April 2007
Monthly Archive
Montag, 30.04.2007 | 17:07 Uhr | Kategorie "
Börsenbrief - Leserfragen".
Guten Tag Herr Heibel,
ohne große Lobesreden – ich bin etwas schreibfaul
komme ich direkt zur Sache:
Ich habe in meinem deutschen Depot schon seit rund 6 Jahren Aktien von Pepsi (US7134481081) und Johnson & Johnson (US4781601046).
Dazu 2 Fragen:
Halten oder verkaufen ?
Wenn halten, dann überlege ich, ob es nicht besser wäre, die Aktien ins US-Depot zu legen. Hintergrund: Bei jeder Dividendenzahlung behält meine Bank 15% Quellensteuer ein, was im US-Depot nicht der Fall wäre, oder?
Vielen Dank für Ihre geschätzte Meinung, Marc aus Weingarten
ANTWORT:
PepsiCo
Gutes Wachstumsunternehmen mit angemessenem Bewertungsniveau. Ich glaube, der Kurs bricht gerade nach oben aus. Pepsi ist auf den Zug der Gesundheitsgetränke aufgesprungen und verdient wieder bessere Gewinnmargen. Gleichzeitig ist Pepsi auch in den Schwellenländern aktiv. Eine Dividendenrendite von 1,5 % rundet das Bild ab. Ich würde die Aktien halten.
Johnson & Johnson
Das war früher ein toller Pharma-Konzern. Heute fehlen dem Giganten die neuen Produkte, ich halte Amgen oder Genentech für aussichtsreicher.
Wenn Sie PepsiCo in Ihr US-Depot übertragen, werden Sie sicherlich über die exorbitant hohen Gebühren staunen, die das verursacht. Da ist ein Verkauf, Überweisung und Neukauf in den USA vermutlich günstiger. Ich würde jedoch zuvor versuchen, durch das von mir genannte Formular W-8BEN eine Freistellung von der 15%igen Quellensteuer zu erlangen. Sie müssen in dem Formular bestätigen, dass Sie in den USA nicht steuerpflichtig sind. Fragen Sie Ihre Bank nach diesem Formular.
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Stephan Heibel ist Herausgeber des Börsenbriefes Heibel-Ticker, den Sie hier kostenfrei abonnieren können.
Freitag, 27.04.2007 | 13:01 Uhr | Kategorie "
Börsenbrief - Leserfragen".
Sehr geehrter Herr Heibel,
in einer Ihrer letzten Ausgaben hatten Sie 3 Phasen erwartet. In Phase 3 sollten die Rohstoffwerte wieder stark anziehen. Ich habe in den letzten Wochen einige Rohstoffaktien bzw. Explorer (u. a. Perilya 876505, CBH Res. 896775, Kimberley 659383, Transmeridian 542146) eingesammelt, die z. T. deutlich von ihren Höchstkursen zurückgekommen sind. Wie ist Ihre aktuelle Einschätzung zu diesem Sektor? Vielen Dank für Ihre Mühe.
Mit freundlichen Grüßen, Felix aus Berlin
ANTWORT:
Öl hält sich stabil, alles was im Energiesektor agiert, läuft derzeit sehr gut. Der Ölpreis über 60 US-Dollar beschert Ölkonzernen sowie Explorern dicke Gewinne, ich erwarte dort also weiter anziehende Kurse – selbst wenn China einmal Schluckauf hat.
Der Schluckauf Chinas trifft die Rohstoffkonzerne zwar vorübergehend heftiger, aber auch diese werden weiter anziehen. Ich teile also Ihre Ansicht, dass nun einige Wochen mit steigenden Kurse in diesem Bereich zu rechnen ist – allerdings mit immer wieder heftigen Korrekturen, wie Sie vergangenen Donnerstag sehen konnten.
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Donnerstag, 26.04.2007 | 12:08 Uhr | Kategorie "
Börsenbrief - Leserfragen".
Sehr geehrter Herr Heibel,
vor einiger Zeit hatten Sie die Aktien der Solar-Fabrik (WKN 661471) empfohlen. Ich habe die Aktien über die Durststrecke hinweg behalten und wurde bis jetzt mit einem Plus von 70% belohnt.
Meine Frage an Sie:
Ist jetzt der Zeitpunkt für einen Ausstieg erreicht, oder hat die Aktie noch Potential.
