Januar 2007
Monthly Archive
Dienstag, 30.01.2007 | 10:51 Uhr | Kategorie "
Börsenbrief - Leserfragen".
geehrter Herr Heibel,
vielen Dank für die Zusendung Ihres neuen Börsenbriefes. Ich habe mir ein Bild machen können vom Inhalt des Heibel-Ticker und werde so wohl nicht die Katze im Sack kaufen. Ganz besonders gefällt mir, dass Sie diesen Superblödsinn mit der neuen Rechtschreibung nicht mitmachen. (Ausrufezeichen).
Ich werde nach Ablauf meines Probeabos Ihren Börsenbrief abonnieren.
Sie haben mich nach meiner Meinung gefragt. Die Deutschen antworten gelegentlich ehrlich. Die Chinesen antworten höflich. Also, der Depotcheck von anderen Leuten interessiert mich nicht. Machen Sie lieber ein paar ganz konkrete Empfehlungen. So wie damals im iWatch. Bis heute weiß ich nicht wie man das ausspricht Ieh Watsch oder Ei Wotsch. Egal. Beim Heibel-Ticker gibt es da keine Schwierigkeiten.
Meine Gedanken zum Thema Gold Empfehlungen:
Immer wenn ich eine Empfehlung zum Thema Gold im Fernsehen oder im Internet finde, dann geht man von steigenden Preisen aus. Es gibt praktisch keinen, der von der Möglichkeit fallender Kurse spricht.
Nun gibt es ja die alte Regel, dass man immer das Gegenteil von dem tun soll, was alle tun. Und irgendwie werde ich mißtrauisch, wenn ich viele gleichlautende Tipps lese. Ein Goldpreis von 750 Dollar zum Jahresende 07 scheint so gut wie sicher zu sein. Irgendwie kann ich nicht glauben, dass das so einfach ist.
Das Gleiche gilt auch für Uran, wo Preise von 100 Dollar teilweise schon mit einem Datum versehen werden.
Ihre Empfehlung RGLD war ein Volltreffer. Aber geht es wirklich nur bergauf?
Feliz Navidad y prospero ao nuevo
Christian aus Hofheim
ANTWORT:
Vielen Dank für Ihr freundliches Schreiben, auch Ihnen alles Gute zum Neuen Jahr.
Zum Depotcheck: Sie sind tatsächlich der Erste, dem das nicht gefällt. Viele Leser schätzen den kurzen und knappen Überblick, den ich dort über gleich 5 Aktien gebe und für viele ist das Thema "Diversifizierung" nur schwer umsetzbar. Vorerst werde ich das Kapitel also beibehalten – Sie können es ja überspringen.
Die konkreten Empfehlungen werden in den kommenden Wochen zunehmen. Anfang Dezember war ich im Urlaub und einige Wochen vorher sowie nachher brauche ich immer, um die Börsenaktivitäten herunter- und wieder heraufzufahren. Diesmal war der Urlaub zum schlechtesten Zeitpunkt – ich habe mit meiner Freundin bereits ausgehandelt, daß wir künftig lieber häufiger aber kürzer verreisen.
Nicht einmal meine Nachfolger wissen, wie man den iWatch ausspricht, geschweige denn, was ich mir dabei gedacht hatte: englisch "I watch" – "ich beobachte" …für meine Kunden die Börse. Ausgesprochen also "eiwotsch". Ich habe aus den Verwirrungen gelernt und suchte einen internationalen Begriff, der überall gleich ausgesprochen wird: "Ticker". Der Name "Heibel" wurde mir in die Wiege gelegt
Sie wissen, daß ich Apple-Fan bin. Die Apple-Gemeinde hat sogar schon eine iWatch entworfen. Hier ein Bild, wie sie aussehen würde:


iWatch-Entwurf der Apple-Gemeinde,
Quelle: http://www.worth1000.com/cache/contest/contestcache.asp
Ihre Gedanken zum Gold teile ich, sie ähneln meinen Gedanken zum US-Dollar. Wenngleich ich langfristig zu den Goldbullen gehöre, denn bis 2013 erwarte ich einen Goldpreis über 2.000 US-Dollar, so kann ich mir gut vorstellen, daß 2007 eine Hausse-Pause eingelegt wird. Ich kenne, außer nun Ihnen, niemand anders, der solch eine Erwartung hat und fühle mich daher verständlicherweise unwohl mit dieser Prognose. Aber so ist das eben, wenn man gegen den Strom schwimmt.
Demzufolge würde ich bei RGLD nun erst einmal abwarten - auch für das Uran gilt das gleiche.
Montag, 29.01.2007 | 07:29 Uhr | Kategorie "
Börsenbrief - Leserfragen".
Sehr geehrter Herr Heibel,
wie beurteilen Sie den Führungswechsel bei Solarfarbik?
Dankeschön für Ihre Mühe und Rückantwort !
