Börsenanalyse: Geldvernichtung durch Deleveraging

Hallo Herr Heibel,

da wird es doch langsam Zeit, dass ich einmal nachfrage:

– Wenn Banken für jeden Euro (Dollar) den sie bekommen haben 6, 8 oder 10 € ($) ausgegeben (verliehen) haben, kann es dann sein, dass das Verhältnis (oder besser: Missverhältnis) dieser Praktiken ein Maß für die Übertreibung und damit auch für den Rückgang der Märkte darstellt ?
Ist also dieses Missverhältnis ein Maß für den Betrug der Finanzbranche (weil sie ihre einzige Ware entsprechend überbewertet hat) und kann ich deshalb davon ausgehen, dass ich (im Durchschnitt) im selben Verhältnis Verlust erleiden werde ?  Schließlich muss ja der Ausgleich irgendwo her kommen.

– In den letzten Wochen ist an den Märkten viel Geld verloren worden – aber irgend wo muss es doch auch angekommen sein ?!  Wer hat die ganze Kohle jetzt ?

Mit besten Grüßen, Thomas aus Stuttgart

ANTWORT:

Nein, der „Hebel“, mit dem Banken ausleihen steht in keinem Verhältnis
zu den Verlusten, die wir derzeit erleiden. Wenn das Verhältnis eins zu
eins betrüge, dann müssten wir alle ein Vielfaches unseres Einsatzes
verlieren.

Irgendeinen Wert werden Immobilien jedoch am Ende noch immer haben. Ich
denke nicht, dass Sie einmal ein Haus für 0 Euro kaufen werden können,
das geht nicht. Wo der Boden liegt, das werden wir sehen. Ich denke,
wir sind nahe dran.

Verdienen tut an diesem Crash niemand. Es wird weltweit Vermögen
vernichtet. Wenn es also vor 12 Monaten weltweit noch 500 Billionen
Euro an Vermögen gab (Zahlen greife ich aus der Luft!), dann gibt es
heute nur noch 300 Billionen Euro weltweites Vermögen. Selbst Warren
Buffet hat 30% seines Vermögens verloren. So auch Bill Gates und alle
anderen Superreichen. Es ist eben nunmehr nur eine neue Wertschätzung
der Bewertungseinheit „Euro“ oder US-Dollar.{weiter[40|9]}

Hi I'am Stephan Heibel

Herausgeber des Heibel-Ticker Börsenbriefs

http://www.heibel-ticker.de

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