ich habe mir ein paar Aktien von Headwaters ins Deport gelegt in der Hoffnung, dass dies aus fundamentaler Sicht eine gute Anlage ist.
Leider geht es mit Headwaters seit Tagen nur abwärts.
Wie beurteilen Sie die Aussichten dieses Wertes?
Vielen Dank und viele Grüße, Christian aus Bonn
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Das Unternehmen springt ab und zu auf den Zug der Umwelttechniker auf, denn es kann Kohle über ein besonderes Verfahren zu Flüssigkraftstoff umwandeln. Leider ist dieser Prozess noch lange nicht wirtschaftlich.
Damit könnte der Kurs von Headwaters ansteigen, wenn der Ölpreis steigt. Nun ist der Ölpreis jedoch angestiegen und der Kurs von Headwaters ist weiter in den Keller gesackt. Das ist für mich Zeichen genug, dass die Technologie nicht ausgereift ist.
Nun ist der Kurs gerade in den vergangenen Tagen im Rahmen des Ausverkaufs kräftig in den Keller geprügelt worden, ich würde mit dem Verkauf auf Kurse über 18 USD warten. Langfristig ist das Unternehmen abhängig von Subventionen, denn wie in Deutschland hängt die Kohleindustrie auch in den USA am Tropf der Politik.
Einziges Gegenargument: Könnte der Kurs zu weit gefallen sein? Nun, ich denke, kurzfristig ja – daher können Sie auf eine Gegenbewegung spekulieren. Je nach Ihrem Risikoappetit können Sie auch auf Kurse über 18 USD warten. Mittel- und langfristig gebe ich diesem Unternehmen derzeit jedoch keine gute Karten.
ich hätte gerne Ihre Einschätzung zu den Biotech-Aktien Myriad Genetics (89751) und Orchid Cellmark (A0ET03).
Grüße aus Weil der Stadt, Roland
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Myriad Genetics
1,6 Mrd. USD Börsenwert für 140 Mio. USD Umsatz, keine Gewinne, Verluste von ca. 40 Mio. USD p.a. können locker von der Barreserve (derzeit 300 Mio. USD) getragen werden. Mit anderen Worten: Das Unternehmen forscht noch. Die ersten Zwischenergebnisse sind vielversprechend, der Kurs hat sich in den vergangenen zwei Jahren mehr als verdoppelt.
Myriad ist eine Gentech-Aktie mit Sicherheitsnetz: Im Bereich der Genforschung bietet das Unternehmen Basistests an. Dieses Geschäftsfeld ist profitabel und wächst langsam an. Es ist ein Sicherheitsnetz unter dem Kurs.
Gleichzeitig forscht das Unternehmen nach einem Alzheimer-Medikament. Damit möchte das Unternehmen gerne den Jackpot gewinnen.
Wenn Sie sich obige Bewertung des Unternehmens anschauen, dann gehen Anleger schon von einem Erfolg des Alzheimer-Medikaments Flurizan aus. Ich habe mir jedoch die Testergebnisse der Testphase II angesehen und bin da sehr skeptisch. Drei Punkte sind mir aufgefallen, die mich die Aktien von Myriad sehr kritisch sehen lassen:
1. Die Testphase III wurde begonnen, bevor die Ergebnisse der Testphase II bekannt waren.
2. Die Testphase II lief 12 Monate, am Ende dieser Testphase war kein signifikanter Unterschied festzustellen. Allerdings war nach 3, 6 und 9 Monaten eine bessere Entwicklung bei den Testpersonen festzustellen, als bei der Vergleichsgruppe. Die Streuung des Ergebnisses war jedoch sehr groß. Daraus folgert jedoch das Unternehmen nun, dass künftig eine wesentlich bessere Entwicklung zu erwarten ist. Diese Argumentation ist mir nicht einleuchtend.
