September 2007



Sehr geehrter Herr Heibel,

da ich Ihre Bewertungen sehr schätze und ein treuer Leser Ihres Heibel-Ticker Plus Abos bin, frage ich mich wie Sie im allgemeinen nun über die Lage der Immobilienaktien im deutschen/österreichischen Raum denken? Hier würde es mich insbesondere freuen, wenn Sie die Aktie der IMMOEAST (WKN: A0BLUL) bewerten könnten, da ich der Meinung bin, dass diese jetzt zu einem Spotpreis zu haben ist (PEG <0,5).

6-Monatschart Immoeast

6-Monatschart Immoeast

Vielen Dank im vorhinein für Ihre Einschätzung,
mit besten Grüssen Dieter aus Graz

ANTWORT:

Ich habe die Immofinanz und ihre Töchter seit langem auf meinem Radar. Doch ich möchte in diese Aktien nun nicht mehr investieren. Der Grund für den Ausverkauf der Aktien, ein Kursverlust von bis zu 15 %, waren die Probleme im Finanzsektor. Ich glaube nicht, dass diese Probleme bereits vollständig beseitigt sind.

Im Mai dieses Jahres hat Immoeast noch 2,4 Mrd. Euro neues Kapital eingesammelt. Bis Ende 2008 möchte das Unternehmen damit über einen Kredit insgesamt 6 Mrd. Euro in Immobilien in den ehemaligen Ostblockstaaten investieren. Die 2,4 Mrd. Euro gelten also als Sicherheit für einen Kredit i.H.v. 3,6 Mrd. Euro. Ich erwarte in den nächsten Monaten zwar sinkende Zinsen, aber schärfere Kreditvorschriften und dadurch Probleme bei der Kapitalbeschaffung für die Immoeast.Sind diese Probleme bereits mit dem Kursrutsch von 15 % eingepreist? Rechnerisch ja, zeitlich nein. Wenn Sie diese Aktien über einen Zeitraum von vielen Jahren halten möchten, dann werden Sie sicherlich wieder höhere Kurse sehen. Die Wartezeit wird jedoch nicht leicht, da Immoeast keine Dividende zahlt.

Kurzfristig geht es bei dieser Aktie jedoch nicht um das Bewertungsniveau, sondern um die Verstrickung in die Kreditmärkte. Jede weitere Meldung wird den Kurs wieder ein wenig in den Keller drücken. Für meinen Geschmack ist es noch gut ein Jahr zu früh, um in dieser Branche zu investieren.

Zumal die Schnäppchen im Ostblock bereits weg sind. Wo immer ich mich nach Quadratmeterpreisen in zentralen Lagen im Ostblock erkundigt habe, werden mir bereits Preise auf Westniveau genannt. Immoeast wandelt sich also von einem First-Mover zu einer soliden Investitionsfirma. Und dafür ist ein KGV von 13,5 zu hoch, ein KGV von 8 halte ich da für angemessen.

Also: Ich bin nicht begeistert vom Kursniveau der Immoeast. Wenn ich mich irre, dann herzlichen Glückwunsch. Ich würde die Position aber nicht zu groß ausstatten.

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Sehr geehrter Herr Heibel,

besten Dank für die jeweils konstruktiven und hilfestellenden Kunden-Infos.

Irgendwann bis Ende 07 werden die Gewitter an den Börsen bestimmt vorbei und die Situation bereinigt sein.

Wo soll man investiert sein für die nächste Hausse? Ich habe den Eindruck, dass die Nanotechnologie ein Thema ist. Teilen Sie diesen Eindruck und wenn ja, welche Titel wären da im Vordergrund?

