Gea braucht keine strategische Neuausrichtung

Lieber Herr Heibel,
mein Probe-Abo können Sie unbedingt in ein Dauer-Abo wandeln: die bisherigen Informationen haben mich überzeugt.

Zur GEA Group AG habe ich eine Frage:
Fitch hat das Rating auf `negativ` von `stabil` gesenkt, begründet mit schwacher Barmittelregenerierung, operativer Probleme und aktionärsfreundlichen Mittelabflüssen etc.

Andererseits haben Black Rock als auch Albert Frere als auch Paul Singer von Elliot ihren Stimmenanteil erhöht. Paul Singer ist in der Szene ja kein Unbekannter und als sehr aggressiv bekannt. Sollte da nicht etwas im Busch sein?? Gerne lese ich Ihre Meinung dazu, Der Einstieg unter 30 Euro scheint doch sehr günstig.

Mit optimiistischem (long) Gruß
Joachim aus Schleswig

ANTWORT:
Gea ist ein Maschinenbauer und die haben es in konjunkturell ungewissen Zeiten stets besonders schwer. Dementsprechend ist die Aktie von Gea seit dem Aufbrechen des US-Handelsstreits um 25% eingebrochen. Unternehmen halten ihre Investitionen in neue Maschinen zumindest so lange zurück, bis dieser Streit geklärt ist.

Gea ist in meinen Augen fair bewertet und hat eine überaus gesunde Bilanz: keine Schulden, viel freier Cashflow. „Aktivist Investoren“ wie Singer suchen sich bereits seit einigen Jahren vorzugsweise gesunde Unternehmen aus, machen viel Lärm um nichts und profitieren von dem gestiegenen Anlegerinteresse an der entsprechenden Aktie. Wenn Sie auf so etwas spekulieren wollen, können sie das tun. Immerhin gibt s auch eine attraktive Dividende. Ich glaube aber nicht, dass Singer & Co für Gea irgendeine strategisch neue Variante herausarbeiten, die das Unternehmen auf ein neues Bewertungsniveau katapultieren könnte.

Hi I'am Stephan Heibel

Herausgeber des Heibel-Ticker Börsenbriefs

http://www.heibel-ticker.de

Comment (1)

  1. Stephan Heibel

    Juli 3, 2018 at 07:22

    Es dauerte nur wenige Stunden, da legte der Hedgefonds Elliott seine Forderungen vor: CEO und Aufsichtsratsvorsitzender sollen ausgetauscht werden, zudem soll ein Aktienrückkaufprogramm gestartet werden.

    Die haben also KEINE Idee, wie man das Unternehmen strategisch besser ausrichten könnte. Ein Aktienrückkauf macht man nur dann, wenn die Bilanz solide ist. Ich werte den Vorschlag also als Bestätigung der guten Verfassung des Unternehmens.

    Ein Aktienrückkauf verringert die Anzahl der ausstehenden Aktien, auf die der Gewinn des Unternehmens aufgeteilt werden muss. Das führt zwar kurzfristig zu einer optischen Verbilligung der Unternehmensbewertung (Kurs/Gewinn-Verhältnis sinkt, wenn der Gewinn je Aktie steigt). Aber von der soliden Bilanz wird man sich dadurch verabschieden.

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