3. Zunächst sollte in diesem Herbst ein Zwischenergebnis der Testphase III veröffentlicht werden. Dies ist jedoch vor einigen Monaten storniert worden, nun müssen wir bis zum Frühjahr 2008 auf weitere Testergebnisse warten. Das ist noch eine lange Zeit ohne Neuigkeiten, ohne Fakten. Warum jedoch wurde die Veröffentlichung des Zwischenergebnisses storniert? Weil man etwas zu verbergen hat?
Das Bewertungsniveau spiegelt die Erwartung eines Alzheimer-Medikaments wieder. Sollte sich im Frühjahr 2008 herausstellen, dass Phase III nicht geschafft wird, so ist mit einem Kurseinbruch zu rechnen. Die verfügbaren Zwischenergebnisse (Phase II) machen da nachdenklich. Ich würde also die Finger davon lassen.
Orchid Cellmark
Auch Orchid ist noch in der Aufbauphase. Mit 150 Mio. USD Marktkapitalisierung bei 60 Mio. USD Umsatz werden heute noch 6 Mrd. USD Verlust p.a. geschrieben. Die 24 Mio. USD Barreserven werden da noch ein paar Jahre reichen, Schulden bestehen keine.
Das Unternehmen bietet einen DNA-Schnelltest an, mit dem unlängst ein Sexualverbrecher in kurzer Zeit überführt werden konnte.
Für das nächste Jahr werden erste Gewinne erwartet, das KGV würde dann bei 50 stehen. In den kommenden Jahren wird mit einem Umsatzwachstum von 30 % p.a. gerechnet.
Bei diesen Zahlen kann ich mir gut vorstellen, dass das Unternehmen in seine Bewertung hineinwächst bzw. der Kurs weiter ansteigt. Ich kann jedoch nicht abschätzen, ob es Konkurrenzprodukte gibt, die gegebenenfalls besser oder günstiger sind.
Einen Kursanstieg kann ich mir aus fundamentaler Sicht kaum vorstellen, denn es wird bis Mitte 2008 dauern, bis Umsatz und Gewinn das aktuelle Bewertungsniveau rechtfertigen. Auch hier gilt also: Hochspekulativ und in meinen Augen bereits zu hoch bewertet.
gelegentlich erwähnen Sie bei Ihren Aktienanalysen die Short-Ratio einer Aktie. Wo erhalten Sie diese Börseninformation?
Mit freundlichem Gruß, Edgar aus Marburg
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Die Short-Ratio wird nur einmal im Monat veröffentlicht. Ich entnehme sie der Seite Key Statistics von Yahoo! Finance USA. Hier ein Beispiel: http://finance.yahoo.com/q/ks?s=amzn
In der rechten Spalte im Bereich "Share Statistics" stehen die Daten zur Short Ratio.
als begeisterter Leser Ihres Newsletters erlauben Sie mir bitte folgende Fragen :
In vielen Börsenzeitschriften bzw. durch selbst recherchierte Informationen im Internet im Hinblick auf fundamentale Unternehmensdaten wie KGV, KUV, Cashflow usw. habe ich folgende Probleme:
Die oben genannten Daten wie KGV, KUV, Cashflow, usw. sind bei unterschiedlichen Informationsquellen sehr unterschiedlich. Es stellt sich nun die Frage, wie zuverlässig sind solche Angaben. Auf welche Informationsquellen soll man sich am besten verlassen (Die Homepages vom Unternehmen selbst? Manchmal liegen keine Angabe vor)?.
Bei den meistens Unternehmensmeldungen über die Geschäftsentwicklung fehlt mir immer die Angabe über die jährliche Wachstumsrate eines Unternehmens. Ich frage deswegen, weil Sie in allen Ihren Einschätzungen zu einer bestimmten Aktie immer die jährliche Wachstumsrate erwähnen. Wie kommt man denn auf die jährliche Wachstumsrate eines Unternehmens, damit man eine gewisse Vorstellung hat, wie stark ein Unternehmen wächst. Lässt sich diese aus den historischen + zukünftigen KGV bzw. KUV entnehmen?
Für Ihre Antwort auf meine Fragen bin ich Ihnen sehr dankbar und verbleibe mit freundlichen Grüßen, Herbert aus Bonn
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Vielen Dank für Ihr Lob. Ihre Frage beschäftigt sicherlich viele meiner Leser. Ich werde versuchen, sie zu beantworten.
