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	<title>Kommentare zu: Lesermeinungen zur Atom-Katastrophe in Japan</title>
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	<description>Börsen-Tipps und Empfehlungen</description>
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		<title>Von: Stephan Heibel</title>
		<link>http://www.heibel-unplugged.de/1768,lesermeinungen-zur-atom-katastrophe-in-japan/comment-page-1/#comment-768</link>
		<dc:creator>Stephan Heibel</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 23 Mar 2011 07:15:34 +0000</pubDate>
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		<description>Herzlichen Dank f&#252;r Ihre Ausf&#252;hrungen, sie haben mir ein wenig weitergeholfen. Ja, ich betrachte die weitere Entwicklung als alles andere als positiv, auch wenn die Nachrichtenlage dies derzeit zu vermitteln scheint. Daher habe ich meine Haltung f&#252;r die n&#228;chsten Wochen grundlegend &#252;berdacht und angepasst. Die spektakul&#228;re schnelle Explosion der Radioaktivit&#228;t blieb aus, dennoch erwarte ich &#228;hnlich Ihren Ausf&#252;hrungen schlimme Folgen f&#252;r die Bev&#246;lkerung der Region. 

Dennoch: An den Finanzm&#228;rkten sind diese schlimmen Entwicklungen am vergangenen Dienstag &quot;eingepreist&quot; gewesen, daher seither der Kursanstieg. 

Freundliche Gr&#252;&#223;e

Stephan Heibel</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Herzlichen Dank f&#252;r Ihre Ausf&#252;hrungen, sie haben mir ein wenig weitergeholfen. Ja, ich betrachte die weitere Entwicklung als alles andere als positiv, auch wenn die Nachrichtenlage dies derzeit zu vermitteln scheint. Daher habe ich meine Haltung f&#252;r die n&#228;chsten Wochen grundlegend &#252;berdacht und angepasst. Die spektakul&#228;re schnelle Explosion der Radioaktivit&#228;t blieb aus, dennoch erwarte ich &#228;hnlich Ihren Ausf&#252;hrungen schlimme Folgen f&#252;r die Bev&#246;lkerung der Region. </p>
<p>Dennoch: An den Finanzm&#228;rkten sind diese schlimmen Entwicklungen am vergangenen Dienstag &#8220;eingepreist&#8221; gewesen, daher seither der Kursanstieg. </p>
<p>Freundliche Gr&#252;&#223;e</p>
<p>Stephan Heibel</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Silvia</title>
		<link>http://www.heibel-unplugged.de/1768,lesermeinungen-zur-atom-katastrophe-in-japan/comment-page-1/#comment-767</link>
		<dc:creator>Silvia</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 23 Mar 2011 07:13:55 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.heibel-unplugged.de/?p=1768#comment-767</guid>
		<description>Sehr geehrter Herr Heibel,

