Dezember 2007



Sehr geehrter Herr Heibel,

als langjähriger treuer Leser Ihres Heibel-Ticker-Plus-Börsenbriefs ersuche ich sie um Ihre wie üblich professionelle Bewertung einer Firma, die Tognum AG (WKN: A0N4P4).

6-Monatschart Tognum
6-Monatschart Tognum

Das Unternehmen ging erst am 2.7.2007 an die Börse in Frankfurt. Seitdem pendelt der Kurs in den Bandbreiten um den Ausgabekurs. Das Produktangebot liest sich für mich aber sehr interessant: Schnellaufende Dieselmotoren/Antriebssysteme für Schiffe, Land- und Schienenfahrzeuge sowie Industrieantriebe. Die Umsatzrendite liegt für Q1-Q3/2007 bei 14,8%. Der Auftragseingang liegt um 20% über dem Umsatz in Q1-Q3. Das KGV liegt bei ca. 12,8. Leider wurde noch keine Planung für 2008 abgegeben, aber das Geschäftsjahr 2007 dürfte lt. dem Quartalbericht beim EBIT um ca. 25% besser werden als das Vorjahr (allerdings war dies ein Rumpfgeschäftsjahr).

Vielen Dank für Ihre Mühe, Dieter aus Graz

ANTWORT:

Vielen Dank, dass Sie mich auf diesen interessanten Wert aufmerksam gemacht haben. Motoren- und Turbinen Union hieß das Unternehmen früher, MTU Friedrichshafen sowie MTU München. Die Ursprünge gehen auf die Anfänge der Fliegerei zurück, als BMW und Daimler-Benz noch stärker in diesem Bereich engagiert waren. Nach einigen Umstrukturierungen und Zukäufen aus dem Daimler-Konzern hat sich das Unternehmen in diesem Jahr in Tognum AG umbenannt und ging an die Börse.

So baut Tognum heute Dieselmotoren für Schiffe und schwere Land- und Schienenfahrzeuge. Aus der Geschichte heraus können Sie leicht ersehen, dass das Unternehmen tief in der Deutschen Wirtschaft vernetzt ist. Die Eigentümerstruktur verrät, dass auch in Schweden ein starkes Standbein zu finden ist. Das Unternehmen befindet sich nämlich zu über 40% im Besitz von schwedischen Investoren.

Im Jahr 2006 wurden noch Verluste geschrieben. Erst in diesem Jahr konnte die Gewinnschwelle übersprungen werden. Das KGV von 12 halte ich für günstig, denn die Umsätze wachsen meinen Informationen zufolge um 11% p.a. Die Gewinne steigen überproportional an, so dass ein Bewertungsniveau bei einem KGV von 17-19 meiner Ansicht nach zu rechtfertigen ist.

Dies würde einem Kurs von 30 Euro entsprechen, ein Kurspotential also von 50% von den aktuellen 19,85 Euro. Die attraktive Dividendenrendite von 2,55% macht dann das Warten angenehm. Die Verschuldung ist mit 375 Mio. Euro gering und wird weiter abgebaut. Angst vor einer Dividendenkürzung habe ich also nicht. Im Gegenteil, für das nächste Jahr ist bereits eine Erhöhung avisiert worden.

Ich kann mir gut vorstellen, dass Tognum weiter wachsen wird, denn Logistik ist ein Thema, das durch die Schwellenländer weiter angeheizt wird. Immer mehr Produkte werden in Billigländern produziert, die westlichen Länder entwickeln sich zu Dienstleistungsländern. So werden Dieselmotoren weiter stark nachgefragt werden, damit all die Produkte an ihren Bestimmungsort durch die Welt transportiert werden können.

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Sehr geehrter Herr Heibel,

ich verfolge seit längeren Ihren sehr guten wöchentlichen Brief und hatte ihn auch schon mal als Halbjahresabo. Leider fehlt mir der Nerv (auch beruflich) das Geschehen dauernd zu verfolgen ich bin nur begrenzt investiert: Zur Zeit als Sparplan Superfund B Indexzertifikat (verfolge ich monatlich kaufe in Schwäche nach), sowie Riesterrente mit 2 Aktienfonds Templeton, DWS international sowie eine Pensionskasse 100 Euro/mtl hauptsächlich festverzinslich.