Ich danke Ihnen im voraus bestens, Robert aus Wallisellen

ANTWORT:

Ich teile Ihre Einschätzung, dass wir zum Jahresende noch deutlich höhere Kurse sehen werden. Technologie, Energie und Rohstoffe werden die Themen sein. Nanotechnologie ist für mich ein Thema, das man nicht auf eine einzelne Aktie herunterbrechen sollte: Die Nanotechnologie wird inzwischen bei allen großen Unternehmen auf verschiedenste Art und Weise eingesetzt. Miniatur-Strukturen gibt es bei Plastik, technischen Kunststoffen, Farben und Oberflächen, in der Medizin und vielem mehr.

Es gibt vielleicht Unternehmen, die sich den Begriff Nanotechnologie auf die Fahne schreiben. Aber Nanotechnologie ist kein Allheilmittel, sondern viele Unternehmen arbeiten an unzähligen Lösungen.

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Sehr geehrter Herr Heibel,

ich bin begeisterter Leser Ihres Tickers. So gute umfangreiche Hintergrundinformationen begeistern mich.

Ich habe noch eine Argentinien-Anleihe (WKN 132501) in meinem Depot. Der Kupon mit 11,75% war damals sehr verlockend, aber nachdem der Staat Argentinien Konkurs angemeldet hat, ist der Kurs bis auf 28 jetzt 33 gefallen und es gibt keine Zinszahlung mehr. Da ich in den letzten Monaten nichts mehr über die aktuelle Lage gehört habe, wollte ich Sie mal fragen, was der aktuelle Tatbestand ist und was man mit der Anleihe jetzt machen soll.

Grüße aus Limburg von Gerd

ANTWORT:

Der Staat Argentinien hat bereits gesagt, dass diese Anleihen nicht mehr zurück gezahlt werden. Auch Zinszahlungen erfolgen nicht. Den Anlegern wurde ein (recht schlechtes) Angebot gemacht, zu dem sie ihre Anleihen zurück geben konnten. Argentinien hat durch die eingesparten Rückzahlungen seinen Staatshaushalt auf Kosten von deutschen Anlegern saniert.

Einige haben von diesem Rückkaufangebot Argentiniens keinen Gebrauch gemacht und versuchen nun auf allen politischen Ebenen Druck zu machen, mehr zurück zu erhalten, als von Argentinien zugesagt wurde.

Wenn Sie Ihrem Nachbarn Geld leihen und er kommt zurück und sagt, er zahlt nur noch ein Drittel zurück, dann können Sie ihm eine runter hauen, ihn bei seinen Freunden anschwärzen oder ihn künftig meiden. Bei dem Land Argentinien ist es ganz ähnlich, wobei das Äquivalent einer Ohrfeige, Sanktionen, derzeit politisch nicht durchsetzbar ist. Die Bundesregierung sieht es derzeit nicht ein, sich das gute Verhältnis zu Argentinien wegen einigen Anlegern zu verderben. Auch das Anschwärzen Argentiniens wird weitgehend unterlassen. Derzeit fährt die Bundesregierung die Strategie, künftig Argentinien-Anleihen zu meiden. Mehr nicht.

Ich habe keine Ahnung, ob sich das Blatt nochmals zugunsten der Anleger wenden könnte. Dennoch hoffe ich, dass Ihnen diese kurze Darstellung hilft, die Situation besser einzuschätzen.

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Sehr geehrter Herr Heibel,

bin zwar noch kein Abonnent von Ihnen, aber ein eifriger Leser Ihres Newsletters.

Hätte Fragen zu 2 Aktien und würde gerne um ihre Meinung bitten:
1. Hyperdynamics
2. Sino
3. Meinl European Land
 
Wäre nett wenn Sie weiterhelfen würden, schließe auf Dauer natürlich eine Zusammenarbeit mit Ihnen nicht aus.

Vielen Dank, mfG Stefan aus Schwaben

ANTWORT:

Gerne helfe ich Ihnen weiter – doch zunächst müssen Sie erst einmal das Zählen lernen: Sie haben mich nicht nach 2, sondern nach 3 Aktien gefragt ;-)

Ich antworte gerne, jedoch möchte ich Sie für die Zukunft bitten, stets nur nach einer bestimmten Aktie zu fragen, denn sonst komme ich mit dem Beantworten aller Leserfragen nicht nach. Vielen Dank.