auch wenn ich mich nicht professionell auf diesem Gebiet
best&#228;tige...
so bin ich doch Biologin mit Hauptfach Genetik, seit 25 Jahren
besch&#228;ftige ich mich mit  der Atomindustrie  und habe
Umweltgeschichte in G&#246;ttingen studiert ...
gehen sie bei der Analyse der Situation in Japan eher von diesem
Szenario aus:
die Kernschmelze ist seit Tagen in vollem Gang - still und
unaufhaltsam, bisher nur vom noch haltendem Core zur&#252;ckgehalten -
aber dennoch ausser Kontrolle.
Im Moment wei&#223; niemand wie man diesen Vorgang stoppen kann (deshalb
die Bitte um ausl&#228;ndische Experten) aber die werden wahrscheinlich
auch keine L&#246;sung haben - soweit ich wei&#223; gibt es keine probate
L&#246;sung diese zusammengeschmolzene Masse zu beherrschen. Die Techniker
die die Reaktoren bisher gefahren haben sind wahrscheinlich inzwischen
verstrahlt und werden nicht mehr lange weiterarbeiten k&#246;nnen. Wer sich
ab jetzt den Reaktoren n&#228;hert wird mit schweren gesundheitlichen
Folgen rechnen m&#252;ssen... man k&#246;nnte versuchen die Reaktoren mit Sand
oder Beton abzudichten, aber die Kerne brennen in den Boden und
werden weiter Gase bilden ... inwieweit die Grundplatte momentan noch
h&#228;lt wei&#223; niemand... Wenn die Techniker jetzt nicht eine v&#246;llig neue
geniale Idee entwickeln (daf&#252;r bete ich) wird der Vorgang noch Wochen
oder eher Monate anhalten ...
Je nach Zugang der Spaltungsprodukte zur Umwelt (die ist bisher
gottseidank noch nicht in vollem Umfang gegeben- aber die Isotope
entstehen im Augenblick) und der jeweiligen Wind und Regensituation
werden die Isotope ab jetzt &#252;ber Japan und den asiatischen Raum
niederregnen. Bisher wird diese langanhaltende Exposition in den
Medien noch nicht dargestellt. Das ist keine Geschichte von Tagen.
Aus strahlenbiologischer Sicht w&#228;re eine Evakuierung von mindestens
50 km seit 3 Tagen notwendig gewesen - die bisherige Zone war
keinesfalls ausreichend. Jetzt m&#252;ssten 100 km evakuiert werden - aber
eigentlich ist es nur noch eine Frage der jeweiligen Wetterlage.
Die langfristigen Folgen werden bei Freisetzung der Isotope eine
langsam ansteigende Verseuchung ganz Japans sein (und abgeschw&#228;cht
dar&#252;ber hinaus). Die Ern&#228;hrung aus heimischen B&#246;den wird
gesundheitlich auf Jahre hinaus bedenklich werden.
In Japan hergestellte Produkte werden auf dem Weltmarkt nicht mehr
verk&#228;uflich sein.
Ein Teil der Bev&#246;lkerung wird akute gesundheitliche Probleme zeigen -
die Krebsrate wird in den n&#228;chsten Jahrzehnten dramatisch ansteigen.
Langfristig rechne ich mit einer Verteilung der Isotope weit &#252;ber den
pazifischen Raum hinaus.

Das ist der Gau. Der braucht keine Explosion, dieser hat
verh&#228;ltnism&#228;&#223;ig still stattgefunden und wird noch Wochen weitergehen.
Mit Folgen, die in Jahrzehnten gerechnet werden m&#252;ssen, und dessen
genetischen Folgen erst in 2 Generationen erkannt werden k&#246;nnen.  Und
das in einer der bev&#246;lkerungsreichsten Zone der Erde...

Ich bete f&#252;r das Wunder, das die Isotope im Kraftwerk h&#228;lt...

