Öttinger wird trotz Filbinger-Affäre bleiben, Citigroup-Chef Prince wird gehen

Für Sie als Anleger ist es wichtig, dass Sie aus der im Internet verfügbaren Informationsflut die für Sie wesentlichen Informationen heraussuchen. Ich werde Ihnen anhand des aktuellen Beispiels der  Öttinger-Trauerrede  veranschaulichen, wie die Mehrzahl der Deutschen, bis hin zur Bundeskanzlerin Merkel, schnell einmal ins Bockshorn gejagt werden.

Das Öttinger-Beispiel eignet sich insbesondere für mich sehr gut, da mir der Name Öttinger aus meinem Studium bereits bekannt ist: Damals galt das  Öttinger-Bier in Tübingen als das schlechteste Bier , welches man nicht einmal seinem ärgsten Feind auftischen würde. Da hat es der Ministerpräsident aus dem Ländle schon schwer, bei mir Sympathien hervorzurufen.

Doch die Hetzkampagne, die derzeit in den Medien gegen ihn gefahren wird, hat mich neugierig gemacht und so habe ich heute früh einmal  20 Minuten in Internet-Research  investiert, um die Hintergründe zu dem aktuellen „Skandal“ herauszusuchen.

Öttinger habe einen Nazi-Richter, der Todesurteile gegen Nazi-Gegner verhängt hat, verniedlicht, heißt es seit einigen Tagen unaufhörlich in allen Nachrichten. Der in Frage stehende Richter heißt Hans Karl Filbinger und war tatsächlich im Dritten Reich an insgesamt 230 Militär-Verfahren beteiligt. In sechs davon ging es um die Todesstrafe, nur ein Urteil davon wurde vollstreckt. Bei genauerem Hinschauen werden Sie sehen, dass Filbinger sich entsprechend seinen Möglichkeiten verhalten hat:  Mehrere Todesurteile hat er verhindert . Das vollstreckte Urteil konnte er nicht verhindern, da er nur kurzfristig für einen erkrankten Kollegen eingesetzt wurde.

Ich glaube nicht, dass Filbinger eine Person war, die zum Nationalhelden taugt. Aber genauso wenig taugt er zum  „blutrünstigen Nazi-Richter“ , obwohl er mit diesem Vorwurf 1978 aus dem Amt des Ministerpräsidenten gejagt wurde. Wenn nun Öttinger in der Trauerrede dieser umstrittenen Person klar stellt, dass es sich bei ihm nicht um einen Nazi handelte, sondern um einen im Rahmen seiner Möglichkeiten agierenden Nazi-Gegner, so hat er eine Formulierung gefunden, die der Situation angemessen ist.

Doch bei der schillernden Persönlichkeit der Politik Öttinger warten seine Kritiker nur auf Ansatzpunkte, um ihm das Leben schwer zu machen. Und ein Kommentar über das Nazi-Deutschland kann  leicht zum einem Vorwurf herangezogen. Das Thema ist in Deutschland noch immer so sensibel, dass  kaum jemand den Sachverhalt selbst prüft . Landauf und landab hören wir nun nur noch die Rufe nach einer Entschuldigung, selbst unsere Kanzlerin hat sich diesem Geschrei angeschlossen. Und natürlich nicht zu vergessen der Zentralrat der Juden, der seinen Rücktritt fordert, obwohl Filbinger gar nicht mit Judenverfahren beschäftigt war.

Ich wurde am Wochenende im Freundeskreis oft nach meiner Meinung zu dieser Affäre gefragt und ich konnte nur antworten, dass ich die Hintergründe nicht kenne. Bevor Sie sich eine Meinung bilden und diese vielleicht auch noch Kollegen oder Freunden mitteilen sollten Sie sich bitte ein paar Minuten Zeit nehmen und sich über den Stein des Anstoßes, Hans Filbinger, informieren.  Suchen  Sie im Internet nach seinem Lebenslauf oder nach einer geschichtlichen Darstellung seiner Person . Danach steht es Ihnen frei, sich Ihr Urteil zu bilden und es zu vertreten.

Als Börsenanalyst stelle ich mir stets die folgende Frage: Wird es den Medien gelingen, Öttinger mit dieser Affäre aus dem Amt zu jagen, so wie Filbinger selbst 1978 aus dem Amt gejagt wurde? Nein, das halte ich für ausgeschlossen. Die Filbinger-Affäre ist abgedroschen und hat in meinen Augen nicht mehr die Kraft, ein zweites mal einen Ministerpräsidenten zu stürzen. Öttinger wird noch ein paar weitere erklärende Worte veröffentlichen, ohne jedoch explizit das Gegenteil zu behaupten. Angie wird nichts mehr über die Affäre sagen und so werden auch die Medien irgendwann Ruhe geben.  Ein bitterer Nachgeschmack wird noch ein paar Monate bleiben, länger erinnert man sich in der Politik ohnehin an nichts.

Derzeit wird der  Chef der Citigroup, Charles Prince  (nicht Prince Charles), stark kritisiert. Er wirft 15.000 Mitarbeiter raus und schaffte es in den vier Jahren seiner Amtszeit nicht, das Unternehmen auf Wachstumskurs zu halten. Die Kritik an Prince ist so fundiert, dass ich früher oder später  mit seinem Rücktritt rechne .

Ein Rücktritt des Juristen Charles Prince ist in meinen Augen gut für einen Kurssprung von 5 US-Dollar, das entspricht  10 % Kursgewinn . Ich verfolge die Medienberichte zu Prince und werde eine entsprechende Tradingempfehlung ausgeben, wenn es soweit ist. Tja, die „Macht der Medien“ ist ein wesentlicher Bestandteil in der Politik wie auch in der Finanzwelt.

Wenn Sie mehr zu meinen Börsenempfehlungen erfahren möchten, dann schauen Sie sich doch bitte meinen gratis-Börsenbrief Heibel-Ticker an, indem Sie auf den Link klicken und sich unverbindlich anmelden.

Hi I'am Stephan Heibel

Herausgeber des Heibel-Ticker Börsenbriefs

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