Im Wesentlichen nutze ich für die von Ihnen angesprochenen Kennzahlen zwei Dienste: Die US-Seiten von Yahoo! Finance für die amerikanischen Aktien sowie die Kundenseiten von Comdirect für die deutschen Aktien.
Jeweils gibt es eine Übersichtsseite, auf der meistens das KGV ttm angegeben wird. Erst der Blick in die Key Statistics oder Bilanzprognose enthüllt die wahren Zahlen.
ttm steht für trailing twelf months, also für die letzten zwölf Monate. Derzeit werden also auf den meisten Übersichtsseiten die KGVs auf die letzten 12 Monate berechnet. Also werden die Quartalsgewinne vom 2. Quartal 2006 bis zum 1. Quartal 2007 zusammen addiert und in den Nenner gestellt. In den Zähler kommt der aktuelle Kurs: KGV = aktueller Kurs / Gewinne der letzten 4 Quartale.
Bei Unternehmen, die keine Quartalsergebnisse veröffentlichen, werden dort die letzten verfügbaren Zahlen verwendet.
Ich schaue mir stets die Bilanzen der vergangenen Quartale, Jahre sowie die Prognosen an. Dort beurteile ich unter anderem das Umsatzwachstum sowie die Gewinnentwicklung. Wenn Umsatz und Gewinn in etwa mit den gleichen Wachstumsraten versehen sind, so verwende ich das Umsatzwachstum als Kennziffer für das Wachstum des Unternehmens.
Aufgrund von Sondersituationen (Turnaround, Sondereffekte) entwickelt sich der Gewinn manchmal jedoch anders als die Umsätze. Ich rechne dann Sondereffekte heraus, verwende das Umsatzwachstum und setze eine plausible Gewinnmarge an.
Ich verwende stets das KGV ttm und schätze Kursentwicklungen je nach der von mir nach obigem Verfahren prognostizierten Entwicklung des KGVs ab.
Die meisten Analysten verwenden stets das Jahres-KGV, derzeit also das KGV 2007e (e steht für estimate, also geschätzt). Im Herbst stellen die meisten Analysten dann auf das KGV 2008e um, daher kommen im Herbst, wenn die Prognosen für das kommende Jahr verarbeitet werden, so bullishe Analysen auf den Markt. Auf diesen Effekt können Sie sich fast schon verlassen.
KGV, KUV und Cashflow unterscheiden sich also stets aufgrund von unterschiedlich verwendeten Betrachtungsperioden. Grundsätzlich können Sie davon ausgehen, dass die Zahlen stimmen – lediglich an die unterschiedlichen Betachtungsperioden je Webseite / Analyst etc. müssen Sie sich gewöhnen. Daher hilft es, wenn Sie sich Ihre Standard-Informationslieferanten aussuchen und sich mit deren Methoden vertraut machen.
Ich hoffe, ich konnte etwas Klarheit in dies komplexe Thema bringen.
ich habe von Ihnen zwar bereits vor ca. 6 Monaten eine Einschätzung der Aktie von Novastar Financial (WKN 939202) erhalten, aber mittlerweile hat der Wert eine abenteuerliche Berg- und Talfahrt hinter sich (von über 30$ auf fast 3$ derzeit wieder über 7$) und ich wäre Ihnen für eine aktuelle Einschätzung sehr dankbar, falls Sie diesen Wert noch im Fokus haben.
Mit freundlichen Grüßen, Gerhard aus Bad Gleichenberg
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Novastar ist oder war ein REIT, musste also über 90 % der Einnahmen als Dividende auszahlen. Nun ist Novastar fast insolvent, muss aber noch die Dividende für 2006 auszahlen. Vermutlich wird das Unternehmen für die Dividendenzahlung einen Kredit aufnehmen oder eine Aktienplatzierung durchführen. Beides ist nicht sehr schön für Aktionäre.
