Aktienanalyse: Optionsscheine auf Google, Apple und Microsoft

Sehr geehrter Herr Heibel,

habe im letzten Herbst Calls auf Apple,Goggle und Microsoft
gekauft. Anschaffungswert:23.400 €. Jetzt ist mein Depot nur noch 4.700
wert. Der Microsoft Call und Google Call haben 99% verloren.Was habe ich
falsch gemacht? Soll ich jetzt alle verkaufen?

Schicke Ihnen einen Auszug von meinem Depot.

Herzliche Grüße, Karl-Heinz aus Lohr am Main

ISIN Produkt Stück Aktueller Wert Anschaffungswert Kosten
Performance Letzte Bewegung
DE000GS71403
GS Produkt Microsoft call (Strike 40) 5.000 145,00 EUR 5.950,00
EUR 0,00 EUR -97,56%
-5.805,00 EUR 01-Nov-2007

DE000GS0DDL6
GS Produkt Google call (Strike 650) 1.400 3.472,00 EUR 5.796,00
EUR 0,00 EUR -40,10%
-2.324,00 EUR 21-Jan-2008

DE000GS0DD97
GS Produkt Google call (Strike 750) 4.500 4,50 EUR 6.715,00 EUR
0,00 EUR -99,93%
-6.710,50 EUR 21-Jan-2008

DE000GS0CZX6
GS Produkt Apple call (Strike 170) 1.500 1.290,00 EUR 5.025,00
EUR 0,00 EUR -74,33%
-3.735,00 EUR 27-Dez-2007

ANTWORT:

Optionsscheine unterliegen dem „Zeitwertverlust“, sie verlieren an
Wert, selbst wenn sich der zugrunde liegende Basiskurs kaum verändert.
Je näher der Optionsschein an seinen Fälligkeitsterimin wandert, desto
mehr Wert verliert er.

Im November standen die Kurse noch sehr hoch, seither ging es ziemlich
bergab. Insbesondere bei Google überrascht mich das, da das
Bewertungsniveau von Googe sehr günstig ist. Mit Optionsscheinen kann
man zwar die Gewinne hebeln, Sie müssen aber darauf spekulieren, dass
der Kurs kurzfristig ansteigt. Bei Google bin ich mir langfristig
sicher, dass der Kurs einmal über 1.000 USD springen wird. Doch wann,
das weiß ich nicht. Es kann schlimmsten Falls noch drei oder vier
Jahre dauern, daher kann ich da kaum mit einem Optionsschein drauf
spekulieren.

Im Einzelnen:

Microsoft halte ich derzeit für nicht so gut.

Ihr erster Google-OS läuft ja noch anderthalb Jahre, der kann sich gern
und gut noch erholen. Der Break-Even liegt bei 735 USD, das sollte bis
Ende des Jahres machbar sein.

Der zweite Google-OS verfällt in diesen Tagen leider wertlos.

Ebenso der Apple -OS. Da würde ich sofort mitnehmen, was Sie noch bekommen.

Also: Einen Optionsschein kauft man nur dann, wenn man kurzfristig
einen Kursanstieg erwartet. Wenn man langfristig von einer Aktie
überzeugt ist, dann kauft man die Aktie und kann die Schwankungen
locker aussitzen.{weiter[40|9]}

Hi I'am Stephan Heibel

Herausgeber des Heibel-Ticker Börsenbriefs

http://www.heibel-ticker.de

Comment (1)

  1. stephan_heibel

    Juni 16, 2008 at 00:13

    Sehr geehrter Herr Heibel,
    herzlichen Dank für Ihre Antwort.Es ist mir immer ein Rätsel,woher Sie die Zeit nehmen,um auf die sicher zahlreichen Fragen Ihrer Fan-Gemeinde zu antworten.Aber genau das unterscheidet Sie von den zahllosen Börsenebriefen im Internet.Kein Mensch weiß,wie die Börse „morgen“ tickt.Oft läuft es ganz anders,als man denkt.Vieles ist nicht mehr rational.Und deshalb muß sich ein Mensch wie ich,der leider wenig Zeit hat,sich intensiv mit dem Geschehen an den Aktienmärkten zu beschäftigen, Rat suchen bei Jemanden,der was davon versteht.

    Bei Ihnen hatte und habe ich immer das Gefühl,dass Sie es ehrlich meinen und dass Sie wirklich was vom Fach verstehen.Ich gehöre ja seit viele Jahren zu Ihrer Fan-Gemeinde und war froh,dass Sie nach Ihrer „Zwangspause“ zurückgekehrt sind.

    Sie werden sich sicher fragen,warum sich der Schreiber dieser Zeilen mit Aktienanlagen beschäftigt,obwohl er überhaupt keine Ahnung hat(sonst würde er nicht so gravierende Fehler machen:kauft OS und weiß nicht genau,wie sie funktionieren!!Obwohl ich Sie im Herbst gefragt habe und Sie es mir erklärt haben…)

    Die Antwort ist:Ich weiß es nicht.
    Ich bin seit etwa 10 Jahren „an der Börse“ und habe in dieser Zeit immer nur Geld verloren.Ich habe immer nur Produkte gekauft,die andere empfohlen haben.Möglicherweise war das der Grund.
    Um so mehr bin ich froh,dass am Freitagabend Ihr Ticker mir bei meinem Anlageverhalten hilft.

    Jetzt nur noch eine Episode:
    Sie erinnern sich sicher noch ganz genau an den Crash im Januar.Zahllose „Mütter Ihrer Freunde“ hatten Sie extremst besorgt angerufen und Sie gefragt,ob die „Welt“ jetzt untergeht.Wir alle mussten zusehen ,wie Gewinne dahin schmolzten und Angst und Hilflosigkeit machten sich breit.
    Ich werde nicht vergessen,wie Sie mehrmals die Woche uns Lesern zu Hilfe eilten(„Kaufen,wenn die Kanonen donnern“)und in seelsorgerischer Manier versucht haben,uns eben diese Angst und Unsicherheit zu nehmen.Und genau das ist Ihnen damals gelungen.

    Und eben das ist das Geheimnis Ihres Börsenbriefes.

    Bleiben Sie uns noch lange erhalten.

    Karl-Heinz aus Lohr am Main

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