenig über den Kursverlauf.
6-Monatschart Akamai
Ich war auch von Google überzeugt und habe Anfang August 07 in etwa am Tiefststand verkauft, da ich es für unmöglich hielt, dass der Kurs von Google wieder so tief sinken kann, wenn wirklich alles so läuft wie es gesagt wurde. Ich bin bei Akamai nun bald soweit wie damals bei Google und würde nun wohl verkaufen, wenn ich nicht bei Google die Erfahrung gemacht hätte, dass ich richtig liegen kann und trotzdem nicht nach oben gekauft wird.
Ich würde mich über ihre Meinung zu Akamai also sehr freuen.
Mit besten Grüßen, Andreas aus Wien
ANTWORT:
Wenn ich den Heibel-Ticker nur für “Geld” schriebe, dann wäre ich ein sehr armer Mensch. Nein, Lob wie das Ihre ist für mich eine große Motivation. Ohne das hätte ich mir schon längst eine andere Tätigkeit gesucht. Vielen Dank.
AKAMAI
Schauen Sie einmal, wie oft beim Aufrufen von internationalen Webseiten Akamai-Server mitspielen. Beim Laden sehen Sie ja häufig die verschiedenen Adressen, die Informationen zum Bestücken der Webseite liefern. Unglaublich häufig flackert dort Akamai auf.
Ich bin Ihnen für Ihre Frage sehr dankbar, denn ich habe nur auf eine gute Gelegenheit gewartet, Akamai einmal wieder zu empfehlen. Und nun ist es soweit.
Das Bewertungsniveau ist günstig: Das KGV von 55 ist im Verhältnis zum Umsatzwachstum von 44% p.a. in Ordnung, die Gewinne wachsen aufgrund der guten Skalierbarkeit überproportional. Für die nächsten Jahre wird von einem durchschnittlichen Wachstum von 28% p.a. ausgegangen, da ist die zweifache Wachstumsgeschwindigkeit für das KGV genau das richtige Bewertungsziel.
Ich denke aber, dass Akamai in den nächsten Jahren weit schneller wachsen wird, als derzeit angenommen. Videos werden immer mehr über das Internet bezogen: Streaming TV, Downloads von Filmen oder auch YouTube-Clips sorgen dafür, dass immer mehr Daten durch’s Netz gejagt werden.
Es ist meiner Ansicht nach nur eine Frage der Zeit, bis die Kapazität des Internets weiter ausgebaut werden muss. Und Akamai mit seinen weltweit verteilten Servern, die Datenredundanzen zur Performanceverbesserung verwalten, steht an vorderster Stelle, um von diesem Engpass zu profitieren. Darüber hinaus werden die Menschen immer anspruchsvoller beim Nutzen des Internets: E-Mails mit Anhängen von 50 MB werden heute häufig schon ohne vorherige Rückfrage verschickt. Webseiten werden immer aufwendiger, usw.
Kurzfristig, wenn nunmehr Rezessionsängste die Runde machen, wird dies auch Akamai treffen. Aber man wird dann schnell erkennen, dass beispielsweise Video-Konferenzen zum Einsparen von Flugkosten genutzt werden können – und das belastet wieder die Kapazität der Leitungen und spielt Akamai in die Hände.
Also: Langfristig gesehen ist Akamai in meinen Augen ein Kauf. Kurzfristig kann es aber nochmals weiter runter gehen. Am besten in zwei Schritten kaufen: Hälfte heute, Hälfte in 8 Wochen.
ich habe heute eine Frage die sich nicht mit den klassischen Investments beschäftigt, aber Ihr Spezialgebiet USA betrifft.
Ich überlege mich an dem neu aufgelegten Fonds Jamestown Co-Invest 5 zu beteiligen. Mir ist klar, dass dies kein geschlossener Immobilienfonds im herkömmlichen Sinn ist, sonder eher eine private equity-Beteiligung.
Ich habe mit dem Jamestown 21 ein Super Ergebnis erzielt und bin von der Arbeitsweise und Seriosität dieser Firma überzeugt.
Die Gretchenfrage ist nur, ist der Markt für Immobilien aller Art in USA schon wirklich “unten”, so dass jetzt ein optimaler Einstieg für einen Projektentwickler möglich ist und wie lange dauert es voraussichtlich bis sich die US-Volkswirtschaft wieder einigermaßen erholt hat.
Ich wäre ihnen dankbar, wenn Sie mir hierzu Ihre Einschätzung geben würden.
Mit Ihrem Brief bin ich sehr zufrieden, insbesondere was die Darstellung der Zusammenhänge angeht (seit 4/07 Plus-Abonnent).
Vielen Dank im voraus und freundliche Grüße aus Köln, Gerd
ANTWORT:
Ich kann Ihnen nichts zu dem von Ihnen genannten Fonds im Speziellen sagen, da ich mich nicht um Fonds kümmere.
Zum US-Immobilienmarkt: Die Immobilienkrise ist in vollem Gange. Die Liquiditätskrise hat inzwischen ihre Retter auf den Plan gerufen: Fed und Regierung. Der Immobilienmarkt wird aber auch bei einem gesundenden Kapitalmarkt noch Monate brauchen, um das entstandene Überangebot abzuarbeiten. In dieser Zeit werden die Preise für Immobilien noch weiter in den Keller fallen.
“Fire Sale” nennen die Amerikaner den Ausverkauf aller nicht mehr verwertbaren Grundstücke und Immobilien. Dieser Vorgang hat noch nicht begonnen, bislang haben sich die meisten Banken noch mit Abschreibungen begnügt und warten auf bessere Zeiten. Doch es muss noch einen Ausverkauf mit drastisch fallenden Immobilienpreisen geben, bevor eine Erholung eintreten kann.
Ihr Fonds sammelt von jetzt bis September 2009 Gelder ein und wird sie entsprechend investieren. Vielleicht ist das der richtige Zeitraum um von dem angesprochenen Fire-Sale zu profitieren.
Ich denke, dass die US-Konjunktur eine kräftige Delle bekommen wird, aber nicht in eine schwere Rezession abrutscht. Den Immobilienmarkt wird es schwerer treffen. Wenn Sie dem Management vertrauen (wie gesagt, ich kenne den Fonds und das Unternehmen nicht), dann ist das sicherlich eine interessante Anlagemöglichkeit.