Aktienanalysen: Lanxess und ProSiebenSat.1 Media

Jahreschart von Lanxess

Sehr geehrter Herr Heibel,

hätte gerne Ihre Meinung zu folgenden Aktien gehört die ich im Depot habe.

Lanxess Ag WKN 547040 und

Prosiebensat.1 Media WKN 777117

Vielen Dank für Ihre Antwort und freundliche Grüße, Helmuth aus Neckargemünd

ANTWORT:

LANXESS

Der Kurs ist schon kräftig in den Keller gerauscht, das KGV 2012e beträgt nur noch 7. Wie tief kann die Aktie da also noch fallen, fragen Sie sich sicherlich.

 

In Krisenzeiten gilt die Dividendenrendite als „Sicherheitsnetz“. Und nach einer meiner eigenen Faustregel (Erfahrungswerte) kann eine Aktie so weit fallen, bis die Dividendenrendite etwa 3,5% beträgt. Lanxess hat sich gegen die drohende Konjunkturschwäche bereits mit Preissteigerungen gewappnet: Es wird also weniger Kunststoff verkauft, aber zu höherem Preis. Die Folge ist, dass der Gewinn (noch) recht stabil auf hohem Niveau verblieben ist. Doch Anleger fürchten, dass sich dies nur kurzfristig durchsetzen lässt, irgendwann wird die Nachfrage vielleicht nachlassen. Und da Lanxess schon heute weniger verkauft (wenn auch zu höheren Preisen), füllen sich die Lagerbestände. Das Unternehmen wird also Abschreibungsbedarf haben, wenn die befürchtete Krise einzieht. Ein KGV von 7 kann da durch den erhöhten Abschreibungsbedarf schnell irrelevant werden, denn der Gewinn würde direkt geschmälert, was das KGV in die Höhe katapultiert.

 

Wenn Sie Lanxess auf Sicht von mehreren Jahren im Portfolio haben, können Sie diese Phase „aussitzen“. Kurzfristig orientierten Anleger würde ich derzeit zumindest von einem Kauf der Aktie abraten.

 

 

PROSIEBENSAT.1 MEDIA

Jahreschart ProSiebenSat.1 Media

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Hier wird eine Dividendenrendite von 9,3% erwartet! Das ist nun schon wieder so hoch, dass ich skeptisch werde. Wie kann ein Unternehmen eine so attraktive Dividendenrendite bieten? Läuft ProSiebenSat.1 Media über vor Barreserven und Gewinnen? Nun, mit Nettoschulden in Höhe von zwei Dritteln des Jahresumsatzes wüsste ich Besseres mit dem Geld zu tun: Rückführung der Schulden. Die Finanzstruktur zeigt, dass der Großteil der Schulden erst 2016 fällig wird, das Unternehmen hat sich erst diesen Sommer umfangreich refinanziert. Ein Teil (revolvierende Bankkredite i.H.v. ca. 500 Mio. €) steht bereits 2014 zur Verlängerung an.

 

Hmmm, schwer zu sagen, wie das Unternehmen mit der erwarteten hohen Dividende umgehen wird. Sollte sie ausgezahlt werden, dann können Sie sich freuen. Ich würde jedoch ein Auge darauf haben.

 

Ich hoffe, ich konnte Ihnen ein wenig weiterhelfen.

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Hi I'am Stephan Heibel

Herausgeber des Heibel-Ticker Börsenbriefs

http://www.heibel-ticker.de

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