Silvia aus Berlin
w&#228;hrend ich dieses schreibe sehe ich in den Nachrichten, das das
Szenario fortschreitet</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Sehr geehrter Herr Heibel,</p>
<p>auch wenn ich mich nicht professionell auf diesem Gebiet<br />
best&#228;tige&#8230;<br />
so bin ich doch Biologin mit Hauptfach Genetik, seit 25 Jahren<br />
besch&#228;ftige ich mich mit  der Atomindustrie  und habe<br />
Umweltgeschichte in G&#246;ttingen studiert &#8230;<br />
gehen sie bei der Analyse der Situation in Japan eher von diesem<br />
Szenario aus:<br />
die Kernschmelze ist seit Tagen in vollem Gang &#8211; still und<br />
unaufhaltsam, bisher nur vom noch haltendem Core zur&#252;ckgehalten -<br />
aber dennoch ausser Kontrolle.<br />
Im Moment wei&#223; niemand wie man diesen Vorgang stoppen kann (deshalb<br />
die Bitte um ausl&#228;ndische Experten) aber die werden wahrscheinlich<br />
auch keine L&#246;sung haben &#8211; soweit ich wei&#223; gibt es keine probate<br />
L&#246;sung diese zusammengeschmolzene Masse zu beherrschen. Die Techniker<br />
die die Reaktoren bisher gefahren haben sind wahrscheinlich inzwischen<br />
verstrahlt und werden nicht mehr lange weiterarbeiten k&#246;nnen. Wer sich<br />
ab jetzt den Reaktoren n&#228;hert wird mit schweren gesundheitlichen<br />
Folgen rechnen m&#252;ssen&#8230; man k&#246;nnte versuchen die Reaktoren mit Sand<br />
oder Beton abzudichten, aber die Kerne brennen in den Boden und<br />
werden weiter Gase bilden &#8230; inwieweit die Grundplatte momentan noch<br />
h&#228;lt wei&#223; niemand&#8230; Wenn die Techniker jetzt nicht eine v&#246;llig neue<br />
geniale Idee entwickeln (daf&#252;r bete ich) wird der Vorgang noch Wochen<br />
oder eher Monate anhalten &#8230;<br />
Je nach Zugang der Spaltungsprodukte zur Umwelt (die ist bisher<br />
gottseidank noch nicht in vollem Umfang gegeben- aber die Isotope<br />
entstehen im Augenblick) und der jeweiligen Wind und Regensituation<br />
werden die Isotope ab jetzt &#252;ber Japan und den asiatischen Raum<br />
niederregnen. Bisher wird diese langanhaltende Exposition in den<br />
Medien noch nicht dargestellt. Das ist keine Geschichte von Tagen.<br />
Aus strahlenbiologischer Sicht w&#228;re eine Evakuierung von mindestens<br />
50 km seit 3 Tagen notwendig gewesen &#8211; die bisherige Zone war<br />
keinesfalls ausreichend. Jetzt m&#252;ssten 100 km evakuiert werden &#8211; aber<br />
eigentlich ist es nur noch eine Frage der jeweiligen Wetterlage.<br />
Die langfristigen Folgen werden bei Freisetzung der Isotope eine<br />
langsam ansteigende Verseuchung ganz Japans sein (und abgeschw&#228;cht<br />
dar&#252;ber hinaus). Die Ern&#228;hrung aus heimischen B&#246;den wird<br />
gesundheitlich auf Jahre hinaus bedenklich werden.<br />
In Japan hergestellte Produkte werden auf dem Weltmarkt nicht mehr<br />
verk&#228;uflich sein.<br />
Ein Teil der Bev&#246;lkerung wird akute gesundheitliche Probleme zeigen -<br />
die Krebsrate wird in den n&#228;chsten Jahrzehnten dramatisch ansteigen.<br />
Langfristig rechne ich mit einer Verteilung der Isotope weit &#252;ber den<br />
pazifischen Raum hinaus.</p>
<p>Das ist der Gau. Der braucht keine Explosion, dieser hat<br />
verh&#228;ltnism&#228;&#223;ig still stattgefunden und wird noch Wochen weitergehen.<br />
Mit Folgen, die in Jahrzehnten gerechnet werden m&#252;ssen, und dessen<br />
genetischen Folgen erst in 2 Generationen erkannt werden k&#246;nnen.  Und<br />
das in einer der bev&#246;lkerungsreichsten Zone der Erde&#8230;</p>
<p>Ich bete f&#252;r das Wunder, das die Isotope im Kraftwerk h&#228;lt&#8230;</p>
<p>Silvia aus Berlin<br />
w&#228;hrend ich dieses schreibe sehe ich in den Nachrichten, das das<br />
Szenario fortschreitet</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Stephan Heibel</title>
		<link>http://www.heibel-unplugged.de/1768,lesermeinungen-zur-atom-katastrophe-in-japan/comment-page-1/#comment-766</link>
		<dc:creator>Stephan Heibel</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 23 Mar 2011 07:12:28 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.heibel-unplugged.de/?p=1768#comment-766</guid>
		<description>Besten Dank f&#252;r Ihre Ausf&#252;hrungen, die ich sehr gut nachvollziehen kann. Meine Einsch&#228;tzung der Situation in Japan war nicht prim&#228;r auf m&#246;gliche Entwicklungen in Fukushima gerichtet, sondern ich stellte in erster Linie fest, dass die schlimmsten Szenarien bereits an der B&#246;rse eingepreist schienen. Und wenn ich mir die Entwicklung anschaue, dann sieht es heute nicht viel besser aus: Die einzelnen Reaktoren strahlen weiter vor sich hin, das Gebiet wird f&#252;r Generationen unbrauchbar, Japan hat einige Menschen in das Kraftwerk geschickt, die wohl mit schlimmen gesundheitlichen Folgen rechnen m&#252;ssen, und nun dreht der Wind nach Tokyo. Alles was bislang erreicht wurde ist eine &quot;Verlangsamung&quot;. 