Seit längerem verfolge ich die Coba (stark gebeutelt kommt von 35 Euro) sollte man jetzt schon zugreifen bei 24 Euro ? (Stichwort “fallendes Messer”)

6-Monatschart Commerzbank
6-Monatschart Commerzbank

Was sagen Sie zum DAX? Entsteht da nicht ein “Schulter Kopf Scholter Chart” sprich geht es noch weiter abwärts?

6-Monatschart DAX

6-Monatschart DAX

Kann eine größere Menge (mehrere 100 Kilo) Nickel erwerben (alte Münzen), kann man auf steigenden Nickelpreis spekulieren ?

Vielleicht ist es Ihnen möglich Ihre Einschätzung zu o.g. Werten zu geben.

Mit besten Dank im voraus und weiter so einen guten Heibel-ticker.

Mit freundlichem Gruß, Martin aus Magdeburg

ANTWORT:

Herzlichen Dank für Ihr freundliches Schreiben. Zu Fonds kann ich leider kaum etwas sagen, das ist nicht mein Gebiet.

COMMERZBANK

Die Commerzbank ist eine in meinen Augen solide Bank. Dennoch gehört auch sie zu den Finanzinstituten, die auch in den nächsten Monaten immer wieder unter Druck geraten könnten. Vernünftiges KGV von 10 und gute Dividendenrendite von 3,7% lassen die Aktie attraktiv erscheinen, doch ich kann mir gut vorstellen, dass die Gewinnprognosen nicht eingehalten werden können. Wenn doch, dann wird der Kurs schnell wieder über 35 Euro stehen. Cobank also höchstens eine kleine, spekulative Position.

DAX

Ich bin kein Charttechniker und würde bei den aktuellen Kursen eher zugreifen als verkaufen. Mit anderen Worten: Fundamental glaube ich nicht, dass der DAX noch tiefer fallen wird, denn das Bewertungsniveau ist günstig. Ich würde also kaufen. Allerdings kann die Börse kurzfristig heftigen Schwankungen unterliegen und so könnte der DAX beispielsweise bei enttäuschenden Aktivitäten der US-Notenbank (keine oder zu kleine Zinssenkung) nochmals kurzfristig auf Tauchstation gehen. In einem solchen, aus meiner Sich unwahrscheinlichen Fall, würde ich bei DAX-Ständen um 7.300 kräftig nachkaufen. Ein Stopp würde ich erst unter 7.200 Punkte setzen.

NICKEL-Münzen

Nun, wenn Sie einen LKW dazu bekommen, dann nur zu. Sie müssen aber auch die Schmelzkosten vom reinen Nickelwert abziehen. Wenn Sie physische Metalle als Absicherung haben wollen, dann nehmen Sie Gold oder Silber. Wenn Sie auf den Nickelpreis spekulieren wollen, dann sollten Sie sich ein entsprechendes Zertifikat aussuchen. Von ABN Amro gibt es beispielsweise dieses open end Zertifikat: Nickel Open End Zertifikat NL0000307882 / ABN0JU

Ich denke, die Korrektur im Nickel-Markt sollte bald abgeschlossen sein.

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Sehr geehrter Herr Heibel,

ich besitze z.T. seit vier Jahren die folgenden kanadischen Erdöltrusts:

Penn West Energy (ISIN: CA7078851093)

6-Monatschart Penn West Energy
6-Monatschart Penn West Energy

PrimeWest Trust (ISIN: CA7419303093)

6-Monatschart PrimeWest Trust

6-Monatschart PrimeWest Trust

Provident Trust (ISIN: CA74386K1049)

6-Monatschart Provident Trust
6-Monatschart Provident Trust

Einerseits werfen diese regelmäßig 10 Prozent Dividende ab, andererseits sind sie in den letzten Monaten z.T. massiv eingebrochen.

Die UBS sieht die Entwicklung der Rohöl- und Industriemetallpreise für die nächsten Monate negativ und rät insbesondere in Australien und Kanada zur Vorsicht. Wie mir scheint im Gegensatz dazu sehen Sie in Ihrem letzten Ticker den Ölpreis generell hoch bleiben. Wie sehen Sie die Chancen der erwähnten Ölschiefertrust in den nächsten Monaten? Ist ein Rebound zu erwarten? Insbesondere Penn West sinkt in einem Maß, das ich nicht verstehen kann (bereits -37%).

Mit bestem Dank für Ihre stets sehr sorgfältigen und eigenständigen Analysen — und für Ihren Humor am St. Nikolaus-Tag!

Und mit freundlichen Grüssen, Andreas aus Bern

ANTWORT:

Vielen Dank für Ihr freundliches Schreiben.

