Oktober 2007



Einen schönen guten Tag Herr Heibel,

sollte man sich nicht Gedanken machen, ob die stark im Wert gefallenen börsennotierten Unternehmen aus dem Wohnungsbausektor eventuell eine gute Einstiegsgelegenheit bieten? Bekanntlich soll man ja kaufen, wenn die (Finanz-)Kanonen donnern. Ist denn aus fundamentaler Sicht eine Bodenbildung möglich? Wenn ja, welche Aktien wären Ihrer Meinung nach am besten geeignet, um an einer dauerhaften Erholung zu partizipieren?

2-Jahreschart Philadelphia Immobilien Index
2-Jahreschart Philadelphia Immobilien Index

Beste Grüße, Peter aus Weinheim

ANTWORT:

Vielen Dank für die Idee – aber ich glaube, es ist noch zu früh für den US-Immobilienmarkt. Wie Sie meinen Ausführungen vom vergangenen Freitag entnehmen können, denke ich, dass selbst die 7,9 Mrd. USD-Abschreibung von Merrill noch nicht ausreicht, um den gesamten Schaden zu beziffern. Der Immobiliencrash geht gerade erst los.

Durch die Zinssenkungen (ich erwarte heute die nächste) werden Auswirkungen auf die Realwirtschaft vermieden, es handelt sich also um eine reine Immobilien- und Finanzkrise. Es muss noch schlimmer kommen, bevor ich dort nach Chancen suche.

Die Kurssteigerungen in diesen Tagen, ich denke, bis Ende dieser Woche werden Finanztitel weiter ansteigen, sind nichts weiter als Zwischenrallyes auf dem Weg nach unten. Da würde ich noch nicht einsteigen.

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Lieber Herr Heibel,

Ihren Brief lese ich stets mit großem Vergnügen. Ihre Argumente sind überzeugend, nachvollziehbar und regen zum Mitdenken an.

6-Monatschart DAX

6-Monatschart Dow Jones

Vor einigen Wochen, nachdem die FED ihren Zins gesenkt hatte, vertraten Sie die Meinung, der Dax würde nun in Richtung 10.000 und der Dow auf 15.000 zumarschieren. Daraufhin habe ich eine nicht unerhebliche Summe meiner Rücklagen in Dax Index-Papieren angelegt. Nun höre ich andere Zwischentöne in Ihrem letzten Brief! Hat sich an Ihrer Überzeugung etwas geändert, habe ich vielleicht etwas nicht mitbekommen? Wäre nett von Ihnen, wenn Sie mir kurzfristig Entwarnung geben könnten.

Liebe Grüße von der Alster, Herbert

ANTWORT:

Nein, meine Meinung hat sich nicht geändert: Ich erwarte noch immer einen Anstieg des DAX auf 10.000 und des Dow Jones auf 15.000 Punkte. Jedoch löst der Anstieg bei mir zunehmend auch Sorgen aus und ich würde hier und da ein wenig "um die Position herum-Traden", also nach einem kräftigen Anstieg der Indizes mal Zwischengewinne mitnehmen und dann im Falle einer Korrektur wieder neu einsteigen.

Es schadet nichts, nach einigen festen Börsentagen einen Teil der Gewinne einzustreichen. Sie sollten niemals alles auf eine Karte setzen, sondern Raum für Irrtum lassen. Ende dieser Woche würde ich daher einen kleinen Teil verkaufen, in der Hoffnung, diesen später günstiger wieder kaufen zu können.

Insgesamt bleibe ich bei meiner bullischen Erwartung.

Bitte schauen Sie auch in den kommenden Tagen (vermutlich Donnerstag Abend) im Kundenbereich auf meine aktualisierten Kommentare zu den Indizes. Diese überarbeite ich stets zum Monatswechsel.

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Hallo Herr Heibel,

ich nehme zusammen mit einem Freund am diesjährigen Planspiel Börse teil, so bin ich dann auch auf Ihren Blog gestoßen. Die Frage ist jetzt, können Sie uns vielversprechende Aktien aus folgender Liste empfehlen (natürlich mit Begründung), oder uns ein Feedback auf unsere ausgesuchten Aktien?

Wir hatten überlegt in

166    Cadburry Schweppes    GB0006107006 und

157    United Internet    DE0005089031

zu investieren. Eventuell noch als weniger risikoreich in

139    SolarWorld    DE0005108401

Wie gesagt, es würde uns freuen, wenn Sie uns ein Feedback geben könnten. Generelle Tipps sind natürlich auch willkommen, solange Sie auch auf dieses Planspiel anwendbar sein sollten.

