Absicherung mit Hilfe von Put-Optionsscheinen

Hallo Herr Heibel,

wo sie gerade von einem DAX Call schreiben …
… wäre es nicht schön gewesen in letzter Zeit einen DAX Put im Portfolio gehabt zu haben? 🙂

Insbesondere vor dem Hintergrund der grundsätzlichen Long-Ausrichtung des Depots wäre eine (möglichst günstige Teil-) Absicherung* durchaus wünschenswert. Phasen wie die aktuelle gehören an der Börse zwar dazu – sie bereiten mir auch keine schlaflosen Nächte – Spaß machen sie trotzdem nicht. (* insbesondere wenn es -10% oder mehr hinabgeht)

Ich möchte mich in nächster Zeit in die Materie einlesen. Allerdings können sie solche Sachen sehr gut erklären, und ich bin hoffentlich nicht der einzige Leser den das Thema interessiert.

Insbesondere würden mich die Kosten der Absicherung interessieren. Ich sehe zwar dass die Vola eine Absicherung in ruhigen Zeiten günstiger macht, verstehe jedoch die Mechanismen dahinter (noch) nicht. Ebenso kann ich zwar den sukzessiven Verlust des Zeitwerts erkennen, verstehe aber auch dort die Zusammenhänge (noch) nicht.

Sie haben auf der Webseite einen Call-Rechner zum Download bereitgestellt, aber noch keinen für Puts.

Mit freundlichen Grüßen, Daniel (39) aus Essen

DAX Put-Optionsschein
DAX Put-Optionsschein

ANTWORT:

ich halte nichts von Absicherungen über Optionsscheine. Bisweilen spekuliere ich mit Optionsscheinen, insbesondere mit DAX-Calls, auf steigende Kurse. Aber für eine Absicherung hat sich ein Put bei mir nie bewährt: Entweder der Abschwung kam nicht und ich blieb auf Kosten sitzen, oder der Abschwung kam so spät, dass der Put gerade mal die zuvor erlittenen Verluste ausglich, nicht aber Verluste aus den anderen Positionen kompensierte. Daher bleibe ich bei meiner Linie, in schwachen Phasen Cash zu generieren (ist mir dieses mal wohl nur schlecht gelungen 🙁  ).
Der „Zweitwertverlust“ beschreibt den Umstand, dass Optionsscheine stets mit einem Aufpreis gehandelt werden. der Aufpreis ist die Prämie, die der Stillhalter, also der Verkäufer des Optionsscheins, sicher verdient – egal, wie sich der Markt entwickelt. Und Der Käufer verliert den Aufpreis über die Laufzeit. Es hat sich gezeigt, dass der Aufpreis insbesondere in den letzten drei Monaten vor Fälligkeit sehr schnell abnimmt.
Vola: Genau! Wenn man in ruhigen Zeiten Put-Absicherungen kauft, läuft man Gefahr, dass der Zeitwertverlust bis zum Abschwung höher ist, als man dann noch verdient. In dem Augenblick, wo der Abschwung beginnt, schiesst die Vola nach oben und entsprechend schiesst auch der Preis des Optionsscheins nach oben. Beruhigt sich der Markt anschließend wieder, dann nimmt die Vola ab und so nimmt der Optionsschein nur einen Teil des Aufschwungs mit, ein Teil wird jedoch von der rückläufigen Vola aufgezehrt.
Mit der impliziten Volatilität habe ich auch so meine Probleme. Es ist bekannt, dass die Vola steigt, wenn die Kurse fallen und umgekehrt.
Den Put-OS-Rechner können Sie gerne per E-Mail bei mir anfordern.

Hi I'am Stephan Heibel

Herausgeber des Heibel-Ticker Börsenbriefs

http://www.heibel-ticker.de

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