Börsenanalyse: China wirklich so stabil?

Sehr geehrter Herr Heibel,

wie denken Sie über folgendes Szenario:

Die chinesischen (Staats-) Banken haben, wie auch die deutschen Landesbanken, eine Reihe „Giftpapiere“ aus den USA im Portfolio (bei schlechten Englisch-Kenntnissen nach dem „guten Rating“ gekauft).

Außerdem haben diese Banken Unternehmen im chinesischen Inland großzügig finanziert.

Das Geldverdienen fällt diesen Unternehmen künftig nicht mehr so leicht, wenn es um kapitalintensive Produktionen mit ungewissen Absatzmärkten geht (z.B. Solarfirmen) oder wenn die Löhne in China munter steigen.

Also gibt es eine Reihe von Insolvenzen, damit geht auch das Eigenkapital der chinesischen Banken verloren.

Bei zunehmender Inflation und Insolvenzängsten ziehen die chinesischen Bürger ihre Sparguthaben ab (die gegenwärtige Immobilienblase könnte bereits ein Symptom dafür sein, dass das Vertrauen in Geldforderungen schwindet).

Das führt dann erst recht zu Schieflagen bei den Banken bzw. bei deren Schuldnern, wenn Kreditlinien mangels Einlagen nicht mehr verlängert werden.

Wenn der Staat einen „Rettungsschirm“ aufzieht, müssen irgendwann die Steuern erhöht werden, jedenfalls wird das als Zeichen des Versagens der Regierung gewertet.

Womöglich führt das auch zu politischen Unruhen.

Sie sind ja recht optimistisch bzgl. China – halten Sie so einen Hergang für denkbar ?

Mit freundlichen Grüßen, Jürgen aus Berlin

ANTWORT:

Das ist zwar eine logische Gedankenkette, doch die Finanzkrise der USA konnte sich nur deshalb auf die Weltwirtschaft auswirken, weil internationale Banken viel zu stark gehebelt in entsprechenden Papieren investiert waren. Die Banken haben aus dieser Krise gelernt und werden diesen großen Hebel nicht wiederholen. Daher will ich Ihre Gedankenkette zwar nicht abtun, es könnte durchaus eintreffen. Doch zu Unruhen oder anderen gravierenden Auswirkungen wird es dadurch nicht kommen. Es wird nicht so schlimm sein, wenn die eine oder andere Bank Pleite geht.

Gravierender sehe ich die Gefahr einer neuen Blase, vielleicht im Rohstoffsektor, die sich beispielsweise in den nächsten drei bis fünf Jahren aufbauen könnte. Kurzfristig sehe ich kaum Gefahren, daher mein Optimismus :-){weiter[40|9]}

Hi I'am Stephan Heibel

Herausgeber des Heibel-Ticker Börsenbriefs

http://www.heibel-ticker.de

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