PENN WEST ENERGY TRUST

Nun, 15% Dividendenrendite mildern den Kursverlust von 12%. Es handelt sich um einen der größten Energy-Trusts, allerdings ist das Bewertungsniveau aufgrund der attraktiven Dividendenrendite sehr hoch. Das KGV von 37 wird dem erwarteten Gewinnrückgang von 35% nicht gerecht, ich würde hier tendenziell, selbst bei einem weiter steigenden Ölpreis, eher einen fallenden Aktienkurs erwarten.

PRIMEWEST TRUST

Ich kann inhaltlich kaum einen Unterschied zum vorigen Trust finden. Das Bewertungsniveau ist bei diesem Trust wesentlich besser: Ein KGV von 15, aber auch hier wird ein Gewinnrückgang erwartet. Die Dividendenrendite ist auch hier über 10%.

PROVIDENT ENERGY TRUST

Aha, auch hier die gleiche Story: Hohe Dividendenrendite, jedoch rückläufiger Kursverlauf.

Bei allen drei Trusts gibt es einen Grund für den Kursrückgang: Vor einem Jahr wurde die Besteuerung geändert. Konnten diese Unternehmen zuvor noch hohe Dividenden steuerfrei ausschütten, so schlägt inzwischen die Steuerbehörde zu. Daher haben viele Anleger, die dieses Papier aus steuerlichen Gründen hielten, nunmehr das Papier verkauft. Ich kann mir gut vorstellen, dass der Kurs dadurch über Gebühr in den Keller
gerutscht ist.

Auf der anderen Seite haben aber die Energy Trusts, die eigentlich einmal aufgrund dieser steuerlichen Sondersituation in Kanada ins Leben gerufen wurden, nunmehr ihr Geschäftsmodell zu überdenken. Und was dabei herauskommt, das kann ich nicht absehen.

Vom Bewertungsniveau sieht Provident am besten aus. Ich würde an Ihrer Stelle einmal beim Unternehmen nachfragen, wie auf die veränderte Steuersituation reagiert wird. Ich habe keine entsprechenden Informationen gefunden.

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Sehr geehrter Herr Heibel,

ich habe eine kleine Frage: Was ist los und wie geht es weiter mit Cisco

6-Monatschart Cisco
6-Monatschart Cisco

und hatten Sie nicht kürzlich mal im unplugged geschrieben, Sie würden bald die Solarsparte unter die Lupe nehmen?

Mit freundlichen Grüßen, Jürg aus Muttenz

ANTWORT:

Cisco ist meiner Ansicht nach ein klarer Kauf. Im Heibel-Ticker sind wir schon zu technologielastig, daher habe ich Cisco dort nun doch nicht behandelt. Vielleicht zu einem späteren Zeitpunkt. Aber ich erwarte einen neuen Schub für die Netzwerktechnologie, wenn Videos aus dem Internet erst in alle Haushalte gelangen. Davon wird Cisco profitieren wie kein Zweiter.

Das Bewertungsniveau ist in Ordnung, ein KGV von 22 ist für ein Umsatzwachstum von 16% günstig. Zumal die Gewinne bei Cisco überproportional wachsen und weiter wachsen werden.

Die Solarbranche halte ich derzeit nicht mehr für so attraktiv. Das Umweltthema ist überhitzt, es wird nun in Frage gestellt, ob denn wirklich das CO2 an der Erderwärmung schuld ist. Umweltbestrebungen gibt es inzwischen in allen Ländern, die es sich leisten können. Projekte, Subventionierungen und Gesetze sind bekannt und entsprechend hoch sind die Solaraktien bewertet. Ich glaube derzeit nicht, dass es noch einen neuen Schub bei den Solaraktien geben kann.

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Sehr geehrte Frau Schilling,

gerne komme ich Ihrer Bitte um Verbesserungsvorschläge nach.

Ich halte die wöchentlichen Erläuterungen über das Börsengeschehen, die Erklärung der Vergangenheit und die Prognosen zur kurzfristigen Entwicklung durch Herrn Heibel für sehr wertvoll, sie sind immer sehr interessant zu lesen.

Aber mit Hilfe eines Börsenbriefes will ich Gewinne machen, und daran hapert es hier, obwohl eine wichtige Voraussetzung dafür, nämlich tief schürfende Analysen, durch Herrn Heibel gegeben wären.