Mit freundlichem Gruß, Ralf aus Landau
ANTWORT:
Ich halte die Solar-Fabrik nach wie vor für eine gute Firma – aber leider wird der Aktie nicht der Wert beigemessen, den sie meiner Ansicht nach verdient. Der Ölpreis fällt und vernichtet damit die Investitionsgrundlage des Bereiches der alternativen Energien. In Deutschland haben wir durch unsere Abnahmeverpflichtungsvorschriften im Erneuerbare Energien Gesetz eine gute Ausgangslage für Solarfirmen geschaffen und die Solar Fabrik ist in meinen Augen stark unterbewertet, wenn man diese Grundlage einbezieht. Doch die Panik vor dem niedrigen Ölpreis verhindert einen Aktienkursanstieg.
Vor diesem Hintergrund sehe ich den Führungswechsel als für den Aktienkurs nebensächlich. Die Aktie wird wieder steigen, wenn der Ölpreis wieder über 70 US-Dollar notiert – egal wer CEO ist.
Ungeachtet dessen warte ich gespannt auf die ersten Entscheidungen des neuen CEOs Christoph Paradeis. Er war bislang Finanzvorstand und löst den Firmengründer Georg Salvamoser ab.
Sonntag, 28.01.2007 | 12:50 Uhr | Kategorie "
Börsenbrief - Leserfragen".
Sehr geehrter Herr Heibel!
Kurz ein Frage zum Auszug aus Ihrem Newsletter! Setzten Sie den Biotechsektor, der in seinem Verlauf eher der Nasdaq oder dem Techsegment gleicht, mit dem defensiven Pharmasegment gleich? Beabsichtigt? Wie begründen Sie das?
Danke im voraus für eine kurze! Antwort.
"Wenn nur der Biotech-Sektor anstiege, dann würde ich mir Sorgen um die Verfassung der Konjunktur machen. Denn ein Ausverkauf des konjunktursensiblen Energiesektors zugunsten des nicht- zyklischen Pharmasektors ließe mich auf einen ziemlich großen Konjunkturpessimismus schließen. Aber da auch der Technologiesektor in den vergangenen beiden Tagen kräftig zugelegt hat, kann es also kein Konjunkturpessimismus sein. Es ist also nur der gefallene Ölpreis, der den Ausverkauf initiiert…"
Mit freundlichen Grüßen, Werner aus Österreich
ANTWORT:
Vielen Dank für Ihr Schreiben. Sie haben Recht, denn bislang ist der Biotech-Sektor tatsächlich weitgehend parallel zum Technologiesektor gelaufen. Das lag daran, daß der Biotech-Sektor noch eine junge Branche ist, die mit großen Wachstumsraten ähnliche Anleger ansprach, wie auch der Technologiesektor.
Mit Amgen und Genentech, die beide eine Marktkapitalisierung von nahezu 100 Mrd. USD haben, halte ich nunmehr die Pionierzeit der Biotechnologie für beendet. Ich erwarte, daß sich die Entwicklung künftig verstärkt am Pharmasektor ausrichtet, der von politischen Entscheidungen abhängt und nicht zyklisch verläuft. Aber vielleicht habe ich hier den zweiten Schritt vor dem ersten getan: Warten wir erst einmal ab, ob ich mit dieser Erwartung recht behalten soll.
Freitag, 26.01.2007 | 11:26 Uhr | Kategorie "
Börsenbrief - Leserfragen".
Hallo Herr Heibel,
schön, dass Sie wohlbehalten wieder aus Argentinien zurück sind – ein Land, das ich auch "lieben" gelernt habe. Kann Ihre Schilderungen, insbesondere die "zwischen den Zeilen", sehr gut nachvollziehen.
Ich habe eine kurze Frage zu dem "Central Fund of Canada" (CEF). Leider habe ich dazu keine WKN gefunden. Darf ich höflich hierum bitten ? Wo sollte man diesen Fund kaufen ?
Ich wünsche Ihnen und Ihrer Partnerin angenehme Wintertage und noch viele Sternstunden hinsichtlich Ihres Börsenbriefes im Neuen Jahr!
Karl aus Bad Neuenahr-Ahrweiler
ANTWORT:
Die WKN für den CEF lautet 873782. Sie können den Fonds an der Börse Berlin-Bremen in EUR handeln. Bitte ordern Sie, wenn überhaupt, nur mit limitierten Kauforders, denn das Handelsvolumen ist sehr gering.
Häufig sind solche Finanzprodukte in Deutschland zwar handelbar, steuerlich ist deren Berücksichtigung jedoch nicht geklärt. Somit kann es bei solch raren Titeln passieren, daß horrende Steuern anfallen, selbst wenn Sie kaum Gewinn erzielt haben.
Ich würde also eher ein US-Depot eröffnen, um diesen Fonds zu kaufen. Unter e-trade.de können Sie ein US-Depot eröffnen, die Formulare gibt es alle auch auf Deutsch.
Donnerstag, 25.01.2007 | 12:56 Uhr | Kategorie "
Börsenbrief - Leserfragen".
Sehr geehrter Herr Heibel,
Ihre langfristigen Anlageempfehlungen im Börsenbrief Heibel-Ticker sind ein bißchen wenig und ein Witz.
Oder was verstehen Sie darunter. Für mich sind das min. 2 Jahre und länger.