LG, Ruben

ANTWORT:

Sorry für die verspätete Antwort, ich bin nach meinem Urlaub ziemlich mit Leserfragen überschüttet gewesen. Wie lange läuft Ihr Planspiel denn noch?

CADBURRY

Cadburry halte ich grundsätzlich für eine gute Idee, denn derzeit deutet einiges auf eine Überhitzung der Wirtschaft & Börse hin, worauf sich dann erste Anleger schon in nicht zyklische Aktien flüchten. Cadburry als Getränkelieferant hat keine Konjunkturzyklen, denn getrunken wird immer.

Doch aktuell ist Cadburry dabei, den Getränkezweig Americas Beverages an eine Private Equity Firma zu verkaufen. Im Rahmen der Immobilienkrise der USA, in der die Kreditversorgung der USA, also auch die der Private Equity Leute, auszutrocknen drohte, war der Kurs von Cadburry in den Keller geprügelt worden. Ich glaube jedoch, dass die nun erfolgte Zinssenkung zu einer positiven Entwicklung im Private Equity Markt führen wird. Der Deal könnte also bald über die Bühne gehen – und zwar zu einem ordentlichen Preis.

UNITED INTERNET

United Internet ist mit einem KGV von 24 fair bewertet, denn das Umsatzwachstum beträgt rund 12 % p.a. und damit ist das zweifache Wachstum im KGV erzielt. Die Gewinne wachsen jedoch schneller an, insbesondere da United Internet als flexibler Anbieter gegen die Deutsche Telekom immer weiter Marktanteile gewinnt, und dennoch die Telekompreise unterbieten kann.

Allerdings macht dies United Internet zu einem mittelfristigen Kaufkandidaten. Auf Sicht von 12-18 Monaten könnte sich der Kurs um 30 % nach oben bewegen. Bis Ende dieses Jahres jedoch rechne ich maximal mit einem Anstieg um 10 %.

SOLARWORLD

Der Ölpreis auf Rekordniveau und Umweltschutz bzw. Global Warming in aller Munde – was soll da noch besseres passieren, das den Kurs der Solarworld weiter antreiben könnte? Ich weiß es nicht. Hier würde ich also ein paar Gewinne mitnehmen.

NEUE IDEE:

Mir gefallen aus der Liste noch McDonalds, aus selbigem Grund wie Cadburry. Außerdem halte ich noch Walt Disney für eine attraktive Chance, da Apple-Chef Steve Jobs dort im Aufsichtsrat sitzt, der altgediente Bremserchef Eisner vertrieben ist und nun neue Strategien bei Mickey Mouse gewagt werden. Hier könnte ich mir eine positive Überraschung vorstellen.

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Bär kann nicht hinschauen!
Bullen jubeln DAX wieder auf 8.000 Punkte: "Ich kann gar nicht hinsehen", sagt der Bär!

Doch es wird noch schlimmer werden: Diesen Mittwoch wird Bernanke den Leitzins um 0,5 % senken, dadurch wird die Rallye weiter angeheizt. Viel Spass dabei und eine schöne Woche wünscht

Stephan Heibel

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Sehr geehrter Herr Heibel,

vielleicht haben Sie ja mal Lust, Ihre Meinung über Produkte wie DE000DB1FJY1 loszuwerden.

6-Monatschart DB Top Select
6-Monatschart DB Top Select

Beste Grüße aus München, Thomas

ANTWORT:

Das Zertifikat beruht auf einem Computer-Prognosemodell. Solche Modelle funktionieren stets mit den Vergangenheitsdaten und können auch in der Gegenwart für einen gewissen Zeitraum funktionieren. aber auch das beste Prognosemodell wird irgendwann stranden, ich würde mich also nicht zu sehr auf solche Konstrukte verlassen. Warum auch, der DAX ist doch gut genug – und wenn Sie mehr Chancen als den DAX haben wollen, dann kaufen Sie ein paar ausgewählte Einzelaktien. Bei solchen Zertifikaten zahlen Sie jedoch für meinen Geschmack zuviel Gebühren an den Emittenten.

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Sehr geehrtes Heibel-Ticker Team,

vielen Dank für die Nachfrage, wir haben mit einem fiktiven Kapital von 50.000€ angefangen und es bisher auf 51.3XX€ gesteigert.