Und obwohl die Situation also objektiv betrachtet sehr schlimm ist, steigen die B&#246;rsen, als ob die Gefahr gebannt sei. Vielleicht k&#246;nnen Sie also meine Haltung nunmehr besser nachvollziehen. Ich habe sie ja am Freitag und gestern weiter ausgef&#252;hrt. 

Auch ich rate meinen Lesern, die es f&#252;r moralisch bedenklich halten, am Ungl&#252;ck Japans zu verdienen, den Gewinn zu spenden. Ich habe mich bislang ebenso verhalten. Zur Zeit investiere ich nicht, ich habe ein Haus gekauft :-) 

Freundliche Gr&#252;&#223;e

Stephan Heibel</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Besten Dank f&#252;r Ihre Ausf&#252;hrungen, die ich sehr gut nachvollziehen kann. Meine Einsch&#228;tzung der Situation in Japan war nicht prim&#228;r auf m&#246;gliche Entwicklungen in Fukushima gerichtet, sondern ich stellte in erster Linie fest, dass die schlimmsten Szenarien bereits an der B&#246;rse eingepreist schienen. Und wenn ich mir die Entwicklung anschaue, dann sieht es heute nicht viel besser aus: Die einzelnen Reaktoren strahlen weiter vor sich hin, das Gebiet wird f&#252;r Generationen unbrauchbar, Japan hat einige Menschen in das Kraftwerk geschickt, die wohl mit schlimmen gesundheitlichen Folgen rechnen m&#252;ssen, und nun dreht der Wind nach Tokyo. Alles was bislang erreicht wurde ist eine &#8220;Verlangsamung&#8221;. </p>
<p>Und obwohl die Situation also objektiv betrachtet sehr schlimm ist, steigen die B&#246;rsen, als ob die Gefahr gebannt sei. Vielleicht k&#246;nnen Sie also meine Haltung nunmehr besser nachvollziehen. Ich habe sie ja am Freitag und gestern weiter ausgef&#252;hrt. </p>
<p>Auch ich rate meinen Lesern, die es f&#252;r moralisch bedenklich halten, am Ungl&#252;ck Japans zu verdienen, den Gewinn zu spenden. Ich habe mich bislang ebenso verhalten. Zur Zeit investiere ich nicht, ich habe ein Haus gekauft <img src='http://www.heibel-unplugged.de/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' />  </p>
<p>Freundliche Gr&#252;&#223;e</p>
<p>Stephan Heibel</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Thomas</title>
		<link>http://www.heibel-unplugged.de/1768,lesermeinungen-zur-atom-katastrophe-in-japan/comment-page-1/#comment-765</link>
		<dc:creator>Thomas</dc:creator>
		<pubDate>Wed, 23 Mar 2011 07:10:17 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://www.heibel-unplugged.de/?p=1768#comment-765</guid>
		<description>Sehr geehrter Herr Heibel,
 
ich bin relativ neu als Abonnent Ihres B&#246;rsenbriefes und gewohnheitsm&#228;&#223;ig kein Leserbriefschreiber. Ich will dennoch kurz ein paar Zeilen schreiben, da ich denke, dass Sie die Situation im havarierten Reaktorkomplex Fukushima 1 deutlich untersch&#228;tzen.
 