HYPERDYNAMICS

Das texanische Ölbohr- und -förderunternehmen hat sich auf Westafrika, Guinea fokussiert. Dort wird das Unternehmen Offshore eines der am wenigsten untersuchten Gebiete erschließen. Das Unternehmen hat Bohr- und Förderrechte, jedoch ist Hyperdynamics viel zu klein, um das Projekt alleine zu stemmen. In den nächsten Monaten werden also einige Partner bekannt gegeben.

Ob in dem Gebiet gute Öl- und Gasquellen gefunden werden, ist meiner Ansicht nach das geringere Risiko. Größer ist das Risiko der instabilen Regierung in Guinea. Wenngleich heute Hyperdynamics eine gute rechtliche Absicherung hat, so kann diese morgen schon nichts mehr wert sein, wenn die Regierung wieder einmal wechselt.

Ich würde daher diese Aktie als ein Lotteriespiel betrachten, das jedoch immerhin im Falle eines Erfolges eine sehr hohe Gewinnerwartung hat. Also: Für eine Spekulation mit kleinem Geld ist Hyperdynamics geeignet. Rechnen Sie jedoch im schlimmsten Fall mit einem Totalverlust.

SINO

Mit 43 Mio. Euro Marktkapitalisierung ist das Unternehmen zu klein, um von mir untersucht zu werden. Erst ab 100 Mio. Euro oder USD halte ich Aktiengesellschaften für groß genug, damit meine Analyse nicht den Kurs bewegt.

MEINL EUROPEAN LAND

Die Phantasie und auch die Chancen für *Meinl* sind deutlich kleiner geworden. Schauen Sie sich den Bericht eines Kontaktes von mir aus der Baubranche in Österreich an (bitte in den Kommentaren unter dem Artikel lesen):
http://www.heibel-unplugged.de/134,aktien-analysen-allianz-kontron-united-internet-basf-ebay-andritz/

Meinl finanziert seine Käufe genau so über Kredite, wie es viele Hedgefonds tun. Durch diesen Hebel kam eine besonders hohe Ertragskraft. Dies wird sich in Zukunft vermindern.

Aber auch die Schnäppchen sind im Osten bereits vergeben.

Das KGV von 7 ist günstig, aber wenn man es mit den Banken vergleicht, bei denen es zwischen 8 und 9 steht, ist es nun wieder auch nicht übermäßig gut. Immerhin hat Meinl noch eine Menge Cash in der Bilanz, so dass weitere Projekte möglich sind.

Die nachträgliche Bekanntgabe des Aktienrückkaufprogramms hat das Vertrauen der Aktionäre in das Unternehmen geschwächt. Es zeigte, dass viel Geld des Unternehmens dafür aufgewendet wurde, den Kurs auf hohem Niveau zu halten. Anschließend war der Kursrutsch um so heftiger. Eine Übertreibung?

Ich glaube nicht, dass Meinl so einfach an die alten Zeiten anschließen kann. Und in einer fallenden Bewegung auf eine kurze Gegenbewegung zu setzen geht meist schief.

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Lieber Herr Heibel,

kurze Frage? wo kann ich eine verlässliche Mail-Adresse finden, wo man sich über das Geldmengenwachstum für USA, Europa und Japan informieren kann.

Ist es nicht so, dass das Steigen oder Fallen der Börse ausschließlich von der Geldmenge abhängig ist. Mir kommt vor, man sucht immer wieder verzweifelt nach Gründen, warum die Börse fällt oder steigt und sämtliche Analysten werden auch immer wieder einen Grund finden können, aber wenn das Geld (Sauerstoff) fehlt, weil z.B. die Zinsen zu hoch sind, ist es nur eine Frage der Zeit, dass die Bösen nach Süden ziehen.