Natürlich können Sie jetzt sagen, ich sei naiv, wenn ich meine, an der Börse gehe es immer berechenbar nach oben. Der Meinung bin ich gewiss nicht. Die Frage ist, wie ereiche ich mein Ziel am sichersten.

Mein Ansatz dafür ist das bekannte Prinzip “Der Trend ist dein Freund”. Deshalb suche ich Aktien, deren Trend, dokumentiert durch einen entsprechenden Chart, eindeutig nach oben gerichtet ist. Der Chart dokumentiert die Vergangenheit. Dafür, dass dieser Trend weiter anhält, sind durch tiefgründige *betriebswirtschaftliche Analyse* des Unternehmens und der *Beobachtung der Märkte* einerseits, und durch *charttechnische Analyse* andererseits, Argumente zu finden, bzw. ist auf Hinweise zu achten, die diesen Trend nachhaltig gefährden. Das kann ich nicht. *Diese Analysen hat mein Börsenbrief zu liefern*!

Aktien von erfolgreichen Unternehmen, also eindeutige Trendaktien, gibt es viele.

Natürlich ist es möglich , dass eine Aktie deren Chart über die letzten zwei, drei Jahre eine einzige Katastrophe war, plötzlich den Dreh nach Norden bekommt. Ich habe aber die Überzeugung gewonnen, dass der Chart, bzw. die Entwicklung des Aktienkurses, das Vermögen oder Unvermögen des Unternehmens darstellt, erfolgreich im Markt zu sein. Für eine erfolgreiche Spekulation mit solchen Aktien, ist das Chance-Risiko-Verhältnis nach meiner Erfahrung zu schlecht. Ergo: Miserabler Chart = schlechtes Unternehmen – oder schlechtes Marktumfeld: D.h. kein Kauf, bis das Gegenteil erwiesen ist.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen hiermit konstruktive Verbesserungsvorschläge geben und verbleibe mit freundlichen Grüßen, Kurt aus Welzheim

ANTWORT:

Herzlichen Dank für Ihr Lob sowie für Ihre kritischen Anmerkungen.

Mir ist der Unterschied zwischen Trendaktien und Turnaround Spekulationen bewusst und so setze ich Trendaktien überwiegend im langfristigen Depot ein, Turnaround Spekulationen nehme ich dann und wann in das kurzfristige Depot, denn wenn man hier richtig liegt, sind kurzfristig große Gewinne möglich.

Aber ich kann Ihre Kritik verstehen, Sie streben nach einer verlässlichen Nachverfolgung Ihrer Positionen. Haben Sie sich schon einmal in unserem Kundenbereich umgesehen? Dort stelle ich regelmäßig Neuerungen zu den offenen Positionen hinein.

http://heibel-ticker.de/kundenbereich.php

Die Chartanalyse selbst verwende ich stets nur für die Bestimmung des optimalen Kauf- oder Verkaufskurses. Dabei berücksichtige ich die bekannten Formationen sowie den RSI und verschiedene Durchschnittslinien. Wenn ich gegen den Trend eine Empfehlung ausspreche, dann kommt diese Empfehlung in die spekulative, kurzfristige Ecke. Auch Empfehlungen, die aufgrund irgendwelcher erwarteter besonderer Ereignisse ausgegeben werden, selbst wenn sie mit dem Trend laufen, gehören in die spekulative Ecke.

Langfristige Werte haben stets ein günstiges Bewertungsniveau und laufen, auch wenn sich nichts wesentliches ändert.

Nun, soweit eine kleine Erläuterung zu meiner Vorgehensweise. Es tut mir leid, Sie als Kunde zu verlieren. Ich arbeite kontinuierlich daran, meine Empfehlungen schneller an den Kunden zu bringen und eindeutiger zu formulieren – wobei mir stets am wichtigsten ist, dass meine Meinung nachvollziehbar ist.

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Hallo Herr Heibel,

können Sie mir erklären, warum die Aktien von BALDA nicht unter der gegenwärtigen Börsenschwäche leiden? Ich habe einige Papiere und überlege, ob ich diese nicht in perspektivisch bessere Aktien umtauschen sollte.

6-Monatschart Balda
6-Monatschart Balda

Vielen Dank & viele Grüße, Edgar aus Rödental

ANTWORT:

Ich würde sagen, bei Balda ist derzeit die Hölle los. Übernahme- Kooperationsspekulationen, Aktienemissionen, Teilverkäufe von Unternehmenssparten, Schließungen, usw. sind alles Vorgänge, die wichtiger sind, als der allgemeine Börsentrend.

