Aktienanalysen zu Softbank aus Japan & Immoeast aus Wien

Hallo Herr Heibel,

ein paar Worte zu Softbank und Immoeast wären nett. Vielen Dank.

mfg Gerald aus Österreich

ANTWORT:

Softbank

Softbank ist eine Beteiligungsgesellschaft aus Japan. Bekannt geworden ist das Unternehmen durch seine erfolgreiche Beteiligung an Yahoo! Japan. Seit der Jahrtausendwende ist jedoch nicht mehr viel Positives aus dem Hause Softbank gekommen, der Kurs dümpelt seither vor sich hin.

In den letzten Jahren hat sich eine neue Generation von Beteiligungsgesellschaften (Venture Capital) gebildet, die Unternehmen wie YouTube und MySpace finanziert haben – Softbank gehörte nicht dazu. Die Softbank hat noch ein paar letzte Juwelen, die sie ab und an versilbert, um sporadisch einen Gewinn ausweisen zu können. Davon abgesehen ist die Softbank nicht mehr sehr gut im Geschäft.

Aus Bewertungssicht ist die Aktie hoffnungslos überbewertet: Ein KGV von 72 bei rückläufigen Umsätzen ist nicht vertretbar. Aber das ist auch nicht das richtige Maß für eine Beteiligungsgesellschaft, es sollten lieber die Beteiligungen bewertet werden. Doch wenngleich bei Yahoo!, Microsoft und einem japanischen Breitbandanbieter immer wieder neue Produkte angeboten werden, die durch die Softbank finanziert wurden, so ist ein Durchbruch, ein echter Knüller nicht in Sicht.

Immoeast

Wie der Name schon sagt handelt es sich um eine Immobiliengesellschaft, die im Osten investiert. Unter dem Osten verstehen die Manager der österreichischen Immobilienfirma Polen, Tschechien, Slowakei, Ungarn, Rumänien und die Nachfolgestaaten Jugoslawiens.

Mit Kapitalerhöhungen oder sogenannten "secondary offerings" werden neue Gelder eingesammelt, die anschließend in den Ostblockstaaten in Immobilienprojekte gesteckt werden. Dabei wird fast ausschließlich in Bürogebäude und Geschäftsflächen investiert.

Das Gewinnwachstum von 40 % ist beachtlich, sollte aber nicht weiter verwundern, da entsprechende Summen an Investitionskapital aufgenommen wurden und somit auch verzinst werden müssen. Unterm Strich bleibt für das Unternehmen ein KGV von 11 übrig, in den nächsten Jahren sollen die Gewinne jedoch leicht rückläufig sein.

Eine Dividende wird nicht ausgeschüttet. Seit dem Börsengang, der erst Anfang 2006 stattfand, hat die Aktie von 8,50 Euro auf 11 Euro zugelegt.

Im Rahmen des EU-Beitritts sind die Ostblockländer Wachstumskandidaten par excellence. Zu allererst steigen die Immobilienpreise und Immoeast profitiert davon. Aber der Eu-Betritt ist nicht neu und das Preisniveau in diesen Ländern hat sich bereits in den vergangenen Jahren explosionsartig an unsere Verhältnisse angepaßt. Zumindest die Top-Lagen sind bereits durchaus mit unseren Quadratmeterpreisen vergleichbar.

Langfristig gesehen ist Immoeast daher in meinen Augen ein Unternehmen, daß sich als Immobilienunternehmen mit einem Bewertungsniveau von einem KGV bei 10 anfreunden wird. Und dabei sollte das Unternehmen, wie im Immobiliensektor üblich, den Großteil seiner Einnahmen als Dividende an seine Aktionäre ausschütten.

So sicher der weitere Anstieg der Immobilienpreise im Ostblock scheint, so unsicher ist es, ob gerade das Management von Immoeast daraus Profit schlagen kann und diesen dann an die Aktionäre weitergibt. Das Management ist zu 51 % Eigner von Immoeast, damit sind den Aktionären die Hände gebunden, dem Management ins Geschäft zu reden. Auch das mahnt zur Vorsicht.

Also: Immoeast könnte in meinen Augen höchstens eine kleine Spekulation darstellen.

Tut mir leid, aber ihre Aktien werfen mich beide nicht vom Hocker.

Freundliche Grüße

Stephan Heibel

Hi I'am Stephan Heibel

Herausgeber des Heibel-Ticker Börsenbriefs

http://www.heibel-ticker.de

Leave Your Comments

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.