Freundliche Grüße, Christian aus München
ANTWORT:
Herzlichen Glückwunsch! Ich würde die Solar-Fabrik nun mit einem Trailing Stopp versehen. In den vergangenen Wochen ist ein solcher Hype um die Solarbranche entfacht worden, dass das Bewertungsniveau von einem KGV von 26 bei der Solar-Fabrik anfällig ist für schlechte Meldungen. Ich sehe also das Risiko als größer an als die Chancen.
Daher würde ich den Trailing Stopp sehr eng setzen, bspw. 10 % unter dem
jeweiligen Höchstkurs – also derzeit bei 20,90 EUR – 2,09 EUR = 18,81 EUR.
Damit profitieren Sie weiterhin, wenn die Rallye noch anhält. Sollte die
Rallye jedoch auslaufen, können Sie jeweils 10 % unter dem letzten
Höchstkurs verkaufen.
Sie kennen Trailing Stopps? Oder soll ich darauf näher eingehen?
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Sehr geehrter Herr Heibel,
vielen Dank für die ausführliche Antwort.
Trailing Stopps sind mir nicht bekannt. Wenn Sie bei Gelegenheit darauf eingehen könnten, fände ich das toll.
Mit freundlichen Grüßen, Christian aus München
ANTWORT:
"Trailing" heißt "hinter sich herziehend". Ein Trailing Stopp wird vom jeweiligen neuen Höchstkurs hinter sich her gezogen. Sie verkaufen Ihre Aktien also sobald der Kurs über 10 % unter dem letzten Höchstkurs steht.
Für die Solar-Fabrik bedeutet das folgendes: Der aktuelle Höchstkurs der letzten 52 Wochen wurde gestern erreicht und betrug 26,97 Euro. Der Trailing Stopp von 10 % zu diesem aktuellen Höchstkurs liegt also 10 % unter 26,97 Euro. Multiplizieren Sie einfach 26,97 mit 0,9, dann haben Sie den Trailing Stopp Kurs: 24,27 Euro.
Wenn der Kurs nun unter 24,27 Euro fällt, dann sollten Sie Ihre Aktien verkaufen. Sie haben dann zwar nicht zum Höchstkurs verkauft, aber konnten die Kursanstiege der vergangenen Wochen noch mitnehmen. Heute ist der Kurs tatsächlich auf 23,90 Euro gefallen, damit sollten Sie nun Ihre Gewinne realisieren.
Es reicht, wenn Sie den Trailing Stopp Kurs stets auf Basis des Schlusskurses prüfen, denn Intraday können schon mal untypische Schwankungen auftreten, die Sie noch nicht zu einem Verkauf bewegen sollten.
Nun hat der Kurs heute seinen ersten Rückschlag von über 10 % erfahren, und Sie sollten die Aktien verkaufen. Grundsätzlich ist der Sinn eines Trailing Stopps, noch weitere Kursanstiege mitzunehmen, bis eben ein solcher Kursrückschlag erfolgt. Wenn wir den heutigen Rückschlag also nicht hätten, sondern stattdessen ein neues Kurshoch bei bspw. 28 Euro, dann hätte sich ein neuer Trailing Stopp wie folgt errechnet: 28 * 0,9 = 25,2 Euro. Sie hätten Ihre Aktien dann bei einem Abrutschen unter 25,20 Euro verkauft.
Hätte, würde und wollte gibt es an der Börse aber nicht. Der Trailing Stopp hat nun gezogen und Sie sollten morgen Ihre Position verkaufen. Herzlichen Glückwunsch.
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Donnerstag, 26.04.2007 | 11:01 Uhr | Kategorie "
Börsenbrief - Leserfragen".
Sehr geehrter Herr Heibel,
sehen Sie einen Zusammenhang zwischen Fonds, Aktien und einer brummenden Wirtschaft, bzw. einem immer steigen DAX?
Um verständlicher zu werden, wenn die Wirtschaft brummt, wird mehr direkt in Aktien als in Fonds investiert, und wenn es mit dem DAX abwärts geht, wird das Geld eher in Fonds verlagert?
Mit freundlichen Grüßen, Robert aus München
ANTWORT:
Fonds wiederum legen dann das Geld der Anleger in Aktien an. Ob Fonds oder direkt Aktien ist aus dieser Perspektive für den Aktienkurs egal.
Bei einer schlechteren Wirtschaft legen Anleger lieber ihr Geld in Anleihen, die einen fest kalkulierbaren, wenn auch geringen, Zins abwerfen. Es werden Anleihen und Anleihefonds gekauft.