In den vergangenen Wochen kamen Gerüchte auf, dass mehrere asiatische Unternehmen Interesse an einer Kooperation mit Balda hätten. Ein Unternehmen hätte sogar die Übernahme Baldas angeboten. Balda hat diese Gerüchte inzwischen dementiert.

Der Schuldenberg Baldas wächst, die Refinanzierungsmöglichkeiten am Kapitalmarkt sind derzeit nicht so toll. Also möchte das Unternehmen nun weitere Aktien ausgeben und damit Bargeld einnehmen. Dies verwässert natürlich den Aktienpreis, da die Gewinne künftig auf mehr Aktien verteilt werden müssen. Anleger schwanken dort also derzeit zwischen Freude über frisches Kapital und Ärger über die Verminderung des Gewinns je Aktie.

Der Multi-Touch-Screen von Balda, der bei Apples iPhone und nun auch iPod Touch eingesetzt wird, ist der Hoffnungsträger des Unternehmens. Das bestehende Geschäft mit Handy-Gehäusen ist der Rückhalt des Unternehmens und Infocom ist ein Teilbereich, der möglichst schnell verkauft werden soll.

Gleichzeitig laufen einige langfristige Verträge über Display- und Sensorlieferungen aus, deren Verlängerung ist noch ungewiss.

Vor dem Hintergrund so vieler Änderungen hat das Management in der vergangenen Woche nicht einmal mehr eine Prognose gewagt. Das kommt natürlich nicht so gut an. Der Kurs ist in den vergangenen Tagen von 10,40 auf 9 Euro eingebrochen.

Analysten erwarten im Jahr 2008 ein Umsatzwachstum von 60%, das KGV 08e steht bei 15. Es gibt noch eine Menge Ungewissheit bei Balda, doch ich erwarte, dass sich diese Ungewissheit zum Vorteil des Unternehmens auflöst. Daher würde ich die Aktien langfristig halten.

Lediglich kurzfristig könnte es nochmals zu niedrigeren Kursen kommen, wenn die 32 Mio. Euro Wandelschuldverschreibung, die 2013 dann in Aktien getauscht werden kann (also neue Aktien, sprich Verwässerung, siehe oben) zu einem Kurs von 9,10 Euro auf den Markt kommen. Dies könnte den Kurs nochmals drücken, in den nächsten Wochen würde mich daher ein Kurs um 8,50 Euro nicht überraschen.

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Hallo Herr Heibel,

als langjähriger Leser Ihres Heibel-Ticker PLUS finde ich Ihre Analysen und Ratschläge sehr informativ und hilfreich. Sie haben auch schon mein Depot gecheckt. Heute habe ich eine Frage zu Lateinamerika. Mir geht es nicht um konkrete Werte, sondern um den Markt allgemein. Von anderer Seite wurde mir ein Fond empfohlen, den ich im Juli gekauft habe (Magna Latin Amerika Fond A, WKN A0DN7L). Zu dem Fond gibt es wenig Informationen, er ist seit Juli um 6% gefallen – andere Werte sind bestimmt schlimmer dran. Lohnt es sich, in Lateinamerika investiert zu bleiben, oder sollte ich aussteigen und in aussichtsreichere Märkte investieren? Ich finde, zu Lateinamerika bekommt man wenig Informationen.

Ich wette, dass Ihre Prognosen stimmen: Leitzinssenkung – DowJones steigt – Dollar steigt – Gold fällt. Mal sehen!

Herzliche Grüße, Detlef aus Berlin

ANTWORT:

Herzlichen Dank für Ihr freundliches Schreiben.

Der von Ihnen genannte Fonds beinhaltet 71% brasilianische und 21% mexikanische Unternehmen. Ich kann nicht behaupten, dass diese beiden Länder stabile wirtschaftliche und politische Verhältnisse haben, also sind heftige Kursschwankungen an der Börse nichts Außergewöhnliches. Über einen längeren Zeitraum jedoch weisen beide Länder große Wachstumsraten aus, Ihr Fonds sollte daher in meinen Augen weiter ansteigen.

Sie nehmen somit teil am Wachstum der Schwellenländer Brasilien und Mexiko. Mit Ihrem Kauf im Juli haben Sie den falschen Zeitpunkt erwischt, kurz danach gab es eine Korrektur. Diese sollte meiner Ansicht nach jedoch schon bald wieder ausgemerzt sein.

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