Folgende Aktien befinden sich im Moment in unserem Besitz:
73 EON Aktien
21 Google Aktien
175 SAP Aktien und
1412 Südzucker Aktien

Der Einkaufspreis für die einzelnen Aktien war:
EON: 130,90€
Google: 451,00€
SAP: 39,73€
Südzucker: 14,16€

Wir benötigen noch ein paar Ratschläge, ob wir die Aktien halten bzw. abstoßen sollten, in welche Aktien es sinnvoll wäre zu investieren,…
Und einen EuroStoxx Tipp.

Das Börsenspiel endet am 31.12.07.

Die Führenden in Deutschland haben bereits ein Vermögen von 55.XXX€ erzielt, wir liegen also ziemlich hinten.

Unser vorrangiges Ziel ist es, in unserer Kreissparkasse 1. zu werden, nicht in Gesamtdeutschland (wollen natürlich schon, aber nicht machbar).

Ich danke Ihnen und Herrn Heibel für ihre Hilfe und die schnellen Antworten.

Mfg Martin aus Baden

ANTWORT von H. Heibel:

Offensichtlich dürfen Sie nur in Deutschland gehandelte Aktien in Ihr Depot nehmen, oder? Hier meine Einschätzung zu Ihren Positionen. Beachten Sie bitte, dass ich bei einem BörsenSPIEL bereit bin, höhere Risiken einzugehen, als wenn ich mit ECHTEM GELD spekuliere. Denn mit einer erzkonservativen Strategie haben Sie beim Börsenspiel keine Gewinnchance.

Meine Analyse bezieht sich entsprechend auf kurzfristige Chancen bis Ende des Jahres, nicht jedoch auf langfristige Strategien.

EON

Der Ölpreis bei 90 US-Dollar: Da ist eine Korrektur des Ölpreises vorprogrammiert. Eon wird dann vermutlich auch ein wenig unter die Räder geraten, ich würde diesen Wert also kurzfristig aus dem Depot werfen. Mit einem KGV von 17 ist das Unternehmen für die Wachstumsgeschwindigkeit von 6 % p.a. schon recht gut bewertet.

Langfristig sieht es anders aus, da ist Eon dank der hohen Dividendenrendite nach unten abgesichert und dank der langfristig zu erwartenden steigenden Energiepreise wird Eon meiner Ansicht nach weiter zu den Gewinnern gehören. Aber wie gesagt: Das bringt Ihnen nichts, denn kurzfristig könnte der Kurs nun korrigieren.

GOOGLE

Viel zu niedrig bewertet, der Kurs ist gerade erst losgelaufen. Ich kann mir gut vorstellen, das der Kurs bis Jahresende noch in Richtung 530 Euro ansteigt. Details dazu finden Sie in meinem kostenpflichtigen Börsenbrief Heibel-Ticker PLUS, bzw. im PDF, den Sie sich am Freitag dann herunterladen können.

SAP

In meinen Augen wurde SAP zu unrecht und zu heftig bestraft für die Übernahme von Business Objects. Aber es dürfte einige Zeit in Anspruch nehmen, bis dieser Kurssturz wieder ausgeglichen wird, vielleicht ist SAP daher auf Sicht bis Jahresende nicht die richtige Aktie für Sie.

SÜDZUCKER

Das weltweite Zuckerangebot kann von Brasilien im Handumdrehen verknappt oder überflutet werden. Dennoch spielt dies für Südzucker keine Rolle, denn Südzucker verkauft im geschützten EU-Markt zu festen EU-vorgeschriebenen Preisen. Demzufolge ändert sich der Kurs von Südzucker nur, wenn die Bürokraten in Brüssel eine Agrarreform verabschieden. Mit freier Preisbildung hat dies nichts zu tun.

Dennoch ist die Aktie von Südzucker im Rahmen des aktuellen Zuckerpreisanstiegs mit angestiegen. Und der Zuckerpreisanstieg ist insbesondere mit dem Ölpreisanstieg einhergegangen: Je höher der Ölpreis, desto mehr aus Zuckerrohr gewonnenes Ethanol werden Länder wie Brasilien und Indien in ihre Autotanks mischen.

50 % der brasilianischen Zuckerproduktion soll nach aktuellen Planungen in Autotanks enden. Kein Wunder also, dass der Zuckerpreis abgehoben ist.

Wenn das Öl aber billiger wird, und obigen Ausführungen entnehmen Sie, dass ich zumindest kurzfristig mit einer Gegenreaktion rechne, dann geht auch die Phantasie im Zuckermarkt zurück – damit auch die Südzucker Aktie.