Beste Grüße, Kurt aus Gastein

ANTWORT:

Ja, Sie haben Recht: Die Geldmenge spielt eine sehr wichtige Rolle. Für Japan habe ich leider keine Links. Die USA veröffentlichen seit einigen Monaten keine Geldmengendaten mehr und die EZB können Sie hier einsehen:

Offenmarktaktivitäten:
http://www.ecb.de/mopo/implement/omo/html/index.en.html

Alle Liquiditätsdaten gibt es hier:
http://www.ecb.de/stats/html/index.en.html

Leider sind die Daten völlig unübersichtlich aufbereitet bzw. gar nicht aufbereitet. Wenn Sie eine bessere Quelle finden, lassen Sie es mich wissen.

Die US-Offenmarktaktivität läuft vollständig über die Bank of New York:
http://www.federalreserve.gov/releases/

Tut mir leid, aber mehr kenne ich dazu nicht. Ich hoffe, es ist Ihnen dennoch hilfreich.

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Hallo Herr Heibel,

nachdem ich in den letzten 2 Wochen mein Depot um weitere 20 % hochgefahren habe, scheine ich ja nun seit gestern richtig zu liegen. Mein Problem, zu dem ich gerne Ihre Meinung lesen würde ist folgendes: Mit wie großer Wahrscheinlichkeit könnte sich der morgige Freitag (Optionsscheinverfallstag) wie (positiv oder negativ) auf die Märkte auswirken?

Meine laienhaften Gedanken sind folgende: Bei einem Überhang auf der Putseite sollte es doch zu einem Käuferansturm auf die Märkte kommen, was letztendlich die Kurse treiben wird. Aber wie ist das Verhältnis auf dem Call- und Putmarkt, wo kann man dieses Verhältnis erfahren? Ist die Sache so einfach, wie ich mir das vorstelle, und wie würden Sie an meiner Stelle verfahren?

Vielen Dank für eine schnelle Nachricht
und freundliche Grüße, Wilfried aus Bautzen

ANTWORT:

Ich werde in der morgigen Ausgabe auf den Überhang der Shortseite eingehen. Es wird meiner Ansicht nach dazu führen, dass die Rallye noch einige Tage weiter laufen wird.

Das Put/Call-Ratio ist meist nur bei kostenpflichtigen Diensten zu erhalten (z.B.: Investors Business Daily). Sie können sich aber auch an dem RSI (Relative Strength Index) halten, denn dieser gibt eine ähnliche Aussage über die Situation bei einzelnen Aktien bzw. am Markt. Ein RSI unter 30 deutet auf eine überverkaufte Situation hin.

Doch mehr dazu in der morgigen Ausgabe.

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Guten Tag Herr Heibel,

vor einiger Zeit erwähnten Sie, dass Sie allenfalls näher auf CFD eingehen wollen (Sie rissen die Vorteile kurzfristiger Spekulationen -hoher Hebel- und die Nachteile langfristiger Spekulationen -hohe Zinsen- an). Möchte interessehalber fragen, ob Sie planen darauf -allfällig auch wieder vermehrt auf Optionsempfehlungen- zurückkommen wollen?

Beste Grüße, Markus aus Zürich

ANTWORT:

Dieses Wochenende werde ich für 2 Wochen in den Urlaub fahren, daher werde ich trotz der augenblicklich überaus positiven Börsenlage keine Optionsscheine heraussuchen. Nach der Rückkehr aus meinem Urlaub werde ich bei Gelegenheit wieder etwas aggressivere Empfehlungen ausarbeiten.

Mit CFDs habe ich mich intensiv auseinander gesetzt. Das Thema werde ich nach meinem Urlaub aufgreifen. Es wird jedoch eine Alternative zu Optionsscheinen bleiben, ich werde Optionsscheine nicht durch CFDs ersetzen.

Tut mir leid, dass ich Sie so lange hinhalte, aber dafür können Sie dann eine ordentliche Abhandlung erwarten.

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