Verhalten der verbleibenden Aktien nach Aktienrückkäufen durch das Unternehmen

Hallo Herr Heibel,

bitte erklären Sie mir diesen Satz aus Ihrem Report 12/2012: „Ich halte nicht viel von Aktienrückkäufen, da diese häufig nur der optischen Aufbesserung stagnierender Gewinne dienen.“

Ich vermute, dass Sie sich hier auf KGV beziehen und explizit meinen, dass nach dem Aktienrückkauf die zurückgekauften Aktien vernichtet werden, so dass der Gewinn/Aktie künstlich verbessert wird.

Liege ich mit meiner Vermutung richtig?

Wird jedoch bei einer solchen Aktion nicht auch der Aktienwert steigen, so dass das KGV im Endeffekt konstant bleiben sollte?

Vielen Dank im Voraus für Ihre freundliche Antwort.

Viele Grüße, Carmelo aus Ettlingen

 

ANTWORT:

Ja, da haben Sie Recht aber…

Ja, durch den Rückkauf und die Vernichtung von Aktien durch das Unternehmen selbst sinkt die Anzahl der ausstehenden Aktien und der Gewinn je Aktie steigt, das KGV sinkt, der Kurs steigt.

Vielfach sind Managementgehälter mit Bonusvereinbarungen gekoppelt, die an dem Aktienkurs hängen. Ich habe den Verdacht, dass einige Unternehmen daher gerne Aktien zurückkaufen, damit die Aktie vereinbarte Marken überspringen kann. Ungeachtet dessen wäre das Geld teilweise aber besser für Investitionen einsetzbar oder aber auf ganz ehrliche Weise an die Aktionäre in Form einer Sonderdividende auszuschütten.

Kurz gesagt: Bei Aktienrückkäufen denkt das Management an die Aktionäre und an sich. Bei Sonderdividenden denkt das Management nur an die Aktionäre, und das ist mir lieber.

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Hi I'am Stephan Heibel

Herausgeber des Heibel-Ticker Börsenbriefs

http://www.heibel-ticker.de

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