Ich habe mit Interesse Ihren obigen B&#246;rsenbrief heute gelesen; grunds&#228;tzlich teile ich Ihre Auffassungen zum aktuellen Geschehen an den B&#246;rsen, weise aber darauf hin, dass die Situation in den Reaktorbl&#246;cken von Fukushima 1 eventuell kritischer und vor allem unkalkulierbarer ist, als Sie in Rechnung stellen.
Das wahrscheinlichste Szenario ist ein weiterer Anstieg von Radioaktivit&#228;t mit dem Ergebnis, dass keine Arbeiten an den havarierten Bl&#246;cken mehr durchgef&#252;hrt werden k&#246;nnen. Die Folgen davon ergeben sich von selbst. W&#228;hrend die Versuche, die Reaktorkerne mit Meerwasser und Bors&#228;ure passiv (also von au&#223;en) zu k&#252;hlen, bereits als Verzweiflungstaten angesehen werden konnten, sind selbst diese Ma&#223;nahmen dann nicht mehr m&#246;glich. Die Wahrscheinlichkeit, dass damit in kurzer Folge vollst&#228;ndige Kernschmelzen in zumindest den Bl&#246;cken 1 - 3 eintreten werden, ist evident. Es besteht aus Expertensicht Konsens dar&#252;ber, dass kein Containment auf Dauer diese Schmelze auffangen kann. Damit w&#252;rden ungeheure Mengen an Radioaktivit&#228;t in die Umgebung gelangen, was ein Betreten des Werksgel&#228;ndes dann unm&#246;glich macht. Der weitere Verlauf der Geschichte der Bl&#246;cke 4 - 6 ist damit auch vorgezeichnet, es sei denn, die Japaner griffen 1. zu Methoden wie 1986 die Russen, n&#228;mlich dem Verheizen von Menschen, und h&#228;tten 2. mit viel Gl&#252;ck Erfolg, den sie bis jetzt nicht hatten.

Im Worst-Case-Szenario steht also das gesamte radioaktive Inventar von max. 6 Reaktorbl&#246;cken zur Disposition + auf dem Gel&#228;nde gelagerte abgebrannte Brennst&#228;be. Ich habe - trotz intensivster Besch&#228;ftigung mit beschriebenem Ph&#228;nomen - noch nicht 1 Argument oder zumindest schl&#252;ssige Indizien gefunden, was diesen Prozess noch aufhalten oder zumindest abschw&#228;chen k&#246;nnte.

In der weiteren Betrachtung ist es vorstellbar, dass wesentliche Teile der japanischen Hauptinsel Honshu und auch der Gro&#223;raum Tokyo radioaktiv kontaminiert werden, da der Wind wohl nicht verl&#228;&#223;lich und auf Dauer Richtung West und damit auf den offenen Pazifik wehen wird. Welche Qualit&#228;t das annimmt, kann niemand sagen, da es kein vergleichbares Szenario jemals gab. Gleichzeitig mu&#223; in Rechnung gestellt werden, dass die Masse der Radionuklide relativ ortsnah verbleiben wird, da kein Graphitfeuer wie in Tschernobyl zumindest einen Teil davon kaminartig mit in die Stratosph&#228;re nimmt und damit gro&#223;fl&#228;chig verteilt.
 
