Stopp Loss Handling

Lieber Herr Heibel,

nachdem mir Ihr Börsenbrief ein paar nette Einnahmen beschert hat, „partizipieren“ Sie in Form des Updates. +smile+ Zur Sicherheit habe ich schon mal meine Handy-Nummer eingetragen.
Was ich super fände, wären Infos/Empfehlungen zum Stopp Loss in diesen volatilen Zeiten. Oft stoppt man sich einfach – sorry, total „dämlich“ aus.

Herzliche Grüße, Claudia aus Nürnberg

ANTWORT:

Ich habe aufgehört, Stopp Loss Marken zu publizieren. Das Resultat war regelmäßig, dass der Kurs der Aktie irgendwann einmal in den Keller bis kurz unter den Stopp Loss rauschte, alle Verkaufsaufträge meiner Kunden aktiviert und abgefischt wurden, und am Abend stand der Kurs bereits wieder 2-3%, in einem Fall sogar 7% höher. Seither empfehle ich, nur noch im Ausnahmefall mit Stopp Loss Aufträgen zu arbeiten.

Stopp Loss Marken habe ich wohl, und ich verwalte sie im Musterdepot. Sobald eine Marke über- / unterschritten wird, erhalte ich eine Nachricht und entscheide, ob ich meinen Kunden eine Handlungsempfehlung zustelle. Dazu ist der SMS-Dienst eingerichtet worden.

Das ist ziemlich arbeitsaufwendig, und Sie werden es mir als Werbefachfrau nicht glauben, dass ich diesen Dienst aus der Not heraus geboren habe, nicht um mehr Geld zu verdienen: Ich würde lieber mit automatischen Stopp Loss Marken arbeiten und mich dann in der Woche zurücklehnen – doch das funktioniert bei unseren Finanzmärkten eben leider nicht.

Also: Stopp Loss Marken bitte nur im Kopf oder auf dem Papier verwalten, nicht aber Ihrer Bank mitteilen. Dadurch geben Sie ihre Verkaufsmarken bekannt und Sie können darauf warten, dass Sie dort einmal abgefischt werden. {weiter[40|9]}

Hi I'am Stephan Heibel

Herausgeber des Heibel-Ticker Börsenbriefs

http://www.heibel-ticker.de

Comments (6)

  1. stephan_heibel

    März 29, 2011 at 10:39

    Hallo Herr Heibel,

    exakt das ist mir passiert und „naiv“ dachte ich, durch „intelligentere“ Stopp-Loss wäre das vermeidbar. +smile+

    Danke für die Info – damit ist mir auch schon geholfen.

    Schöne Grüße
    Claudia aus Nürnberg

  2. Boersen-Mase

    April 29, 2011 at 23:46

    Falls das Thema jetzt zu ausgelutscht ist, reicht mir gern ein Link auf eine Erklärung aber ich hab zu dem Thema doch noch eine Frage:

    „Stopp Loss Marken bitte nur im Kopf oder auf dem Papier verwalten, nicht aber Ihrer Bank mitteilen. Dadurch geben Sie ihre Verkaufsmarken bekannt und Sie können darauf warten, dass Sie dort einmal abgefischt werden.“

    Diesen Kommentar verstehe ich nicht. Die Comdirect-Bank (bei der ich aktuell handel) oder der jeweilige Emmitent des Wertpapiers wird doch nicht die Kurse fälschen um meine Stop-Loss-Marken auszulösen. Das sind doch kleine Fische für die und wenn es nachzuweisen wäre, dass so etwas geschieht, gäbe es doch heftige Strafen. Wie soll ich den Kommentar also verstehen? Oder bin ich zu naiv?

    Mit freundlichen grüßen, Robert aus Dresden

  3. stephan_heibel

    April 30, 2011 at 10:55

    Doch, das sind Sie zu naiv 🙁 Denn Sie müssen davon ausgehen, dass nicht nur ihr Stopp Loss alleine im System hängt, sondern eine Vielzahl ähnlicher Stopp Loss Orders von anderen Kunden ebenfalls. und wenn sich dann die Stopp Loss Orders um eine Kursmarke herum häufen, dann kommt es meiner Beobachtung zufolge schon mal vor, dass der Kurs ohne ersichtlichen Grund genau bis auf diese Marke gedrückt wird, dort alle automatisch aktivierten Stopp Loss Orders abgefischt werden und der Kurs anschließend wieder auf das Ursprungsniveau zurückschnellt.

    Ist das kriminell? Ich wüsste nicht, welches Gesetz dies verbietet. Leider.

  4. Boersen-Mase

    Mai 3, 2011 at 20:25

    Hallo Herr Heibel,

    vielen Dank für Ihre schnelle Antwort. Aber Kursmanipulationen sollte doch trotzdem das Wertpapierhandelsgesetz verbieten, oder (§ 20a WpHG)? Ich hatte inzwischen ein wenig(!) Zeit zu recherchieren: Es gibt auch (markt-)natürliche Erklärungen warum des öfteren Stop-Loss und Knock-Out-Marken gerissen werden. Wird erstmal eine Stop-Loss-Marke erreicht, wird verkauft, was den Preis weiter drückt und dazu führt, dass weitere Stop-Loss-Marken gerissen werden. Um mal ganz kurz die Idee dahinter anzureißen. Nichtsdestotrotz verlasse ich mich da auf Ihre Erfahrung. Sie haben ja auch schon in Ihrem Glossar darauf hingewiesen, dass Stop-Loss-Marken eher am Tagesschlusskurs gemessen werden sollten. Nicht ohne Grund bin ich seit Neuestem Abonnent des HT-Plus. 🙂

    Viel Grüße aus Paris 😉
    Robert

  5. surftim

    Juni 28, 2011 at 09:42

    Mich würde interessieren, mit welcher Methodik die Banken den Kurs drücken.
    Haben Sie dazu Infos, Herr Heibel?

    VG

  6. stephan_heibel

    Juni 28, 2011 at 11:20

    Hallo Surftime,

    es gibt immer eine Reihe von limitierten Orders im System. Wenn die Bank nun innerhalb eines sehr kurzen Zeitraums eine Reihe von unlimitierten Verkaufsorders eingibt (beispielsweise aus dem eigenen Bestand), schneller, als Investoren an einem Sommertag wie heute reagieren können, dann werden diese Verkaufsaufträgemit den im System stehenden Kauforders befriedigt. Mangels Volumen werden sehr schnell die Kauforders zu günstigeren und günstigeren Kursen herangezogen, da der „Verkäufer“ ja zu jedem Kurs verkaufen möchte und so schnell keine neuen Kauforders eingegeben werden können. So kommt es schließlich nach kurzer Zeit zum Unterschreiten einer beispielsweise charttechnisch begründeten Stopp Loss Marke und mit einem Schlag kommt eine große Anzahl von automatisch generierten Verkaufsorders an die Börse. Die Bank kann mit diesem neuen Angebot die zuvor aus dem eigenen Bestand zu höheren Kursen verkauften Aktien wieder auffüllen. Ist gar nicht so kompliziert 😉

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