Bei guter Wirtschaft werden immer riskantere Anlagen eingegangen: Über Anleihen zu Aktien bis schließlich hin zu Optionsscheinen. Der Risikoappetit der Anleger wird bei guter Konjunktur größer.
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Mittwoch, 25.04.2007 | 12:13 Uhr | Kategorie "
Börsenbrief - Leserfragen".
Da schreibe ich fast täglich über Google und Yahoo!, schweife ab und zu ab zu eBay, aber Amazon habe ich seit einiger Zeit nicht mehr auf meinem Radar. Vielleicht sollte ich das Unternehmen nun wieder etwas intensiver beobachten, denn gestern Abend hat Jeff Bezos, CEO von Amazon, die Finanzbranche mit extrem guten Quartalszahlen überrascht.
Der Umsatz ist im ersten Quartal im Vergleich zum Vorjahr um 32 % angestiegen (30 % innerhalb der USA, 35 % außerhalb). Insbesondere der Umsatz mit Elektrogeräten verhalf zu den guten Zahlen (+48 %). Aber nicht nur die Umsätze sind angesprungen, sondern auch der Gewinn. Und das ist mal was Neues aus dem Hause Amazon, denn bislang wurde jeglicher Umsatz gleich wieder in den Ausbau der Technologie-Infrastruktur sowie in Werbung gesteckt. Doch nun scheint die Zeit der Ernte zu nahen.
Der Gewinn ist von 51 Mio. USD (12 Cents je Aktie) im Vorjahr auf 111 Mio. USD (26 Cents je Aktie) angesprungen. Das ist mehr als eine Verdopplung. Zu verdanken hat Amazon diesen Gewinnsprung der angestiegenen Gewinnmarge von 3,6 % auf 5,9 %. Bislang wurden die Gewinne stets von der Investitionswut des Wachstumsorientierten CEOs Jeff Bezos aufgebraucht und Anleger haben in den vergangenen Jahren die Geduld verloren. Ein Unternehmen, das über acht Jahre lang immer nur wächst und investiert, aber niemals erntet, das war vielen Anlegern zu spekulativ und unsicher. So kehrten viele Anleger dem Unternehmen den Rücken, die Aktien blieben auch in der Rallye seit 2003 hinter den anderen Internetaktien zurück.
Das könnte sich nun ändern. Gestern Abend notierten die Aktien nachbörslich mit 12 % im Plus. Heute früh notiert die Aktie an der Frankfurter Börse mit einem Plus von 11 % bei 36,62 Euro. Damit beträgt das KGV derzeit 95, auf Sicht der Gewinnschätzung für 2007 steht das KGV noch immer bei 44. Für die 32 % Umsatzwachstum bei überproportionalem Gewinnwachstum ist das eine vertretbare Bewertung, denn ich bin bereit bis zum dem zweifachen des Umsatzwachstums als KGV zu akzeptieren.
Die alles entscheidende Frage zu Amazon ist natürlich die folgende: Wird der Gewinn weiter so überproportional ansteigen, oder handelte es sich bei dem gestrigen Ergebnis um eine Eintagsfliege?
Denn wenn es sich um eine Eintagsfliege handelte, dann ist das Bewertungsniveau zu hoch. Da ist dann nicht mehr viel Platz für Kurssteigerungen. Wenn es Amazon allerdings in den nächsten Quartalen gelingt, die Gewinnmarge weiter zu verbessern, dann wird das Gewinnwachstum mit nachhaltigen über 50 % p.a. für deutlich höhere Kurse sorgen. Bis Ende des Jahres halte ich dann einen Kursanstieg von weiteren 30 % für möglich.
Und ob die Gewinnmargen weiter ansteigen hängt von zwei Faktoren ab: Von der Nachfrage der Kunden und von der Investitionswut Bezos. Die Nachfrage der Kunden ist stabil und aufgrund des immer größer werdenden internationalen Anteils kann auch von einer weiterhin positiven Entwicklung ausgegangen werden, selbst wenn die USA Konjunkturprobleme bekommen sollten.
Die Investitionswut Bezos ist schon legendär. Auf der einen Seite hat er tatsächlich mit Amazon einen Online-Händler geschaffen, dessen Technologie allen anderen Wettbewerbern überlegen ist. Auf der anderen Seite hat er dadurch bis heute jegliche Gewinne verbraten und das gefällt Anlegern nicht mehr. Aber Bezos hat angekündigt, dass im kommenden Jahr die Investitionsrate nicht mehr so schnell ansteigen werde, wie bislang. Es besteht also die Hoffnung, dass Bezos nun mit dem Erreichten zufrieden ist und die Sache etwas ruhiger angeht.