Freundlichen Gruß aus Moers, Klaus
ANTWORT:
Vielen Dank für Ihr Schrieben. Mein Horizont sind nun einmal maximal 18-24 Monate, länger kann ich nicht seriös Prognosen erstellen. Klar, es gibt langfristige Trends, auf die ich setze. Die Rohstoffhausse wird meiner Ansicht nach bis mindestens 2013 weiterlaufen. Aber im vergangenen Jahr sowie zu Beginn dieses Jahres sind gerade dort heftige Kursverluste zu verzeichnen gewesen und ich habe meine Kunden vor Verlusten bewahrt, indem ich die entsprechenden Aktien im Sommer aus der Empfehlungsliste genommen habe.
Als argumentatives Ziel fühle ich mich eben mit 18-24 Monaten wohl. Das schließt natürlich nicht aus, daß dann die eine oder andere Aktie länger drin bleibt.
…oder kritisieren Sie die Zusammenstellung der beiden langfristigen Depots? Da gebe ich Ihnen Recht, ich werde in den nächsten Wochen ein paar Änderungen vornehmen, die eine klarere Struktur der beiden Depots zur Folge haben werden.
Mittwoch, 24.01.2007 | 12:25 Uhr | Kategorie "
Börsenbrief - Leserfragen".
Hallo Herr Heibel!
Würde mich für ihre Einschätzung der Aktie Immofinanz interessieren WKN 911064
Mit freundlichen Grüßen, Werner aus Österreich
ANTWORT:
Immofinanz hält 51 % der Anteile von Immoeast. Der Vorstand von Immofinanz hat darauf hingewiesen, daß das Wachstum der Immofinanz künftig von Immoeast getrieben wird. Immoaustria und Immowest (Hauptgeschäft ist in Deutschland) seien ausgereizt.
Vergangenes Jahr wurde eine Kapitalerhöhung (1 Mrd. Euro) durchgeführt, weshalb der Gewinn je Aktie nun zunächst ein wenig geringer ausfallen wird. Der Betrag ging zur Immoeast, die nun wieder investieren kann. Die Immofinanz hat nun eine Dividendenausschüttung angekündigt, ich hatte die fehlende Ausschüttung vor wenigen Tagen noch kritisiert.
Für mögliche Kursgewinne sollten Sie sich also an Immoeast halten, für Dividenden an Immofinanz. Bei beiden Unternehmen würde ich derzeit jedoch nur einen kleinen Betrag anlegen, die Risiken am Immobilienmarkt sind in den vergangenen drei Jahren gestiegen, das Preisniveau ist bereits hoch.
Dienstag, 23.01.2007 | 11:19 Uhr | Kategorie "
Börsenbrief - Leserfragen".
Lieber Herr Heibel,
was ich von Ihren Börsenempfehlungen halte, hatte ich Ihnen mit Vierzeilern geschrieben. Weiter so!
Ihre politischen Bewertungen kann ich nicht nachvollziehen. Wie soll man Ihren Vergleich bezüglich der wirtschaftlichen Entwicklungen in Argentinien mit der nach der Wiedervereinigung verstehen? Was haben Sie gegen Helmut Kohl, dem Sie anscheinend allein die Schuld für Fehlentscheidungen während und nach der Wiedervereinigung zuschieben?
Guten Rutsch hinüber nach 2007 und hasta luego, Herbert
ANTWORT:
Da habe ich mich vielleicht etwas mistverständlich ausgedrückt: Meine Schuldzuweisung an Helmut Kohl war lediglich ökonomischer Natur. Im geschichtlichen Kontext stehe ich voll hinter dem Altkanzler. Sprich: Helmut Kohl hat nach dem Gießkannenprinzip Gelder in die neuen Bundesländer geleitet, ohne daß eine sinnvolle Infrastruktur, ein sinnvolles Wirtschaftsgefüge aufgebaut wurde. Das Ergebnis sehen wir heute anhand der hohen Arbeitslosenquoten im Ostteil unseres Landes.
Ich bestreite aber nicht, daß dies für die Wahrung des sozialen Friedens in Deutschland notwendig gewesen war. Hätte man die fünf neuen Bundesländer härter angepackt, so wäre heute vielleicht die Wirtschaft dort drüben gesünder, aber vermutlich wären nur noch ein paar einzelne Einwohner dort geblieben. Der Rest hätte Westdeutschland überrannt.
Helmut Kohl, der mehr Historiker als Ökonom war, hat sich für den Weg des sozialen Friedens entschieden und hat der amerikanischen Form des Kapitalismus eine Absage erteilt. Die Folge ist, dass der Einigungsprozeß eben länger dauert – den Solizuschlag zahlen wir schließlich immer noch.
In diesem Sinne war mein Vergleich mit der Politik Perons und Evitas zu verstehen: Auch Peron hat dem Wunsch des Volkes nach einem schnellen Geldsegen nachgegeben und hat die Staatskassen unter das Volk gestreut. Als die Kassen jedoch leer waren, gab es keine funktionierende Wirtschaft mehr und unter den Folgen leidet Argentinien bis heute.
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