EUROSTOXX-IDEE

Im Eurostoxx ist mir die Sanofi-Aventis (WKN 920657) aufgefallen: Hoher Ölpreis schürt im zweiten Schritt Angst vor Wirtschaftsabschwung, Rezession. Da geht es Pharma dann immer gut, und eine solche Bewegung könnte in den nächsten Wochen erfolgen. Sanofi hat ein KGV von nur 11, eine ordentliche Dividendenrendite und wurde in diesem Sommer aufgrund von Patentrechtsabläufen in den Keller geprügelt: 2012 und 2013 laufen einige Patente aus, deren Umsätze können nach heutigem Kenntnisstand kaum aufgefangen werden. Jede Meldung, die in den nächsten Wochen etwas gegenteiliges hoffen lässt, könnte zu einem Kursanstieg führen.

Halten Sie mich auf dem Laufenden und sollten Sie dank meiner Tipps eine Reise auf die Malediven gewinnen, nehme ich gerne das überschüssige Flugticket an ;-)

Es würde mich freuen, wenn ich Sie überzeugen kann, schon bald ein kostenpflichtiges Abo (meine Lebensgrundlage) abzuschließen.

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Hallo Herr Heibel,

würde gern, wenn es Ihre Zeit erlaubt, eine Einschätzung zu der Aktie J2 Global Communication erfragen. Habe die Aktie seit Ihrer Empfehlung. Durchhaltevermögen ist also manchmal – oder immer – gar nicht so schlecht.

6-Monatschart J2 Global
6-Monatschart J2 Global

Danke für Ihre Bemühungen.

Mfg Rainer aus Wachsenburggemeinde

ANTWORT:

Zunächst einmal herzlichen Glückwunsch, wenn Sie J2 Global aufgrund meiner Empfehlung im iWatch Pro gekauft haben, dann konnten Sie zu 11,75 US-Dollar zuschlagen. Heute steht der Kurs bei 31,18 US-Dollar, also 165 % Gewinn.

J2 Global bietet Kommunikationslösungen an. Insbesondere die für Unternehmensbedürfnisse flexibel anpassbaren Fax-Lösungen finden Anklang bei Kunden. Aber auch Konferenzschaltungen und E-Mail-Verwaltungssysteme werden nachgefragt. J2 Global hat seine Angebote stark auf die Nutzung des Internets ausgerichtet und kann dadurch kostengünstigere Betriebskosten für die Kunden anbieten.

Das Unternehmen wächst  mit 20 % p.a., für die kommenden Jahre wird mit einem Umsatzwachstum von 15 % gerechnet. Das KGV steht bei 26, die Profitmarge bei 37 %. Die Bilanz ist sauber, 222 Mio. Barreserven entsprechen etwa einem Jahresumsatz des Unternehmens, Schulden bestehen nicht.

In den vergangenen anderthalb Jahren hat sich die Wachstumsgeschwindigkeit des Unternehmens vermindert. Das KGV ist von 21 auf 26 angewachsen, Anfang dieses Jahres hat ein vehementer Kurssprung stattgefunden.

Bei J2 Global wurde von der US-Börsenaufsicht SEC untersucht, ob Optionen für das Management nachträglich zum Vorteil der Empfänger zurückdatiert wurden. Die Vorwürfe konnten entkräftet werden, der bis zu diesem Zeitpunkt depressive Kursverlauf entlud sich in oben genanntem Kurssprung.

165 % Gewinn sind eine ganz schön gute Stange Geld. Die Kurschance, die ich bei meiner ursprünglichen Empfehlung in Aussicht gestellt hatte, ist eingetreten. Aus heutiger Sicht sind nun zwar weiterhin solide steigende Kurse zu erwarten, aber nicht mehr eine so explosionsartige Kursentwicklung. Ich würde daher den Großteil der Position verkaufen, die Gewinne einstreichen und mich nach einer anderen Spekulation umsehen.

Grundsätzlich ist das Unternehmen inzwischen wesentlich reifer und fairer bewertet. Der Kurs wird meiner Ansicht nach in den nächsten Monaten volatiler werden. Es kann also nochmals zu steigenden Kursen kommen, wenn die Wachstumsraten jedoch weiterhin rückläufig sind, dann wird der Kurs über das KGV von 30 nicht hinaus kommen. Und Wachstumsaktien mit rückläufigen Wachstumsraten geraten irgendwann immer in eine heftige Korrektur, wenn Spekulanten durch langfristig orientierte Anleger abgelöst werden.

Also: Kurse um 35 US-Dollar sind für mich Verkaufskurse. Ein Stopp Loss würde ich bereits unter 30 US-Dollar setzen.

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