Fazit: Amazon Aktien hätten Sie gestern haben müssen, laufen Sie nun den Kursen nicht mehr hinterher. Die Chance eines Kursgewinns von 30 % steht dem Risiko eines Kursverlustes von bis zu 50 % gegenüber, falls nicht alles perfekt läuft.
Da gibt es andere Internetaktien, bei denen das Chance/Risiko-Verhältnis wesentlich günstiger aussieht. Mehr zu meinen Empfehlungen können Sie unter http://heibel-ticker.de in meinem kostenfreien Börsenbrief lesen.
Mittwoch, 25.04.2007 | 10:37 Uhr | Kategorie "
Börsenbrief - Leserfragen".
Hallo Hr.Heibel,
ich bitte um Ihre Einschätzung zu der folgenden Aktie:
SW Umwelttechnik, WKN 910497, ISIN AT0000808209
Mfg, Toni aus Rotheau
ANTWORT:
Na, da hat es einige Zeit gedauert bis ich den Namen „Umwelttechnik“ von „energiefreundlich“ getrennt habe. Unter Umwelttechnik versteht das Unternehmen die Herstellung von Brückenpfeilern, Hallenträgern und anderen großen Bauprodukten, die beim Bau in der „Umwelt“ verwendet werden. Natürlich gibt sich das Unternehmen einen umweltfreundlichen Anstrich, macht dabei aber nicht mehr als jedes andere umweltbewusst agierende Unternehmen.
Interessant ist die Aktie dennoch: Die Klagenfurter haben sich gute Standbeine in Rumänien und Serbien geschaffen und bauen derzeit sogar eine Produktionsstätte im ehemaligen Ostblock auf. Dabei profitiert das Unternehmen vom Nachholbedarf der Ostblockstaaten in Sachen Infrastruktur. Die Umsätze wachsen mit rund 10 % p.a., das Bewertungsniveau ist jedoch mit einem KGV von 28 bereits recht hoch. Auch die Dividendenrendite ist mit 0,3 % nicht gerade berühmt.
Der Aufbau der neuen Produktionsstätte verschlingt in den nächsten Quartalen einen guten Teil der Gewinne. Natürlich sollen anschließend die Gewinne um so stärker steigen – doch zunächst gehen die Gewinne zurück. Und das könnte den Kurs belasten. Diese Investitionen haben die Analysten noch nicht in ihre Zahlen eingearbeitet, ich wäre daher vorsichtig.
Nach der Kursexplosion der vergangenen drei Monate (+100 %) würde ich nun erst einmal auf eine Korrektur warten. Ich kann mir vorstellen, dass der Kurs nochmals in Richtung 70 Euro fällt, bevor er vor Freude über die neue Ost-Produktionsstätte weiter ansteigt.
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Stephan Heibel ist Herausgeber des Börsenbriefes Heibel-Ticker, den Sie hier kostenfrei abonnieren können.
Dienstag, 24.04.2007 | 13:00 Uhr | Kategorie "
Börsenbrief - Leserfragen".
Hallo Herr Heibel,
in Ihrem Börsenbrief erwähnen Sie hin und wieder Royal Gold (WKN: 885652, ISIN: US7802871084) und bemerken dazu meist, dass der Wert sich wie eine Art Optionsschein auf Gold verhielte. Dann verstehe ich das momentane Verhalten dieser Aktie nicht. Die Märkte sind peu a peu davon überzeugt, dass die FED den Leitzins wieder senken wird. Das sollte den Dollar schwächen und Gold stärken. Wenn dem so ist, dann sollte Royal Gold zu einem beschwingten Steigflug ansetzen. Tut es aber nicht, sondern tritt von einem Bein aufs andere. Woran liegt’s?
Mit freundlichen Grüßen, Edgar aus Erbendorf
ANTWORT:
Noch sind die Märkte nicht von einer Zinssenkung überzeigt – ich scheine da alleine zu stehen. Demzufolge ist der Goldpreis bislang noch nicht abgehoben und daher auch noch nicht Royal Gold.
Aber Sie haben Recht, ich erwarte für die zweite Jahreshälfte einen Anstieg des Goldpreises und daher sollten auch die Aktien von Royal Gold anziehen. Danke für die Erinnerung, ich werde Royal Gold gegebenenfalls in einer der nächsten Ausgaben empfehlen.
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Stephan Heibel ist Herausgeber des Börsenbriefes Heibel-Ticker, den Sie hier kostenfrei abonnieren können.
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