Randgold in politisch stürmischen Gewässern

Randgold Gold
Randgold Gold
Hallo Stephan,
habe eine Frage zu WKN 725199 Randgold. Die Aktie hatte am 2. November einen Kursrutsch, ca 8 %. Ich habe versucht, herauszufinden, was passiert ist. Aber nichts gefunden. Mir ist klar, dass Minenwerte immer wieder, auch stärkeren Schwankungen unterliegen.
Aber ich habe die Akte länger im Depot, und so eine Bewegung habe ich noch nicht gesehen.
Vor allem, der Goldpreis läuft recht stabil, der USD hatte gestern auch keine größere Bewegung
gemacht. Hast du eine Idee, was passiert ist?
Da ich mit weiter steigendem Goldpreis rechne, würde ich die Aktie gerne behalten. Gibt es Unternehmensmeldungen, die ich nicht gefunden habe, die da dagegen sprechen? Auch der Chart schaut nicht mehr so gut aus. Bitte um deine Einschätzung.
Viele liebe Grüße aus Germaringen, Christoph
ANTWORT:
Ja, da geht es derzeit rund, im Goldminensektor:
1. Am 2. November hat Randgold Quartalszahlen veröffentlicht, die unerwartet schwach waren. Es wurde ein Gewinn je Aktie von 0,71 USD erwartet, geliefert wurde jedoch lediglich 0,51 USD. Für ein Unternehmen mit einem KGV 2018e von 24 ist eine solche negative Überraschung ziemlich übel.
Der Grund für die schwachen Zahlen ist eine nachlassende Qualität des geförderten Materials in der Mine in der Elfenbeinküste. Randgold investiert in dieser MIne in die Automatisierung des Abbaus und der Verarbeitung, dadurch hat sich jedoch die Fördermenge vorübergehend deutlich reduziert. Vor diesem Effekt war zwar gewarnt worden, doch offensichtlich ist der negative Effekt größer als es Analysten erwartet haben.
2. Kürzlich hat Südafrika ein Gesetz auf den Weg gebracht, dass Minenunternehmen verpflichtet, mindestens zu 30% in der Hand von Schwarzen zu sein, bislang galt die Regel mit 26%. Minenbetreiber gehen nun juristisch dagegen vor, doe Auseinandersetzung belastet viele Minenaktien.
3. Acacia, eine Tochtergesellschaft des Minenbetreibers Barrick Gold, darf seit März kein gefördertes Gold mehr aus Tansania ausführen, weil dem Unternehmen vorgeworfen wird, seine Steuern nicht bezahlt zu haben. Nun verlangt Tansania 300 Mio. USD als Nachzahlung sowie einen Anteil von 16% an der Mine. Diese Geschichte zeigt einmal mehr wie instabil geschlossene Verträge in vielen Ländern Afrikas sind.
Ich habe – ehrlich gesagt – keine Lust, mit mit solchen Problemen zu befassen. Wenn ich auf einen steigenden Gold- oder Silberpreis spekulieren möchte, dann tue ich dies mit den beiden Lizenzunternehmen Wheaton Preacious Metals (WKN A2DRBP) oder Royal Gold (WKN 885652).

Hi I'am Stephan Heibel

Herausgeber des Heibel-Ticker Börsenbriefs

http://www.heibel-ticker.de

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