Ich kann nicht absch&#228;tzen, welches Ma&#223; an Verzahnung es in den verschiedenen Branchen weltweit gibt, z.Bsp. wie relevant Ausf&#228;lle in der Chipproduktion seien usw. Ich kann auch nicht beurteilen, welchen Einflu&#223; l&#228;ngerfristige Produktionsausf&#228;lle im Kerngebiet der japanischen Wirtschaft haben k&#246;nnten, sei es aus Engp&#228;ssen in der Energieversorgung, sei es wegen Einschr&#228;nkung der Bewegungsm&#246;glichkeiten, wegen evtl. aufkommender Panik vor Ort, wegen Versorgungsengp&#228;ssen mit Wasser und Nahrung usw. Auch die Konsequenzen der finanzpolitischen Ma&#223;nahmen Japans sind f&#252;r mich nicht analysierbar, da ich dar&#252;ber zu wenig wei&#223;.
 
Wenn aber im B&#246;rsenhandel der Grundsatz gilt, Kapitalerhalt geht vor Gewinnerzielung, dann w&#228;re es vielleicht wichtig, B&#246;rsianer darauf hinzuweisen, dass es hier eine nicht kalkulierbare, aber sehr reale Gefahr gibt. Sinnvollerweise sollte man dann nicht auf der K&#228;uferseite agieren, solange, bis Klarheit herrscht.
 
Als Mensch - also jenseits des Wertpapierhandels - h&#228;tte ich es begr&#252;&#223;t, wenn B&#246;rsen in diesen dramatischen und tragischen Tagen geschlossen geblieben w&#228;ren. Es w&#228;re eine Frage des Anstandes, aber leider nicht m&#246;glich, wie mir scheint.

Es war gestern und heute ein leichtes, mit Shortpositionen viel Geld zu verdienen. Aber diesmal ist es &quot;schmutziges&quot; Geld, welches ich wohl spenden werde. Ich will es nicht haben.
 