Der REIT-Status wird fallen gelassen, das Unternehmen wird in den kommenden fünf Jahren auf die steuerliche Bevorzugung verzichten und schüttet lieber keine Dividenden aus, um die Bilanz wieder in den Griff zu bekommen.
Ich kann mir gut vorstellen, dass dies gelingen wird – denn Risikokapital ist ausreichend vorhanden. Ob Sie jedoch als Aktienanleger in diese Aktien investieren wollen, ist eine andere Frage, denn die Aktionäre werden als letzte von einer erfolgreichen Restrukturierung profitieren. Mir ist das zu riskant und langatmig. Ich bevorzuge den REIT den ich vor einigen Wochen im Heibel-Ticker PLUS vorgestellt habe.
ich hätte eine Frage zu Bwin. Dieses Unternehmen ist mir äußerst suspekt und ich suche seit längerer Zeit eine Möglichkeit zu shorten. Durch einen zufälligen Bericht in einem Wirtschaftsblatt lese ich, dass im Aufsichtsrat ein Dr. Hannes Androsch sitzt. Seit diesem Zeitpunkt bin ich etwas vorsichtiger mit meiner Überlegung geworden. Androsch ist mit Sicherheit einer der erfahrensten "Wirtschaftsfüchse", der setzt sich nicht um sonst in ein Unternehmen in den Aufsichtsrat. Was meinen Sie? Shorten würde ich mit CFDS, aber natürlich äußerst gefährlich durch den Hebel.
Beste Grüße, Kurt aus Bad Gastein
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Ein Unternehmen wie Bwin in der aktuellen Marktlage zu shorten, halte ich für sehr gefährlich. Menschen werden immer Spielen und Bwin ist ganz gut aufgestellt, um Spielsüchtigen Online eine Menge Geld abzunehmen. Die gesetzlichen Probleme vom vergangenen Jahr sind längstens im Aktienkurs enthalten. Wenn nun nicht noch eine weitere politische Kampagne gegen Online-Spielkasinos gefahren wird, sollte der Kurs von Bwin langsam wieder ansteigen können.
Bitte verwechseln Sie nicht Ihren Unmut gegenüber der Spielsucht einiger Menschen sowie denen, die daran verdienen, mit Ihrer Einstellung zu der Aktie Bwin. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass Bwin künftig gute Gewinne erwirtschaftet. Ich würde es also nicht shorten.
darf ich Sie um Ihre Meinung über die GEOX Aktie (IT0003697080) bitten? Das Produkt gefällt mir und der Klimawandel sollte in meinen Augen der Aktie weiterhelfen.
Wenn Sie diesen Schuhproduzenten interessant finden, würde ich Sie auch um einen vernünftigen Einstiegskurs ersuchen, falls die erwartete Korrektur in nächsten Wochen kommt.
Vielen Dank für die Antwort, Thomas aus Slowenien
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GEOX
Schuhe kauft man in Italien – allein schon wegen des Stils. Aber mit GEOX können Sie nun auch Schuhe aus ökologischen Aspekten kaufen: GEOX verwendet keine Ledersohlen, sondern ein eigens patentiertes, luftdurchlässiges aber wasserundurchlässiges Material. Damit schafft es GEOX in die Umweltzeitschriften.
Wenn Sie sich die Umsatzentwicklung der Italiener anschauen, dann müssen die Schuhe regelrecht aus der Hand gerissen werden. Jährlich wachsen die Umsätze mit 35 %, der Gewinn mit über 15 %. Dementsprechend ist das KGV mit 30 bereits recht hoch.
Ein Schnäppchen machen Sie mit dieser Aktie also nicht mehr, höchstens mit den Schuhen. Wenn Sie langfristig vom Erfolg des Patents überzeugt sind, dann sollten Sie mit einem Einstieg auf Kurse um 12 Euro warten. Dort würde ich nach der Rallye von 8,75 auf 14 Euro das Korrekturziel sehen.
Ich kann die Funktionalität der neuen Sohle nicht beurteilen, habe aber bei meinen Recherchen nichts Negatives gefunden.