Mit besten Gr&#252;&#223;en, Thomas aus Homberg</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Sehr geehrter Herr Heibel,</p>
<p>ich bin relativ neu als Abonnent Ihres B&#246;rsenbriefes und gewohnheitsm&#228;&#223;ig kein Leserbriefschreiber. Ich will dennoch kurz ein paar Zeilen schreiben, da ich denke, dass Sie die Situation im havarierten Reaktorkomplex Fukushima 1 deutlich untersch&#228;tzen.</p>
<p>Ich habe mit Interesse Ihren obigen B&#246;rsenbrief heute gelesen; grunds&#228;tzlich teile ich Ihre Auffassungen zum aktuellen Geschehen an den B&#246;rsen, weise aber darauf hin, dass die Situation in den Reaktorbl&#246;cken von Fukushima 1 eventuell kritischer und vor allem unkalkulierbarer ist, als Sie in Rechnung stellen.<br />
Das wahrscheinlichste Szenario ist ein weiterer Anstieg von Radioaktivit&#228;t mit dem Ergebnis, dass keine Arbeiten an den havarierten Bl&#246;cken mehr durchgef&#252;hrt werden k&#246;nnen. Die Folgen davon ergeben sich von selbst. W&#228;hrend die Versuche, die Reaktorkerne mit Meerwasser und Bors&#228;ure passiv (also von au&#223;en) zu k&#252;hlen, bereits als Verzweiflungstaten angesehen werden konnten, sind selbst diese Ma&#223;nahmen dann nicht mehr m&#246;glich. Die Wahrscheinlichkeit, dass damit in kurzer Folge vollst&#228;ndige Kernschmelzen in zumindest den Bl&#246;cken 1 &#8211; 3 eintreten werden, ist evident. Es besteht aus Expertensicht Konsens dar&#252;ber, dass kein Containment auf Dauer diese Schmelze auffangen kann. Damit w&#252;rden ungeheure Mengen an Radioaktivit&#228;t in die Umgebung gelangen, was ein Betreten des Werksgel&#228;ndes dann unm&#246;glich macht. Der weitere Verlauf der Geschichte der Bl&#246;cke 4 &#8211; 6 ist damit auch vorgezeichnet, es sei denn, die Japaner griffen 1. zu Methoden wie 1986 die Russen, n&#228;mlich dem Verheizen von Menschen, und h&#228;tten 2. mit viel Gl&#252;ck Erfolg, den sie bis jetzt nicht hatten.</p>
<p>Im Worst-Case-Szenario steht also das gesamte radioaktive Inventar von max. 6 Reaktorbl&#246;cken zur Disposition + auf dem Gel&#228;nde gelagerte abgebrannte Brennst&#228;be. Ich habe &#8211; trotz intensivster Besch&#228;ftigung mit beschriebenem Ph&#228;nomen &#8211; noch nicht 1 Argument oder zumindest schl&#252;ssige Indizien gefunden, was diesen Prozess noch aufhalten oder zumindest abschw&#228;chen k&#246;nnte.</p>
<p>In der weiteren Betrachtung ist es vorstellbar, dass wesentliche Teile der japanischen Hauptinsel Honshu und auch der Gro&#223;raum Tokyo radioaktiv kontaminiert werden, da der Wind wohl nicht verl&#228;&#223;lich und auf Dauer Richtung West und damit auf den offenen Pazifik wehen wird. Welche Qualit&#228;t das annimmt, kann niemand sagen, da es kein vergleichbares Szenario jemals gab. Gleichzeitig mu&#223; in Rechnung gestellt werden, dass die Masse der Radionuklide relativ ortsnah verbleiben wird, da kein Graphitfeuer wie in Tschernobyl zumindest einen Teil davon kaminartig mit in die Stratosph&#228;re nimmt und damit gro&#223;fl&#228;chig verteilt.</p>
<p>Ich kann nicht absch&#228;tzen, welches Ma&#223; an Verzahnung es in den verschiedenen Branchen weltweit gibt, z.Bsp. wie relevant Ausf&#228;lle in der Chipproduktion seien usw. Ich kann auch nicht beurteilen, welchen Einflu&#223; l&#228;ngerfristige Produktionsausf&#228;lle im Kerngebiet der japanischen Wirtschaft haben k&#246;nnten, sei es aus Engp&#228;ssen in der Energieversorgung, sei es wegen Einschr&#228;nkung der Bewegungsm&#246;glichkeiten, wegen evtl. aufkommender Panik vor Ort, wegen Versorgungsengp&#228;ssen mit Wasser und Nahrung usw. Auch die Konsequenzen der finanzpolitischen Ma&#223;nahmen Japans sind f&#252;r mich nicht analysierbar, da ich dar&#252;ber zu wenig wei&#223;.</p>
<p>Wenn aber im B&#246;rsenhandel der Grundsatz gilt, Kapitalerhalt geht vor Gewinnerzielung, dann w&#228;re es vielleicht wichtig, B&#246;rsianer darauf hinzuweisen, dass es hier eine nicht kalkulierbare, aber sehr reale Gefahr gibt. Sinnvollerweise sollte man dann nicht auf der K&#228;uferseite agieren, solange, bis Klarheit herrscht.</p>
<p>Als Mensch &#8211; also jenseits des Wertpapierhandels &#8211; h&#228;tte ich es begr&#252;&#223;t, wenn B&#246;rsen in diesen dramatischen und tragischen Tagen geschlossen geblieben w&#228;ren. Es w&#228;re eine Frage des Anstandes, aber leider nicht m&#246;glich, wie mir scheint.</p>
<p>Es war gestern und heute ein leichtes, mit Shortpositionen viel Geld zu verdienen. Aber diesmal ist es &#8220;schmutziges&#8221; Geld, welches ich wohl spenden werde. Ich will es nicht haben.</p>
<p>Mit besten Gr&#252;&#223;en, Thomas aus Homberg</p>
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